Meißenerin Jamie Lynn Doberstein turnt sich in die deutsche Spitze

veröffentlicht

Grazil und elegant: Meißens Kunstturntalent Lynn Doberstein konzentriert sich auf ihre Bodenübung, die in wenigen Augenblicken beginnen wird. - © Foto: pr
Grazil und elegant: Meißens Kunstturntalent Lynn Doberstein konzentriert sich auf ihre Bodenübung, die in wenigen Augenblicken beginnen wird. (© Foto: pr)

Minden (mt/apl). Es ist der Lohn harter Arbeit: Die talentierte Kunstturnerin Jamie Lynn Doberstein von Tuspo Meißen hat bei den deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) in Berlin einen sensationellen fünften Platz im Sprung in ihrer Altersklasse 12 erreicht.

Es war das erste Mal, dass eine Tuspo-Athletin bei einem nationalen Wettkampf antrat. Und der wurde nicht irgendwo und irgendwann ausgetragen, sondern in der Max-Schmeling-Halle, die knapp 12 000 Zuschauer fasst. Dazu war die DJM Teil des Internationalen Deutschen Turnfestes, bei dem traditionell jede Meisterschaft - von der Jugend bis zu den Senioren - mit der Nationalhymne eröffnet wird. Es ist also alles andere als verwunderlich, dass die Elfjährige nervös und die Anspannung in dieser besonderen Atmosphäre groß war.

Doberstein trat im Mehrkampf an und musste sich im Sprung, Stufenbarren, Balken und Boden beweisen. Das Training am Vortag verlief sehr gut, im Wettkampf dann aber nicht alles nach Plan. Doch mit einem gebückten Tsukahara mit einem hochweiten Flug und guter Haltung in den sicheren Stand glänzte die Meißenerin am Sprung. Als das Kampfgericht ihren Auftritt mit 12,200 Punkten bewertet hatte, strahlte die Turnerin über das ganze Gesicht. Sie hatte es tatsächlich geschafft: den Sprung ins Finale.

Dort konnte die Schülerin ihre Leistung bestätigen und sicher über den fünften Platz freuen. Dabei schrammte die Meißenerin nach zwei weiteren guten Sprüngen nur 0,125 Pünktchen an Bronze vorbei - ein Wimpernschlag. In der Gesamtwertung schafften sie es auf den 22. Platz von 32 Starterinnen. Der Stolz war groß und die Anspannung fiel nach dem Wettkampf direkt von ihr ab.

Um in der nationalen Spitze zu turnen, tut die Elfjährige einiges. Doberstein wird fünfmal in der Woche zum Training zum Landesleistungszentrum nach Detmold gefahren. Seit vier Jahren macht das ehrgeizige Tuspo-Talent das nun schon. Direkt nach Schulschluss wird sie von ihren Eltern abgeholt, die Fahrtzeit beträgt pro Weg eine Stunde, gegessen wird im Auto und die Schularbeiten werden am Abend erledigt. Es ist ein Full-Time-Job. Aber der Aufwand lohnt sich. „Vor allem in letzter Zeit hat sich Jamie stark verbessert“, sagen ihre Detmolder Trainer Sabine und Michael Gruhl.

Doberstein hatte sich durch ihren ersten Platz bei den Westfälischen Meisterschaften für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert. Nach der anstrengenden DJM legte die Elfjährige nur eine dreitägige Wettkampfpause ein. Denn nur sieben Tage später startete die Schülerin mit ihrer Mannschaft bei den Ruhrgames, bei denen das Team den vierten Platz erturnte. Bevor es in die wohlverdiente Sommerpause geht, steht an diesem Samstag noch der Verbandsligawettkampf im Bielefelder Stadtteil Jöllenbeck an. Damit startete Doberstein im ersten Halbjahr 2017 bereits auf acht Wettkämpfen - eine enorm hohe Zahl in dieser Sportart.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Meißenerin Jamie Lynn Doberstein turnt sich in die deutsche SpitzeMinden (mt/apl). Es ist der Lohn harter Arbeit: Die talentierte Kunstturnerin Jamie Lynn Doberstein von Tuspo Meißen hat bei den deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) in Berlin einen sensationellen fünften Platz im Sprung in ihrer Altersklasse 12 erreicht.Es war das erste Mal, dass eine Tuspo-Athletin bei einem nationalen Wettkampf antrat. Und der wurde nicht irgendwo und irgendwann ausgetragen, sondern in der Max-Schmeling-Halle, die knapp 12 000 Zuschauer fasst. Dazu war die DJM Teil des Internationalen Deutschen Turnfestes, bei dem traditionell jede Meisterschaft - von der Jugend bis zu den Senioren - mit der Nationalhymne eröffnet wird. Es ist also alles andere als verwunderlich, dass die Elfjährige nervös und die Anspannung in dieser besonderen Atmosphäre groß war.Doberstein trat im Mehrkampf an und musste sich im Sprung, Stufenbarren, Balken und Boden beweisen. Das Training am Vortag verlief sehr gut, im Wettkampf dann aber nicht alles nach Plan. Doch mit einem gebückten Tsukahara mit einem hochweiten Flug und guter Haltung in den sicheren Stand glänzte die Meißenerin am Sprung. Als das Kampfgericht ihren Auftritt mit 12,200 Punkten bewertet hatte, strahlte die Turnerin über das ganze Gesicht. Sie hatte es tatsächlich geschafft: den Sprung ins Finale.Dort konnte die Schülerin ihre Leistung bestätigen und sicher über den fünften Platz freuen. Dabei schrammte die Meißenerin nach zwei weiteren guten Sprüngen nur 0,125 Pünktchen an Bronze vorbei - ein Wimpernschlag. In der Gesamtwertung schafften sie es auf den 22. Platz von 32 Starterinnen. Der Stolz war groß und die Anspannung fiel nach dem Wettkampf direkt von ihr ab.Um in der nationalen Spitze zu turnen, tut die Elfjährige einiges. Doberstein wird fünfmal in der Woche zum Training zum Landesleistungszentrum nach Detmold gefahren. Seit vier Jahren macht das ehrgeizige Tuspo-Talent das nun schon. Direkt nach Schulschluss wird sie von ihren Eltern abgeholt, die Fahrtzeit beträgt pro Weg eine Stunde, gegessen wird im Auto und die Schularbeiten werden am Abend erledigt. Es ist ein Full-Time-Job. Aber der Aufwand lohnt sich. „Vor allem in letzter Zeit hat sich Jamie stark verbessert“, sagen ihre Detmolder Trainer Sabine und Michael Gruhl.Doberstein hatte sich durch ihren ersten Platz bei den Westfälischen Meisterschaften für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert. Nach der anstrengenden DJM legte die Elfjährige nur eine dreitägige Wettkampfpause ein. Denn nur sieben Tage später startete die Schülerin mit ihrer Mannschaft bei den Ruhrgames, bei denen das Team den vierten Platz erturnte. Bevor es in die wohlverdiente Sommerpause geht, steht an diesem Samstag noch der Verbandsligawettkampf im Bielefelder Stadtteil Jöllenbeck an. Damit startete Doberstein im ersten Halbjahr 2017 bereits auf acht Wettkämpfen - eine enorm hohe Zahl in dieser Sportart.