Porta Westfalica

Oberliga: Leon Richter hat die große Sensation auf der Hand - immerhin gelingt Möllbergen eine kleine

Christian Bendig

Das erste Möllberger Tor der Saison ging auf das Konto von Alexander Wiemann. In der Offensive war der Kreisläufer ein steter Unruheherd und verrichtete in der Abwehrmitte Schwerstarbeit. - © Foto: Christian Bendig
Das erste Möllberger Tor der Saison ging auf das Konto von Alexander Wiemann. In der Offensive war der Kreisläufer ein steter Unruheherd und verrichtete in der Abwehrmitte Schwerstarbeit. (© Foto: Christian Bendig)

Porta Westfalica (cb). Um Haaresbreite schrammte der TuS 09 Möllbergen an der großen Überraschung des ersten Spieltages der Oberliga vorbei. Gegen den großen Aufstiegsfavoriten TSG A-H Bielefeld erkämpften sich die Handballer um Trainer André Torge ein 23:23 (11:8)-Unentschieden. Und beinahe hätte der neunfache Torschütze Leon Richter die tolle Leistung noch mit dem Siegtreffer wenige Augenblicke vor der Schlusssirene gekrönt.

Aber auch ohne die volle Punkteausbeute war es ein mehr als gelungener Abend für die Möllberger Handballer. Vor einer stimmungsvollen Kulisse legten die los wie die Feuerwehr und führten nach wenigen Minuten hochverdient mit 4:1. Die Gastgeber förderten das noch mangelnde Zusammenspiel der vor der Saison wieder stark veränderten Gästemannschaft mit ihrer aggressiven 5:1-Abwehr zu Tage. „Durch den Ausfall von Arne Ransiek konnten wir nicht in der defensiven 6:0-Abwehr spielen, sondern mussten diesen Weg wählen“, meinte TuS-Coach André Torge. Der hatte seinen Spielern mit auf den Weg gegeben: „Ihr müsst agieren, nicht reagieren.“

Die Forderung wurde erhört. Auf der Spitze störte Bastian Fischedick die Kreise des körperlich robusten TSG-Rückraums enorm, vorne schenkte Leon Richter den Gästen tüchtig ein. „Das war ganz gut, denn unsere rechte Angriffsseite war entgegen unserer sonstigen Gepflogenheiten nicht so erfolgreich“, erkannte Torge. In der Tat hatte die Gäste-Abwehr ihren Fokus auf TuS-Torjäger Julian Kaatze gerichtet. Die entstandenen Lücken nutzte Richter insbesondere mit seinen Schlagwürfen um die Abwehrspieler herum. „Genau das war der Plan“, eröffnete Torge nach Spielschluss, denn „es wäre aussichtslos gewesen, zu versuchen, über den Bielefelder Innenblock mit Dominik Waldhof und Mario Bergen zu werfen.“ Daneben lauerten die Hausherren in ihren von Spielmacher Arne Halstenberg umsichtig geleiteten, lange ausgespielten Angriffen auf sich bietende Lücken am Kreis. „Er soll das Spiel strukturieren, wenn es droht, wild zu werden. Dafür haben wir ihn geholt“, erfüllte Halstenberg Torges Erwartungen. „Möllbergen hat seine Sache wirklich gut gemacht“, erkannte Gästetrainer Leif Anton an und sah zwischenzeitlich eine verunsicherte Mannschaft. Ein deutliches Zeichen war der von Rechtsaußen Dusan Maric direkt ins Toraus geworfener Einwurf. Mit dem 8:11-Pausenrückstand waren die Gäste noch gut bedient.

In der zweiten Halbzeit knickten die Möllberger nicht ein und konnten über 16:12 (41.) und 19:16 (51.) den Vorsprung behaupten. Das lag auch am in der zweiten Halbzeit stark haltenden TuS-Torwart Dominic Donnecker. In den letzten neun Minuten kamen die Gäste immer stärker auf und durch ihre körperliche Wucht mit Eins-gegen-Eins-Aktionen zu Treffern. Maximilian Schüttemeyer traf für die TSG zum 21:21-Ausgleich – der zahlreich mitgereiste Gäste-Anhang unter den gut 300 Zuschauern hoffte nun auf die Wende. Die trat vorerst nicht ein, weil Richter sich ein Herz fasste und mit seinen Treffern acht und neun das 22:21 und 23:21 (59.) vorlegte.

Diese Führung genügte den Gastgebern aber nicht zum Sieg. Erst sorgten Jonas Zwaka (22:23, 59.)und wieder Schüttemeyer 15 Sekunden vor Schluss für den 23:23-Ausgleich, ehe Richters finaler Wurf von Paul Twarz pariert wurde. „Wir haben daran geglaubt, den Favoriten zu bezwingen. Das ist positiv“, strich Torge heraus, während Anton von einem „glücklichen Punkt“ für seine Mannschaft sprach.

TuS 09 Möllbergen: Donnecker, Schriefer - Richter 9, Halstenberg 4, Kaatze 3/1, Baumgart 2, Altvater 2/1, Wiemann 1, Fischedick 1, Kämper 1, Gräper, Berg, Bartsch, Kruse.

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Porta WestfalicaOberliga: Leon Richter hat die große Sensation auf der Hand - immerhin gelingt Möllbergen eine kleineChristian BendigPorta Westfalica (cb). Um Haaresbreite schrammte der TuS 09 Möllbergen an der großen Überraschung des ersten Spieltages der Oberliga vorbei. Gegen den großen Aufstiegsfavoriten TSG A-H Bielefeld erkämpften sich die Handballer um Trainer André Torge ein 23:23 (11:8)-Unentschieden. Und beinahe hätte der neunfache Torschütze Leon Richter die tolle Leistung noch mit dem Siegtreffer wenige Augenblicke vor der Schlusssirene gekrönt. Aber auch ohne die volle Punkteausbeute war es ein mehr als gelungener Abend für die Möllberger Handballer. Vor einer stimmungsvollen Kulisse legten die los wie die Feuerwehr und führten nach wenigen Minuten hochverdient mit 4:1. Die Gastgeber förderten das noch mangelnde Zusammenspiel der vor der Saison wieder stark veränderten Gästemannschaft mit ihrer aggressiven 5:1-Abwehr zu Tage. „Durch den Ausfall von Arne Ransiek konnten wir nicht in der defensiven 6:0-Abwehr spielen, sondern mussten diesen Weg wählen“, meinte TuS-Coach André Torge. Der hatte seinen Spielern mit auf den Weg gegeben: „Ihr müsst agieren, nicht reagieren.“ Die Forderung wurde erhört. Auf der Spitze störte Bastian Fischedick die Kreise des körperlich robusten TSG-Rückraums enorm, vorne schenkte Leon Richter den Gästen tüchtig ein. „Das war ganz gut, denn unsere rechte Angriffsseite war entgegen unserer sonstigen Gepflogenheiten nicht so erfolgreich“, erkannte Torge. In der Tat hatte die Gäste-Abwehr ihren Fokus auf TuS-Torjäger Julian Kaatze gerichtet. Die entstandenen Lücken nutzte Richter insbesondere mit seinen Schlagwürfen um die Abwehrspieler herum. „Genau das war der Plan“, eröffnete Torge nach Spielschluss, denn „es wäre aussichtslos gewesen, zu versuchen, über den Bielefelder Innenblock mit Dominik Waldhof und Mario Bergen zu werfen.“ Daneben lauerten die Hausherren in ihren von Spielmacher Arne Halstenberg umsichtig geleiteten, lange ausgespielten Angriffen auf sich bietende Lücken am Kreis. „Er soll das Spiel strukturieren, wenn es droht, wild zu werden. Dafür haben wir ihn geholt“, erfüllte Halstenberg Torges Erwartungen. „Möllbergen hat seine Sache wirklich gut gemacht“, erkannte Gästetrainer Leif Anton an und sah zwischenzeitlich eine verunsicherte Mannschaft. Ein deutliches Zeichen war der von Rechtsaußen Dusan Maric direkt ins Toraus geworfener Einwurf. Mit dem 8:11-Pausenrückstand waren die Gäste noch gut bedient. In der zweiten Halbzeit knickten die Möllberger nicht ein und konnten über 16:12 (41.) und 19:16 (51.) den Vorsprung behaupten. Das lag auch am in der zweiten Halbzeit stark haltenden TuS-Torwart Dominic Donnecker. In den letzten neun Minuten kamen die Gäste immer stärker auf und durch ihre körperliche Wucht mit Eins-gegen-Eins-Aktionen zu Treffern. Maximilian Schüttemeyer traf für die TSG zum 21:21-Ausgleich – der zahlreich mitgereiste Gäste-Anhang unter den gut 300 Zuschauern hoffte nun auf die Wende. Die trat vorerst nicht ein, weil Richter sich ein Herz fasste und mit seinen Treffern acht und neun das 22:21 und 23:21 (59.) vorlegte. Diese Führung genügte den Gastgebern aber nicht zum Sieg. Erst sorgten Jonas Zwaka (22:23, 59.)und wieder Schüttemeyer 15 Sekunden vor Schluss für den 23:23-Ausgleich, ehe Richters finaler Wurf von Paul Twarz pariert wurde. „Wir haben daran geglaubt, den Favoriten zu bezwingen. Das ist positiv“, strich Torge heraus, während Anton von einem „glücklichen Punkt“ für seine Mannschaft sprach. TuS 09 Möllbergen: Donnecker, Schriefer - Richter 9, Halstenberg 4, Kaatze 3/1, Baumgart 2, Altvater 2/1, Wiemann 1, Fischedick 1, Kämper 1, Gräper, Berg, Bartsch, Kruse.