Kommentar zum Thema: WWF schlägt Alarm: Das große Sterben Von Torsten Henke So langsam müssen wir aufpassen, dass wir nicht abstumpfen angesichts der Flut von Hiobsbotschaften rund um den Klimawandel. Gestern hat der WWF eine Studie hinzugefügt, die ein erschreckendes Bild zeichnet vom einem dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in den Wäldern. Was deshalb besonders alarmierend ist, weil den Wäldern eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zukommt. Gibt es immer weniger Tiere, ist das ein Beleg dafür, dass das Ökosystem Wald nicht mehr intakt ist. Oder Wälder verschwinden ganz. Müssen Platz machen etwa für neue Agrarflächen, auf denen Soja angebaut wird, das im Viehfutter für Europa landet. Mit unserem Fleischhunger verzehren wir also auch ein Stück weit die Artenvielfalt in anderen Teilen der Welt. Erschwerend kommt hinzu, dass es politische Führer gibt, die den Klima-, Umwelt- und Naturschutz der wirtschaftlichen Entwicklung unterordnen. Die lieber alles an Ressourcen aus dem Wald und dem Boden holen als für das Weltklima bedeutende Ökosysteme zu schützen. Dazu gehört der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, unter dessen Ägide der Amazonas-Regenwald noch skrupelloser gerodet wird, um Platz für die Agrarindustrie zu schaffen. Oder der Amerikaner Donald Trump, der den Schutz bedrohter Tierarten aufweicht, um den Abbau von Rohstoffen auf Kosten der Natur zu erleichtern. Man sollte eigentlich meinen, die Menschheit sei schlauer geworden. Doch durch die Trumps und Bolsonaros dieser Welt werden globale Initiativen zum Schutz des Waldes schwierig. Umso wichtiger ist es, Koalitionen der Willigen zu schließen und jene ärmere Länder zu unterstützen, die bereit sind, etwas gegen das große Sterben zu unternehmen. Hierzulande muss es eine kluge Aufforstung mit Mischwäldern geben. Außerdem müssen wir uns stärker bewusst machen, was wir mit unserem Konsumverhalten anrichten. Mit übertriebenem Fleischkonsum. Mit dem Kauf von Holz aus nicht nachhaltiger Bewirtschaftung oder Palmöl-Produkten. Der Wald und seine Bewohner sind für die Zukunft des Planeten zu wichtig, um ihrem Sterben zuzusehen.

Kommentar zum Thema: WWF schlägt Alarm: Das große Sterben

Von Torsten Henke

Torsten Henke - © siehe Bildtext
Torsten Henke - © siehe Bildtext

So langsam müssen wir aufpassen, dass wir nicht abstumpfen angesichts der Flut von Hiobsbotschaften rund um den Klimawandel. Gestern hat der WWF eine Studie hinzugefügt, die ein erschreckendes Bild zeichnet vom einem dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in den Wäldern. Was deshalb besonders alarmierend ist, weil den Wäldern eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zukommt. Gibt es immer weniger Tiere, ist das ein Beleg dafür, dass das Ökosystem Wald nicht mehr intakt ist. Oder Wälder verschwinden ganz. Müssen Platz machen etwa für neue Agrarflächen, auf denen Soja angebaut wird, das im Viehfutter für Europa landet.

Mit unserem Fleischhunger verzehren wir also auch ein Stück weit die Artenvielfalt in anderen Teilen der Welt. Erschwerend kommt hinzu, dass es politische Führer gibt, die den Klima-, Umwelt- und Naturschutz der wirtschaftlichen Entwicklung unterordnen. Die lieber alles an Ressourcen aus dem Wald und dem Boden holen als für das Weltklima bedeutende Ökosysteme zu schützen. Dazu gehört der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, unter dessen Ägide der Amazonas-Regenwald noch skrupelloser gerodet wird, um Platz für die Agrarindustrie zu schaffen. Oder der Amerikaner Donald Trump, der den Schutz bedrohter Tierarten aufweicht, um den Abbau von Rohstoffen auf Kosten der Natur zu erleichtern.

Man sollte eigentlich meinen, die Menschheit sei schlauer geworden. Doch durch die Trumps und Bolsonaros dieser Welt werden globale Initiativen zum Schutz des Waldes schwierig. Umso wichtiger ist es, Koalitionen der Willigen zu schließen und jene ärmere Länder zu unterstützen, die bereit sind, etwas gegen das große Sterben zu unternehmen. Hierzulande muss es eine kluge Aufforstung mit Mischwäldern geben. Außerdem müssen wir uns stärker bewusst machen, was wir mit unserem Konsumverhalten anrichten. Mit übertriebenem Fleischkonsum. Mit dem Kauf von Holz aus nicht nachhaltiger Bewirtschaftung oder Palmöl-Produkten. Der Wald und seine Bewohner sind für die Zukunft des Planeten zu wichtig, um ihrem Sterben zuzusehen.

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