Bob-Star Friedrich: Werden zum Abfallprodukt anderer Sportarten Der zweimalige Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich macht sich große Sorgen um die Zukunft des deutschen Bobsports. «Wir werden immer mehr zum Abfallprodukt anderer Sportarten: Wenn ein Athlet in seiner ursprünglichen Sportart nicht mehr weiterkommt, versucht er sich bei uns, zumeist als Anschieber. Doch es wechseln immer weniger zum Bobsport», sagte der 32-Jährige im Interview der «Welt am Sonntag» und ergänzte: «Es wird die Zeit kommen, wo kein Bob mehr fahren wird. Wahrscheinlich werden unsere Enkelkinder vom Bobsport nur noch aus den Geschichtsbüchern erfahren.» Der Sport besitze grundsätzlich in der Gesellschaft keine große Reputation, so der Sachse: «Wozu also sollte man sich dann ausgerechnet dem Bobfahren verschreiben, zumal man auch in dieser Sportart trotz größter Erfolge keine soziale Absicherung für das Leben nach dem Sport hat.» Selbst für den Ausnahmeathleten Friedrich, der in Peking als erster Pilot zum zweiten Mal Doppel-Gold im Zweier und Vierer gewann, ist der Kampf um Sponsoren beschwerlich. Trotz seiner zahlreichen Rekorde hat er die für eine Saison benötigten 250.000 Euro noch immer nicht zusammen. «Das ist eine echte Sisyphusarbeit. Niemand wirft uns auch nur einen Cent hinterher, egal, was wir erreicht haben. Ich bin seit 17 Jahren als Bobfahrer unterwegs, und in der gesamten Zeit gab es einen Sponsor, der auf mich zukam, mir eine E-Mail schrieb, in der stand: «Komm, ich möchte was mit Dir machen». Einer in 17 Jahren!», berichtet der 13-malige Weltmeister vom BSC Sachsen Oberbärenburg. Dennoch brennt er weiter für seinen Sport und will bei den Winterspielen 2026 zum dritten Mal Doppel-Gold holen, zudem peilt er bei den Weltcupsiegen die Marke von 100 an.
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Friedrich: Werden zum Abfallprodukt anderer Sportarten

Macht sich Sorgen um den Bobsport: Francesco Friedrich. © Michael Kappeler/dpa

Der zweimalige Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich macht sich große Sorgen um die Zukunft des deutschen Bobsports.

«Wir werden immer mehr zum Abfallprodukt anderer Sportarten: Wenn ein Athlet in seiner ursprünglichen Sportart nicht mehr weiterkommt, versucht er sich bei uns, zumeist als Anschieber. Doch es wechseln immer weniger zum Bobsport», sagte der 32-Jährige im Interview der «Welt am Sonntag» und ergänzte: «Es wird die Zeit kommen, wo kein Bob mehr fahren wird. Wahrscheinlich werden unsere Enkelkinder vom Bobsport nur noch aus den Geschichtsbüchern erfahren.»

Der Sport besitze grundsätzlich in der Gesellschaft keine große Reputation, so der Sachse: «Wozu also sollte man sich dann ausgerechnet dem Bobfahren verschreiben, zumal man auch in dieser Sportart trotz größter Erfolge keine soziale Absicherung für das Leben nach dem Sport hat.»

Selbst für den Ausnahmeathleten Friedrich, der in Peking als erster Pilot zum zweiten Mal Doppel-Gold im Zweier und Vierer gewann, ist der Kampf um Sponsoren beschwerlich. Trotz seiner zahlreichen Rekorde hat er die für eine Saison benötigten 250.000 Euro noch immer nicht zusammen. «Das ist eine echte Sisyphusarbeit. Niemand wirft uns auch nur einen Cent hinterher, egal, was wir erreicht haben. Ich bin seit 17 Jahren als Bobfahrer unterwegs, und in der gesamten Zeit gab es einen Sponsor, der auf mich zukam, mir eine E-Mail schrieb, in der stand: «Komm, ich möchte was mit Dir machen». Einer in 17 Jahren!», berichtet der 13-malige Weltmeister vom BSC Sachsen Oberbärenburg.

Dennoch brennt er weiter für seinen Sport und will bei den Winterspielen 2026 zum dritten Mal Doppel-Gold holen, zudem peilt er bei den Weltcupsiegen die Marke von 100 an.

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