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Handball-Box: Frauen sorgen für Furore - nur ein Team darbt sieglos am Tabellenende

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Die Frauen der HSG Petershagen/Lahde feiern den Auswärtssieg in Wettringen. - © Foto: privat
Die Frauen der HSG Petershagen/Lahde feiern den Auswärtssieg in Wettringen. (© Foto: privat)

Minden (mt). Der heimische Frauenhandball erlebt in diesen Tagen einen bemerkenswerten Aufschwung. Allen voran gehen die Verbandsliga-Frauen der HSG Petershagen/Lahde als torhungriger Spitzenreiter. Nur bei Eintracht Oberlübbe läuft es nicht rund. Lediglich im Training zeigen die Eintracht-Frauen was sie können. Doch dafür gibt es keine Punkte.

Keine Tore, keine Siege

Einige Spielerinnen von Eintracht Oberlübbe und ihr Trainer Matthias Husemeier standen noch lange Zeit nach dem verlorenen Verbandsliga-Derby beim TuS 09 Möllbergen mit leeren Blicken im Kabinengang. Woran es derzeit liegt, dass die Eintracht lediglich einen Zähler auf dem Konto hat und am Tabellenende steht, ist offensichtlich: Knackpunkt ist die Angriffsleistung. 16,6 Tore wirft die Eintracht im Schnitt. Das ist der absolute Tiefstwert der Liga. „Im Training läuft es. Die Trainingsbeteiligung ist gut, ich kann am Ende jeder Einheit sechs gegen sechs spielen lassen“, erzählt Husemeier und rätselt: „Im Training setzen die Spielerinnen die Dinge super und engagiert um. Im Spiel ist es dann wie abgeschnitten.“ (cb)

Die Offensive rollt

Imke Viering (rechts) ist eine der wenigen HSV-Spielerinnen, die gewöhnlich 60 Minuten auf der Platte stehen. - © Foto: Bendig
Imke Viering (rechts) ist eine der wenigen HSV-Spielerinnen, die gewöhnlich 60 Minuten auf der Platte stehen. (© Foto: Bendig)

Ganz anders sieht die Welt beim Klassenpartner HSG Petershagen/Lahde aus. Die eilte an den bisherigen vier Spieltagen von Sieg zu Sieg und wirft im Schnitt 30 Tore pro Spiel. Im ersten Saisonspiel waren es bereits 35 gegen den HSV Minden-Nord II, der übrigens auch einen Durchschnittswert von 30 Tore erreicht hat. Schon da ließen die Aussagen von Trainer Heiko Breuer auf eine gute Saison schließen. „Wir haben einen breit aufgestellten Kader. Ich kann munter durchwechseln, die Qualität leidet nicht und wir können über 60 Minuten volles Tempo gehen“, skizzierte der HSG-Trainer. Beim jüngsten 25:20-Auswärtssieg beim FC Vorwärts Wettringen hätten es gut und gerne wieder 30 Treffer sein können, wenn da nicht die Chancenverwertung gewesen wäre, wie Breuer-Vertreter Christoph Schäkel berichtete. Und da klingt es vor dem Spitzenspiel gegen Verfolger TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck (8:0) am Samstag um 16 Uhr in Lahde beinahe schon wie eine Drohung an die Konkurrenz, wenn Schäkel sagt: „In Luisa Dollereder fehlte sogar noch eine torgefährliche Rückraumwerferin.“ (cb)

HSV ist breit aufgestellt

Ein Hahler Trikot in blau-weiß: Stephanie Beneke mit einem 60 Jahre alten Feldhandball-Trikot. - © Foto: sbp
Ein Hahler Trikot in blau-weiß: Stephanie Beneke mit einem 60 Jahre alten Feldhandball-Trikot. (© Foto: sbp)

In der Oberliga schwimmt der HSV Minden-Nord spätestens nach dem Derbysieg gegen die HSG EURo auf einer Euphoriewelle. Vor der Spielzeit betonte Trainer Olaf Grintz die Ausgeglichenheit und die Variabilität des Kaders. Und als wolle er das auch der breiten Öffentlichkeit beweisen, wirbelte Grintz Mitte der ersten Halbzeit das spielende Personal gehörig durch. Leonie Friesen kam für die Kreisläuferposition, Judith Schröder für die Rückraummitte, Beatrice Hartmann für den linken Rückraum. Innerhalb dieser Rochade wechselte unter anderem Benica Pross vom Kreis in den rechten Rückraum. Bis auf die beiden Außen- und die Torwartposition hatte sich die Aufstellung nachhaltig verändert, die HSG EURo stand somit vor neuen Aufgaben und einige wichtige Spielerinnen erhielten wichtige Verschnaufpausen und sparten somit die vielleicht entscheidenden Kräfte für den ab der 42. Minute einsetzenden 12:4-Lauf. (cb)

Kaum Personal, viel Energie

Sonderlich breit ist der Kader von Lit Tribe Germania aufgrund vieler Verletzungen nicht gerade aufgestellt. Trotzdem läuft es bisher für die Mannschaft von Trainerin Andrea Leiding ganz ordentlich in der Oberliga. Am vergangenen Wochenende fuhr das Leiding-Team souverän den 28:22-Sieg beim HC Tura Bergkamen ein. Und das mit nur sieben Feldspielerinnen, weil sich Miriam Bolduan in der 15. Minute am Knie verletzt. Leiding gab aber schon am Sonntag Entwarnung: „Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass es etwas Schlimmeres ist und sie im kommenden Derby gegen die HSG EURo spielen kann.“ Trotzdem war das Bolduan-Aus eine gewisse Hypothek, die die Lit-Frauen aber erfolgreich schulterten. „Die Mannschaft hatte eine tolle Körpersprache. Und sie ist sehr fokussiert und lösungsorientiert aufgetreten“, veranschaulichte Leiding und präzisierte: „In den Auszeiten, oder wenn es einmal über ein paar Minuten nicht so rund lief, musste ich kaum etwas korrigieren. Das hat die Mannschaft fast von ganz alleine geregelt.“ (cb)

Trikot aus dem Jahr 1958

Die 2. Frauenmannschaft des TV Hille hatte anlässlich des Heimspiel-Events am vergangenen Wochenende die Zuschauer dazu aufgerufen, im Trikot in die Sporthalle zu kommen. Das älteste Trikot wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Nicht zu toppen war das Shirt, das Stephanie Beneke aus Hahlen trug. Das Feldhandball-Trikot des TSV Hahlen mit der Nummer 7 habe ihr Vater früher getragen und stamme aus dem Jahr 1958, wie die Mindenerin erzählte. „Und immerhin ist es auch blau-weiß“, sagte Stephanie Beneke im Hinblick auf die Vereinsfarben des TV Hille. Die Gewinnerin schaute sich am Samstag das Spiel der Landesligamänner gegen Bad Oeynhausen an, um ihren Neffen Kevin Lenz anzufeuern, der bei den Sachsenrössern spielt. Die Männer siegten 21:18 und auch die 2. Frauenmannschaft durfte am großen Hiller „Heimspieltag“ feiern. In der 1. Kreisliga gelang den Gastgeberinnen mit 27:6 gegen HCE Bad Oeynhausen endlich der ersten Saisonsieg. (sbo)

Meister- und Pokalrunde

In diesem Jahr greift erstmals der neue Modus der A-Jungen-Bundesliga. Nach der Vorrunde geht es für die besten vier Teams der regionalen Staffeln in der Meisterrunde weiter. GWD Minden hat sich bereits für die Runde qualifiziert. Die wird nach einem festgelegten Schlüssel aus den vier Staffeln zusammengestellt. Bleibt es den aktuellen Tabellenständen heißt ein Gegner Berlin. Die Füchse sind mit sieben Siegen in sieben Spielen unangefochtenen Tabellenführer der Ost-Staffel. Damit würde es zu einem Wiedersehen mit dem vor der Spielzeit von GWD nach Berlin gewechselten Maxim Orlov kommen. Die Top-Vier beider Meisterstaffeln spielen im K.o.-System (Viertel-, Halbfinale und Endspiel) den neuen Champion aus. Für die JSG NSM-Nettelstedt geht es sicher in der „Pokalrunde“ weiter. In der spielen alle Mannschaften, die in ihren jeweiligen Staffeln die Plätze fünf bis zehn belegen. Die Mannschaft von Trainer Julian Grumbach trifft somit in Hin- und Rückspiel ausschließlich auf bekannte Gegner der Nordstaffel. Die beiden Erstplatzierten der vier Pokalrundenstaffeln kämpfen ebenfalls in K.o.-Runden ab einem Viertelfinale um den DHB-Pokal. (cb)

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MindenHandball-Box: Frauen sorgen für Furore - nur ein Team darbt sieglos am TabellenendeMinden (mt). Der heimische Frauenhandball erlebt in diesen Tagen einen bemerkenswerten Aufschwung. Allen voran gehen die Verbandsliga-Frauen der HSG Petershagen/Lahde als torhungriger Spitzenreiter. Nur bei Eintracht Oberlübbe läuft es nicht rund. Lediglich im Training zeigen die Eintracht-Frauen was sie können. Doch dafür gibt es keine Punkte. Keine Tore, keine Siege Einige Spielerinnen von Eintracht Oberlübbe und ihr Trainer Matthias Husemeier standen noch lange Zeit nach dem verlorenen Verbandsliga-Derby beim TuS 09 Möllbergen mit leeren Blicken im Kabinengang. Woran es derzeit liegt, dass die Eintracht lediglich einen Zähler auf dem Konto hat und am Tabellenende steht, ist offensichtlich: Knackpunkt ist die Angriffsleistung. 16,6 Tore wirft die Eintracht im Schnitt. Das ist der absolute Tiefstwert der Liga. „Im Training läuft es. Die Trainingsbeteiligung ist gut, ich kann am Ende jeder Einheit sechs gegen sechs spielen lassen“, erzählt Husemeier und rätselt: „Im Training setzen die Spielerinnen die Dinge super und engagiert um. Im Spiel ist es dann wie abgeschnitten.“ (cb) Die Offensive rollt Ganz anders sieht die Welt beim Klassenpartner HSG Petershagen/Lahde aus. Die eilte an den bisherigen vier Spieltagen von Sieg zu Sieg und wirft im Schnitt 30 Tore pro Spiel. Im ersten Saisonspiel waren es bereits 35 gegen den HSV Minden-Nord II, der übrigens auch einen Durchschnittswert von 30 Tore erreicht hat. Schon da ließen die Aussagen von Trainer Heiko Breuer auf eine gute Saison schließen. „Wir haben einen breit aufgestellten Kader. Ich kann munter durchwechseln, die Qualität leidet nicht und wir können über 60 Minuten volles Tempo gehen“, skizzierte der HSG-Trainer. Beim jüngsten 25:20-Auswärtssieg beim FC Vorwärts Wettringen hätten es gut und gerne wieder 30 Treffer sein können, wenn da nicht die Chancenverwertung gewesen wäre, wie Breuer-Vertreter Christoph Schäkel berichtete. Und da klingt es vor dem Spitzenspiel gegen Verfolger TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck (8:0) am Samstag um 16 Uhr in Lahde beinahe schon wie eine Drohung an die Konkurrenz, wenn Schäkel sagt: „In Luisa Dollereder fehlte sogar noch eine torgefährliche Rückraumwerferin.“ (cb) HSV ist breit aufgestellt In der Oberliga schwimmt der HSV Minden-Nord spätestens nach dem Derbysieg gegen die HSG EURo auf einer Euphoriewelle. Vor der Spielzeit betonte Trainer Olaf Grintz die Ausgeglichenheit und die Variabilität des Kaders. Und als wolle er das auch der breiten Öffentlichkeit beweisen, wirbelte Grintz Mitte der ersten Halbzeit das spielende Personal gehörig durch. Leonie Friesen kam für die Kreisläuferposition, Judith Schröder für die Rückraummitte, Beatrice Hartmann für den linken Rückraum. Innerhalb dieser Rochade wechselte unter anderem Benica Pross vom Kreis in den rechten Rückraum. Bis auf die beiden Außen- und die Torwartposition hatte sich die Aufstellung nachhaltig verändert, die HSG EURo stand somit vor neuen Aufgaben und einige wichtige Spielerinnen erhielten wichtige Verschnaufpausen und sparten somit die vielleicht entscheidenden Kräfte für den ab der 42. Minute einsetzenden 12:4-Lauf. (cb) Kaum Personal, viel Energie Sonderlich breit ist der Kader von Lit Tribe Germania aufgrund vieler Verletzungen nicht gerade aufgestellt. Trotzdem läuft es bisher für die Mannschaft von Trainerin Andrea Leiding ganz ordentlich in der Oberliga. Am vergangenen Wochenende fuhr das Leiding-Team souverän den 28:22-Sieg beim HC Tura Bergkamen ein. Und das mit nur sieben Feldspielerinnen, weil sich Miriam Bolduan in der 15. Minute am Knie verletzt. Leiding gab aber schon am Sonntag Entwarnung: „Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass es etwas Schlimmeres ist und sie im kommenden Derby gegen die HSG EURo spielen kann.“ Trotzdem war das Bolduan-Aus eine gewisse Hypothek, die die Lit-Frauen aber erfolgreich schulterten. „Die Mannschaft hatte eine tolle Körpersprache. Und sie ist sehr fokussiert und lösungsorientiert aufgetreten“, veranschaulichte Leiding und präzisierte: „In den Auszeiten, oder wenn es einmal über ein paar Minuten nicht so rund lief, musste ich kaum etwas korrigieren. Das hat die Mannschaft fast von ganz alleine geregelt.“ (cb) Trikot aus dem Jahr 1958 Die 2. Frauenmannschaft des TV Hille hatte anlässlich des Heimspiel-Events am vergangenen Wochenende die Zuschauer dazu aufgerufen, im Trikot in die Sporthalle zu kommen. Das älteste Trikot wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Nicht zu toppen war das Shirt, das Stephanie Beneke aus Hahlen trug. Das Feldhandball-Trikot des TSV Hahlen mit der Nummer 7 habe ihr Vater früher getragen und stamme aus dem Jahr 1958, wie die Mindenerin erzählte. „Und immerhin ist es auch blau-weiß“, sagte Stephanie Beneke im Hinblick auf die Vereinsfarben des TV Hille. Die Gewinnerin schaute sich am Samstag das Spiel der Landesligamänner gegen Bad Oeynhausen an, um ihren Neffen Kevin Lenz anzufeuern, der bei den Sachsenrössern spielt. Die Männer siegten 21:18 und auch die 2. Frauenmannschaft durfte am großen Hiller „Heimspieltag“ feiern. In der 1. Kreisliga gelang den Gastgeberinnen mit 27:6 gegen HCE Bad Oeynhausen endlich der ersten Saisonsieg. (sbo) Meister- und Pokalrunde In diesem Jahr greift erstmals der neue Modus der A-Jungen-Bundesliga. Nach der Vorrunde geht es für die besten vier Teams der regionalen Staffeln in der Meisterrunde weiter. GWD Minden hat sich bereits für die Runde qualifiziert. Die wird nach einem festgelegten Schlüssel aus den vier Staffeln zusammengestellt. Bleibt es den aktuellen Tabellenständen heißt ein Gegner Berlin. Die Füchse sind mit sieben Siegen in sieben Spielen unangefochtenen Tabellenführer der Ost-Staffel. Damit würde es zu einem Wiedersehen mit dem vor der Spielzeit von GWD nach Berlin gewechselten Maxim Orlov kommen. Die Top-Vier beider Meisterstaffeln spielen im K.o.-System (Viertel-, Halbfinale und Endspiel) den neuen Champion aus. Für die JSG NSM-Nettelstedt geht es sicher in der „Pokalrunde“ weiter. In der spielen alle Mannschaften, die in ihren jeweiligen Staffeln die Plätze fünf bis zehn belegen. Die Mannschaft von Trainer Julian Grumbach trifft somit in Hin- und Rückspiel ausschließlich auf bekannte Gegner der Nordstaffel. Die beiden Erstplatzierten der vier Pokalrundenstaffeln kämpfen ebenfalls in K.o.-Runden ab einem Viertelfinale um den DHB-Pokal. (cb)