Minden

Viel Geld liegt auf dem Tisch: Förderprogramm schüttet rund 1,1 Millionen Euro an Mindener Sportvereine aus

Marcus Riechmann

Es gibt Geld: Rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel stellt das Land NRW den Mindener Sportvereinen für die Sportstättenmodernisierung zur Verfügung. Foto: Jens Kalaene/dpa - © (c) ZB
Es gibt Geld: Rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel stellt das Land NRW den Mindener Sportvereinen für die Sportstättenmodernisierung zur Verfügung. Foto: Jens Kalaene/dpa (© (c) ZB)

Minden (mt). Der Draht von der Landesregierung zu den Sportvereinen war noch nie so kurz, so direkt: Das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ dringt unmittelbar dorthin vor, wo Hilfe benötigt wird. Und es erinnert an das Märchen von Sterntaler: Der Sportverein steht im sprichwörtlich letzten Hemd, und plötzlich regnet Gold herab.

Rund 300 Millionen Euro stellt das Land NRW zur Verfügung. Geld, das von den Vereinen abgerufen und in Sanierung, Modernisierung oder andere Baumaßnahmen der klubeigenen Anlagen investiert werden soll. Es ist ein kleiner Betrag, wenn man daneben den von der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Kommunalpanel auf knapp zehn Milliarden Euro taxierten Sanierungsstau für Sportstätten und Bäder in NRW betrachtet. Doch es ist viel Geld für die Vereine vor Ort – und Geld, das sich durch die ehrenamtliche Eigenleistung der Vereine vermehren wird.

Der Stadtsportverband Minden (SSV) stellte gemeinsam mit dem Kreissportbund Minden-Lübbecke (KSB) am Mittwochabend in der Aula der „Alten Grundschule“ Meißen das Förderprogramm vor. KSB-Geschäftsführer Helmut Schemmann führte die rund 30 Vereinsvertreter ein in Antragberechtigungen, Antragsvoraussetzungen und Verfahrensabläufe. Guido Höltke aus dem Vorstand des SSV machte danach vertraut mit der konkreten Ausgestaltung des Vergabeverfahrens vor Ort.

Zunächst klingelten den Vereinsvertretern die Ohren. Denn es liegt viel Geld auf dem Tisch. Das fünffache der Sportpauschale schüttet das Land in die einzelnen Städte und Gemeinden aus. Rund 1,1 Millionen Euro sind das in Minden mit seinen etwa 120 an den Landessportbund angeschlossenen Sportvereinen. 300.000 Euro gehen nach Hille, 345.000 Euro sind es für Petershagen. Diese Zuwendungen eröffnen den Klubs neue Möglichkeiten: Das undichte Dach, die marode Heizungsanlage, die heruntergekommenen sanitären Anlagen – die Sanierung und vieles mehr kann nun möglich werden.

Ernüchterung machte sich allerdings bei einigen Anwesenden breit, als Schemmann die Antragsberechtigung konkretisierte: Nur gemeinnützige Vereine, die im KSB und einem Fachverband organisiert sind, können die Förderungen beantragen, wenn sich die zu modernisierenden Sportstätten entweder in ihrem Eigentum befinden oder eine eigentumsähnliche Rechtsstellung besteht. Fußball- oder Handballvereine, die in städtischen Sportanlagen zuhause sind, fallen somit ebenso aus der Förderberechtigung wie Profisportvereine. Grund der Beschränkung: Das Geld soll da helfen, wo niemand sonst zu Hilfe verpflichtet ist.

Klassischerweise antragsberechtigt für ein oder auch mehrere noch nicht begonnene Projekte sind Wassersportvereine mit eigenem Bootshaus, Tennisklubs oder Reitvereine. Sie können Fördermittel von 10.000 Euro bis zu einer Summe von über einer Million beantragen. Die Förderung bewegt sich einem Rahmen von 50 bis 90 Prozent. Für den Förderrahmen von 10.000 bis 100.000 Euro ist ein sogenanntes „vereinfachtes Verfahren“ vorgesehen, um bürokratische Hürden möglichst niedrig zu halten. Der Eigenanteil kann aus verschiedenen Töpfen befüllt werden: Mittel aus der Sportpauschale, Spenden oder Eigenleistung zählen dazu.

Die Details sind in einer Übersicht zusammengefasst, die der Stadtsportverband Minden auf seiner Internetpräsenz anbietet. Dort äußert sich sich der SSV auch zu der besonderen Rolle, die er selbst im Förderprogramm einnimmt, und zum Verfahren, mit dem er die Förderwünsche koordinieren und an die Staatskanzlei weitergeben will.

Die Stadt- und Gemeindesportverbünde befinden sich in der Funktion als Flaschenhals: Über sie gehen die Förderanträge auf den Weg. Sie empfehlen, ob und in welcher prozentualen Höhe ein Antrag genehmigt und über die NRW-Bank ausgezahlt werden soll. Sie müssen die Anträge koordinieren, vor allem, wenn die Summe der Anträge die bereitgestellte Fördermenge überschreitet. Sie müssen regeln: Wer kriegt was wofür?

„Das ist eine hohe Verantwortung, die uns als Ehrenamtlern vom Land übertragen worden ist“, sagt Guido Höltke. Er weiß: „Es kann schwierige Situationen geben, aber wir wollen das im Dialog lösen und setzen auf die Vernunft und die Dialogbereitschaft der Vereine.“ Er stellte den Mindener Weg vor, der in vier Stufen ablaufen soll. Bis zum 31. Dezember sollen alle Vereine ihren Förderwunsch beim SSV anmelden. Bis zum 15. Februar soll dann unter Berücksichtigung der Sportpauschale eine Prioritätenliste erstellt und dann auf der Jahreshauptversammlung im März besprochen werden. Ende Mai sollen die Mindener Förderanträge stehen und sodann eingereicht werden.

Begleitet werden die Vereine bei ihren Anträgen von den „Seniorberatern“ des SSV: Reinhard Wiech und Karl-Friedrich Schmidt beraten, begutachten vor Ort die Projekte und sondieren die Anträge. Unterstützung dürfen sich die Vereinsvertreter zudem bei Helmut Schemmann holen. Der KSB-Geschäftsführer hat sich tief in das Thema eingearbeitet und bereits in Petershagen informiert. Am Dienstag, 29. Oktober, wird er das Thema beim SSV Porta Westfalica vorstellen. Er dämpfte in Meißen aufblühende Erwartungen: „Eine Wunschliste ist keine Bestellliste.“

Doch zugleich lobte er den Umfang der Förderung und machte die Besonderheit des Projektes deutlich: „Erstmals wird Geld allein der Sportfamilie zur Verfügung gestellt. Der Sport entscheidet selbst.“ Dieser Verantwortung gelte es gerecht zu werden: „Wir wollen zeigen, dass wir damit umgehen können“, richtete Schemmann einen Appell an die Vereine, sich mit Augenmaß in den Dialog mit dem SSV einzubringen. Das Geld liegt auf dem Tisch. Nun muss es sinnvoll verteilt werden.

www.stadtsportverband-minden.de

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Doch es ist viel Geld für die Vereine vor Ort – und Geld, das sich durch die ehrenamtliche Eigenleistung der Vereine vermehren wird. Der Stadtsportverband Minden (SSV) stellte gemeinsam mit dem Kreissportbund Minden-Lübbecke (KSB) am Mittwochabend in der Aula der „Alten Grundschule“ Meißen das Förderprogramm vor. KSB-Geschäftsführer Helmut Schemmann führte die rund 30 Vereinsvertreter ein in Antragberechtigungen, Antragsvoraussetzungen und Verfahrensabläufe. Guido Höltke aus dem Vorstand des SSV machte danach vertraut mit der konkreten Ausgestaltung des Vergabeverfahrens vor Ort. Zunächst klingelten den Vereinsvertretern die Ohren. Denn es liegt viel Geld auf dem Tisch. Das fünffache der Sportpauschale schüttet das Land in die einzelnen Städte und Gemeinden aus. Rund 1,1 Millionen Euro sind das in Minden mit seinen etwa 120 an den Landessportbund angeschlossenen Sportvereinen. 300.000 Euro gehen nach Hille, 345.000 Euro sind es für Petershagen. Diese Zuwendungen eröffnen den Klubs neue Möglichkeiten: Das undichte Dach, die marode Heizungsanlage, die heruntergekommenen sanitären Anlagen – die Sanierung und vieles mehr kann nun möglich werden. Ernüchterung machte sich allerdings bei einigen Anwesenden breit, als Schemmann die Antragsberechtigung konkretisierte: Nur gemeinnützige Vereine, die im KSB und einem Fachverband organisiert sind, können die Förderungen beantragen, wenn sich die zu modernisierenden Sportstätten entweder in ihrem Eigentum befinden oder eine eigentumsähnliche Rechtsstellung besteht. Fußball- oder Handballvereine, die in städtischen Sportanlagen zuhause sind, fallen somit ebenso aus der Förderberechtigung wie Profisportvereine. Grund der Beschränkung: Das Geld soll da helfen, wo niemand sonst zu Hilfe verpflichtet ist. Klassischerweise antragsberechtigt für ein oder auch mehrere noch nicht begonnene Projekte sind Wassersportvereine mit eigenem Bootshaus, Tennisklubs oder Reitvereine. Sie können Fördermittel von 10.000 Euro bis zu einer Summe von über einer Million beantragen. Die Förderung bewegt sich einem Rahmen von 50 bis 90 Prozent. Für den Förderrahmen von 10.000 bis 100.000 Euro ist ein sogenanntes „vereinfachtes Verfahren“ vorgesehen, um bürokratische Hürden möglichst niedrig zu halten. Der Eigenanteil kann aus verschiedenen Töpfen befüllt werden: Mittel aus der Sportpauschale, Spenden oder Eigenleistung zählen dazu. Die Details sind in einer Übersicht zusammengefasst, die der Stadtsportverband Minden auf seiner Internetpräsenz anbietet. Dort äußert sich sich der SSV auch zu der besonderen Rolle, die er selbst im Förderprogramm einnimmt, und zum Verfahren, mit dem er die Förderwünsche koordinieren und an die Staatskanzlei weitergeben will. Die Stadt- und Gemeindesportverbünde befinden sich in der Funktion als Flaschenhals: Über sie gehen die Förderanträge auf den Weg. Sie empfehlen, ob und in welcher prozentualen Höhe ein Antrag genehmigt und über die NRW-Bank ausgezahlt werden soll. Sie müssen die Anträge koordinieren, vor allem, wenn die Summe der Anträge die bereitgestellte Fördermenge überschreitet. Sie müssen regeln: Wer kriegt was wofür? „Das ist eine hohe Verantwortung, die uns als Ehrenamtlern vom Land übertragen worden ist“, sagt Guido Höltke. Er weiß: „Es kann schwierige Situationen geben, aber wir wollen das im Dialog lösen und setzen auf die Vernunft und die Dialogbereitschaft der Vereine.“ Er stellte den Mindener Weg vor, der in vier Stufen ablaufen soll. Bis zum 31. Dezember sollen alle Vereine ihren Förderwunsch beim SSV anmelden. Bis zum 15. Februar soll dann unter Berücksichtigung der Sportpauschale eine Prioritätenliste erstellt und dann auf der Jahreshauptversammlung im März besprochen werden. Ende Mai sollen die Mindener Förderanträge stehen und sodann eingereicht werden. Begleitet werden die Vereine bei ihren Anträgen von den „Seniorberatern“ des SSV: Reinhard Wiech und Karl-Friedrich Schmidt beraten, begutachten vor Ort die Projekte und sondieren die Anträge. Unterstützung dürfen sich die Vereinsvertreter zudem bei Helmut Schemmann holen. Der KSB-Geschäftsführer hat sich tief in das Thema eingearbeitet und bereits in Petershagen informiert. Am Dienstag, 29. Oktober, wird er das Thema beim SSV Porta Westfalica vorstellen. Er dämpfte in Meißen aufblühende Erwartungen: „Eine Wunschliste ist keine Bestellliste.“ Doch zugleich lobte er den Umfang der Förderung und machte die Besonderheit des Projektes deutlich: „Erstmals wird Geld allein der Sportfamilie zur Verfügung gestellt. Der Sport entscheidet selbst.“ Dieser Verantwortung gelte es gerecht zu werden: „Wir wollen zeigen, dass wir damit umgehen können“, richtete Schemmann einen Appell an die Vereine, sich mit Augenmaß in den Dialog mit dem SSV einzubringen. Das Geld liegt auf dem Tisch. Nun muss es sinnvoll verteilt werden. www.stadtsportverband-minden.de