Minden

Handball-Box: Die Müller-Zwillinge von Unterlübbe

veröffentlicht

Ungleiche Verhältnisse: Lit-Youngster Jan Artmeier im Duell mit Valentin Schmidt und Tillmann Pröhl.
Ungleiche Verhältnisse: Lit-Youngster Jan Artmeier im Duell mit Valentin Schmidt und Tillmann Pröhl.

Minden (cb). Matthias Bredemeier ärgerte nach dem Sieg seiner HSG EURo im Frauen-Oberliga-Derby über Lit Tribe Germania: „Eigentlich müsste ich meiner Mannschaft in den Hintern treten, dass sie nicht schon gegen den HSV Minden-Nord so gespielt haben.“ Der Schlüssel zum Sieg: Eine beinharte Verteidigung. Härte gegen sich selbst, bewies auch Sebastian Berg. Der Rechtsaußen des TuS 09 Möllbergen knickte im Auswärtsspiel in Haltern nach einer Viertelstunde um, entscheid letztlich aber das Duell zugunsten des Portaner Oberligisten.

Auf die Zähne gebissen

Nach dem Auswärtssieg beim Aufsteiger HSC Haltern-Sythen fühlte sich André Torge an die vergangene Saison erinnert. Bekanntlich sicherte sich Torges TuS 09 Möllbergen im Endspurt trotz vieler Verletzter doch den Klassenerhalt. Nun war wieder Kreativität gefragt. Weil Jonas Bartsch fehlte und Sebastian Berg nach einer Viertelstunde umgeknickt war, bekleideten mit Dario Baumgart und Freddi Altvater zwei Rechtshänder die Rechtsaußenposition. Altvater wurde in der Endphase im mittleren Rückraum gebraucht. „Unser Physiotherapeut Björn Krone hat Sebastians Fuß dann dick getaped. So konnte er wieder spielen“, sagte Torge. Berg biss auf die Zähne und erzielte die letzten drei Möllberger Treffer, auch den entscheidenden zum 29:27-Endstand 13 Sekunden vor Schluss. (cb)

Es geht doch

Sebastian Berg stellte sich in der Schlussphase noch einmal in den Dienst der Mannschaft. - © Foto: cb
Sebastian Berg stellte sich in der Schlussphase noch einmal in den Dienst der Mannschaft. (© Foto: cb)

Der Sieg gegen die Rhein Vikings tat neben dem Punktekonto auch dem Selbstvertrauen des Drittligisten GWD Minden II gut. Es geht doch, die Qualität im Kader ist vorhanden, dürfte man sich im GWD-II-Lager gedacht haben. Neben dem seit mehreren Wochen gut haltenden Leon Grabenstein und Abwehrkämpfer Malte Nolting hatte der Erfolg gegen den Zweitliga-Absteiger weitere Väter. Zum einen Tim Huckauf. Über ihn sagte Co-Trainer Christopher Kunisch: „Er wächst immer mehr in die Verantwortung hinein. Er hat in diesem Punkt einen riesengroßen Schritt nach vorne gemacht.“ Außerdem wird Jonas Molz immer mehr zum Faktor. Der Rückraumlinke fehlte bei der ärgerlichen Niederlage beim VfL Gummersbach II und traf gegen die Neusser nicht nur vier Mal, sondern stand auch in der Abwehr neben dem stark verteidigenden Patrick Mattausch seinen Mann. „Es war das bisher beste Spiel von Jonas“, sagt Kunisch. (cb)

Anerkennender Vergleich

Beten mussten die Spielerinnen der HSG EURo um die abwehrstarke Lisa Danneberg im Derby nicht. Die starke Abwehr brachte den Sieg. - © Foto: cb
Beten mussten die Spielerinnen der HSG EURo um die abwehrstarke Lisa Danneberg im Derby nicht. Die starke Abwehr brachte den Sieg. (© Foto: cb)

Das Frauen-Oberliga-Derby zwischen der HSG EURo und Lit Tribe Germania schrieb viele Geschichten. Die eine ist die der körperlichen Härte der EURo-Abwehr. „Das haben die Schiedsrichter zugelassen. Und wir konnten damit nicht umgehen. Deswegen ist der EURo-Sieg auch verdient“, ärgerte sich Trainerin Andrea Leiding darüber, dass ihre Mannschaft „den Kampf nicht angenommen habe“. Zunächst versuchten die Unparteiischen noch, deutliche Zeichen zu setzen und schickten in der Anfangsphase Ann-Katrin Bredemeier und Rhea Rodehau jeweils zweimal für zwei Minuten auf die Strafbank. „Damit fielen die beiden erstmal für die Defensive aus“, sah sich HSG-Trainer Matthias Bredemeier zum Umdenken gezwungen und zauberte für die Abwehrarbeit Chanice Arendt aus dem Hut. „Sie hat das richtig gut gemacht. Genauso wie Lisa Danneberg dann in der Abwehrmitte.“ Insgesamt kamen die gefährlichen Lit-Rückraumspielerinnen Alena Knicker, Leonie Wöbking, zeitweise Madeleine Benecke und Miriam Bolduan nur auf sechs Feldtore. „Eine überragende Quote“, freute sich Bredemeier, und machte dafür die Abwehrarbeit von Joana Rodehau maßgeblich verantwortlich. „Sie hat eine unglaubliche Arbeit verrichtet“, betonte der EURo-Coach. Bredemeiers Einschätzung weitete der Lit-Vorsitzende Christian Niemann mit einem Vergleich zur Handball-Bundesliga auf die drei Rodehau-Schwestern Joana, Rhea und Rahel aus: „Mit den Dreien ist es genauso wie mit den Müller-Zwillingen. Die hat man lieber im eigenen Team.“ (cb)

Nachgeschoben

Das verletzte Trio Jannik Gartmann, Jannik Oevermann und David Finke fieberte während des Drittligaspiels Lit Tribe Germanias gegen Eintracht Hagen mit seiner Mannschaft. Die führte gegen den Zweitliga-Absteiger zur Pause mit 15:14. Dass es zum Sieg reichen würde, daran glaubte Gartmann, bei dem der Heilungsverlauf seines Handbruchs voll nach Plan verläuft, aber nicht. „Bisher ist das aufgegangen, worauf wir gebaut haben“, erklärte der Kapitän und präzisierte: „Die Hoffnung war, das Hagen glaubt, dass sie bei einer Dorfmannschaft mal eben mit 70 oder 80 Prozent Leistung gewinnen können.“ Aber auch Gartmann wusste, dass die Eintracht noch reichlich Qualität auf der Bank sitzen hatte. Die beorderte dann Gäste-Trainer Ulli Kriebel mit Wiederanpfiff in Person von Jan-Lars Gaubatz aufs Feld. „Bei uns sitzen fast ausschließlich Spieler aus der A-Jugend oder aus der Verbandsligamannschaft“, betonte Gartmann. Und wie zum Beweis beackerten Marvin Meinking und Mark Artmeier, der in der vergangenen Serie noch bei der A2-Jungen von GWD Minden in der Jugend-Oberliga spielte, die rechte Außenbahn. (cb)

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MindenHandball-Box: Die Müller-Zwillinge von UnterlübbeMinden (cb). Matthias Bredemeier ärgerte nach dem Sieg seiner HSG EURo im Frauen-Oberliga-Derby über Lit Tribe Germania: „Eigentlich müsste ich meiner Mannschaft in den Hintern treten, dass sie nicht schon gegen den HSV Minden-Nord so gespielt haben.“ Der Schlüssel zum Sieg: Eine beinharte Verteidigung. Härte gegen sich selbst, bewies auch Sebastian Berg. Der Rechtsaußen des TuS 09 Möllbergen knickte im Auswärtsspiel in Haltern nach einer Viertelstunde um, entscheid letztlich aber das Duell zugunsten des Portaner Oberligisten. Auf die Zähne gebissen Nach dem Auswärtssieg beim Aufsteiger HSC Haltern-Sythen fühlte sich André Torge an die vergangene Saison erinnert. Bekanntlich sicherte sich Torges TuS 09 Möllbergen im Endspurt trotz vieler Verletzter doch den Klassenerhalt. Nun war wieder Kreativität gefragt. Weil Jonas Bartsch fehlte und Sebastian Berg nach einer Viertelstunde umgeknickt war, bekleideten mit Dario Baumgart und Freddi Altvater zwei Rechtshänder die Rechtsaußenposition. Altvater wurde in der Endphase im mittleren Rückraum gebraucht. „Unser Physiotherapeut Björn Krone hat Sebastians Fuß dann dick getaped. So konnte er wieder spielen“, sagte Torge. Berg biss auf die Zähne und erzielte die letzten drei Möllberger Treffer, auch den entscheidenden zum 29:27-Endstand 13 Sekunden vor Schluss. (cb) Es geht doch Der Sieg gegen die Rhein Vikings tat neben dem Punktekonto auch dem Selbstvertrauen des Drittligisten GWD Minden II gut. Es geht doch, die Qualität im Kader ist vorhanden, dürfte man sich im GWD-II-Lager gedacht haben. Neben dem seit mehreren Wochen gut haltenden Leon Grabenstein und Abwehrkämpfer Malte Nolting hatte der Erfolg gegen den Zweitliga-Absteiger weitere Väter. Zum einen Tim Huckauf. Über ihn sagte Co-Trainer Christopher Kunisch: „Er wächst immer mehr in die Verantwortung hinein. Er hat in diesem Punkt einen riesengroßen Schritt nach vorne gemacht.“ Außerdem wird Jonas Molz immer mehr zum Faktor. Der Rückraumlinke fehlte bei der ärgerlichen Niederlage beim VfL Gummersbach II und traf gegen die Neusser nicht nur vier Mal, sondern stand auch in der Abwehr neben dem stark verteidigenden Patrick Mattausch seinen Mann. „Es war das bisher beste Spiel von Jonas“, sagt Kunisch. (cb) Anerkennender Vergleich Das Frauen-Oberliga-Derby zwischen der HSG EURo und Lit Tribe Germania schrieb viele Geschichten. Die eine ist die der körperlichen Härte der EURo-Abwehr. „Das haben die Schiedsrichter zugelassen. Und wir konnten damit nicht umgehen. Deswegen ist der EURo-Sieg auch verdient“, ärgerte sich Trainerin Andrea Leiding darüber, dass ihre Mannschaft „den Kampf nicht angenommen habe“. Zunächst versuchten die Unparteiischen noch, deutliche Zeichen zu setzen und schickten in der Anfangsphase Ann-Katrin Bredemeier und Rhea Rodehau jeweils zweimal für zwei Minuten auf die Strafbank. „Damit fielen die beiden erstmal für die Defensive aus“, sah sich HSG-Trainer Matthias Bredemeier zum Umdenken gezwungen und zauberte für die Abwehrarbeit Chanice Arendt aus dem Hut. „Sie hat das richtig gut gemacht. Genauso wie Lisa Danneberg dann in der Abwehrmitte.“ Insgesamt kamen die gefährlichen Lit-Rückraumspielerinnen Alena Knicker, Leonie Wöbking, zeitweise Madeleine Benecke und Miriam Bolduan nur auf sechs Feldtore. „Eine überragende Quote“, freute sich Bredemeier, und machte dafür die Abwehrarbeit von Joana Rodehau maßgeblich verantwortlich. „Sie hat eine unglaubliche Arbeit verrichtet“, betonte der EURo-Coach. Bredemeiers Einschätzung weitete der Lit-Vorsitzende Christian Niemann mit einem Vergleich zur Handball-Bundesliga auf die drei Rodehau-Schwestern Joana, Rhea und Rahel aus: „Mit den Dreien ist es genauso wie mit den Müller-Zwillingen. Die hat man lieber im eigenen Team.“ (cb) Nachgeschoben Das verletzte Trio Jannik Gartmann, Jannik Oevermann und David Finke fieberte während des Drittligaspiels Lit Tribe Germanias gegen Eintracht Hagen mit seiner Mannschaft. Die führte gegen den Zweitliga-Absteiger zur Pause mit 15:14. Dass es zum Sieg reichen würde, daran glaubte Gartmann, bei dem der Heilungsverlauf seines Handbruchs voll nach Plan verläuft, aber nicht. „Bisher ist das aufgegangen, worauf wir gebaut haben“, erklärte der Kapitän und präzisierte: „Die Hoffnung war, das Hagen glaubt, dass sie bei einer Dorfmannschaft mal eben mit 70 oder 80 Prozent Leistung gewinnen können.“ Aber auch Gartmann wusste, dass die Eintracht noch reichlich Qualität auf der Bank sitzen hatte. Die beorderte dann Gäste-Trainer Ulli Kriebel mit Wiederanpfiff in Person von Jan-Lars Gaubatz aufs Feld. „Bei uns sitzen fast ausschließlich Spieler aus der A-Jugend oder aus der Verbandsligamannschaft“, betonte Gartmann. Und wie zum Beweis beackerten Marvin Meinking und Mark Artmeier, der in der vergangenen Serie noch bei der A2-Jungen von GWD Minden in der Jugend-Oberliga spielte, die rechte Außenbahn. (cb)