Hille/Minden

Round-Up: GWD Minden feiert einen Sieg des Willens, willensstarke Germanen gehen leer aus

Christian Bendig

Durststrecke beendet: GWD Minden II kämpfte die Rhein Vikings nieder. - © Foto: Bendig
Durststrecke beendet: GWD Minden II kämpfte die Rhein Vikings nieder. (© Foto: Bendig)

Hille/Minden (cb). Wer im Tabellenkeller steht, muss eben auch einmal überraschende Zähler einfahren. So wie Handball-Drittligist GWD Minden II am Samstagabend gegen die Rhein Vikings. Nach der kämpferisch besten Vorstellung der vergangenen Wochen stand ein 25:20-Heimsieg zu Buche. Für Ligarivalen Lit Tribe Germania langte es nicht zur Überraschung gegen Eintracht Hagen. Dafür war in Haltern Party angesagt: Oberligist TuS 09 Möllbergen sicherte sich nach einem turbulenten Spiel beim Aufsteiger HSC Haltern-Sythen die Saisonpunkte sieben und acht. Gefeiert wurde auch in Lahde: Frauen-Verbandsligist HSG Petershagen/Lahde kämpfte im Spitzenspiel den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck nieder und verteidigte die Tabellenführung.

Rhein Vikings-Trainer Jörg Bohrmann schwante nach 11:3 Punkten in den vergangenen Wochen bereits Böses vor dem Auswärtsspiel in Dankersen. Und so kam es auch. Der Druck, der auf GWD Minden II lag, entlud sich in einer kämpferisch formidablen Vorstellung, bei der die GWD-Reserve, die bis zum 25:20-Heimsieg am Tabellenende der 3. Liga stand, den Gegner mit einer aggressiven Abwehr den Zahn zog. Die Entscheidung fiel zwischen der 27. und 43. Minute. Halbzeitübergreifend setzten sich die Grün-Weißen, die ohne Justus Richtzenhain und Jannik Jungmann aber mit Max Staar spielten, vom 12:12 auf 20:15 ab. GWD II klettert somit auf den drittletzten Platz und hat den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze wiederhergestellt. Drei Zähler beträgt der Abstand auf den Lokalrivalen Lit Tribe Germania.

Lit-Rückraumspieler Kim-Patrick Kliver biss sich bisweilen an der Eintracht-Abwehr die Zähne aus. - © Foto: Bendig
Lit-Rückraumspieler Kim-Patrick Kliver biss sich bisweilen an der Eintracht-Abwehr die Zähne aus. (© Foto: Bendig)

Die Hiller Spielgemeinschaft trat ebenfalls gegen einen Zweitliga-Absteiger an. Im Gegensatz zu den Rhein Vikings gab sich die deutlich stärker besetzte Eintracht Hagen keine Blöße und entführte mit dem 32:26-Sieg beide Punkte aus Nordhemmern. „Der Sieg ist am Ende ein bisschen zu hoch ausgefallen“, meinte Lit-Trainer Daniel Gerling, der seiner Mannschaft eine gute Leistung attestierte. Die führte dazu, dass der Aufsteiger den Meisterschaftskandidaten in der ersten Halbzeit nachhaltig ärgerte (15:14). Bis zur 40. Minute (19:20) hielten die Hausherren mit, dann zündete Hagen den Turbo, warf sich mit 24:19 (44.) in Front und hielt den Vorsprung bis zum Ende. Lit musste ohne Jannik Gartmann (Handbruch), Jannik Oevermann (Rippenprellung) und David Finke auskommen.

Möllberger Partyzug in Schmalspur-Besetzung

Die Krönung in Form eines Kempa-Tricks blieb Max Staar und GWD II in dieser Szene, der letzten des Spiels, verwehrt. - © Foto: Bendig
Die Krönung in Form eines Kempa-Tricks blieb Max Staar und GWD II in dieser Szene, der letzten des Spiels, verwehrt. (© Foto: Bendig)

So gut wie nach dem 29:27-Auswärtssieg beim HSC Haltern-Sythen stand der TuS 09 Möllbergen in der Oberliga schon ewig nicht mehr da. Nach sieben Spieltagen weist die Mannschaft von Trainer André Torge 8:6 Punkte auf und rangiert auf Platz vier. „Die Jungs sind über sich hinausgewachsen“, feierte Torge sein Team, das beim Aufsteiger ohne Arne Ransiek, Julian Kaatze, Jonas Bartsch, Torben Hanke, Holger Kruse und Jan Camen angetreten war. In Durchgang eins dominierte das Torge-Team (18:10), zollte in Durchgang zwei dem Kräfteverschleiß Tribut und behielt nach dem 27:28-Anschlusstreffer kühlen Kopf. „Jetzt können sie Party machen“, meldete Torge nach Spielschluss.

Michelle Ahnefeld und die HSG Petershagen/Lahde konnten sich auch im Topspiel auf ihre zupackende Abwehr verlassen. - - © Foto: Bendig
Michelle Ahnefeld und die HSG Petershagen/Lahde konnten sich auch im Topspiel auf ihre zupackende Abwehr verlassen. - (© Foto: Bendig)

Nachdem am Freitagabend der TSV Hahlen sein Heimspiel gegen die HSG Spradow mit 26:28 verloren hatte, greifen die beiden weiteren Verbandsligisten erst am Sonntag ins Geschehen ein. Lit Tribe Germania II empfängt die HSG Hüllhorst (16 Uhr, Nordhemmern) und die HSG Porta den TV Emsdetten II (17.30 Uhr, Veltheim).

In der Landesliga scheint es so, als würde HB Bad Salzuflen tatsächlich einsam seine Kreise an der Tabellenspitze ziehen. Die HSG Petershagen/Lahde konnte den weiterhin verlustpunktfreien Lippern bei der 26:33 (14:18)-Niederlage keine Punkte abluchsen und zudem verlor Eintracht Oberlübbe erstmals in dieser Saison. Im Kreisderby beim TuS Gehlenbeck zog die Eintracht mit 20:27 den Kürzeren und hat nun drei Minuspunkte auf dem Konto. Am Sonntag steigt in Stemmer um 16.45 Uhr das Derby zwischen dem HSV Minden-Nord und dem TV Hille.

Minden-Nord und Petershagen/Lahde nicht zu bremsen

In der Frauen-Oberliga schwimmt der HSV Minden-Nord weiter auf einer Erfolgswelle. Beim Aufsteiger SG Halden-Herbeck reichte es zu einem 26:24-Erfolg. Der Erfolg war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. In der Tabelle schiebt sich der Handballspielverbund mit 10:2 Punkten zumindest bis Sonntagabend auf Rang zwei. Nach dem tollen Sieg gegen den HB Bad Salzuflen vor einer Woche erdete Tura Bergkamen den TSV Hahlen wieder. Die Mindenerinnen unterlagen deutlich mit 20:30. Nach dem der TSV den 1:5-Fehlstart wett gemacht hatte (5:6, 16. Minute) leistete sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Winkler einen bis zum Seitenwechsel andauernden Aussetzer, der zum entscheidenden 6:15-Rückstand führte. Die beiden weiteren Oberligisten, HSG EURo und Lit Tribe Germania, stehen sich am Sonntag um 15.30 Uhr in Unterlübbe im direkten Duell gegenüber.

In der Verbandsliga bleibt die HSG Petershagen/Lahde weiter das Maß der Dinge. Auch die hoch eingeschätzten Handballerinnen des TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck konnten der Mannschaft von Trainer Heiko Breuer lediglich eine Halbzeit lang gefährlich werden (11:8). Nach dem Seitenwechsel spielte die HSG im Stile einer Spitzenmannschaft und behält auch am fünften Spieltag seine weiße Weste. Der TuS 09 Möllbergen erwischte bei der Spvg Steinhagen in Halbzeit eins einen rabenschwarzen Tag. Nach 30 Minuten war das Spiel beim Stand von 10:22 aus Sicht des TuS bereits entschieden. Das Endergebnis von 28:34 konnte die Mannschaft von Trainer Patrick Richter noch einigermaßen erträglich gestalten. Eintracht Oberlübbe hatte spielfrei.

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Und so kam es auch. Der Druck, der auf GWD Minden II lag, entlud sich in einer kämpferisch formidablen Vorstellung, bei der die GWD-Reserve, die bis zum 25:20-Heimsieg am Tabellenende der 3. Liga stand, den Gegner mit einer aggressiven Abwehr den Zahn zog. Die Entscheidung fiel zwischen der 27. und 43. Minute. Halbzeitübergreifend setzten sich die Grün-Weißen, die ohne Justus Richtzenhain und Jannik Jungmann aber mit Max Staar spielten, vom 12:12 auf 20:15 ab. GWD II klettert somit auf den drittletzten Platz und hat den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze wiederhergestellt. Drei Zähler beträgt der Abstand auf den Lokalrivalen Lit Tribe Germania. Die Hiller Spielgemeinschaft trat ebenfalls gegen einen Zweitliga-Absteiger an. Im Gegensatz zu den Rhein Vikings gab sich die deutlich stärker besetzte Eintracht Hagen keine Blöße und entführte mit dem 32:26-Sieg beide Punkte aus Nordhemmern. „Der Sieg ist am Ende ein bisschen zu hoch ausgefallen“, meinte Lit-Trainer Daniel Gerling, der seiner Mannschaft eine gute Leistung attestierte. Die führte dazu, dass der Aufsteiger den Meisterschaftskandidaten in der ersten Halbzeit nachhaltig ärgerte (15:14). Bis zur 40. Minute (19:20) hielten die Hausherren mit, dann zündete Hagen den Turbo, warf sich mit 24:19 (44.) in Front und hielt den Vorsprung bis zum Ende. Lit musste ohne Jannik Gartmann (Handbruch), Jannik Oevermann (Rippenprellung) und David Finke auskommen. Möllberger Partyzug in Schmalspur-Besetzung So gut wie nach dem 29:27-Auswärtssieg beim HSC Haltern-Sythen stand der TuS 09 Möllbergen in der Oberliga schon ewig nicht mehr da. Nach sieben Spieltagen weist die Mannschaft von Trainer André Torge 8:6 Punkte auf und rangiert auf Platz vier. „Die Jungs sind über sich hinausgewachsen“, feierte Torge sein Team, das beim Aufsteiger ohne Arne Ransiek, Julian Kaatze, Jonas Bartsch, Torben Hanke, Holger Kruse und Jan Camen angetreten war. In Durchgang eins dominierte das Torge-Team (18:10), zollte in Durchgang zwei dem Kräfteverschleiß Tribut und behielt nach dem 27:28-Anschlusstreffer kühlen Kopf. „Jetzt können sie Party machen“, meldete Torge nach Spielschluss. Nachdem am Freitagabend der TSV Hahlen sein Heimspiel gegen die HSG Spradow mit 26:28 verloren hatte, greifen die beiden weiteren Verbandsligisten erst am Sonntag ins Geschehen ein. Lit Tribe Germania II empfängt die HSG Hüllhorst (16 Uhr, Nordhemmern) und die HSG Porta den TV Emsdetten II (17.30 Uhr, Veltheim). In der Landesliga scheint es so, als würde HB Bad Salzuflen tatsächlich einsam seine Kreise an der Tabellenspitze ziehen. Die HSG Petershagen/Lahde konnte den weiterhin verlustpunktfreien Lippern bei der 26:33 (14:18)-Niederlage keine Punkte abluchsen und zudem verlor Eintracht Oberlübbe erstmals in dieser Saison. Im Kreisderby beim TuS Gehlenbeck zog die Eintracht mit 20:27 den Kürzeren und hat nun drei Minuspunkte auf dem Konto. Am Sonntag steigt in Stemmer um 16.45 Uhr das Derby zwischen dem HSV Minden-Nord und dem TV Hille. Minden-Nord und Petershagen/Lahde nicht zu bremsen In der Frauen-Oberliga schwimmt der HSV Minden-Nord weiter auf einer Erfolgswelle. Beim Aufsteiger SG Halden-Herbeck reichte es zu einem 26:24-Erfolg. Der Erfolg war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. In der Tabelle schiebt sich der Handballspielverbund mit 10:2 Punkten zumindest bis Sonntagabend auf Rang zwei. Nach dem tollen Sieg gegen den HB Bad Salzuflen vor einer Woche erdete Tura Bergkamen den TSV Hahlen wieder. Die Mindenerinnen unterlagen deutlich mit 20:30. Nach dem der TSV den 1:5-Fehlstart wett gemacht hatte (5:6, 16. Minute) leistete sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Winkler einen bis zum Seitenwechsel andauernden Aussetzer, der zum entscheidenden 6:15-Rückstand führte. Die beiden weiteren Oberligisten, HSG EURo und Lit Tribe Germania, stehen sich am Sonntag um 15.30 Uhr in Unterlübbe im direkten Duell gegenüber. In der Verbandsliga bleibt die HSG Petershagen/Lahde weiter das Maß der Dinge. Auch die hoch eingeschätzten Handballerinnen des TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck konnten der Mannschaft von Trainer Heiko Breuer lediglich eine Halbzeit lang gefährlich werden (11:8). Nach dem Seitenwechsel spielte die HSG im Stile einer Spitzenmannschaft und behält auch am fünften Spieltag seine weiße Weste. Der TuS 09 Möllbergen erwischte bei der Spvg Steinhagen in Halbzeit eins einen rabenschwarzen Tag. Nach 30 Minuten war das Spiel beim Stand von 10:22 aus Sicht des TuS bereits entschieden. 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