Minden

Schatten über der 3. Liga: Die Insolvenz der Vikings strahlt auf GWD II und die Germanen aus

Christian Bendig

Max Staar – hier gegen die Rhein Vikings – ist einer von vielen Kandidaten aus dem GWD-Profikader für das Spiel gegen Spenge. - © Foto: Bendig
Max Staar – hier gegen die Rhein Vikings – ist einer von vielen Kandidaten aus dem GWD-Profikader für das Spiel gegen Spenge. (© Foto: Bendig)

Minden. Die Überschriften der 3. Liga sind derzeit weniger sportlicher Natur: Zum einen erschütterte die Handballgemeinde die Nachricht vom plötzlichen Tod von Andreas Tesch, dem Torhüter der Ahlener SG und Bruder von Oliver Tesch. Der ehemalige GWD-Profi läuft bekanntlich in der dritten Spielzeit für den TuS Spenge auf. Ob der Kreisläufer am heutigen Samstag im Derby bei GWD Minden II wegen der Beisetzung seines Bruders mitwirkt, ist unwahrscheinlich. Aus rein sportlicher Sicht ist das Topspiel ein absoluter Knüller. Zudem sorgt die Insolvenz und der sofortige Rückzug der Rhein Vikings für Schlagzeilen. Ein Nutznießer ist Lit Tribe Germania, das Sonntag den Longericher SC empfängt.

An das Hinspiel bei den Kölnern kann sich Lit-Trainer Daniel Gerling noch gut erinnern: „Da haben wir vor allem im Tempogegenstoß viele Möglichkeiten vertändelt.“ Mehr als ein auf dem Papier respektables 21:25 war für die Handballer der Hiller Spielgemeinschaft am vierten Spieltag nicht drin. Auch, weil LSC-Keeper Valentin Inzenhofer einen guten Tag erwischte. „Der ist richtig gut. Genauso wie Spielmacher Simon Schlösser und Linksaußen Lukas Schulz“, pickt Gerling drei Namen aus dem „ausgeglichenen Kader“ der Rot-Weißen heraus. Zudem zähle Bennet Johnen zu den besten Kreisläufern der Liga und die beiden halblinken Rückraumspieler seien „richtige Maschinen“. Vor dem Duell am Sonntag um 17 Uhr in Nordhemmern schiebt der Lit-Coach – obwohl Abwehrchef Evars Klesniks nach dem EM-Aus der lettischen Nationalmannschaft wieder mit dabei ist – die Favoritenrolle den Gästen zu und begründet das mit der eigenen Personalsituation: „Jannik Gartmann und Kim Patrick Kliver sind angeschlagen. Neben den beiden Langzeitverletzten Bjarne Schulz und David Finke fällt Jannik Borcherding aus.

Topspiel dank Profi-Unterstützung

In der vergangenen Saison jubelte der TSV Hahlen über einen knappen Sieg in Nordhemmern. - © Foto: Bendig
In der vergangenen Saison jubelte der TSV Hahlen über einen knappen Sieg in Nordhemmern. (© Foto: Bendig)

Für GWD Minden II steht ebenfalls ein Duell mit einem Topteam der Liga an. Der TuS Spenge verlangte dem Wilhelmshavener HV vor einer Woche alles ab und verlor in eigener Halle nur mit 27:29. 16 Tore gingen dabei auf das Konto der früheren Dankerser Fabian Breuer, Gordon Gräfe und Phil Holland. „Bei Spenge kennt jeder Spieler die Abläufe exakt. Bei denen tanzt niemand aus der Reihe“, zollt GWD-II-Trainer Moritz Schäpsmeier dem Tabellenvierten „großen Respekt“. Auf Seiten der Dankerser werden auf jeden Fall Patrick Mattausch (Zahn-OP) und der kranke Freddi Galling fehlen. Auf der anderen Seite kann Schäpsmeier aufgrund der laufenden Handball-EM und der Spielpause in der Bundesliga auf große Unterstützung aus dem Profi-Kader bauen.

Marvin Eickmeier und Eintracht Oberlübbe wollen Platz zwei vom TuS Wehe erobern. - © Foto: Bendig
Marvin Eickmeier und Eintracht Oberlübbe wollen Platz zwei vom TuS Wehe erobern. (© Foto: Bendig)

Die unmittelbar auf die Winterpause folgenden Spiele machte André Torge, Trainer des TuS 09 Möllbergen als richtungsweisend im Kampf um den Oberliga-Klassenerhalt aus. Der ist zwar mit inzwischen 14:10 Zählern annähernd in trockenen Tüchern, doch mit einer kräftigen Serie in diesen Wochen möchten die Portaner die Restzweifel beseitigen. Den ersten Schritt in die Komfortzone mit dem 33:28-Heimsieg gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck soll nun beim VfL Mennighüffen der zweite folgen.

Drei Derbys beim Hahler "Super-Samstag"

In der Verbandsliga steht das Derby zwischen dem TSV Hahlen und Lit Tribe Germania II im Blickfeld. „Das waren immer heiße Duelle“, erkennt Lit-II-Trainer Feiko Kuscer den Derbycharakter. Beide Teams sind personell gebeutelt. Die Lit-Reserve muss zudem auf die in Königshof spielenden A-Jugendlichen verzichten. Sowohl Kuscer als auch TSV-Coach Henrik Thielking rechnen mit einem Duell auf Augenhöhe und einer stimmungsvollen Kulisse. Denn bevor am heutigen Samstag um 20 Uhr das Männer-Derby angepfiffen wird, werden zuvor schon die jeweiligen Bezirksliga-Vertretungen (15 Uhr) sowie die Oberliga-Frauen (18 Uhr) aufeinandergetroffen sein. Ein spannendes Aufeinandertreffen erwartet die Fans am Sonntag um 17.30 Uhr in Veltheim: Vom 27:23-Erfolg in Hüllhorst gestärkt, empfängt die HSG Porta den Vierten TuS Brake. Mit einem Sieg kann die HSG zu Brake aufschließen.

Ein Topspiel, ein Verfolgerduell, ein Abstiegskrimi und ein Vier-Punkte-Spiel

In der Landesliga benötigt der TV Hille (6:20 Punkte) im Kampf gegen den Abstieg jeden Zähler. Am Samstag wird die Mannschaft von Trainer Henning Di Meo beim direkten Mitkonkurrenten TSG Altenhagen-Heepen alles in die Waagschale werfen, um die beiden wichtigen Zähler einzufahren und am den Bielefeldern vorbeizuziehen. Deren Oberliga-Mannschaft ist an diesem Wochenende spielfrei. In Oberlübbe steigt hingegen das Topspiel des Wochenendes. Die Eintracht hat den TuS Wehe zu Gast. Es ist das Duell des Tabellendritten gegen den TuS SW Wehe. Der wird von Dennis Pape, früher Co-Trainer bei Oberlübbes großem Lokalrivalen HSG EURo, gecoacht. Mit einem Sieg schieben sich die Gastgeber nach Abschluss der Hinrunde auf Rang zwei. Anwurf ist am Samstag um 19.45 in Oberlübbe. Nicht weniger spannend dürfte es zwischen dem TuS Gehlenbeck und dem HSV Minden-Nord zugehen. Das Verfolgerduell des Rangvierten beim Rangfünften wird am heutigen Samstag um 19 Uhr in Gehlenbeck angepfiffen. Zudem empfängt die HSG Petershagen/Lahde die SG Bünde-Dünne. Mit einem Erfolg können sich die Schützlinge von Coach Frank Habbe auf den achten Platz vorschieben und im Falle einer Hiller Niederlage in Bielfeld den Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf fünf Zähler vergrößern.

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MindenSchatten über der 3. Liga: Die Insolvenz der Vikings strahlt auf GWD II und die Germanen ausChristian BendigMinden. Die Überschriften der 3. Liga sind derzeit weniger sportlicher Natur: Zum einen erschütterte die Handballgemeinde die Nachricht vom plötzlichen Tod von Andreas Tesch, dem Torhüter der Ahlener SG und Bruder von Oliver Tesch. Der ehemalige GWD-Profi läuft bekanntlich in der dritten Spielzeit für den TuS Spenge auf. Ob der Kreisläufer am heutigen Samstag im Derby bei GWD Minden II wegen der Beisetzung seines Bruders mitwirkt, ist unwahrscheinlich. Aus rein sportlicher Sicht ist das Topspiel ein absoluter Knüller. Zudem sorgt die Insolvenz und der sofortige Rückzug der Rhein Vikings für Schlagzeilen. Ein Nutznießer ist Lit Tribe Germania, das Sonntag den Longericher SC empfängt. An das Hinspiel bei den Kölnern kann sich Lit-Trainer Daniel Gerling noch gut erinnern: „Da haben wir vor allem im Tempogegenstoß viele Möglichkeiten vertändelt.“ Mehr als ein auf dem Papier respektables 21:25 war für die Handballer der Hiller Spielgemeinschaft am vierten Spieltag nicht drin. Auch, weil LSC-Keeper Valentin Inzenhofer einen guten Tag erwischte. „Der ist richtig gut. Genauso wie Spielmacher Simon Schlösser und Linksaußen Lukas Schulz“, pickt Gerling drei Namen aus dem „ausgeglichenen Kader“ der Rot-Weißen heraus. Zudem zähle Bennet Johnen zu den besten Kreisläufern der Liga und die beiden halblinken Rückraumspieler seien „richtige Maschinen“. Vor dem Duell am Sonntag um 17 Uhr in Nordhemmern schiebt der Lit-Coach – obwohl Abwehrchef Evars Klesniks nach dem EM-Aus der lettischen Nationalmannschaft wieder mit dabei ist – die Favoritenrolle den Gästen zu und begründet das mit der eigenen Personalsituation: „Jannik Gartmann und Kim Patrick Kliver sind angeschlagen. Neben den beiden Langzeitverletzten Bjarne Schulz und David Finke fällt Jannik Borcherding aus. Topspiel dank Profi-Unterstützung Für GWD Minden II steht ebenfalls ein Duell mit einem Topteam der Liga an. Der TuS Spenge verlangte dem Wilhelmshavener HV vor einer Woche alles ab und verlor in eigener Halle nur mit 27:29. 16 Tore gingen dabei auf das Konto der früheren Dankerser Fabian Breuer, Gordon Gräfe und Phil Holland. „Bei Spenge kennt jeder Spieler die Abläufe exakt. Bei denen tanzt niemand aus der Reihe“, zollt GWD-II-Trainer Moritz Schäpsmeier dem Tabellenvierten „großen Respekt“. Auf Seiten der Dankerser werden auf jeden Fall Patrick Mattausch (Zahn-OP) und der kranke Freddi Galling fehlen. Auf der anderen Seite kann Schäpsmeier aufgrund der laufenden Handball-EM und der Spielpause in der Bundesliga auf große Unterstützung aus dem Profi-Kader bauen. Die unmittelbar auf die Winterpause folgenden Spiele machte André Torge, Trainer des TuS 09 Möllbergen als richtungsweisend im Kampf um den Oberliga-Klassenerhalt aus. Der ist zwar mit inzwischen 14:10 Zählern annähernd in trockenen Tüchern, doch mit einer kräftigen Serie in diesen Wochen möchten die Portaner die Restzweifel beseitigen. Den ersten Schritt in die Komfortzone mit dem 33:28-Heimsieg gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck soll nun beim VfL Mennighüffen der zweite folgen. Drei Derbys beim Hahler "Super-Samstag" In der Verbandsliga steht das Derby zwischen dem TSV Hahlen und Lit Tribe Germania II im Blickfeld. „Das waren immer heiße Duelle“, erkennt Lit-II-Trainer Feiko Kuscer den Derbycharakter. Beide Teams sind personell gebeutelt. Die Lit-Reserve muss zudem auf die in Königshof spielenden A-Jugendlichen verzichten. Sowohl Kuscer als auch TSV-Coach Henrik Thielking rechnen mit einem Duell auf Augenhöhe und einer stimmungsvollen Kulisse. Denn bevor am heutigen Samstag um 20 Uhr das Männer-Derby angepfiffen wird, werden zuvor schon die jeweiligen Bezirksliga-Vertretungen (15 Uhr) sowie die Oberliga-Frauen (18 Uhr) aufeinandergetroffen sein. Ein spannendes Aufeinandertreffen erwartet die Fans am Sonntag um 17.30 Uhr in Veltheim: Vom 27:23-Erfolg in Hüllhorst gestärkt, empfängt die HSG Porta den Vierten TuS Brake. Mit einem Sieg kann die HSG zu Brake aufschließen. Ein Topspiel, ein Verfolgerduell, ein Abstiegskrimi und ein Vier-Punkte-Spiel In der Landesliga benötigt der TV Hille (6:20 Punkte) im Kampf gegen den Abstieg jeden Zähler. Am Samstag wird die Mannschaft von Trainer Henning Di Meo beim direkten Mitkonkurrenten TSG Altenhagen-Heepen alles in die Waagschale werfen, um die beiden wichtigen Zähler einzufahren und am den Bielefeldern vorbeizuziehen. Deren Oberliga-Mannschaft ist an diesem Wochenende spielfrei. In Oberlübbe steigt hingegen das Topspiel des Wochenendes. Die Eintracht hat den TuS Wehe zu Gast. Es ist das Duell des Tabellendritten gegen den TuS SW Wehe. Der wird von Dennis Pape, früher Co-Trainer bei Oberlübbes großem Lokalrivalen HSG EURo, gecoacht. Mit einem Sieg schieben sich die Gastgeber nach Abschluss der Hinrunde auf Rang zwei. Anwurf ist am Samstag um 19.45 in Oberlübbe. Nicht weniger spannend dürfte es zwischen dem TuS Gehlenbeck und dem HSV Minden-Nord zugehen. Das Verfolgerduell des Rangvierten beim Rangfünften wird am heutigen Samstag um 19 Uhr in Gehlenbeck angepfiffen. Zudem empfängt die HSG Petershagen/Lahde die SG Bünde-Dünne. Mit einem Erfolg können sich die Schützlinge von Coach Frank Habbe auf den achten Platz vorschieben und im Falle einer Hiller Niederlage in Bielfeld den Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf fünf Zähler vergrößern.