Petershagen

Motorsport: Ralph Brandhorst hat Beats und Benzin im Blut

Christian Bendig

„Inzwischen ist es mehr Motocross“: Ralph Brandhorst beim Mofarennen in Neuenknick. - © Foto: Christian Bendig
„Inzwischen ist es mehr Motocross“: Ralph Brandhorst beim Mofarennen in Neuenknick. (© Foto: Christian Bendig)

Petershagen (cb). Motorradfahrer mögen es schnell und laut. Ralph Brandhorst ist da keine Ausnahme. Oder vielleicht doch: Der hauptberuflich als Kfz-Sachverständiger tätige Mindener ist nebenbei Techno-DJ. Dass ihm neben wummernden Beats auch das Mottoradfahren „einfach im Blut liegt“, bewies Brandhorst wieder einmal beim Mofarennen des SC Neuenknick. Mit seinem Team „Zündapps letzte Rache“ siegte er in der Offenen Klasse – bereits zum vierten Mal hintereinander.

„Inzwischen ist es ja mehr Motocross als Mofarennen“, sagt er. Denn die Maschinen werden auch in den kleinen Klassen immer schneller. Für Brandhorst ist das Tempo bei Mofarennen aber eher niedrig. Schließlich fuhr der Mindener in früheren Jahren auf einer 600er-Maschine Rundstreckenrennen auf Asphalt. „Die Klasse, in der ich gefahren bin, kann man mit einer 2. Bundesliga vergleichen“, erzählt Brandhorst, der seinerzeit durchaus erfolgreich unterwegs war und neben einigen Siegen auch viele Podestplätze einfuhr.

Der Sprung in die nächsthöhere Klasse war geplant. Realisieren ließ sich das aber nicht. „Für eine Saison brauchte man etwa 35.000 Euro. Die habe ich leider nicht zusammenbekommen, trotz intensiver Sponsorensuche.“ Die großen Träume wurden daher ad acta gelegt, flammen nun aber wieder auf. „Das verlernt man ja nicht. Wenn ich wieder Rennen auf dem Rundkurs fahre, werde ich schon sehen, wie weit ich komme“, geht es der Mindener erst einmal locker an.

Zu tun hat er ohnehin genug. Sein DJ-Hobby ist inzwischen zu einem Nebenerwerb herangewachsen – unter anderem legte Brandhorst schon in Berlin auf und veranstaltet seine eigene Partyreihe „Rituals“ im Mindener BÜZ. Sportlich wird er mit seinen Teamkollegen Patrick Lobbenmeyer und Rainer Dreier sowie Teamchef Günther Dreier „sicher an sechs Mofarennen“ teilnehmen.

Unter anderem startet das Paderborner Team im Juni beim Zwölf-Stunden-Rennen in Bohnhorst – eine echte Herausforderung. „Das ist wirklich das härteste, was ich je gemacht habe. Danach habe ich nur schwer die Arme hochbekommen und konnte kaum duschen“, erzählt Brandhorst.

Die körperliche Belastung hielt sich in Neuenknick, für viele Mannschaften der Saisonauftakt in die Mofa-Saison, in Grenzen. Hier steht für manchen Teilnehmer der Spaß im Vordergrund, wenngleich auch sportlich einiges geboten wird: Die Siegerteams schafften in den drei verschiedenen Klassen alle mehr als 200 Runden.

Den Top-Wert lieferten Brandhorst und seine Kollegen von „Zündapps letzte Rache“, die den Parcours 226 Mal absolvierten. „Wir haben die Turns in jeweils eine halbe Stunde aufgeteilt“, erläutert Brandhorst: „Länger geht es auch nicht. Kraft und Konzentration lassen nach. Man wird eindeutig langsamer.“ Nach einer kurzen Ruhephase beginnt dann wieder die Vorbereitung auf den nächsten Einsatz. „Einfach so vom Klappstuhl auf das Mofa zu steigen, das geht nicht. man muss sich vorher schon ein bisschen bewegen und sich wieder aktivieren.“

Die Herausforderungen in Bohnhorst sind neben der Fahrzeit von zwölf Stunden vor allem die Hitze aufgrund des Termins im Juni. „Da herrschen manchmal schon 30 Grad“, weiß Brandhorst. Auch die Strecke in Neuenknick hat aber ihre Tücken. Neben den aufgeschütteten Sprüngen auf der großen Rasenfläche in der Mitte des Ovals liegen die im langen Stück auf der Speedway-Sandbahn. „Vor allem in der der langgezogenen Kurve rutscht man da über beide Reifen. Das ist schon anspruchsvoll.“

Anspruchsvoll ist manchmal auch Brandhorsts Zeitmanagement. Nach seinem letzten Turn in Neuenknick musste der Techno-DJ sofort aufbrechen und verpasste die Siegerehrung. „Wegen eines Auftritts in Bochum.“

14. Mofarennen in Neuenknick

Klasse 1: 1. Titan Titus (207 Runden); 2. The Dirty Crew (186); 3. Racing Team Easy Riders (183); 4. MSC Hävern-Mixi (164); 5. Sauerkirsch Rennteam (102).

Klasse 2: 1. Turbo Würger (209 Runden); 2. Sumpfgeschwader (206); 3. MSC Hävern (201); 4. Hell on Acker (199); 5. Gui to (50).

Klasse 3: 1. Zündapps letzte Rache (226 Runden).

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PetershagenMotorsport: Ralph Brandhorst hat Beats und Benzin im BlutChristian BendigPetershagen (cb). Motorradfahrer mögen es schnell und laut. Ralph Brandhorst ist da keine Ausnahme. Oder vielleicht doch: Der hauptberuflich als Kfz-Sachverständiger tätige Mindener ist nebenbei Techno-DJ. Dass ihm neben wummernden Beats auch das Mottoradfahren „einfach im Blut liegt“, bewies Brandhorst wieder einmal beim Mofarennen des SC Neuenknick. Mit seinem Team „Zündapps letzte Rache“ siegte er in der Offenen Klasse – bereits zum vierten Mal hintereinander. „Inzwischen ist es ja mehr Motocross als Mofarennen“, sagt er. Denn die Maschinen werden auch in den kleinen Klassen immer schneller. Für Brandhorst ist das Tempo bei Mofarennen aber eher niedrig. Schließlich fuhr der Mindener in früheren Jahren auf einer 600er-Maschine Rundstreckenrennen auf Asphalt. „Die Klasse, in der ich gefahren bin, kann man mit einer 2. Bundesliga vergleichen“, erzählt Brandhorst, der seinerzeit durchaus erfolgreich unterwegs war und neben einigen Siegen auch viele Podestplätze einfuhr. Der Sprung in die nächsthöhere Klasse war geplant. Realisieren ließ sich das aber nicht. „Für eine Saison brauchte man etwa 35.000 Euro. Die habe ich leider nicht zusammenbekommen, trotz intensiver Sponsorensuche.“ Die großen Träume wurden daher ad acta gelegt, flammen nun aber wieder auf. „Das verlernt man ja nicht. Wenn ich wieder Rennen auf dem Rundkurs fahre, werde ich schon sehen, wie weit ich komme“, geht es der Mindener erst einmal locker an. Zu tun hat er ohnehin genug. Sein DJ-Hobby ist inzwischen zu einem Nebenerwerb herangewachsen – unter anderem legte Brandhorst schon in Berlin auf und veranstaltet seine eigene Partyreihe „Rituals“ im Mindener BÜZ. Sportlich wird er mit seinen Teamkollegen Patrick Lobbenmeyer und Rainer Dreier sowie Teamchef Günther Dreier „sicher an sechs Mofarennen“ teilnehmen. Unter anderem startet das Paderborner Team im Juni beim Zwölf-Stunden-Rennen in Bohnhorst – eine echte Herausforderung. „Das ist wirklich das härteste, was ich je gemacht habe. Danach habe ich nur schwer die Arme hochbekommen und konnte kaum duschen“, erzählt Brandhorst. Die körperliche Belastung hielt sich in Neuenknick, für viele Mannschaften der Saisonauftakt in die Mofa-Saison, in Grenzen. Hier steht für manchen Teilnehmer der Spaß im Vordergrund, wenngleich auch sportlich einiges geboten wird: Die Siegerteams schafften in den drei verschiedenen Klassen alle mehr als 200 Runden. Den Top-Wert lieferten Brandhorst und seine Kollegen von „Zündapps letzte Rache“, die den Parcours 226 Mal absolvierten. „Wir haben die Turns in jeweils eine halbe Stunde aufgeteilt“, erläutert Brandhorst: „Länger geht es auch nicht. Kraft und Konzentration lassen nach. Man wird eindeutig langsamer.“ Nach einer kurzen Ruhephase beginnt dann wieder die Vorbereitung auf den nächsten Einsatz. „Einfach so vom Klappstuhl auf das Mofa zu steigen, das geht nicht. man muss sich vorher schon ein bisschen bewegen und sich wieder aktivieren.“ Die Herausforderungen in Bohnhorst sind neben der Fahrzeit von zwölf Stunden vor allem die Hitze aufgrund des Termins im Juni. „Da herrschen manchmal schon 30 Grad“, weiß Brandhorst. Auch die Strecke in Neuenknick hat aber ihre Tücken. Neben den aufgeschütteten Sprüngen auf der großen Rasenfläche in der Mitte des Ovals liegen die im langen Stück auf der Speedway-Sandbahn. „Vor allem in der der langgezogenen Kurve rutscht man da über beide Reifen. Das ist schon anspruchsvoll.“ Anspruchsvoll ist manchmal auch Brandhorsts Zeitmanagement. Nach seinem letzten Turn in Neuenknick musste der Techno-DJ sofort aufbrechen und verpasste die Siegerehrung. „Wegen eines Auftritts in Bochum.“ 14. Mofarennen in Neuenknick Klasse 1: 1. Titan Titus (207 Runden); 2. The Dirty Crew (186); 3. Racing Team Easy Riders (183); 4. MSC Hävern-Mixi (164); 5. Sauerkirsch Rennteam (102). Klasse 2: 1. Turbo Würger (209 Runden); 2. Sumpfgeschwader (206); 3. MSC Hävern (201); 4. Hell on Acker (199); 5. Gui to (50). Klasse 3: 1. Zündapps letzte Rache (226 Runden).