Kommentar zum Tischtennis-Abbruch: Seltsames Saisonende

Sebastian Külbel

Die Corona-Krise bringt den Sport auf breiter Ebene an den Rand der Ratlosigkeit. So gut wie alle Sparten wurden mitten in der Saison vom erzwungenen Stillstand kalt erwischt. Und die fehlende Perspektive zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs führt zu fragwürdigen Entscheidungen.

Im Tischtennis wurde jetzt auf breiter Ebene die Saison abgebrochen, und zwar mit den Tabellenständen am Zeitpunkt von deren Aussetzung. Das führt dazu, dass in zahlreichen Ligen nicht alle Mannschaften die gleiche Anzahl an Spielen absolviert haben. Das wäre in der Not nur ein Schönheitsfehler für Statistikfans, wenn diese Ungleichheit nicht auch über Auf- und Abstiege entscheiden würde. Bei betroffenen Vereinen wird das zu Recht als Sauerei empfunden.

In Krisenzeiten mögen diese Probleme unwichtig erscheinen, und es gibt wohl auch keinen rundum fairen Weg zum Abbruch eines laufenden Wettbewerbs. Trotzdem hinterlässt die Entscheidung des Deutschen Tischtennis-Bundes einen Nachgeschmack. Denn es wird eine Zeit nach der Krise geben, in der auch der Sport wieder in den Vordergrund rückt. Und da sollte es einen besseren Anknüpfungspunkt geben als dieses seltsame Saisonende.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Kommentar zum Tischtennis-Abbruch: Seltsames SaisonendeSebastian KülbelDie Corona-Krise bringt den Sport auf breiter Ebene an den Rand der Ratlosigkeit. So gut wie alle Sparten wurden mitten in der Saison vom erzwungenen Stillstand kalt erwischt. Und die fehlende Perspektive zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs führt zu fragwürdigen Entscheidungen. Im Tischtennis wurde jetzt auf breiter Ebene die Saison abgebrochen, und zwar mit den Tabellenständen am Zeitpunkt von deren Aussetzung. Das führt dazu, dass in zahlreichen Ligen nicht alle Mannschaften die gleiche Anzahl an Spielen absolviert haben. Das wäre in der Not nur ein Schönheitsfehler für Statistikfans, wenn diese Ungleichheit nicht auch über Auf- und Abstiege entscheiden würde. Bei betroffenen Vereinen wird das zu Recht als Sauerei empfunden. In Krisenzeiten mögen diese Probleme unwichtig erscheinen, und es gibt wohl auch keinen rundum fairen Weg zum Abbruch eines laufenden Wettbewerbs. Trotzdem hinterlässt die Entscheidung des Deutschen Tischtennis-Bundes einen Nachgeschmack. Denn es wird eine Zeit nach der Krise geben, in der auch der Sport wieder in den Vordergrund rückt. Und da sollte es einen besseren Anknüpfungspunkt geben als dieses seltsame Saisonende.