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Frauen-Oberliga: Hahler Überraschungssieg macht Winkler „mega stolz“

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So sehen Überraschungssieger aus: Die Hahler Handballerinnen feiern den Auswärtssieg in Arnsberg und damit einen perfekten Saisonstart. Foto. pr
So sehen Überraschungssieger aus: Die Hahler Handballerinnen feiern den Auswärtssieg in Arnsberg und damit einen perfekten Saisonstart. Foto. pr

Minden (rich/cb). Die Rolle als größtmöglicher Außenseiter ist den Handballerinnen des TSV Hahlen offenbar gut bekommen. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Winkler startete mit einem Paukenschlag in die Oberliga-Saison. Beim TV Arnsberg gewann der TSV 23:18 und schob sich damit an die Spitze des heimischen Oberliga-Quartetts, aus dem auch der HSV Minden-Nord am ersten Spieltag einen Auswärtssieg feierte.

TV Arnsberg - TSV Hahlen 18:23 (9:10). „Ich bin mega stolz“, meldete Sebastian Winkler nach dem perfekten Saisonauftakt und lobte das gesamte Team: „Alle haben daran geglaubt, alles haben alles investiert. Mehr hatte ich nicht erwartet. Dass sich das Team mit zwei Punkten belohnt hat, ist umso besser“, erzählte der Trainer von einem rundum gelungenen Sonntagsausflug. In Arnsberg konnte sich der Coach auf die starke 5:1-Abwehr und die exzellente Torhüterin Janina Kaiser verlassen. Ein Sonderlob erhielt Pia Wüllner aus den A-Mädchen, die auf der vorgezogenen Position das Arnsberger Spiel effektiv störte. „Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Chancen nicht gut genutzt. Aber die Abwehr war so gut, dass ich wusste: Wenn wir besser treffen gewinnen wir“, erzählte Winkler. So kam es auch. Angeführt von Anna Wiese (12/7), Pia Wüllner (4), Vanessa Messerschmidt (3/1) und der guten Kreisläuferin Julia Borgmann (1) schaffte Hahlen mit dem Endspurt von 18:17 auf auf 22:17 die Entscheidung. Bei aller Freude relativierte der Trainer: „Bei uns ist vieles neu, aber auch Arnsberg hat einen Umbruch hinter sich.“

Tura Bergkamen - HSG EURo 33:16 (11:9). Die Ansprüche der beiden Kontrahenten sind grundsätzlich unterschiedlich. Die Gastgeberinnen möchten unter die Top-Fünf, die HSG möchte den Klassenerhalt schaffen. Von diesen Unterschieden war in der ersten Halbzeit wenig zu erkennen. EURo spielte zwar nicht überragend gut, aber zumindest diszipliniert und verließ auch nach dem 4:7- und 6:10-Rückständen in der 16. und 26. Minute nicht die ausgegebene Marschroute. Bis zum Gang in die Kabinen verkürzte die HSG mit zwei Treffern von Rahel Rodehau auf 9:11. Zudem entschärfte Nicole Mindt nach der Halbzeitsirene noch einen Strafwurf von Bergkamens Alessia Mariotti. „Bis dahin war alles super und wir hätten eigentlich mit breiter Brust aus der Kabine kommen müssen“, meinte Coach Matthias Bredemeier. Doch das Gegenteil war der Fall. In den ersten beiden Angriffszügen ging EURo leer aus und Bergkamen setzte sich auf 14:9 (33.) ab. „Von da an verfallen wir wieder in alte Strickmuster und verstricken uns in viel zu schnellen Abschlüssen“, kritisierte Bredemeier. Die Wurfversuche fanden zumeist nicht ihr Ziel und Bergkamen machte mit schnellen Gegenstößen über die Stationen 16:10 (38.) und 22:11 (44.) alles klar. „Der Lerneffekt muss jetzt ganz schnell einsetzen“, fordert Bredemeier von seiner Mannschaft.

HSG EURo: Mindt, Hampel - Rahel Rodehau 7/2, Kleine 3/3, Rhea Rodehau 2, Tirschler 1, Zydel 1, Danneberg 1, Staskute 1, Huwe, Arendt, Tegtmeyer, Bredemeier, Lönnecker.

DJK Everswinkel - HSV Minden-Nord 27:28 (14:14). „Hammer“ meldeten die HSV-Frauen auf Facebook. Etwas zurückgenommener, aber tief zufrieden kommentierte der Trainer den Sieg: „Das war knapp. Aber es war verdient“, meinte Olaf Grintz nach dem gelungenen Saisonstart bei einem starken Gegner. Nach einem jederzeit knappen und umkämpften Spiel setzte Imke Viering den gefeierten Schlusspunkt für die Gäste. Everswinkel hatte 15 Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich zum 27:27 erzielt. Der HSV machte mit einer schnellen Mitte Tempo und die Linkshänderin warf mit all ihrer Routine das Siegtor. „Da hatten wir ein bisschen Glück“, meinte Grintz, „aber das haben wir uns auch erarbeitet.“ Er lobte die stabile und leidenschaftlich mitander arbeitende 6:0-Abwehr: „Das war wirklich gut.“ Die Tore verteilten sich auf die gesamte Mannschaft.

Ibbenbürener Spvg - Lit Tribe Germania 28:23 (17:15). Der Aufsteiger stellte beim starken Gastgeber schon einmal seine Liga-Tauglichkeit unter Beweis und führte nach 20 Minuten 13:10. „Richtig gut“, benotete Trainerin Andrea Leiding den Auftritt ihrer Germanen-Damen bis dahin. Vor allem die Achse mit Leonie Wöbking im rechten Rückraum und Madeleine Benecke am Kreis funktionierte prächtig. Dann unterliefen den Gästen aber eine Fülle von Fehlern und Fehlwürfen. Die Folge: Die Führung verkehrte sich in einen 15:17-Rückstand.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff legte Ibbenbüren das 19:15 nach – dem rannten die Lit-Frauen nach. Beim 21:23 (Wöbking/52.) und 22:24 (Miriam Bolduan/57.) waren die Gäste noch mal dran, doch die Wende gelang nicht mehr. „Wir haben in der zweiten Halbzeit den Schalter nicht mehr umlegen können. Die Fehlerquote war zu hoch“, berichtete Leiding, die auch mit dem Spiel nur teilweise zufrieden war: Im Rückraum lief es noch nicht wie gewünscht, über Außen gelang kein Tor. Und so bezeichnete die Trainerin die Niederlage als „ärgerlich“ und „unnötig“. Gleichwohl stellte sie fest: „Wir haben gezeigt, dass wir als Aufsteiger mithalten können. Wir werden noch lernen“

Tore für Lit: Benecke 10/1, Bolduan 5, Wöbking 5/2, Schwentker 2, Knicker 1.

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MindenFrauen-Oberliga: Hahler Überraschungssieg macht Winkler „mega stolz“Minden (rich/cb). Die Rolle als größtmöglicher Außenseiter ist den Handballerinnen des TSV Hahlen offenbar gut bekommen. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Winkler startete mit einem Paukenschlag in die Oberliga-Saison. Beim TV Arnsberg gewann der TSV 23:18 und schob sich damit an die Spitze des heimischen Oberliga-Quartetts, aus dem auch der HSV Minden-Nord am ersten Spieltag einen Auswärtssieg feierte. TV Arnsberg - TSV Hahlen 18:23 (9:10). „Ich bin mega stolz“, meldete Sebastian Winkler nach dem perfekten Saisonauftakt und lobte das gesamte Team: „Alle haben daran geglaubt, alles haben alles investiert. Mehr hatte ich nicht erwartet. Dass sich das Team mit zwei Punkten belohnt hat, ist umso besser“, erzählte der Trainer von einem rundum gelungenen Sonntagsausflug. In Arnsberg konnte sich der Coach auf die starke 5:1-Abwehr und die exzellente Torhüterin Janina Kaiser verlassen. Ein Sonderlob erhielt Pia Wüllner aus den A-Mädchen, die auf der vorgezogenen Position das Arnsberger Spiel effektiv störte. „Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Chancen nicht gut genutzt. Aber die Abwehr war so gut, dass ich wusste: Wenn wir besser treffen gewinnen wir“, erzählte Winkler. So kam es auch. Angeführt von Anna Wiese (12/7), Pia Wüllner (4), Vanessa Messerschmidt (3/1) und der guten Kreisläuferin Julia Borgmann (1) schaffte Hahlen mit dem Endspurt von 18:17 auf auf 22:17 die Entscheidung. Bei aller Freude relativierte der Trainer: „Bei uns ist vieles neu, aber auch Arnsberg hat einen Umbruch hinter sich.“ Tura Bergkamen - HSG EURo 33:16 (11:9). Die Ansprüche der beiden Kontrahenten sind grundsätzlich unterschiedlich. Die Gastgeberinnen möchten unter die Top-Fünf, die HSG möchte den Klassenerhalt schaffen. Von diesen Unterschieden war in der ersten Halbzeit wenig zu erkennen. EURo spielte zwar nicht überragend gut, aber zumindest diszipliniert und verließ auch nach dem 4:7- und 6:10-Rückständen in der 16. und 26. Minute nicht die ausgegebene Marschroute. Bis zum Gang in die Kabinen verkürzte die HSG mit zwei Treffern von Rahel Rodehau auf 9:11. Zudem entschärfte Nicole Mindt nach der Halbzeitsirene noch einen Strafwurf von Bergkamens Alessia Mariotti. „Bis dahin war alles super und wir hätten eigentlich mit breiter Brust aus der Kabine kommen müssen“, meinte Coach Matthias Bredemeier. Doch das Gegenteil war der Fall. In den ersten beiden Angriffszügen ging EURo leer aus und Bergkamen setzte sich auf 14:9 (33.) ab. „Von da an verfallen wir wieder in alte Strickmuster und verstricken uns in viel zu schnellen Abschlüssen“, kritisierte Bredemeier. Die Wurfversuche fanden zumeist nicht ihr Ziel und Bergkamen machte mit schnellen Gegenstößen über die Stationen 16:10 (38.) und 22:11 (44.) alles klar. „Der Lerneffekt muss jetzt ganz schnell einsetzen“, fordert Bredemeier von seiner Mannschaft. HSG EURo: Mindt, Hampel - Rahel Rodehau 7/2, Kleine 3/3, Rhea Rodehau 2, Tirschler 1, Zydel 1, Danneberg 1, Staskute 1, Huwe, Arendt, Tegtmeyer, Bredemeier, Lönnecker. DJK Everswinkel - HSV Minden-Nord 27:28 (14:14). „Hammer“ meldeten die HSV-Frauen auf Facebook. Etwas zurückgenommener, aber tief zufrieden kommentierte der Trainer den Sieg: „Das war knapp. Aber es war verdient“, meinte Olaf Grintz nach dem gelungenen Saisonstart bei einem starken Gegner. Nach einem jederzeit knappen und umkämpften Spiel setzte Imke Viering den gefeierten Schlusspunkt für die Gäste. Everswinkel hatte 15 Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich zum 27:27 erzielt. Der HSV machte mit einer schnellen Mitte Tempo und die Linkshänderin warf mit all ihrer Routine das Siegtor. „Da hatten wir ein bisschen Glück“, meinte Grintz, „aber das haben wir uns auch erarbeitet.“ Er lobte die stabile und leidenschaftlich mitander arbeitende 6:0-Abwehr: „Das war wirklich gut.“ Die Tore verteilten sich auf die gesamte Mannschaft. Ibbenbürener Spvg - Lit Tribe Germania 28:23 (17:15). Der Aufsteiger stellte beim starken Gastgeber schon einmal seine Liga-Tauglichkeit unter Beweis und führte nach 20 Minuten 13:10. „Richtig gut“, benotete Trainerin Andrea Leiding den Auftritt ihrer Germanen-Damen bis dahin. Vor allem die Achse mit Leonie Wöbking im rechten Rückraum und Madeleine Benecke am Kreis funktionierte prächtig. Dann unterliefen den Gästen aber eine Fülle von Fehlern und Fehlwürfen. Die Folge: Die Führung verkehrte sich in einen 15:17-Rückstand. Unmittelbar nach Wiederanpfiff legte Ibbenbüren das 19:15 nach – dem rannten die Lit-Frauen nach. Beim 21:23 (Wöbking/52.) und 22:24 (Miriam Bolduan/57.) waren die Gäste noch mal dran, doch die Wende gelang nicht mehr. „Wir haben in der zweiten Halbzeit den Schalter nicht mehr umlegen können. Die Fehlerquote war zu hoch“, berichtete Leiding, die auch mit dem Spiel nur teilweise zufrieden war: Im Rückraum lief es noch nicht wie gewünscht, über Außen gelang kein Tor. Und so bezeichnete die Trainerin die Niederlage als „ärgerlich“ und „unnötig“. Gleichwohl stellte sie fest: „Wir haben gezeigt, dass wir als Aufsteiger mithalten können. Wir werden noch lernen“ Tore für Lit: Benecke 10/1, Bolduan 5, Wöbking 5/2, Schwentker 2, Knicker 1.