Hille

Rätselraten in Nordhemmern: HSG Porta dreht das Verbandsliga-Derby mit einem sensationellen 18:2-Lauf

Christian Bendig

Gut gemacht: HSG Portas Trainer Daniel Franke „watscht“ Luca Halstenberg nach dem Derbysieg freundschaftlich ab. Niklas Delius lässt den Blick zufrieden, aber noch ungläubig über das Spielfeld schweifen. - © Foto: Bendig
Gut gemacht: HSG Portas Trainer Daniel Franke „watscht“ Luca Halstenberg nach dem Derbysieg freundschaftlich ab. Niklas Delius lässt den Blick zufrieden, aber noch ungläubig über das Spielfeld schweifen. (© Foto: Bendig)

Hille (cb). Das am späten Samstagnachmittag Geschehene konnte Daniel Franke auch am Sonntag noch nicht in Worte fassen. „Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, was da passiert ist“, suchte der Trainer des Männerhandball-Verbandsligisten HSG Porta nach dem 32:22-Derbysieg über Lit Tribe Germania II nach einer rationalen Erklärung für den achten Saisonsieg.

Nicht unbedingt die Tatsache, dass seine Mannschaft nach einer desolaten Vorstellung in Durchgang eins nach der Pause den 9:15-Halbzeitrückstand in einen Sieg umgewandelt hatte, sondern vielmehr die Tatsache, dass die HSG zwischen der 31. und 51. Minute einen 18:2-Lauf hinlegte, verschlug Franke die Sprache. Und auch Lit-II-Trainer Feiko Kuscer wirkte am Sonntag noch ein wenig ungläubig: „Zumindest habe ich so etwas noch nie erlebt.“ Dabei ließ es sich für seine junge Mannschaft prächtig an. Ohne den verletzten Spielmacher Tim Grote deckte Lit II die Portaner Abwehr-Schwächen gnadenlos auf und nutzte diese über die Stationen 5:2 (10. Minute) und 11:7 (23.) zur deutlichen Pausenführung. „Porta hat wirklich schlecht verteidigt. Und wenn wir noch einige Tempogegenstöße genutzt hätten, hätten wir auch mit zehn Toren geführt“, erzählte Kuscer und fügte hinzu: „Und das wäre auch verdient gewesen.“

Dass sich seine Mannschaft in einer trügerischen Sicherheit wähnte, glaubte der Lit-II-Trainer nicht. „Es war ja klar, dass Porta hinten mehr machen muss“, war sich Kuscer zur Pause sicher. Franke, der in der Kabine seinem Unmut zum zweiten Mal nach einer lautstarken Ansprache in der zehnten Minute, Luft machte, glaubte noch an die Wende, obwohl er nach eigener Aussage „in der ersten Halbzeit eigentlich schon alle Mittel ausgeschöpft“ hatte. Zudem war sein Handlungsspielraum enorm eingeschränkt – Torjäger Luca Halstenberg war bereits früh in der ersten Halbzeit mit zwei Zeitstrafen belastet.

Obwohl bei einer dritten Zeitstrafe Halstenbergs Disqualifikation drohte, setzte Franke weiter auf den Torjäger, der zum 14:15-Anschluss traf (34.). Hannes Krassort behauptete beim 16:14 und 17:16 (39.) noch zweimal die Lit-II-Führung. Schon in jener Phase tigerte Krassorts Coach Kuscer bereits vor der Bank auf und ab und grantelte: „Wir haben keine Bewegung vorne. Der Ball muss fliegen.“ Tatsächlich trugen die Gastgeber ihre Angriffe zunehmend statischer vor, leisteten sich fahrige Ballverluste oder scheiterten am immer besser haltenden Peter Frochte. Der schickte nach einer Parade Niklas Delius auf die lange Reise und der Rechtsaußen schaffte tatsächlich die Portaner 18:17-Führung (42.) und stellte den Spielverlauf tatsächlich auf den Kopf.

Die Köpfe und Schultern der Lit-II-Spieler hingen fortan nach unten und die Gäste spielten sich in einen Rausch. Kuscers Auszeit beim Stand von 17:22 (45.) verpuffte. „Die habe ich zu spät genommen“, gestand Kuscer ein, monierte darüber hinaus die Darbietung seines Teams: „Hinten packen wir einfach nicht mehr zu. Jeder verteidigt nur für sich.“ Die HSG nutzte die Unzulänglichkeiten zum 27:17 (51.) und nahm erst dann einen Gang raus.

Lit Tribe Germania II: Steinhauer, Beckmann – Krassort 6, Kruse 6/2, Thielking 3, Finke 3/1, Meinking 2, Ames 2/1, Weber, Lengauer, Bockermann, Artmeier.

HSG Porta: Frerichs, Frochte 2 – Held 7, Delius 5, Halstenberg 5, Tretzack 3, Hohlfeld 3, Fuchs 3, Naumann 2, Müller 1, Göpfert 1, Kollmeier, Watermann

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HilleRätselraten in Nordhemmern: HSG Porta dreht das Verbandsliga-Derby mit einem sensationellen 18:2-LaufChristian BendigHille (cb). Das am späten Samstagnachmittag Geschehene konnte Daniel Franke auch am Sonntag noch nicht in Worte fassen. „Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, was da passiert ist“, suchte der Trainer des Männerhandball-Verbandsligisten HSG Porta nach dem 32:22-Derbysieg über Lit Tribe Germania II nach einer rationalen Erklärung für den achten Saisonsieg. Nicht unbedingt die Tatsache, dass seine Mannschaft nach einer desolaten Vorstellung in Durchgang eins nach der Pause den 9:15-Halbzeitrückstand in einen Sieg umgewandelt hatte, sondern vielmehr die Tatsache, dass die HSG zwischen der 31. und 51. Minute einen 18:2-Lauf hinlegte, verschlug Franke die Sprache. Und auch Lit-II-Trainer Feiko Kuscer wirkte am Sonntag noch ein wenig ungläubig: „Zumindest habe ich so etwas noch nie erlebt.“ Dabei ließ es sich für seine junge Mannschaft prächtig an. Ohne den verletzten Spielmacher Tim Grote deckte Lit II die Portaner Abwehr-Schwächen gnadenlos auf und nutzte diese über die Stationen 5:2 (10. Minute) und 11:7 (23.) zur deutlichen Pausenführung. „Porta hat wirklich schlecht verteidigt. Und wenn wir noch einige Tempogegenstöße genutzt hätten, hätten wir auch mit zehn Toren geführt“, erzählte Kuscer und fügte hinzu: „Und das wäre auch verdient gewesen.“ Dass sich seine Mannschaft in einer trügerischen Sicherheit wähnte, glaubte der Lit-II-Trainer nicht. „Es war ja klar, dass Porta hinten mehr machen muss“, war sich Kuscer zur Pause sicher. Franke, der in der Kabine seinem Unmut zum zweiten Mal nach einer lautstarken Ansprache in der zehnten Minute, Luft machte, glaubte noch an die Wende, obwohl er nach eigener Aussage „in der ersten Halbzeit eigentlich schon alle Mittel ausgeschöpft“ hatte. Zudem war sein Handlungsspielraum enorm eingeschränkt – Torjäger Luca Halstenberg war bereits früh in der ersten Halbzeit mit zwei Zeitstrafen belastet. Obwohl bei einer dritten Zeitstrafe Halstenbergs Disqualifikation drohte, setzte Franke weiter auf den Torjäger, der zum 14:15-Anschluss traf (34.). Hannes Krassort behauptete beim 16:14 und 17:16 (39.) noch zweimal die Lit-II-Führung. Schon in jener Phase tigerte Krassorts Coach Kuscer bereits vor der Bank auf und ab und grantelte: „Wir haben keine Bewegung vorne. Der Ball muss fliegen.“ Tatsächlich trugen die Gastgeber ihre Angriffe zunehmend statischer vor, leisteten sich fahrige Ballverluste oder scheiterten am immer besser haltenden Peter Frochte. Der schickte nach einer Parade Niklas Delius auf die lange Reise und der Rechtsaußen schaffte tatsächlich die Portaner 18:17-Führung (42.) und stellte den Spielverlauf tatsächlich auf den Kopf. Die Köpfe und Schultern der Lit-II-Spieler hingen fortan nach unten und die Gäste spielten sich in einen Rausch. Kuscers Auszeit beim Stand von 17:22 (45.) verpuffte. „Die habe ich zu spät genommen“, gestand Kuscer ein, monierte darüber hinaus die Darbietung seines Teams: „Hinten packen wir einfach nicht mehr zu. Jeder verteidigt nur für sich.“ Die HSG nutzte die Unzulänglichkeiten zum 27:17 (51.) und nahm erst dann einen Gang raus. Lit Tribe Germania II: Steinhauer, Beckmann – Krassort 6, Kruse 6/2, Thielking 3, Finke 3/1, Meinking 2, Ames 2/1, Weber, Lengauer, Bockermann, Artmeier. HSG Porta: Frerichs, Frochte 2 – Held 7, Delius 5, Halstenberg 5, Tretzack 3, Hohlfeld 3, Fuchs 3, Naumann 2, Müller 1, Göpfert 1, Kollmeier, Watermann