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Handball-Box: Nervige Heimschwäche - Zuhause ist es für die Hahler Männer nicht am schönsten

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Gemeinsamer Gruß auf die Tribüne: Jonah Jungmann (Nummer 2) freut sich mit seinem Bruder Jannik über seinen gelungen Einstand im Drittliga-Team von GWD Minden II. MT.Foto Jörg Wehling
Gemeinsamer Gruß auf die Tribüne: Jonah Jungmann (Nummer 2) freut sich mit seinem Bruder Jannik über seinen gelungen Einstand im Drittliga-Team von GWD Minden II. MT.Foto Jörg Wehling

Minden (mt). Der Sport ist eine Sache fürs Leben. Und manchmal auch eine verdammt harte. Wenn der Erfolg fehlt, braucht es besondere Hingabe. Die müssen die Nachwuchshandballer des HC Steinheim unweigerlich haben. Denn im Durchschnitt verlieren sie die Spiele in der A-Jungen-Bezirksliga mit 27,6 zu 40,9 Treffern. Beim Gastspiel in Nettelstedt setzte es gegen die JSG sogar 71 Gegentore.

Wie bei Cool Runnings

Wer erinnert sich noch an den Kinostreifen „Cool Runnings“? Die Komödie über die wahre Geschichte des jamaikanischen Vierer-Bob, der 1988 an den Olympischen Spielen in Calgary teilnahm? Es ist die Geschichte der völligen Außenseiter, die von der Konkurrenz belächelt und verspottet sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen und sich am Ende des Films den Respekt der übermächtig erscheinenden Wintersport-Nationen verdienen. An die Story des Jamaika-Bobs erinnerte am vergangenen Wochenende ein Spiel in der A-Jungen-Bezirksliga. Tabellenführer JSG NSM-Nettelstedt II schickte den Tabellenletzten HC Steinheim mit einer 25:71-Packung im Gepäck auf die gut eineinhalbstündige Rückfahrt. Ob die drei Top-Torschützen der JSG – Jan Niklas Schwederske (24 Tore), Janis Machowski und Maximilian Schwenker (je 15 Tore) – an der Partie ihren Spaß hatten, ist unbekannt. Der Steinheimer Nachwuchs hatte ihn sicher nicht. Häme für die Verlierer gab es nicht: „Die Jungs haben sich nicht aufgegeben, was bei einem solchen Spielstand nicht selbstverständlich ist“, zollte JSG-Trainer Janik Ames den Gästen Respekt: „Die haben trotz ihrer Unterlegenheit versucht mitzuspielen.“ Trotzdem drängt sich unweigerlich der Cool-Runnings-Gedanke auf: Auf der einen Seite die leistungsorientierte Nachwuchsabteilung der JSG mit einem Zweit- und einem Drittligisten an der Spitze und auf der anderen Seite der Breitensport-orientierte Verein, dessen Männermannschaft in der Bezirksliga im Mittelfeld steht. Bereits das Hinspiel endete 52:27 für die JSG, beim Rangzweiten Oberlübbe setzte es für den HC ein 19:52. Für den Sportsgeist gebührt den Steinheimer A-Jungen Respekt. Der ist manchmal mehr wert als zwei Punkte. (cb)

Über die A 2 zum Heimspiel

Der Beweis: Das Endresultat war kein Eingabefehler im Ergebnissystem. - © Foto: pr
Der Beweis: Das Endresultat war kein Eingabefehler im Ergebnissystem. (© Foto: pr)

Die Verbandsliga-Männer des TSV Hahlen dürfen zufrieden auf das stürmische Sabine-Wochenende zurückblicken. Der 34:29-Sieg beim TuS Brockhagen stabilisierte das Team mit nun 15:17 Punkten im Mittelfeld der Tabelle. „Ich bin insgesamt zufrieden“, sagte Trainer Henrik Thielking nach nunmehr 16 Saisonspielen in denen bemerkenswerte fünf Auswärtssiege gelangen. Gerne wäre Thielking noch zufriedener, doch zuhause im Hahler Feld will es nicht so recht klappen. Gerade mal zwei Heimsiege schafften die TSV-Männer, auch gegen Brockhagen ging das Hinspiel vor eigenem Publikum noch 26:30 verloren. Über die Gründe für die Heimschwäche grübelt der Coach. „Vielleicht wollen es die Jungs zuhause besonders gut machen und verkrampfen etwas“, mutmaßt Thielking und meint: „Irgendetwas müssen wir uns überlegen.“ Vielleicht auch etwas Verrücktes sinniert der Trainer und hat gleich ein paar humorvolle Ideen: Die Hallenseite beim Anwurf ändern, in Auswärtstrikots spielen oder mit dem Bus anreisen: „Wir drehen erst eine Runde über die A 2 und fahren dann in die Halle.“ Thielking wäre alles recht – Hauptsache es hilft. Den nächsten Anlauf kann der TSV Hahlen am kommenden Samstag machen, wenn der Tabellenzweite HSG Altenbeken/Buke um 19.15 Uhr im Hahler Feld. (rich)

Gelungener Einstand

Ein Tor zum Einstand im Drittliga-Team: Viel besser geht es kaum. Jonah Jungmann kam in der Schlussphase des Spiel gegen Ahlen zu seinem ersten Einsatz und warf gleich ein Tor und dazu noch ein wichtiges zum 29:26 im Kellerduell gegen die Ahlener SG (59.). Und noch eine Premiere gab es zu feiern: Denn mit dem Einsatz von Jonah standen zum ersten Mann zwei „Jungmanns“ bei GWD Minden II auf der der Platte. Der ältere Bruder Jannik, seines Zeichens Abwehrchef, traf ebenfalls einmal. Anschließend standen beide strahlend an der Mittellinie und grüßten ins Publikum. Auch Trainer Moritz Schäpsmeier freute sich mächtig. „Wir haben Jonah ganz frisch freigeholt. Seine Freigabe vom Verband lag nur per Mail vor. Einen besseren Einstand kann man sich nicht wünschen.“ (jöw)

Tiemanns Ruhe vor Sabine

Schon vor seinem ersten Einsatz am Samstagabend am Kampfrichter-Tisch mit Jürgen Steinhauer war Andreas Tiemann, Leiter Spieltechnik beim Westfälischen-Handball-Verband, die Ruhe selbst. Da war das Tief „Sabine“ zwar im Anmarsch, aber noch nicht über die Region hinweg gezogen. „Da hatten wir bereits eine erste Empfehlung an die Vereine herausgegeben und diese Sonntagvormittag erneuert und erweitert“, berichtet der erfahrene Funktionär. Zwischen 10.30 und 12 Uhr klingelte sein Telefon fast pausenlos. Aber das ist für ihn normal. „Das ist wie beim ersten Schneefall der Saison. Beim ersten mal herrscht Aufregung, beim zweiten Mal interessiert das fast keinen Menschen mehr“, sagt Tiemann. Besonders hilfreich ist ihm und seinen Mitstreitern für die Frauen- und Jugendligen die Homepage des Deutschen Wetterdienstes. „Mann kann fast minütlich genau verfolgen, wann es die Region erwischt“, sagt Tiemann. Wichtiger Anhaltspunkt für mögliche Absagen ist das Wetter in Hamm aufgrund seiner geografischen Mitte von Westfalen. (jöw)

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MindenHandball-Box: Nervige Heimschwäche - Zuhause ist es für die Hahler Männer nicht am schönstenMinden (mt). Der Sport ist eine Sache fürs Leben. Und manchmal auch eine verdammt harte. Wenn der Erfolg fehlt, braucht es besondere Hingabe. Die müssen die Nachwuchshandballer des HC Steinheim unweigerlich haben. Denn im Durchschnitt verlieren sie die Spiele in der A-Jungen-Bezirksliga mit 27,6 zu 40,9 Treffern. Beim Gastspiel in Nettelstedt setzte es gegen die JSG sogar 71 Gegentore. Wie bei Cool Runnings Wer erinnert sich noch an den Kinostreifen „Cool Runnings“? Die Komödie über die wahre Geschichte des jamaikanischen Vierer-Bob, der 1988 an den Olympischen Spielen in Calgary teilnahm? Es ist die Geschichte der völligen Außenseiter, die von der Konkurrenz belächelt und verspottet sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen und sich am Ende des Films den Respekt der übermächtig erscheinenden Wintersport-Nationen verdienen. An die Story des Jamaika-Bobs erinnerte am vergangenen Wochenende ein Spiel in der A-Jungen-Bezirksliga. Tabellenführer JSG NSM-Nettelstedt II schickte den Tabellenletzten HC Steinheim mit einer 25:71-Packung im Gepäck auf die gut eineinhalbstündige Rückfahrt. Ob die drei Top-Torschützen der JSG – Jan Niklas Schwederske (24 Tore), Janis Machowski und Maximilian Schwenker (je 15 Tore) – an der Partie ihren Spaß hatten, ist unbekannt. Der Steinheimer Nachwuchs hatte ihn sicher nicht. Häme für die Verlierer gab es nicht: „Die Jungs haben sich nicht aufgegeben, was bei einem solchen Spielstand nicht selbstverständlich ist“, zollte JSG-Trainer Janik Ames den Gästen Respekt: „Die haben trotz ihrer Unterlegenheit versucht mitzuspielen.“ Trotzdem drängt sich unweigerlich der Cool-Runnings-Gedanke auf: Auf der einen Seite die leistungsorientierte Nachwuchsabteilung der JSG mit einem Zweit- und einem Drittligisten an der Spitze und auf der anderen Seite der Breitensport-orientierte Verein, dessen Männermannschaft in der Bezirksliga im Mittelfeld steht. Bereits das Hinspiel endete 52:27 für die JSG, beim Rangzweiten Oberlübbe setzte es für den HC ein 19:52. Für den Sportsgeist gebührt den Steinheimer A-Jungen Respekt. Der ist manchmal mehr wert als zwei Punkte. (cb) Über die A 2 zum Heimspiel Die Verbandsliga-Männer des TSV Hahlen dürfen zufrieden auf das stürmische Sabine-Wochenende zurückblicken. Der 34:29-Sieg beim TuS Brockhagen stabilisierte das Team mit nun 15:17 Punkten im Mittelfeld der Tabelle. „Ich bin insgesamt zufrieden“, sagte Trainer Henrik Thielking nach nunmehr 16 Saisonspielen in denen bemerkenswerte fünf Auswärtssiege gelangen. Gerne wäre Thielking noch zufriedener, doch zuhause im Hahler Feld will es nicht so recht klappen. Gerade mal zwei Heimsiege schafften die TSV-Männer, auch gegen Brockhagen ging das Hinspiel vor eigenem Publikum noch 26:30 verloren. Über die Gründe für die Heimschwäche grübelt der Coach. „Vielleicht wollen es die Jungs zuhause besonders gut machen und verkrampfen etwas“, mutmaßt Thielking und meint: „Irgendetwas müssen wir uns überlegen.“ Vielleicht auch etwas Verrücktes sinniert der Trainer und hat gleich ein paar humorvolle Ideen: Die Hallenseite beim Anwurf ändern, in Auswärtstrikots spielen oder mit dem Bus anreisen: „Wir drehen erst eine Runde über die A 2 und fahren dann in die Halle.“ Thielking wäre alles recht – Hauptsache es hilft. Den nächsten Anlauf kann der TSV Hahlen am kommenden Samstag machen, wenn der Tabellenzweite HSG Altenbeken/Buke um 19.15 Uhr im Hahler Feld. (rich) Gelungener Einstand Ein Tor zum Einstand im Drittliga-Team: Viel besser geht es kaum. Jonah Jungmann kam in der Schlussphase des Spiel gegen Ahlen zu seinem ersten Einsatz und warf gleich ein Tor und dazu noch ein wichtiges zum 29:26 im Kellerduell gegen die Ahlener SG (59.). Und noch eine Premiere gab es zu feiern: Denn mit dem Einsatz von Jonah standen zum ersten Mann zwei „Jungmanns“ bei GWD Minden II auf der der Platte. Der ältere Bruder Jannik, seines Zeichens Abwehrchef, traf ebenfalls einmal. Anschließend standen beide strahlend an der Mittellinie und grüßten ins Publikum. Auch Trainer Moritz Schäpsmeier freute sich mächtig. „Wir haben Jonah ganz frisch freigeholt. Seine Freigabe vom Verband lag nur per Mail vor. Einen besseren Einstand kann man sich nicht wünschen.“ (jöw) Tiemanns Ruhe vor Sabine Schon vor seinem ersten Einsatz am Samstagabend am Kampfrichter-Tisch mit Jürgen Steinhauer war Andreas Tiemann, Leiter Spieltechnik beim Westfälischen-Handball-Verband, die Ruhe selbst. Da war das Tief „Sabine“ zwar im Anmarsch, aber noch nicht über die Region hinweg gezogen. „Da hatten wir bereits eine erste Empfehlung an die Vereine herausgegeben und diese Sonntagvormittag erneuert und erweitert“, berichtet der erfahrene Funktionär. Zwischen 10.30 und 12 Uhr klingelte sein Telefon fast pausenlos. Aber das ist für ihn normal. „Das ist wie beim ersten Schneefall der Saison. Beim ersten mal herrscht Aufregung, beim zweiten Mal interessiert das fast keinen Menschen mehr“, sagt Tiemann. Besonders hilfreich ist ihm und seinen Mitstreitern für die Frauen- und Jugendligen die Homepage des Deutschen Wetterdienstes. „Mann kann fast minütlich genau verfolgen, wann es die Region erwischt“, sagt Tiemann. Wichtiger Anhaltspunkt für mögliche Absagen ist das Wetter in Hamm aufgrund seiner geografischen Mitte von Westfalen. (jöw)