Hille

Die Mechanismen außer Kraft gesetzt: Trainer Husemeier tritt zurück

Marcus Riechmann und Christian Bendig

Jonas Lukowsky (Mitte) folgt in Oberlübbe auf Matthias Husemeier (rechts). - © Foto: Christian Bendig
Jonas Lukowsky (Mitte) folgt in Oberlübbe auf Matthias Husemeier (rechts). (© Foto: Christian Bendig)

Hille (mt/cb). Bei Misserfolg muss der Trainer gehen. Das ist der reflexhafte Mechanismus des Geschäftes. Doch in Oberlübbe gehen die Uhren anders. Dort genoss Matthias Husemeier Rückendeckung – trotzdem entschied sich der Trainer der Verbandsliga-Handballerinnen für den Rücktritt.

„Matthias Husemeier ist auf eigenen Wunsch nicht mehr Trainer der Mannschaft“, berichtete Christian Oestreich gestern. Der 2. Vorsitzende stellte heraus: „Das ist eine Entscheidung, die wir als Vorstand des TuS Eintracht Oberlübbe ausdrücklich bedauern.“ Die sportliche Situation sei nicht unerwartet gekommen: „Wir wussten vorher, dass es nur um den Klassenerhalt geht.“ Der aktuelle Zustand als siegloses Schlusslicht der Verbandsliga mit 1:9 Punkten sei nicht der optimale Saisonverlauf, aber auch frei von jeder Dramatik. „Im letzten Jahr hat Husi die Aufgabe bravourös gelöst“, sagt Oestreich. Daher traf Husemeiers Entscheidung alle Beteiligten unerwartet.

Vor einigen Tagen reifte der Entschluss beim Oberlübber Coach. Ausgangspunkt war die Derby-Pleite beim Aufsteiger TuS Möllbergen. Dem Mann, der ansonsten kurz nach Abpfiff eine messerscharfe Spielanalyse lieferte, fiel es schwer, die Niederlage in Worte zu fassen. Es war erneut nicht gelungen, die Trainingsergebnisse in ein Pflichtspiel zu transportieren. Einige Tage nach dem Spiel hatte Husemeier eine ganz persönliche Lösung gefunden: Er trat als Trainer zurück. Weder Gespräche mit dem Vorstand noch mit der Mannschaft konnten ihn umstimmen.

„Es gibt nur einen einzigen Grund“, sagte Husemeier: „Vielleicht benötigt die Mannschaft jetzt eine andere Ansprache. Ich habe es mit allem versucht. Verständnisvoll oder auch laut. Die Blockade, die mit dem Anpfiff ansetzt, habe ich nicht lösen können.“

Diese Bremse sollen nun andere lockern. Jonas Lukowsky und Sabrina Kelle werden die Mannschaft führen. Lukowsky war bisher als Co-Trainer tätig. Der letztjährige A-Mädchen-Coach übernimmt nun die Verantwortung als Chef. Kelle rückt in die Rolle als Co-Trainerin. Zugleich bleibt die langjährige und erfahrene Torjägerin dem Team als Aushilfe erhalten. Beide sind mit dem Team gut vertraut. Wie lange das Interimsduo die Mannschaft trainieren wird, werden Zeit und Erfolg zeigen. „Das läuft auf unbestimmte Dauer“, sagt Oesreich.

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HilleDie Mechanismen außer Kraft gesetzt: Trainer Husemeier tritt zurückMarcus Riechmann,Christian BendigHille (mt/cb). Bei Misserfolg muss der Trainer gehen. Das ist der reflexhafte Mechanismus des Geschäftes. Doch in Oberlübbe gehen die Uhren anders. Dort genoss Matthias Husemeier Rückendeckung – trotzdem entschied sich der Trainer der Verbandsliga-Handballerinnen für den Rücktritt. „Matthias Husemeier ist auf eigenen Wunsch nicht mehr Trainer der Mannschaft“, berichtete Christian Oestreich gestern. Der 2. Vorsitzende stellte heraus: „Das ist eine Entscheidung, die wir als Vorstand des TuS Eintracht Oberlübbe ausdrücklich bedauern.“ Die sportliche Situation sei nicht unerwartet gekommen: „Wir wussten vorher, dass es nur um den Klassenerhalt geht.“ Der aktuelle Zustand als siegloses Schlusslicht der Verbandsliga mit 1:9 Punkten sei nicht der optimale Saisonverlauf, aber auch frei von jeder Dramatik. „Im letzten Jahr hat Husi die Aufgabe bravourös gelöst“, sagt Oestreich. Daher traf Husemeiers Entscheidung alle Beteiligten unerwartet. Vor einigen Tagen reifte der Entschluss beim Oberlübber Coach. Ausgangspunkt war die Derby-Pleite beim Aufsteiger TuS Möllbergen. Dem Mann, der ansonsten kurz nach Abpfiff eine messerscharfe Spielanalyse lieferte, fiel es schwer, die Niederlage in Worte zu fassen. Es war erneut nicht gelungen, die Trainingsergebnisse in ein Pflichtspiel zu transportieren. Einige Tage nach dem Spiel hatte Husemeier eine ganz persönliche Lösung gefunden: Er trat als Trainer zurück. Weder Gespräche mit dem Vorstand noch mit der Mannschaft konnten ihn umstimmen. „Es gibt nur einen einzigen Grund“, sagte Husemeier: „Vielleicht benötigt die Mannschaft jetzt eine andere Ansprache. Ich habe es mit allem versucht. Verständnisvoll oder auch laut. Die Blockade, die mit dem Anpfiff ansetzt, habe ich nicht lösen können.“ Diese Bremse sollen nun andere lockern. Jonas Lukowsky und Sabrina Kelle werden die Mannschaft führen. Lukowsky war bisher als Co-Trainer tätig. Der letztjährige A-Mädchen-Coach übernimmt nun die Verantwortung als Chef. Kelle rückt in die Rolle als Co-Trainerin. Zugleich bleibt die langjährige und erfahrene Torjägerin dem Team als Aushilfe erhalten. Beide sind mit dem Team gut vertraut. Wie lange das Interimsduo die Mannschaft trainieren wird, werden Zeit und Erfolg zeigen. „Das läuft auf unbestimmte Dauer“, sagt Oesreich.