OWL/Paderborn: Julia Timoschenkos Tochter in Paderborn ewgenia wirbt bei Brok um Hilfe Von Patrick Bockwinkel Paderborn. Die Tochter der früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko, Jewgenia, hat am Montag bei deutschen Politikern um Hilfe für ihre in der Haft erkrankte Mutter geworben. Dabei traf sie auch auf den Europaabgeordneten und Vorsitzenden der CDU in Ostwestfalen-Lippe, Elmar Brok.Jewgenia Timoschenko und Brok zeigten sich Montagabend im Vorfeld einer Wahlkampfveranstaltung der CDU in Paderborn, wo auch der christdemokratische Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Norbert Röttgen, und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprachen. Eigentlich hatte die 32-jährige Tochter Timoschenkos gehofft, im Laufe der Wahlkampfkundgebung auf Merkel zu treffen und direkt bei der Bundeskanzlerin um Hilfe für ihre in der Haft an einem Bandscheibenvorfall leidende und am 20. April in den Hungerstreik getretene Mutter zu werben. Deshalb war Jewgenia Timoschenko gemeinsam mit Elmar Brok von Berlin nach Paderborn gereist.Auf der Fahrt ergaben sich aber laut Brok neue Entwicklungen, die die medizinische Hilfe für Julia Timoschenko betrafen. "Deshalb war sie nur kurz in Paderborn und hat sich noch vor dem Beginn der Veranstaltung zurück auf den Weg nach Berlin gemacht", sagte Brok der Neuen Westfälischen. Ein Treffen mit der Bundeskanzlerin kam so nicht zustande."Sorgt sich sehr um ihre Mutter" "Jewgenia Timoschenko hat auf mich den Eindruck einer Tochter gemacht, die sich sehr um ihre Mutter sorgt", berichtete Brok, der Jewgenia seit langem persönlich kennt, von einem intensiven Gespräch auf der Zugfahrt von Berlin nach Paderborn. In diesem habe Timoschenko besonders auf die medizinische Hilfe für ihre 51-jährige Mutter hingewiesen.Dafür hatte Jewgenia Timoschenko im Verlauf des Montags nicht nur bei Brok geworben. In einem vertraulichen Gespräch mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und einem Treffen mit dem Chef der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, Hans-Gert Pöttering, hatte sie in Berlin um Unterstützung gebeten.Pöttering forderte anschließend eine umfassende medizinische Behandlung von Julia Timoschenko. Eine geplante Untersuchung in der Ukraine sei "nur ein erster Schritt. Wenn es medizinisch erforderlich ist, sollte sie zu einer umfassenden Behandlung in die Berliner Charité verlegt werden", erklärte Pöttering.Behandlungbeginn am Dienstag fraglich Wie am Montag bekannt wurde, war inzwischen ein Neurologe der Charité zu einer Dienstag beginnenden Behandlung von Julia Timoschenko im Krankenhaus in Charkow. Ob die Behandlung aber wirklich Dienstag beginnen kann, stellte Julia Timoschenkos Verteidiger Alexander Plachotnjuk am Montag in Frage: "Ich denke, dass vor einer Behandlung ihr Organismus wiederhergestellt werden muss."Unterdessen hat Entwicklungshilfe-Minister Dirk Niebel (FDP) als erstes deutsches Regierungsmitglied einen Besuch von Spielen bei der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine ausgeschlossen. "Ich halte es für wichtig, das politische Signal zu setzen, dass man sich so der Europäischen Union nicht annähert", sagte Niebel. Vor ihm hatte schon die Europäische Kommission angekündigt, den Spielen fernbleiben zu wollen. Kanzlerin Merkel hat sich einen solchen Schritt bislang offengehalten.

OWL/Paderborn: Julia Timoschenkos Tochter in Paderborn

Paderborn. Die Tochter der früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko, Jewgenia, hat am Montag bei deutschen Politikern um Hilfe für ihre in der Haft erkrankte Mutter geworben. Dabei traf sie auch auf den Europaabgeordneten und Vorsitzenden der CDU in Ostwestfalen-Lippe, Elmar Brok.

Jewgenia Timoschenko und Brok zeigten sich Montagabend im Vorfeld einer Wahlkampfveranstaltung der CDU in Paderborn, wo auch der christdemokratische Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Norbert Röttgen, und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprachen. Eigentlich hatte die 32-jährige Tochter Timoschenkos gehofft, im Laufe der Wahlkampfkundgebung auf Merkel zu treffen und direkt bei der Bundeskanzlerin um Hilfe für ihre in der Haft an einem Bandscheibenvorfall leidende und am 20. April in den Hungerstreik getretene Mutter zu werben. Deshalb war Jewgenia Timoschenko gemeinsam mit Elmar Brok von Berlin nach Paderborn gereist.

Auf der Suche nach Hilfe. - © Foto: Reinhard Rolf
Auf der Suche nach Hilfe. - © Foto: Reinhard Rolf

Auf der Fahrt ergaben sich aber laut Brok neue Entwicklungen, die die medizinische Hilfe für Julia Timoschenko betrafen. "Deshalb war sie nur kurz in Paderborn und hat sich noch vor dem Beginn der Veranstaltung zurück auf den Weg nach Berlin gemacht", sagte Brok der Neuen Westfälischen. Ein Treffen mit der Bundeskanzlerin kam so nicht zustande.

"Sorgt sich sehr um ihre Mutter"

"Jewgenia Timoschenko hat auf mich den Eindruck einer Tochter gemacht, die sich sehr um ihre Mutter sorgt", berichtete Brok, der Jewgenia seit langem persönlich kennt, von einem intensiven Gespräch auf der Zugfahrt von Berlin nach Paderborn. In diesem habe Timoschenko besonders auf die medizinische Hilfe für ihre 51-jährige Mutter hingewiesen.

Dafür hatte Jewgenia Timoschenko im Verlauf des Montags nicht nur bei Brok geworben. In einem vertraulichen Gespräch mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und einem Treffen mit dem Chef der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, Hans-Gert Pöttering, hatte sie in Berlin um Unterstützung gebeten.

Pöttering forderte anschließend eine umfassende medizinische Behandlung von Julia Timoschenko. Eine geplante Untersuchung in der Ukraine sei "nur ein erster Schritt. Wenn es medizinisch erforderlich ist, sollte sie zu einer umfassenden Behandlung in die Berliner Charité verlegt werden", erklärte Pöttering.

Behandlungbeginn am Dienstag fraglich

Wie am Montag bekannt wurde, war inzwischen ein Neurologe der Charité zu einer Dienstag beginnenden Behandlung von Julia Timoschenko im Krankenhaus in Charkow. Ob die Behandlung aber wirklich Dienstag beginnen kann, stellte Julia Timoschenkos Verteidiger Alexander Plachotnjuk am Montag in Frage: "Ich denke, dass vor einer Behandlung ihr Organismus wiederhergestellt werden muss."

Unterdessen hat Entwicklungshilfe-Minister Dirk Niebel (FDP) als erstes deutsches Regierungsmitglied einen Besuch von Spielen bei der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine ausgeschlossen. "Ich halte es für wichtig, das politische Signal zu setzen, dass man sich so der Europäischen Union nicht annähert", sagte Niebel. Vor ihm hatte schon die Europäische Kommission angekündigt, den Spielen fernbleiben zu wollen. Kanzlerin Merkel hat sich einen solchen Schritt bislang offengehalten.

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