Kommentar zu Corona und Sport: Die Chancen der Pause

Marcus Riechmann

Erst tröpfelten die Absagen einzeln und leise ein, dann setzte der Domino-Effekt ein und seit Donnerstag knallten sie mit Wucht auf den Tisch. Vereine und Verbände reagieren in der Corona-Situation eindeutig: sie ziehen den Stecker. In allen Spielklassen – von den Minis bis zu den Profis – ruht der Ball. Selbst in der Fußball-Bundesliga hatte man gestern ein Einsehen: Sport ist nicht alles. Alle, wirklich alle Veranstaltungen wurden abgesagt. Der Sport steht still. Absolut. Und in dieser Form zum allerersten Mal.

Der kalte Schnitt ist hart. Er trifft die Sportler, er trifft die Fans und vor allem die Klubs, denen es wirtschaftlich an die Substanz gehen kann. Und so mancher fragt: Ist das alles notwendig? Die Antwort ist eindeutig. Niemand kann sich der allgemeinen Verunsicherung, der Notwendigkeit des Handelns und der daraus erwachsenden Verantwortung entziehen. Und so ist allein eins richtig: Vorsicht walten lassen.

Nicht nur der Sport ist auf Null gestellt, auch das öffentliche Leben läuft auf Sparflamme: Die Straßen leeren sich, Schulen und Kitas schließen, Kunst und Kultur liegen auf Eis. Der Alltag stockt. Das Tempo der Entwicklung besorgt. Mit großen Augen schauen wir zu: Was kommt als nächstes?

Nun, wir dürfen beruhigt sein. Die Welt ist ein bisschen stiller, sie dreht sich langsamer. Aber untergehen wird sie nicht. Auch der Sport macht nur Pause. Es ist eine Pause, die Chancen bietet: Das zu entdecken, was im (sportlichen) Alltag durch das Raster fällt. Die Corona-Situation ist da. Doch wir können entscheiden, wie wir sie nutzen. Der Sport wird uns fehlen. Aber er kehrt ja zurück. Wir dürfen uns freuen auf die Zeit nach Corona.

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Kommentar zu Corona und Sport: Die Chancen der PauseMarcus RiechmannErst tröpfelten die Absagen einzeln und leise ein, dann setzte der Domino-Effekt ein und seit Donnerstag knallten sie mit Wucht auf den Tisch. Vereine und Verbände reagieren in der Corona-Situation eindeutig: sie ziehen den Stecker. In allen Spielklassen – von den Minis bis zu den Profis – ruht der Ball. Selbst in der Fußball-Bundesliga hatte man gestern ein Einsehen: Sport ist nicht alles. Alle, wirklich alle Veranstaltungen wurden abgesagt. Der Sport steht still. Absolut. Und in dieser Form zum allerersten Mal. Der kalte Schnitt ist hart. Er trifft die Sportler, er trifft die Fans und vor allem die Klubs, denen es wirtschaftlich an die Substanz gehen kann. Und so mancher fragt: Ist das alles notwendig? Die Antwort ist eindeutig. Niemand kann sich der allgemeinen Verunsicherung, der Notwendigkeit des Handelns und der daraus erwachsenden Verantwortung entziehen. Und so ist allein eins richtig: Vorsicht walten lassen. Nicht nur der Sport ist auf Null gestellt, auch das öffentliche Leben läuft auf Sparflamme: Die Straßen leeren sich, Schulen und Kitas schließen, Kunst und Kultur liegen auf Eis. Der Alltag stockt. Das Tempo der Entwicklung besorgt. Mit großen Augen schauen wir zu: Was kommt als nächstes? Nun, wir dürfen beruhigt sein. Die Welt ist ein bisschen stiller, sie dreht sich langsamer. Aber untergehen wird sie nicht. Auch der Sport macht nur Pause. Es ist eine Pause, die Chancen bietet: Das zu entdecken, was im (sportlichen) Alltag durch das Raster fällt. Die Corona-Situation ist da. Doch wir können entscheiden, wie wir sie nutzen. Der Sport wird uns fehlen. Aber er kehrt ja zurück. Wir dürfen uns freuen auf die Zeit nach Corona.