Lübbecke/Bückeburg

Motorsport: Dennis Rostek hat zur Rallye Stemweder Berg eine besondere Bindung

Marc Schmedtlevin

Lübbecke/Bückeburg (wb). Es dreht sich alles um den Motorsport: Mal sitzt Dennis Rostek (45) selbst am Steuer eines Rennwagens, noch häufiger übernimmt er aber die Beraterrolle neben der Strecke. Dadurch ergibt sich kaum ein freies Wochenende. Von Unzufriedenheit keine Spur. „Das ist meine Berufung“, sagt der Bückeburger.

Mal wieder im Rennanzug: Dennis Rostek war bei seinem Heimrennen am Stemweder Berg ein gefragter Mann und musste zahlreiche Interviews geben. - © Foto: Marc Schmedtlevin
Mal wieder im Rennanzug: Dennis Rostek war bei seinem Heimrennen am Stemweder Berg ein gefragter Mann und musste zahlreiche Interviews geben. (© Foto: Marc Schmedtlevin)

Sein fahrerischen Können zeigte Dennis Rostek am vergangenen Wochenende. Bei der ADAC Rallye Stemweder Berg fuhr er im VW Polo R5 auf den vierten Platz. Das Podest verpasste er nur um sechs Sekunden. Den vorentscheidenden Rückstand handelte er sich bereits am ersten Tag ein. „Auf der zweiten Wertungsprüfung war ich der Erste, bei dem der Regen richtig einsetzte“, beschreibt Rostek schwierige Bedingungen, die er aber sportlich nahm: „Wir hatten Pech, aber das ist Schicksal. So ist der Rallyesport.“

Dass Rostek das Potenzial für die Top Drei gehabt hätte, verdeutlichten die Zeiten am zweiten Tag. In allen Prüfungen war er schneller als der Gesamt-Dritte Ron Schumann. Und mit seiner Zeit auf der WP in Schnathorst hätte er im Vorjahr noch den ersten Platz belegt. „Das zeigt, wie hoch das Niveau in der Deutschen Rallye Meisterschaft aktuell ist“, sagt Rostek, der sich auf Rang vier deswegen gut aufgehoben fühlte. Die besten Fünf seien im Vorfeld das Ziel gewesen.

Zur Rallye Stemweder Berg hat Rostek eine besondere Bindung – vor allem aufgrund der Nähe zur Heimat. „Es ist toll, wenn man im eigenen Bett schlafen und im Rennanzug zur Strecke fahren kann“, sagt Rostek. Er hofft auf viele weitere Auflagen der Veranstaltung: „Diese Rallye ist ein Muss für die Region. Ich werde dafür kämpfen, dass sie lange erhalten bleibt. Die Qualität in der Serie ist schon hoch, vielleicht müssen wir sie aber für den Breitensport wieder attraktiver machen.“

Von der Deutschen Rallye Meisterschaft wurde Rostek schnell infiziert. Dabei hatte der Plan eigentlich schon ein Ende der aktiven Laufbahn vorgesehen. Zuspruch gab es dann aber von Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck. „Zu ihm habe ich gesagt: Wenn ich nochmal fahre, dann bei unserer heimischen Rallye. Er meinte dann zu mir: Mach das“, sagt Rostek.

Als ein Schlüsselerlebnis bezeichnet der gebürtige Portaner noch heute das Abschiedsrennen von Stuck. Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring im Jahr 2011 durfte Rostek an der Seite von „Strietzel“ und dessen Söhnen an den Start gehen. „Er war in meiner Karriere so etwas wie ein Ziehvater. Deswegen war es eine große Ehre, bei seinem Abschied dabei zu sein“, erzählt Rostek. Seine Rückkehr auf die Rennstrecke hat er nicht bereut: „Meine Familie hatte schon gehofft, dass damit Schluss ist. Doch wer diese Sportart einmal aktiv betrieben und den Adrenalinschub erlebt hat, braucht das ein Leben lang.“

Die eigenen Einsätze nutzt Rostek als Ausgleich zu seiner Haupttätigkeit als Motorsport-Berater. Vier Top-Fahrer hat er bei seiner Agentur „Pole Promotion“ unter Vertrag. Der bekannteste davon ist René Rast. Der gebürtige Mindener gewann im Jahr 2017 gleich in der ersten Saison als Stammfahrer die Deutsche Tourenwagen-Masters. Im vergangenen Jahr ließ der Audi-Fahrer Gesamtrang zwei folgen und führt die Serie aktuell wieder an. „René ist quasi ein Abziehbild von mir, er hat meine Handschrift gelernt. Wir wissen beide ganz genau, was der andere gerade denkt“, beschreibt Rostek das Verhältnis zu seinem Schützling, der gleichzeitig auch ein sehr guter Freund der Familie ist. Rast ist beispielsweise der Patenonkel von Rosteks Töchtern.

An den Rennwochenenden gehörte Rostek zu Rasts ständigen Begleitern. „Er gibt da gewisse Rituale. Nichts ist unbesprochen geblieben“, berichtet Rostek. Zu dieser Saison hat es allerdings eine Veränderung gegeben: Rast wird verstärkt von Rosteks Agentur-Partner und Beifahrer Frank Christian betreut. Der Grund: Mit dem südafrikanischen Rookie Sheldon van der Linde hat Rostek mittlerweile einen zweiten Fahrer in der DTM. Dieser benötige derzeit noch die intensivere Betreuung. Kurios: Da van der Linde für BMW fährt, ergibt sich mit Kumpel Rast zumindest auf der Strecke eine Rivalität.

In rennfreien Phasen seien Stimmung und Zusammenhalt in Rosteks Team aber ausgeprägt. Komplettiert wird es von 24-Stunden-Spezialist Nicki Thiim und Kelvin van der Linde (GT Masters), dem jüngeren Bruder des DTM-Fahrers. „Wir haben auch alle zusammen eine Whats-App-Gruppe, die sehr aktiv ist“, sagt Rostek, der am vergangenen Wochenende von seinen „Schülern“ motivierende Nachrichten bekam. Denn da saß ja schließlich mal der Altmeister selbst am Steuer.

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Lübbecke/BückeburgMotorsport: Dennis Rostek hat zur Rallye Stemweder Berg eine besondere BindungMarc SchmedtlevinLübbecke/Bückeburg (wb). Es dreht sich alles um den Motorsport: Mal sitzt Dennis Rostek (45) selbst am Steuer eines Rennwagens, noch häufiger übernimmt er aber die Beraterrolle neben der Strecke. Dadurch ergibt sich kaum ein freies Wochenende. Von Unzufriedenheit keine Spur. „Das ist meine Berufung“, sagt der Bückeburger. Sein fahrerischen Können zeigte Dennis Rostek am vergangenen Wochenende. Bei der ADAC Rallye Stemweder Berg fuhr er im VW Polo R5 auf den vierten Platz. Das Podest verpasste er nur um sechs Sekunden. Den vorentscheidenden Rückstand handelte er sich bereits am ersten Tag ein. „Auf der zweiten Wertungsprüfung war ich der Erste, bei dem der Regen richtig einsetzte“, beschreibt Rostek schwierige Bedingungen, die er aber sportlich nahm: „Wir hatten Pech, aber das ist Schicksal. So ist der Rallyesport.“ Dass Rostek das Potenzial für die Top Drei gehabt hätte, verdeutlichten die Zeiten am zweiten Tag. In allen Prüfungen war er schneller als der Gesamt-Dritte Ron Schumann. Und mit seiner Zeit auf der WP in Schnathorst hätte er im Vorjahr noch den ersten Platz belegt. „Das zeigt, wie hoch das Niveau in der Deutschen Rallye Meisterschaft aktuell ist“, sagt Rostek, der sich auf Rang vier deswegen gut aufgehoben fühlte. Die besten Fünf seien im Vorfeld das Ziel gewesen. Zur Rallye Stemweder Berg hat Rostek eine besondere Bindung – vor allem aufgrund der Nähe zur Heimat. „Es ist toll, wenn man im eigenen Bett schlafen und im Rennanzug zur Strecke fahren kann“, sagt Rostek. Er hofft auf viele weitere Auflagen der Veranstaltung: „Diese Rallye ist ein Muss für die Region. Ich werde dafür kämpfen, dass sie lange erhalten bleibt. Die Qualität in der Serie ist schon hoch, vielleicht müssen wir sie aber für den Breitensport wieder attraktiver machen.“ Von der Deutschen Rallye Meisterschaft wurde Rostek schnell infiziert. Dabei hatte der Plan eigentlich schon ein Ende der aktiven Laufbahn vorgesehen. Zuspruch gab es dann aber von Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck. „Zu ihm habe ich gesagt: Wenn ich nochmal fahre, dann bei unserer heimischen Rallye. Er meinte dann zu mir: Mach das“, sagt Rostek. Als ein Schlüsselerlebnis bezeichnet der gebürtige Portaner noch heute das Abschiedsrennen von Stuck. Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring im Jahr 2011 durfte Rostek an der Seite von „Strietzel“ und dessen Söhnen an den Start gehen. „Er war in meiner Karriere so etwas wie ein Ziehvater. Deswegen war es eine große Ehre, bei seinem Abschied dabei zu sein“, erzählt Rostek. Seine Rückkehr auf die Rennstrecke hat er nicht bereut: „Meine Familie hatte schon gehofft, dass damit Schluss ist. Doch wer diese Sportart einmal aktiv betrieben und den Adrenalinschub erlebt hat, braucht das ein Leben lang.“ Die eigenen Einsätze nutzt Rostek als Ausgleich zu seiner Haupttätigkeit als Motorsport-Berater. Vier Top-Fahrer hat er bei seiner Agentur „Pole Promotion“ unter Vertrag. Der bekannteste davon ist René Rast. Der gebürtige Mindener gewann im Jahr 2017 gleich in der ersten Saison als Stammfahrer die Deutsche Tourenwagen-Masters. Im vergangenen Jahr ließ der Audi-Fahrer Gesamtrang zwei folgen und führt die Serie aktuell wieder an. „René ist quasi ein Abziehbild von mir, er hat meine Handschrift gelernt. Wir wissen beide ganz genau, was der andere gerade denkt“, beschreibt Rostek das Verhältnis zu seinem Schützling, der gleichzeitig auch ein sehr guter Freund der Familie ist. Rast ist beispielsweise der Patenonkel von Rosteks Töchtern. An den Rennwochenenden gehörte Rostek zu Rasts ständigen Begleitern. „Er gibt da gewisse Rituale. Nichts ist unbesprochen geblieben“, berichtet Rostek. Zu dieser Saison hat es allerdings eine Veränderung gegeben: Rast wird verstärkt von Rosteks Agentur-Partner und Beifahrer Frank Christian betreut. Der Grund: Mit dem südafrikanischen Rookie Sheldon van der Linde hat Rostek mittlerweile einen zweiten Fahrer in der DTM. Dieser benötige derzeit noch die intensivere Betreuung. Kurios: Da van der Linde für BMW fährt, ergibt sich mit Kumpel Rast zumindest auf der Strecke eine Rivalität. In rennfreien Phasen seien Stimmung und Zusammenhalt in Rosteks Team aber ausgeprägt. Komplettiert wird es von 24-Stunden-Spezialist Nicki Thiim und Kelvin van der Linde (GT Masters), dem jüngeren Bruder des DTM-Fahrers. „Wir haben auch alle zusammen eine Whats-App-Gruppe, die sehr aktiv ist“, sagt Rostek, der am vergangenen Wochenende von seinen „Schülern“ motivierende Nachrichten bekam. Denn da saß ja schließlich mal der Altmeister selbst am Steuer.