Kommentar zum Thema Klima: Die Weltretter

veröffentlicht

Von Ulrich Geisler

Heute tagt das Klima-Kabinett. Und ess gehen wahrscheinlich Hunderttausende Menschen auf die Straße, um für den Klimaschutz zu demonstrieren – und auch zu streiken. Nicht nur Schüler sind heute bei Fridays for Future unterwegs, sondern auch Eltern, Großeltern und Beschäftigte vieler Betriebe. Sie setzen damit ein eindrucksvolles Zeichen, dass es nicht so weitergehen kann beim verschwenderischen Umgang mit den endlichen Ressourcen der Erde, mit Wasser und Luft.

Demgegenüber stehen persönliche Beobachtungen, die immer wieder zweifeln lassen an der tatsächlichen Sorge um die Umwelt. Mindestens einmal pro Woche liegen auf meinen Weg zur Arbeit große Müllhaufen in der freien Natur – am Gevattersee, auf Feldwegen, auf Grünstreifen. Die Landschaft wird vermüllt als gebe es nicht schon genug Dreck auf dieser Welt, als gebe es nicht die Möglichkeit, Hausmüll, Farbeimer oder ausgediente Wohnungseinrichtungen an den Stellen abzugeben, die diese Zeugs ordnungsgemäß entsorgen.

Nicht nur die großen Müllhaufen nehmen zu: Auf den Straßen liegen Kaffeebecher to go, Eisbecher und Fast-Food-Verpackungen, Getränkedosen und tausende von weggeschnippten Kippen – Zeichen der Gedankenlosigkeit oder gar der Egal-Haltung vieler Menschen.

Das sind die kleinen Müllmengen. Diese zu vermeiden ist im Prinzip sehr einfach. Und dann gibt es die großen Möglichkeiten der Müllvermeidung und des Einsparens von Ressourcen. Würde jeder Autofahrer im Laufe seines Autofahrerlebens auf einen Neuwagen verzichten, gäbe es mit einem Schlag 200 Kilogramm Plastik weniger auf der Welt. Oder: Mal auf ein neues Smartphone zu verzichten, brächte auch einen guten Ertrag auf dem Konto, das CO2-Vermeidung anzeigt. Schließlich: Auf den einen oder anderen Flug zu verzichten – klingt das nicht machbar? Denn eins ist sicher: Die in Berlin retten die Welt nicht – das müssen wir schon selbst machen.

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Kommentar zum Thema Klima: Die WeltretterVon Ulrich Geisler Heute tagt das Klima-Kabinett. Und ess gehen wahrscheinlich Hunderttausende Menschen auf die Straße, um für den Klimaschutz zu demonstrieren – und auch zu streiken. Nicht nur Schüler sind heute bei Fridays for Future unterwegs, sondern auch Eltern, Großeltern und Beschäftigte vieler Betriebe. Sie setzen damit ein eindrucksvolles Zeichen, dass es nicht so weitergehen kann beim verschwenderischen Umgang mit den endlichen Ressourcen der Erde, mit Wasser und Luft. Demgegenüber stehen persönliche Beobachtungen, die immer wieder zweifeln lassen an der tatsächlichen Sorge um die Umwelt. Mindestens einmal pro Woche liegen auf meinen Weg zur Arbeit große Müllhaufen in der freien Natur – am Gevattersee, auf Feldwegen, auf Grünstreifen. Die Landschaft wird vermüllt als gebe es nicht schon genug Dreck auf dieser Welt, als gebe es nicht die Möglichkeit, Hausmüll, Farbeimer oder ausgediente Wohnungseinrichtungen an den Stellen abzugeben, die diese Zeugs ordnungsgemäß entsorgen. Nicht nur die großen Müllhaufen nehmen zu: Auf den Straßen liegen Kaffeebecher to go, Eisbecher und Fast-Food-Verpackungen, Getränkedosen und tausende von weggeschnippten Kippen – Zeichen der Gedankenlosigkeit oder gar der Egal-Haltung vieler Menschen. Das sind die kleinen Müllmengen. Diese zu vermeiden ist im Prinzip sehr einfach. Und dann gibt es die großen Möglichkeiten der Müllvermeidung und des Einsparens von Ressourcen. Würde jeder Autofahrer im Laufe seines Autofahrerlebens auf einen Neuwagen verzichten, gäbe es mit einem Schlag 200 Kilogramm Plastik weniger auf der Welt. Oder: Mal auf ein neues Smartphone zu verzichten, brächte auch einen guten Ertrag auf dem Konto, das CO2-Vermeidung anzeigt. Schließlich: Auf den einen oder anderen Flug zu verzichten – klingt das nicht machbar? Denn eins ist sicher: Die in Berlin retten die Welt nicht – das müssen wir schon selbst machen.