Minden

Frauen, Oberliga: Für die Lit-Mannschaft wird der Sieg zu einer zähen Angelegenheiten

Christian Bendig

Ein kurzes Siegertänzchen gönnten sich die Spielerinnen der HSG EURo nach dem Derbysieg dann doch. Aber die Mienen unmittelbar nach Spielende verrieten, dass auch die Spielerinnen lediglich mit den beiden Punkten gut leben konnten. Mit ihrer Leistung nicht. - © Foto: Christian Bendig
Ein kurzes Siegertänzchen gönnten sich die Spielerinnen der HSG EURo nach dem Derbysieg dann doch. Aber die Mienen unmittelbar nach Spielende verrieten, dass auch die Spielerinnen lediglich mit den beiden Punkten gut leben konnten. Mit ihrer Leistung nicht. (© Foto: Christian Bendig)

Minden (cb). Zumindest Andrea Leiding sehnt die zweiwöchige Spielpause herbei. Seit Wochen muss die Trainerin von Lit Tribe Germania mit wenig Personal auskommen. Immerhin erkämpfte sich dieses einen knappen Heimsieg über den Aufsteiger SG Halden-Herbeck. Kampfgeist war im Derby weder auf Seiten des TSV Hahlen noch auf Seiten des Siegers HSG EURo zu erkennen. Der HSV Minden-Nord ist nach dem Sieg in Verl für den in zwei Wochen steigenden Ligagipfel beim ASC Dortmund bereit.

TSV Hahlen - HSG EURo 19:23 (11:12). Nach dem achten Spieltag liegen in der Tabelle Welten zwischen den beiden heimischen Oberligisten. Der TSV kämpft – wie erwartet – um nichts anderes als den Ligaerhalt. Die HSG befindet sich nach dem zweiten Derbysieg in Serie auf einem guten vierten Tabellenplatz. Trotzdem ändert sich nichts an der Zielstellung. „Wenn man nicht absteigen will, muss man hier gewinnen“, legte EURo-Trainer Matthias Bredemeier die beiden Punkte unter der Rubrik „Pflichtsieg“ ab. Denn der Auftritt seiner Mannschaft hatte dem Trainer nicht gefallen. „Bei uns fehlte die Leidenschaft. Zum Ende hin wurde es besser.“ Es reichte aber auch mit einer schwachen Leistung zum Sieg, weil sich EURo auf seine Schlussfrau Caro Pagels verlassen konnte, oder wie es TSV-Trainer Sebastian Winkler formulierte: „Wir haben es ihr mit unseren Würfen leicht gemacht.“ Die entscheidenden Hahler Wurfversuche bekam Pagels in der Phase zwischen Wiederanpfiff und der 40. Minute zu fassen. In der sorgten ihre Mitspielerinnen mit dem 4:1-Lauf zum 16:12 für die Vorentscheidung. Auf der anderen Seite stand TSV-Torhüterin Janina Kaiser Pagels in nichts nach und verhinderte sogar noch einen höheren Rückstand. Vom 16:12 an verwaltete EURo den Vorsprung sicher. Aufgrund der Tatsache, dass seine Mannschaft über 50 Minuten wieder einmal mithalten konnte, fasste Winkler die Stimmung im Team mit einem Wort zusammen: „Frustrierend.“

TSV Hahlen: Kaiser, Krömker - Meyer 6/2, H. Wiese 4, Schumacher 4/4, Pedersen 3, Funk 2, Rose, Borgmann, Kolbe, Domke, I. Kleine, Wüllner, Busse.

HSG EURo: Pagels, Mindt - L. Kleine 7/4, Rahel Rodehau 6, Danneberg 4, Rhea Rodehau 3, Joana Rodehau 2, Zydel 1, Staskute, Tegtmeyer, Bredemeier, Arendt, Tirschler.

Lit Tribe Germania - SG Halden-Herbeck 32:31 (16:13). Lit Tribe Germania zeigte die richtige Reaktion auf die Derbyniederlage vor einer Woche bei der HSG EURo. Auch, wenn die Mannschaft von Trainerin Andrea Leiding phasenweise in spielerischer Hinsicht Stückwerk produzierte. „Kämpferisch kann ich der Mannschaft nichts vorwerfen“, betonte Leiding, deren Team sich auf Anhieb in der Begegnung zurechtfand. „Die Abwehr war gut und wir sind zu einigen Tempogegenstößen gekommen“, berichtete Leiding von einer verdienten 7:3-Führung (9. Minute). Bis zum 16:10-Vorsprung kurz vor der Pause lief es rund, weil wie Leiding erklärte, „wir gegen die Manndeckung gegen Leonie Wöbking meist gute Lösungen gefunden haben“. Lit verpasste aber bis zum Seitenwechsel eine höhere Führung und fing sich, Zitat Leiding, „noch drei Eiertore ein“. Die wirkten nach: In der 44. Minute führten plötzlich die Gäste 22:20. „Insgesamt war es ein Spiel mit wellenförmigen Verlauf“, beschrieb die Lit-Trainerin. Ihre Mannschaft kämpfte sich wieder aus dem Tal heraus und behielt in der Schlussphase die Nerven. Vanessa Fischer hielt beim Stand von 30:30 einen Strafwurf. Madeleine Benecke legte das 31:30 und 32:30 nach.

Lit Tribe Germania: Fischer, Niemann - Bolduan 8, Wöbking 7/4, Benecke 5, Meyer 5, Knicker 3, Hartrumpf 3, Dera 1, Schwenker.

TV Verl - HSV Minden-Nord 22:32 (14:18). Von Beginn wurde der Tabellenzweite beim Vorletzten der Favoritenrolle gerecht und sorgte schon mit der 5:1-Führung (8.) für klare Verhältnisse. In der 21. Minute betrug der Vorsprung gar satte neun Treffer (16:7). Nach einer Manndeckung gegen Torjägerin Josi Kelle stockte die Angriffsmaschine des HSV ein wenig, lief ab der 33. Minute (20:15) 20:15 dann wieder auf Hochtouren.

HSV Minden-Nord: Hunger, Dahle - Pross 9, Kelle 6/3, Viering 3, K. Schröder 3, McCarthy 3, J. Schröder 2, Friesen 2, Martin 2, Schacht 1/1, Thielmann 1.

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MindenFrauen, Oberliga: Für die Lit-Mannschaft wird der Sieg zu einer zähen AngelegenheitenChristian BendigMinden (cb). Zumindest Andrea Leiding sehnt die zweiwöchige Spielpause herbei. Seit Wochen muss die Trainerin von Lit Tribe Germania mit wenig Personal auskommen. Immerhin erkämpfte sich dieses einen knappen Heimsieg über den Aufsteiger SG Halden-Herbeck. Kampfgeist war im Derby weder auf Seiten des TSV Hahlen noch auf Seiten des Siegers HSG EURo zu erkennen. Der HSV Minden-Nord ist nach dem Sieg in Verl für den in zwei Wochen steigenden Ligagipfel beim ASC Dortmund bereit. TSV Hahlen - HSG EURo 19:23 (11:12). Nach dem achten Spieltag liegen in der Tabelle Welten zwischen den beiden heimischen Oberligisten. Der TSV kämpft – wie erwartet – um nichts anderes als den Ligaerhalt. Die HSG befindet sich nach dem zweiten Derbysieg in Serie auf einem guten vierten Tabellenplatz. Trotzdem ändert sich nichts an der Zielstellung. „Wenn man nicht absteigen will, muss man hier gewinnen“, legte EURo-Trainer Matthias Bredemeier die beiden Punkte unter der Rubrik „Pflichtsieg“ ab. Denn der Auftritt seiner Mannschaft hatte dem Trainer nicht gefallen. „Bei uns fehlte die Leidenschaft. Zum Ende hin wurde es besser.“ Es reichte aber auch mit einer schwachen Leistung zum Sieg, weil sich EURo auf seine Schlussfrau Caro Pagels verlassen konnte, oder wie es TSV-Trainer Sebastian Winkler formulierte: „Wir haben es ihr mit unseren Würfen leicht gemacht.“ Die entscheidenden Hahler Wurfversuche bekam Pagels in der Phase zwischen Wiederanpfiff und der 40. Minute zu fassen. In der sorgten ihre Mitspielerinnen mit dem 4:1-Lauf zum 16:12 für die Vorentscheidung. Auf der anderen Seite stand TSV-Torhüterin Janina Kaiser Pagels in nichts nach und verhinderte sogar noch einen höheren Rückstand. Vom 16:12 an verwaltete EURo den Vorsprung sicher. Aufgrund der Tatsache, dass seine Mannschaft über 50 Minuten wieder einmal mithalten konnte, fasste Winkler die Stimmung im Team mit einem Wort zusammen: „Frustrierend.“ TSV Hahlen: Kaiser, Krömker - Meyer 6/2, H. Wiese 4, Schumacher 4/4, Pedersen 3, Funk 2, Rose, Borgmann, Kolbe, Domke, I. Kleine, Wüllner, Busse. HSG EURo: Pagels, Mindt - L. Kleine 7/4, Rahel Rodehau 6, Danneberg 4, Rhea Rodehau 3, Joana Rodehau 2, Zydel 1, Staskute, Tegtmeyer, Bredemeier, Arendt, Tirschler. Lit Tribe Germania - SG Halden-Herbeck 32:31 (16:13). Lit Tribe Germania zeigte die richtige Reaktion auf die Derbyniederlage vor einer Woche bei der HSG EURo. Auch, wenn die Mannschaft von Trainerin Andrea Leiding phasenweise in spielerischer Hinsicht Stückwerk produzierte. „Kämpferisch kann ich der Mannschaft nichts vorwerfen“, betonte Leiding, deren Team sich auf Anhieb in der Begegnung zurechtfand. „Die Abwehr war gut und wir sind zu einigen Tempogegenstößen gekommen“, berichtete Leiding von einer verdienten 7:3-Führung (9. Minute). Bis zum 16:10-Vorsprung kurz vor der Pause lief es rund, weil wie Leiding erklärte, „wir gegen die Manndeckung gegen Leonie Wöbking meist gute Lösungen gefunden haben“. Lit verpasste aber bis zum Seitenwechsel eine höhere Führung und fing sich, Zitat Leiding, „noch drei Eiertore ein“. Die wirkten nach: In der 44. Minute führten plötzlich die Gäste 22:20. „Insgesamt war es ein Spiel mit wellenförmigen Verlauf“, beschrieb die Lit-Trainerin. Ihre Mannschaft kämpfte sich wieder aus dem Tal heraus und behielt in der Schlussphase die Nerven. Vanessa Fischer hielt beim Stand von 30:30 einen Strafwurf. Madeleine Benecke legte das 31:30 und 32:30 nach. Lit Tribe Germania: Fischer, Niemann - Bolduan 8, Wöbking 7/4, Benecke 5, Meyer 5, Knicker 3, Hartrumpf 3, Dera 1, Schwenker. TV Verl - HSV Minden-Nord 22:32 (14:18). Von Beginn wurde der Tabellenzweite beim Vorletzten der Favoritenrolle gerecht und sorgte schon mit der 5:1-Führung (8.) für klare Verhältnisse. In der 21. Minute betrug der Vorsprung gar satte neun Treffer (16:7). Nach einer Manndeckung gegen Torjägerin Josi Kelle stockte die Angriffsmaschine des HSV ein wenig, lief ab der 33. Minute (20:15) 20:15 dann wieder auf Hochtouren. HSV Minden-Nord: Hunger, Dahle - Pross 9, Kelle 6/3, Viering 3, K. Schröder 3, McCarthy 3, J. Schröder 2, Friesen 2, Martin 2, Schacht 1/1, Thielmann 1.