Minden

Volleyball: Ü-50-Nationalmannschaft schwitzt und lacht beim WM-Trainingslager in Minden

Thomas Kühlmann

Bundestrainer Michael Wernitz und seine Schützlinge schauen sich amüsiert bewegte Aufnahmen für einen Social-Media-Auftritt an. - © Thomas Kühlmann/mt
Bundestrainer Michael Wernitz und seine Schützlinge schauen sich amüsiert bewegte Aufnahmen für einen Social-Media-Auftritt an. (© Thomas Kühlmann/mt)

Minden (mt). Schon am Samstagmorgen herrscht aufgeweckte Stimmung unter den Ü50-Volleyballerinnen der deutschen Nationalmannschaft. Sollte man gar nicht meinen, haben die Routiniers tags zuvor nach der ersten Einheit des WM-Trainingslagers im Mindener Otto-Michelsohn-Sportzentrum schließlich auch ein gemütliches Beisammensein zum besseren Kennenlernen bis in den fortgeschrittenen Abend hinein hinter sich. Doch die Frauen sind hart im Nehmen, schließlich eint sie das Ziel, beim Global Cup, der Ü50-WM, vom 17. bis 19. Oktober in St. George im US-Bundesstaat Utah eine führende Rolle zu spielen.

Gudrun Burschik (vorn links) und ihre Teamkameradinnen üben im Mindener Otto-Michelsohn-Sportzentrum Druckpässe für das obere Zuspiel im Rahmen des Vorbereitungs-Trainingslagers der Ü50-Volleyballerinnen für die WM in St. George im US-Bundesstaat Utah. MT-Fotos Thomas Kühlmann - © Thomas Kühlmann/mt
Gudrun Burschik (vorn links) und ihre Teamkameradinnen üben im Mindener Otto-Michelsohn-Sportzentrum Druckpässe für das obere Zuspiel im Rahmen des Vorbereitungs-Trainingslagers der Ü50-Volleyballerinnen für die WM in St. George im US-Bundesstaat Utah. MT-Fotos Thomas Kühlmann (© Thomas Kühlmann/mt)

Unter den Spielerinnen herrscht bestes Betriebsklima, Star-Allüren sieht man überhaupt nicht. Gudrun Burschik (geborene Witte), die mit 375 Länderspielen immer noch auf Platz drei der deutschen Bestenliste hinter Rekord-Nationalspielerin Renate Riek-Bauer (518 Einsätze) und Ute Steppin (426) geführt wird, ordnet sich den Anweisungen von Bundestrainer Michael Wernitz ebenso bedingungslos unter wie Susanne Smoes-Gieseking vom SV 1860 Minden, die nach hervorragenden Vorstellungen bei mehreren Sichtungslehrgängen erstmals im erlauchten Nationalkader mitspielen darf und sich tierisch auf die Reise über den großen Teich freut.

WM-Trainingslager der Volley-Ü50-Nationalmannschaft (Plus-Inhalt)

Noch vor den ersten Übungseinheiten stehen Fotoaufnahmen für diverse Sponsoren auf dem Programm, bei denen die Auswahlspielerinnen schon ihre Kreativität einbringen dürfen und immer wieder mit ausgefallenen Ideen für humorvolle Momente sorgen. Nach knapp einer Stunde ist dieser ungewöhnliche Aufgalopp beendet und die zweite Trainingseinheit darf in Angriff genommen werden.

Auch der Bundestrainer hat mit seinem hintersinnigen Humor und seiner Schlagfertigkeit gehörigen Anteil an der gelösten Atmosphäre. Bereits beim Aufwärmen setzt er mit einem Memory-Lauf spielerisch darauf, Körper und Geist gleichermaßen auf Betriebstemperatur zu bringen. Bei allen Übungen, die folgen, hat der Spaß an der Sache neben dem Leistungsgedanken einen festen Platz im Trainingsplan. Schließlich soll zwar viel Schweiß vergossen werden, um mit einer guten Konditionsbasis aus dem ersten Trainingslager hervorzugehen. Anderseits soll auch ebenso viel gelacht werden, um den Teamgeist für die Herkulesaufgabe im Mormonenstaat Utah, wenn es gegen Volleyball-Giganten wie die USA, Kanada oder Russland um die Wurst geht, zu stärken.

Gudrun Burschik (vorn links) und ihre Teamkameradinnen üben im Mindener Otto-Michelsohn-Sportzentrum Druckpässe für das obere Zuspiel im Rahmen des Vorbereitungs-Trainingslagers der Ü50-Volleyballerinnen für die WM in St. George im US-Bundesstaat Utah. MT-Fotos Thomas Kühlmann - © Thomas Kühlmann/mt
Gudrun Burschik (vorn links) und ihre Teamkameradinnen üben im Mindener Otto-Michelsohn-Sportzentrum Druckpässe für das obere Zuspiel im Rahmen des Vorbereitungs-Trainingslagers der Ü50-Volleyballerinnen für die WM in St. George im US-Bundesstaat Utah. MT-Fotos Thomas Kühlmann (© Thomas Kühlmann/mt)

Gudrun Burschik, die mit ihren 1,82 Metern Körpergröße zu ihrer Glanzzeit im DVV-Trikot Ende der 80er Jahre ein Gardemaß vorwies, heute aber eher zu den kleineren Spielerinnen in der Szene zählen dürfte, besticht immer noch durch ein geschultes Auge und eine sensationelle Antizipation, im entscheidenden Moment den richtigen Ball zu spielen. Davon bekommt man im Laufe des Morgens immer wieder einen Eindruck. Im Sog der Angreiferin, in ihrer aktiven Bundesligazeit für den SV Lohhof und den CJD Feuerbach aktiv sowie auch in Italien bei Conad Fano erfolgreich auf Punktejagd gegangen, steigern sich auch die anderen Spielerinnen in puncto Spielfreude und Einsatzwillen von Minute zu Minute.

„Dafür, dass sich einige nur für die beiden Vorbereitungslehrgänge auf die WM treffen und sonst nur noch hobbymäßig Volleyball spielen, ist aus den Einzelkönnern schon eine tolle Einheit geworden, die bei den Titelkämpfen in den USA sicherlich eine gute Rolle spielen kann – vorausgesetzt, wir bleiben von ernsthaften Verletzungen im Vorfeld und beim Event verschont“, sieht Bundestrainer Michael Wernitz die Mannschaft auf einem guten Weg.

Dieser führt die sportbegeisterten Frauen nach dieser schlauchenden Einheit zuerst zur Wasserflasche und dann zum Mittagsbuffet, welches ein Organisations-Team um SV-1860-Spielerin Sigrid Rommelmann vorbereitet hat. Schließlich will man bestens gestärkt sein für die dritte Einheit, nämlich ein Trainingsspiel gegen eine Auswahl von Spielerinnen des SV 1860 Minden und des Teams Schaumburg. Die Auswahl, angetreten unter anderen mit den Mindener Spielerinnen Gesa Kuna, Bianca Feldkötter-Baker, Katja de Vink, Jana Völker sowie Ex-Eintrachtlerin Frauke Heinßen (jetzt Schaumburg), leistet den Ü50-Aktiven über fünf Sätze erhebliche Gegenwehr, muss sich aber letztlich doch der Überlegenheit der DVV-Asse 1:4 nach Sätzen beugen. Ein guter Grundstein ist gelegt. Tags darauf zerstreuen sich die Ü50-Asse wieder in alle Himmelsrichtungen, um sich im August in München final auf die WM vorzubereiten. Die Vorfreude dürfte bei allen Beteiligten ob des Erlebten in Minden schon immens sein.

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MindenVolleyball: Ü-50-Nationalmannschaft schwitzt und lacht beim WM-Trainingslager in MindenThomas KühlmannMinden (mt). Schon am Samstagmorgen herrscht aufgeweckte Stimmung unter den Ü50-Volleyballerinnen der deutschen Nationalmannschaft. Sollte man gar nicht meinen, haben die Routiniers tags zuvor nach der ersten Einheit des WM-Trainingslagers im Mindener Otto-Michelsohn-Sportzentrum schließlich auch ein gemütliches Beisammensein zum besseren Kennenlernen bis in den fortgeschrittenen Abend hinein hinter sich. Doch die Frauen sind hart im Nehmen, schließlich eint sie das Ziel, beim Global Cup, der Ü50-WM, vom 17. bis 19. Oktober in St. George im US-Bundesstaat Utah eine führende Rolle zu spielen. Unter den Spielerinnen herrscht bestes Betriebsklima, Star-Allüren sieht man überhaupt nicht. Gudrun Burschik (geborene Witte), die mit 375 Länderspielen immer noch auf Platz drei der deutschen Bestenliste hinter Rekord-Nationalspielerin Renate Riek-Bauer (518 Einsätze) und Ute Steppin (426) geführt wird, ordnet sich den Anweisungen von Bundestrainer Michael Wernitz ebenso bedingungslos unter wie Susanne Smoes-Gieseking vom SV 1860 Minden, die nach hervorragenden Vorstellungen bei mehreren Sichtungslehrgängen erstmals im erlauchten Nationalkader mitspielen darf und sich tierisch auf die Reise über den großen Teich freut. Noch vor den ersten Übungseinheiten stehen Fotoaufnahmen für diverse Sponsoren auf dem Programm, bei denen die Auswahlspielerinnen schon ihre Kreativität einbringen dürfen und immer wieder mit ausgefallenen Ideen für humorvolle Momente sorgen. Nach knapp einer Stunde ist dieser ungewöhnliche Aufgalopp beendet und die zweite Trainingseinheit darf in Angriff genommen werden. Auch der Bundestrainer hat mit seinem hintersinnigen Humor und seiner Schlagfertigkeit gehörigen Anteil an der gelösten Atmosphäre. Bereits beim Aufwärmen setzt er mit einem Memory-Lauf spielerisch darauf, Körper und Geist gleichermaßen auf Betriebstemperatur zu bringen. Bei allen Übungen, die folgen, hat der Spaß an der Sache neben dem Leistungsgedanken einen festen Platz im Trainingsplan. Schließlich soll zwar viel Schweiß vergossen werden, um mit einer guten Konditionsbasis aus dem ersten Trainingslager hervorzugehen. Anderseits soll auch ebenso viel gelacht werden, um den Teamgeist für die Herkulesaufgabe im Mormonenstaat Utah, wenn es gegen Volleyball-Giganten wie die USA, Kanada oder Russland um die Wurst geht, zu stärken. Gudrun Burschik, die mit ihren 1,82 Metern Körpergröße zu ihrer Glanzzeit im DVV-Trikot Ende der 80er Jahre ein Gardemaß vorwies, heute aber eher zu den kleineren Spielerinnen in der Szene zählen dürfte, besticht immer noch durch ein geschultes Auge und eine sensationelle Antizipation, im entscheidenden Moment den richtigen Ball zu spielen. Davon bekommt man im Laufe des Morgens immer wieder einen Eindruck. Im Sog der Angreiferin, in ihrer aktiven Bundesligazeit für den SV Lohhof und den CJD Feuerbach aktiv sowie auch in Italien bei Conad Fano erfolgreich auf Punktejagd gegangen, steigern sich auch die anderen Spielerinnen in puncto Spielfreude und Einsatzwillen von Minute zu Minute. „Dafür, dass sich einige nur für die beiden Vorbereitungslehrgänge auf die WM treffen und sonst nur noch hobbymäßig Volleyball spielen, ist aus den Einzelkönnern schon eine tolle Einheit geworden, die bei den Titelkämpfen in den USA sicherlich eine gute Rolle spielen kann – vorausgesetzt, wir bleiben von ernsthaften Verletzungen im Vorfeld und beim Event verschont“, sieht Bundestrainer Michael Wernitz die Mannschaft auf einem guten Weg. Dieser führt die sportbegeisterten Frauen nach dieser schlauchenden Einheit zuerst zur Wasserflasche und dann zum Mittagsbuffet, welches ein Organisations-Team um SV-1860-Spielerin Sigrid Rommelmann vorbereitet hat. Schließlich will man bestens gestärkt sein für die dritte Einheit, nämlich ein Trainingsspiel gegen eine Auswahl von Spielerinnen des SV 1860 Minden und des Teams Schaumburg. Die Auswahl, angetreten unter anderen mit den Mindener Spielerinnen Gesa Kuna, Bianca Feldkötter-Baker, Katja de Vink, Jana Völker sowie Ex-Eintrachtlerin Frauke Heinßen (jetzt Schaumburg), leistet den Ü50-Aktiven über fünf Sätze erhebliche Gegenwehr, muss sich aber letztlich doch der Überlegenheit der DVV-Asse 1:4 nach Sätzen beugen. Ein guter Grundstein ist gelegt. Tags darauf zerstreuen sich die Ü50-Asse wieder in alle Himmelsrichtungen, um sich im August in München final auf die WM vorzubereiten. Die Vorfreude dürfte bei allen Beteiligten ob des Erlebten in Minden schon immens sein.