Minden/Spenge

Es mangelt an den Grundlagen: Drittligist GWD II kassiert in Spenge die nächste hohe Niederlage

Marcus Riechmann

Zufrieden sieht anders aus: Nachdenklich verfolgt Mindens Trainer Moritz Schäpsmeier das Spiel seiner Mannschaft in Spenge. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Zufrieden sieht anders aus: Nachdenklich verfolgt Mindens Trainer Moritz Schäpsmeier das Spiel seiner Mannschaft in Spenge. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden/Spenge (mt). Der Ausflug in die ostwestfälische Nachbarschaft endete für GWD Minden II mit einer herben Enttäuschung. Der Handball-Drittligist kassierte im Derby beim TuS Spenge eine ernüchternde 26:38 (10:18)-Niederlage und hängt nach vier Spieltagen am Ende der Tabelle fest.

Die Pleite des Bundesliga-Unterbaus setzte den Trend der letzten Wochen fort. Die blutjunge Mannschaft – kein Spieler ist älter als 21 Jahre – verlor 19:33 gegen den Titelanwärter aus Schalksmühle, 24:35 beim Longericher SC und nun 26:38 in Spenge. Unterbrochen wurde die Reihe zweistelliger Niederlagen lediglich vom ansprechenden Auftritt beim 31:31-Remis im Heimspiel gegen den Leichlinger TV am vergangenen Wochenende. Am fünften Spieltag wartet mit der Auswärtspartie beim Zweitliga-Absteiger Wilhelmshavener HV die nächste schwere Aufgabe. Das Team steuert in rauer See.

„Es wird nicht leichter“, blickte Trainer Moritz Schäpsmeier voraus und meinte: „Wir sind durchaus alarmiert.“ Vor allem ein Umstand gibt dem Coach zu denken: „Es mangelt im Moment an den Grundlagen wie Kampfbereitschaft und Einsatzwille. Wir müssen raus aus der Komfortzone“, sagt der Trainer. Spieler, die für die Führungsrollen vorgesehen sind, sind in dieser Rolle noch nicht angekommen. Zudem fehlt dem jungen Team in Jannik Jungmann, der noch immer an den Nachwirkungen eines Auto-Unfalls leidet, der einzige erfahrene Spieler „an allen Ecken und Kanten“. Schäpsmeier hält fest: „Wir wissen, dass es die Jungs besser können, auch wenn sie jung sind. Sie können Handball spielen, das haben sie in der letzten Saison schon gezeigt.“

In Spenge kamen die Gäste, die dort in der vergangenen Saison einen triumphalen Sieg errungen hatten, gut ins Spiel und führten nach einem Tor von Mick Galling 3:2. Dann setzte Spenge mit einem 6:1-Lauf zum 8:4 den ersten Wirkungstreffer. Nach dem 5:8, erzielt von Maximilian Nowatzki nach einer Viertelstunde, legten die Gastgeber vier weitere Tore in Folge zum 12:5 nach. Minden war beim ersten Gegenwind aus der Spur geraten. „Spenge hat nachgesetzt, und wir haben viel zu naiv reagiert“, meinte Schäpsmeier. Über 6:14 und 9:18 ging es mit 10:18 in die Halbzeitpause.

Mit neuem Schwung ging es in die zweite Spielhälfte. Drei Tore in Serie des engagierten Kreisläufers Justus Richtzenhain brachten Minden auf 16:22 heran (39.). Doch lediglich sechs Minuten später hatte Spenge zum 29:19 (Torwarttreffer durch Bastian Räber ins leere GWD-Tor) den Widerstand der Gäste endgültig gebrochen. Erneut hatten wenige Wirkungstreffer genügt, um GWD aus der Bahn zu werfen. In der Folge hatten die Grün-Weißen nichts mehr entgegenzusetzen. „Damit, dass wir das so ausklingen lassen, bin ich nicht einverstanden“, kritisierte Schäpsmeier. Der TuS um die zahlreichen ehemaligen GWD-Akteure wie Fabian Breuer (5), Nils van Zütphen 3), Phil Holland (1), Oliver Tesch (3) oder Gordon Gräfe (6) sei an diesem Samstag die klar bessere Mannschaft gewesen: „Spenge ist gut, die haben Spieler mit Qualität und die haben verdient gewonnen“, sagte Schäpsmeier, den nicht die Niederlage wurmte, sondern der erneut unbefriedigende Auftritt seiner Spieler: „Das war einfach zu wenig.“

GWD Minden II: Grabenstein, Grabitz - Braun 1, Galling 1, Huckauf 3, Mattausch 1, Molz 3, Nolting, Nowatzki 6, Reimler 2, Richtzenhain 7, Strakeljahn 2/1.

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Minden/SpengeEs mangelt an den Grundlagen: Drittligist GWD II kassiert in Spenge die nächste hohe NiederlageMarcus RiechmannMinden/Spenge (mt). Der Ausflug in die ostwestfälische Nachbarschaft endete für GWD Minden II mit einer herben Enttäuschung. Der Handball-Drittligist kassierte im Derby beim TuS Spenge eine ernüchternde 26:38 (10:18)-Niederlage und hängt nach vier Spieltagen am Ende der Tabelle fest. Die Pleite des Bundesliga-Unterbaus setzte den Trend der letzten Wochen fort. Die blutjunge Mannschaft – kein Spieler ist älter als 21 Jahre – verlor 19:33 gegen den Titelanwärter aus Schalksmühle, 24:35 beim Longericher SC und nun 26:38 in Spenge. Unterbrochen wurde die Reihe zweistelliger Niederlagen lediglich vom ansprechenden Auftritt beim 31:31-Remis im Heimspiel gegen den Leichlinger TV am vergangenen Wochenende. Am fünften Spieltag wartet mit der Auswärtspartie beim Zweitliga-Absteiger Wilhelmshavener HV die nächste schwere Aufgabe. Das Team steuert in rauer See. „Es wird nicht leichter“, blickte Trainer Moritz Schäpsmeier voraus und meinte: „Wir sind durchaus alarmiert.“ Vor allem ein Umstand gibt dem Coach zu denken: „Es mangelt im Moment an den Grundlagen wie Kampfbereitschaft und Einsatzwille. Wir müssen raus aus der Komfortzone“, sagt der Trainer. Spieler, die für die Führungsrollen vorgesehen sind, sind in dieser Rolle noch nicht angekommen. Zudem fehlt dem jungen Team in Jannik Jungmann, der noch immer an den Nachwirkungen eines Auto-Unfalls leidet, der einzige erfahrene Spieler „an allen Ecken und Kanten“. Schäpsmeier hält fest: „Wir wissen, dass es die Jungs besser können, auch wenn sie jung sind. Sie können Handball spielen, das haben sie in der letzten Saison schon gezeigt.“ In Spenge kamen die Gäste, die dort in der vergangenen Saison einen triumphalen Sieg errungen hatten, gut ins Spiel und führten nach einem Tor von Mick Galling 3:2. Dann setzte Spenge mit einem 6:1-Lauf zum 8:4 den ersten Wirkungstreffer. Nach dem 5:8, erzielt von Maximilian Nowatzki nach einer Viertelstunde, legten die Gastgeber vier weitere Tore in Folge zum 12:5 nach. Minden war beim ersten Gegenwind aus der Spur geraten. „Spenge hat nachgesetzt, und wir haben viel zu naiv reagiert“, meinte Schäpsmeier. Über 6:14 und 9:18 ging es mit 10:18 in die Halbzeitpause. Mit neuem Schwung ging es in die zweite Spielhälfte. Drei Tore in Serie des engagierten Kreisläufers Justus Richtzenhain brachten Minden auf 16:22 heran (39.). Doch lediglich sechs Minuten später hatte Spenge zum 29:19 (Torwarttreffer durch Bastian Räber ins leere GWD-Tor) den Widerstand der Gäste endgültig gebrochen. Erneut hatten wenige Wirkungstreffer genügt, um GWD aus der Bahn zu werfen. In der Folge hatten die Grün-Weißen nichts mehr entgegenzusetzen. „Damit, dass wir das so ausklingen lassen, bin ich nicht einverstanden“, kritisierte Schäpsmeier. Der TuS um die zahlreichen ehemaligen GWD-Akteure wie Fabian Breuer (5), Nils van Zütphen 3), Phil Holland (1), Oliver Tesch (3) oder Gordon Gräfe (6) sei an diesem Samstag die klar bessere Mannschaft gewesen: „Spenge ist gut, die haben Spieler mit Qualität und die haben verdient gewonnen“, sagte Schäpsmeier, den nicht die Niederlage wurmte, sondern der erneut unbefriedigende Auftritt seiner Spieler: „Das war einfach zu wenig.“ GWD Minden II: Grabenstein, Grabitz - Braun 1, Galling 1, Huckauf 3, Mattausch 1, Molz 3, Nolting, Nowatzki 6, Reimler 2, Richtzenhain 7, Strakeljahn 2/1.