Espelkamp

Leichtathletik: Drei Ausrufezeichen - Bretthauer, Brauns und Maschmeyer dominieren Mühlenkreisserie

Alexander Grohmann

Start für die 10,3 Kilometer: Die Mitteldistanz hatte in Espelkamp die meisten Teilnehmer. Fotos: Alexander Grohmann/wb
Start für die 10,3 Kilometer: Die Mitteldistanz hatte in Espelkamp die meisten Teilnehmer. Fotos: Alexander Grohmann/wb

Espelkamp (wb). Wenn Stephan Bretthauer, Henry Brauns und Sebastian Maschmeyer in diesem Jahr in der Mühlenkreisserie antreten, erreichen sie als Sieger das Ziel. So auch am Samstag beim 39. Aueseelauf des ATSV Espelkamp: Auf der fünften von acht Etappen der Laufserie unterstrich das bärenstarke Trio seine Dominanz.

„So gut durch die Saison zu kommen, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Stephan Bretthauer, nachdem er bei dem idyllischen Naturlauf mit seinem fünften Sieg die Gesamtwertung auf der Langstrecke (Serie 2) vorzeitig für sich entschieden hat. Nach 21,6 Kilometern kommt der Läufer des SV 1860 Minden lockeren Schrittes Richtung Ziel gefedert. Der Vorsprung auf Verfolger Christian Herzig ist so groß, dass Bretthauer sogar die Muße gefunden hat, sich über einen passenden Jubel Gedanken zu machen. Mit nach vorne gehaltener Handfläche deutet Bretthauer die perfekte Ausbeute von fünf Erfolgen an.

Stephan Bretthauer zeigt die Zahl seiner Siege.
Stephan Bretthauer zeigt die Zahl seiner Siege.

Nur auf der zweiten von drei Runden kommt Bretthauer einmal kurz aus dem Tritt, als eine Trinkflaschen-Übergabe mit seiner Frau schief geht. „Das war mein Fehler. Ich hatte noch einen Trinkbecher vom Versorgungsstand in der Hand“, so Bretthauer, der in der Sommerpause kein bisschen an Form eingebüßt hat. Möglicherweise hat das auch mit seinem zwölftägigen Urlaub auf Mallorca zu tun. „Da habe ich es mir auch einmal gut gehen lassen. Das ist wichtig für den Kopf“, sagt Bretthauer, der allerdings – wie seine Gattin wenig später verrät – „die Laufschuhe natürlich mit dabei hatte. Ohne geht es nicht“.

Henry Brauns hatte im Ziel seinen Spaß.
Henry Brauns hatte im Ziel seinen Spaß.

Der Jubel des Zweitplatzierten fällt ebenfalls überschwänglich aus. Christian Herzig ballt die Muskeln, als er – angefeuert von ATSV-Organisator Achim Hagemeyer – die letzten Meter freudestrahlend hinter sich bringt. „Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, meine Altersklasse hier zu gewinnen. Das habe ich geschafft. Ich bin überglücklich“, sagt Herzig nach dem „super-anstrengenden“ Rennen. Seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen muss Niklas Eikmeier. Nach sechs Kilometern führt der Youngster das Feld an, wird aber im weiteren Verlauf bis auf Platz sieben durchgereicht.

Ein weiteres Ausrufezeichen setzt Sebastian Maschmeyer, der auf der Kurzstrecke 2019 nicht zu schlagen ist. Der Mann aus Bad Essen, der für das Team „hillpower“ startet, lässt über 5,3 Kilometer auch Espelkamps Lokalmatador Yannick Arndt einmal mehr hinter sich. Vierter Start, vierter Sieg – Maschmeyer steht vor dem erneuten Gesamtsieg in der Serie 3. „Die Bedingungen waren angenehm“, sagt der 40-Jährige, der sich vor der Siegerehrung ein Bier einschenkt. „Aber alkoholfrei“, versichert er grinsend.

Die Enttäuschung von Arndt, der als Zweiter eine Sekunde Vorsprung auf Bernd Nedderhoff ins Ziel rettet, hält sich in Grenzen: „Heute lief es nicht so gut bei mir, das ist manchmal so. Es hat aber trotzdem Spaß gemacht“, sagt der 16-Jährige. Auch Nedderhoff hat gut Lachen: Der frischgebackene Deutsche Triathlon-Meister im Ironman (AK60) nutzt den Aueseelauf, um sich vom Muskelkater zu befreien. „Die Beine fühlen sich noch nicht so gut an, aber das wird schon“, sagt der Lübbecker.

Das dritte Ausrufezeichen des Tages setzt Henry Brauns: Aufgrund einer Knie-Operation hat der Mindener nach drei Siegen zu Saisonbeginn den vierten Start der Mühlenkreisserie in Lübbecke auslassen müssen. In Espelkamp meldet sich der 23-jährige Mindener in erstaunlicher Form zurück und schüttelt über 10,3 Kilometer Jan Isendahl ab. „Ich bin erst seit einer Woche wieder im Training, daher kam der Sieg für mich schon überraschend“, so Brauns, der die Serie 2 fast uneinholbar anführt. Bärenstark ist auch der Auftritt von Lea Weike: Die schnellste Frau kommt in 39:17 Minuten als Dritte der Gesamtwertung ins Ziel.

Jubel auch beim ATSV: Mit 350 Finishern verbucht der Veranstalter eine gute Auslastung. Mit 157 Teilnehmern ist die 10-Kilometer-Strecke die beliebteste Distanz. Bei angenehmen Temperaturen stört nur der Wind bei den Runden um den See. Rekorde sind bei der 39. Ausgabe daher nicht drin.

Aueseelauf Espelkamp

21,6 Kilometer

Männer: 1. Stephan Bretthauer (SV 1860 Minden/1. M45) 1:24:31 Std.; 2. Christian Herzig (BSG Merkur Gauselmann/1. M40); 3. Micha Ridderbusch (Extertal/1. MHK) 1:26:18; 4. Ronald Ridderbusch (2. M40) 1:26:38; 5. Sascha Janzik (1. M35) 1:27:08; 6. Christoph Bethke (2. M35) 1:28:28; 7. Niklas Eikmeier (TG Ennigloh/2. MHK) 1:29:32; 8. Martin Berg (Tri-4-Fun/1. M50) 1:29:54.

Frauen: 1. Anna-Lena Klocke (1. WHK) 1:50:56 Std.; 2. Anke Möhle (1. W50) 1:52:17; 3. Stephanie Golbik (2. WHK) 1:57:26.

10,3 Kilometer

Männer: 1. Henry Brauns (Glacisläufer Minden/1. MHK) 36:15; 2. Jan Isendahl (Drei Fragezeichen/1. M30) 36:46; 3. Björn Läufer (TSV 05 Treis/1. M40) 40:14; 4. Peter Hoffmann (TuS Eisbergen/2. M40) 40:38, 5. Sascha Seif (1. MJU18) 40:49, 6. Frank Böger (Luhdener SV/1. M50), 7. Tilmann Weingärtner (2. M30) 41:22; 8. Eckart Vieten (SV 1860 Minden/1.M45) 41:54.

Frauen: 1. Lea Weike (SV Brackwede/WHK) 36:46; 2. Silke Rösener (Minden/1. W50) 41:50; 3. Bettina Drewes (SV 1860 Minden/1. W40) 44:58.

5,3 Kilometer

Männer: 1. Sebastian Maschmeyer (Hillpower/M40) 19:07; 2. Yannick Arndt (ATSV Espelkamp/1. MJU18) 19:44; 3. Bernd Nedderhoff (BSG Merkur Gauselmann/1. M60) 19:45; 4. Niclas Schermer (1. MHK) 20:39, 5. Janik Wiese (2. MHK) 21:37; 6. Elias Weike (3. MHK) 22:24.

Frauen: 1. Nele Weike (SV Brackwede/1. WHK) 20:05; 2. Birte Ortmann (Herford/2. WHK) 22:09; 3. Lisa Gerkensmeier (TG Werste/1. W14) 23:06.

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EspelkampLeichtathletik: Drei Ausrufezeichen - Bretthauer, Brauns und Maschmeyer dominieren MühlenkreisserieAlexander GrohmannEspelkamp (wb). Wenn Stephan Bretthauer, Henry Brauns und Sebastian Maschmeyer in diesem Jahr in der Mühlenkreisserie antreten, erreichen sie als Sieger das Ziel. So auch am Samstag beim 39. Aueseelauf des ATSV Espelkamp: Auf der fünften von acht Etappen der Laufserie unterstrich das bärenstarke Trio seine Dominanz. „So gut durch die Saison zu kommen, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Stephan Bretthauer, nachdem er bei dem idyllischen Naturlauf mit seinem fünften Sieg die Gesamtwertung auf der Langstrecke (Serie 2) vorzeitig für sich entschieden hat. Nach 21,6 Kilometern kommt der Läufer des SV 1860 Minden lockeren Schrittes Richtung Ziel gefedert. Der Vorsprung auf Verfolger Christian Herzig ist so groß, dass Bretthauer sogar die Muße gefunden hat, sich über einen passenden Jubel Gedanken zu machen. Mit nach vorne gehaltener Handfläche deutet Bretthauer die perfekte Ausbeute von fünf Erfolgen an. Nur auf der zweiten von drei Runden kommt Bretthauer einmal kurz aus dem Tritt, als eine Trinkflaschen-Übergabe mit seiner Frau schief geht. „Das war mein Fehler. Ich hatte noch einen Trinkbecher vom Versorgungsstand in der Hand“, so Bretthauer, der in der Sommerpause kein bisschen an Form eingebüßt hat. Möglicherweise hat das auch mit seinem zwölftägigen Urlaub auf Mallorca zu tun. „Da habe ich es mir auch einmal gut gehen lassen. Das ist wichtig für den Kopf“, sagt Bretthauer, der allerdings – wie seine Gattin wenig später verrät – „die Laufschuhe natürlich mit dabei hatte. Ohne geht es nicht“. Der Jubel des Zweitplatzierten fällt ebenfalls überschwänglich aus. Christian Herzig ballt die Muskeln, als er – angefeuert von ATSV-Organisator Achim Hagemeyer – die letzten Meter freudestrahlend hinter sich bringt. „Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, meine Altersklasse hier zu gewinnen. Das habe ich geschafft. Ich bin überglücklich“, sagt Herzig nach dem „super-anstrengenden“ Rennen. Seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen muss Niklas Eikmeier. Nach sechs Kilometern führt der Youngster das Feld an, wird aber im weiteren Verlauf bis auf Platz sieben durchgereicht. Ein weiteres Ausrufezeichen setzt Sebastian Maschmeyer, der auf der Kurzstrecke 2019 nicht zu schlagen ist. Der Mann aus Bad Essen, der für das Team „hillpower“ startet, lässt über 5,3 Kilometer auch Espelkamps Lokalmatador Yannick Arndt einmal mehr hinter sich. Vierter Start, vierter Sieg – Maschmeyer steht vor dem erneuten Gesamtsieg in der Serie 3. „Die Bedingungen waren angenehm“, sagt der 40-Jährige, der sich vor der Siegerehrung ein Bier einschenkt. „Aber alkoholfrei“, versichert er grinsend. Die Enttäuschung von Arndt, der als Zweiter eine Sekunde Vorsprung auf Bernd Nedderhoff ins Ziel rettet, hält sich in Grenzen: „Heute lief es nicht so gut bei mir, das ist manchmal so. Es hat aber trotzdem Spaß gemacht“, sagt der 16-Jährige. Auch Nedderhoff hat gut Lachen: Der frischgebackene Deutsche Triathlon-Meister im Ironman (AK60) nutzt den Aueseelauf, um sich vom Muskelkater zu befreien. „Die Beine fühlen sich noch nicht so gut an, aber das wird schon“, sagt der Lübbecker. Das dritte Ausrufezeichen des Tages setzt Henry Brauns: Aufgrund einer Knie-Operation hat der Mindener nach drei Siegen zu Saisonbeginn den vierten Start der Mühlenkreisserie in Lübbecke auslassen müssen. In Espelkamp meldet sich der 23-jährige Mindener in erstaunlicher Form zurück und schüttelt über 10,3 Kilometer Jan Isendahl ab. „Ich bin erst seit einer Woche wieder im Training, daher kam der Sieg für mich schon überraschend“, so Brauns, der die Serie 2 fast uneinholbar anführt. Bärenstark ist auch der Auftritt von Lea Weike: Die schnellste Frau kommt in 39:17 Minuten als Dritte der Gesamtwertung ins Ziel. Jubel auch beim ATSV: Mit 350 Finishern verbucht der Veranstalter eine gute Auslastung. Mit 157 Teilnehmern ist die 10-Kilometer-Strecke die beliebteste Distanz. Bei angenehmen Temperaturen stört nur der Wind bei den Runden um den See. Rekorde sind bei der 39. Ausgabe daher nicht drin. Aueseelauf Espelkamp 21,6 Kilometer Männer: 1. Stephan Bretthauer (SV 1860 Minden/1. M45) 1:24:31 Std.; 2. Christian Herzig (BSG Merkur Gauselmann/1. M40); 3. Micha Ridderbusch (Extertal/1. MHK) 1:26:18; 4. Ronald Ridderbusch (2. M40) 1:26:38; 5. Sascha Janzik (1. M35) 1:27:08; 6. Christoph Bethke (2. M35) 1:28:28; 7. Niklas Eikmeier (TG Ennigloh/2. MHK) 1:29:32; 8. Martin Berg (Tri-4-Fun/1. M50) 1:29:54. Frauen: 1. Anna-Lena Klocke (1. WHK) 1:50:56 Std.; 2. Anke Möhle (1. W50) 1:52:17; 3. Stephanie Golbik (2. WHK) 1:57:26. 10,3 Kilometer Männer: 1. Henry Brauns (Glacisläufer Minden/1. MHK) 36:15; 2. Jan Isendahl (Drei Fragezeichen/1. M30) 36:46; 3. Björn Läufer (TSV 05 Treis/1. M40) 40:14; 4. Peter Hoffmann (TuS Eisbergen/2. M40) 40:38, 5. Sascha Seif (1. MJU18) 40:49, 6. Frank Böger (Luhdener SV/1. M50), 7. Tilmann Weingärtner (2. M30) 41:22; 8. Eckart Vieten (SV 1860 Minden/1.M45) 41:54. Frauen: 1. Lea Weike (SV Brackwede/WHK) 36:46; 2. Silke Rösener (Minden/1. W50) 41:50; 3. Bettina Drewes (SV 1860 Minden/1. W40) 44:58. 5,3 Kilometer Männer: 1. Sebastian Maschmeyer (Hillpower/M40) 19:07; 2. Yannick Arndt (ATSV Espelkamp/1. MJU18) 19:44; 3. Bernd Nedderhoff (BSG Merkur Gauselmann/1. M60) 19:45; 4. Niclas Schermer (1. MHK) 20:39, 5. Janik Wiese (2. MHK) 21:37; 6. Elias Weike (3. MHK) 22:24. Frauen: 1. Nele Weike (SV Brackwede/1. WHK) 20:05; 2. Birte Ortmann (Herford/2. WHK) 22:09; 3. Lisa Gerkensmeier (TG Werste/1. W14) 23:06.