Minden

Farbe bekennen: Mit dem Startschuss im westfälischen Amateurhandball kommen die Karten auf den Tisch

Christian Bendig

Sie werden wieder losgelassen: Nach vielen, freudlosen Wochen der Vorbereitung freuen sich die Handballer wie Jonas Bartsch vom TuS 09 Möllbergen darüber, das die Saison wieder losgeht. Archivfoto: Bendig
Sie werden wieder losgelassen: Nach vielen, freudlosen Wochen der Vorbereitung freuen sich die Handballer wie Jonas Bartsch vom TuS 09 Möllbergen darüber, das die Saison wieder losgeht. Archivfoto: Bendig

Minden (cb). In der 3. Liga haben sich die beiden heimischen Handballteams Lit Tribe Germania und GWD Minden II so langsam eingegroovt und starten bereits in den vierten Spieltag. In den darunter liegenden Spielklassen kennt die Vorfreude auf die an diesem Wochenende startende Meisterschaft kaum Grenzen. Und es geht gleich mit einigen Knallern los.

Männer: Ein Bruderduell

Mit dem ersten Teilerfolg gegen den Leichlinger TV (31:31) fährt Handball-Drittligist GWD Minden II mit leichtem Rückenwind zum OWL-Derby beim TuS Spenge. Dort stehen bekanntlich mit Gordon Gräfe, Phil Holland, Fabian Breuer und Oliver Tesch vier frühere Dankerser unter Vertrag. Im vergangenen Jahr gelang den Mindenern in Spenge mit dem 31:21-Erfolg ein wahrer Husarenstreich. Nun sind die Kräfteverhältnisse aber deutlich zugunsten der Gastgeber verteilt. Auf Augenhöhe hingegen befinden sich Lit Tribe Germania und der Longericher SC. Lit ist mit 3:3 Zählern stark in die 3. Liga gestartet und peilt bei den Kölnern einen Auswärtssieg an. Auch, wenn die Mannschaft von Trainer Daniel Gerling beim LSC neben einer gewohnt stimmungsvollen Kulisse auch ein „richtig starker Gegner“ erwartet. Wie stark der LSC ist, bekamen die Dankerser beim 19:33 am zweiten Spieltag zu spüren. Ohne den verletzten Bjarne Schulz und die beiden beruflich verhinderten Jannik Oevermann und Julien Knickmeier hofft Lit-Trainer Gerling, dass sein Team, „im Angriff sehr geduldig“ auftritt.

„Das ist der THW Kiel der Liga“, vergleicht André Torge die TSG A-H Bielefeld mit dem Rekordmeister im Profihandball. Doch auch der offenbart zum Saisonstart oft Probleme. Auf diesen Umstand hofft der Trainer des TuS 09 Möllbergen zum Auftakt in der Oberliga, zu dem die Möllberger am heutigen Samstag um 19.00 Uhr den Meisterschaftsfavoriten empfangen. „Ein Sieg erscheint aussichtslos zu sein. Aber der Glaube daran, dass etwas gehen kann, muss in den Köpfen meiner Spieler verankert sein“, meint Torge und schildert seinen Eindruck der Trainingswoche: „Ich habe das Gefühl, die Jungs wollen das wuppen.“ Personell erfuhr der TuS in der Endphase der Vorbereitung einen Rückschlag. Zugang Arne Ransiek brach sich den Mittelfuß. „Für die Offensive haben wir genügend Qualität und Breite im Kader. Aber hinten wird uns seine Körperlänge fehlen“, trauert Torge über den Ausfall eines „Vorbereitungs-Gewinners“. Ohnehin verlief die Vorbereitung vielversprechend. „Aber kein Team weiß, wo es steht“, sagt Torge.

Eine Etage darunter wird den Männern des TSV Hahlen in der Verbandsliga sehr viel zugetraut. Mit dem TV Isselhorst kommt am heutigen Samstag um 19.15 Uhr ein Prüfstein ins Hahler Feld. Ob der TSV so gut ist, wie von der Konkurrenz angenommen, oder ob die von Trainer Henrik Thielking in Bezug auf die Saisonziele an den Tag gelegte Bescheidenheit gerechtfertigt ist, wird dann abzusehen sein.

Am Sonntag wird zwischen Lit Tribe Germania und der HSG Spradow nicht nur um zwei Punkte, sondern auch ein Bruderduell gefochten. Feiko Hampel trainiert das gastgebende Team Lit Tribe Germania II, sein Bruder Hauke wechselte nach der vergangenen Saison vom Landesligisten HSV Minden-Nord nach Spradow. Anwurf ist um 17.30 Uhr in Nordhemmern.

Zwei Spielzeiten lang mussten die Hiller Handballfans auf das Derby zwischen dem TV Sachsenross und Eintracht Oberlübbe warten. Und die Saison in der Landesliga startet gleich mit diesem Paukenschlag. „Wir sind Außenseiter“, sagt Trainer Henning Di Meo vom gastgebenden TVH. Eintracht-Coach Björn Petereit möchte „direkt klar machen, dass wir uns in dieser Spielzeit weiter nach oben orientieren wollen.“ Ein Selbstläufer wird das Derby am heutigen Samstag ab 19.30 Uhr für Oberlübbe nicht, denn Di Meo unterstreicht: „Wir werden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, sprich einer knackigen Abwehr, dagegenhalten.“ Der HSV Minden-Nord empfängt am Sonntag um 16.30 Uhr TuS Bielefeld/Jöllenbeck II, die HSG Petershagen/Lahde startet auswärts bei TSG Altenhagen-Heepen II.

Frauen: Alle auswärts

Ein Kuriosum bietet der erste Spieltag im Frauenhandball: Keines der sieben im Einsatz befindlichen heimischen Teams tritt in eigener Halle an. Den Anfang des Quartetts in der Oberliga macht die HSG EURo bei der in der vergangenen Rückrunde bärenstarken Tura Bergkamen. „Wir fahren da als Außenseiter hin“, schätzt HSG-Trainer Matthias Bredemeier ein. Aufsteiger Lit Tribe Germania wird bei der Ibbenbürener Spvg sogleich von einem Spitzenteam auf Herz und Nieren geprüft. Gleiches gilt für den TSV Hahlen beim TV Arnsberg und den HSV Minden-Nord bei der DJK Everswinkel.

In der Verbandsliga beginnt Aufsteiger TuS 09 Möllbergen die Reise durch die noch unbekannte Liga mit dem Derby bei der HSG Hüllhorst. „Für die ersten Gegner habe ich schon einen Plan. Ob der funktioniert, sieht man aber erst an der Seitenlinie“, kommentiert TuS-09-Trainer Patrick Richter. HSV Minden-Nord gastiert beim HT SF Senne, Eintracht Oberlübbe reist zur Spvg Versmold.

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MindenFarbe bekennen: Mit dem Startschuss im westfälischen Amateurhandball kommen die Karten auf den TischChristian BendigMinden (cb). In der 3. Liga haben sich die beiden heimischen Handballteams Lit Tribe Germania und GWD Minden II so langsam eingegroovt und starten bereits in den vierten Spieltag. In den darunter liegenden Spielklassen kennt die Vorfreude auf die an diesem Wochenende startende Meisterschaft kaum Grenzen. Und es geht gleich mit einigen Knallern los. Männer: Ein Bruderduell Mit dem ersten Teilerfolg gegen den Leichlinger TV (31:31) fährt Handball-Drittligist GWD Minden II mit leichtem Rückenwind zum OWL-Derby beim TuS Spenge. Dort stehen bekanntlich mit Gordon Gräfe, Phil Holland, Fabian Breuer und Oliver Tesch vier frühere Dankerser unter Vertrag. Im vergangenen Jahr gelang den Mindenern in Spenge mit dem 31:21-Erfolg ein wahrer Husarenstreich. Nun sind die Kräfteverhältnisse aber deutlich zugunsten der Gastgeber verteilt. Auf Augenhöhe hingegen befinden sich Lit Tribe Germania und der Longericher SC. Lit ist mit 3:3 Zählern stark in die 3. Liga gestartet und peilt bei den Kölnern einen Auswärtssieg an. Auch, wenn die Mannschaft von Trainer Daniel Gerling beim LSC neben einer gewohnt stimmungsvollen Kulisse auch ein „richtig starker Gegner“ erwartet. Wie stark der LSC ist, bekamen die Dankerser beim 19:33 am zweiten Spieltag zu spüren. Ohne den verletzten Bjarne Schulz und die beiden beruflich verhinderten Jannik Oevermann und Julien Knickmeier hofft Lit-Trainer Gerling, dass sein Team, „im Angriff sehr geduldig“ auftritt. „Das ist der THW Kiel der Liga“, vergleicht André Torge die TSG A-H Bielefeld mit dem Rekordmeister im Profihandball. Doch auch der offenbart zum Saisonstart oft Probleme. Auf diesen Umstand hofft der Trainer des TuS 09 Möllbergen zum Auftakt in der Oberliga, zu dem die Möllberger am heutigen Samstag um 19.00 Uhr den Meisterschaftsfavoriten empfangen. „Ein Sieg erscheint aussichtslos zu sein. Aber der Glaube daran, dass etwas gehen kann, muss in den Köpfen meiner Spieler verankert sein“, meint Torge und schildert seinen Eindruck der Trainingswoche: „Ich habe das Gefühl, die Jungs wollen das wuppen.“ Personell erfuhr der TuS in der Endphase der Vorbereitung einen Rückschlag. Zugang Arne Ransiek brach sich den Mittelfuß. „Für die Offensive haben wir genügend Qualität und Breite im Kader. Aber hinten wird uns seine Körperlänge fehlen“, trauert Torge über den Ausfall eines „Vorbereitungs-Gewinners“. Ohnehin verlief die Vorbereitung vielversprechend. „Aber kein Team weiß, wo es steht“, sagt Torge. Eine Etage darunter wird den Männern des TSV Hahlen in der Verbandsliga sehr viel zugetraut. Mit dem TV Isselhorst kommt am heutigen Samstag um 19.15 Uhr ein Prüfstein ins Hahler Feld. Ob der TSV so gut ist, wie von der Konkurrenz angenommen, oder ob die von Trainer Henrik Thielking in Bezug auf die Saisonziele an den Tag gelegte Bescheidenheit gerechtfertigt ist, wird dann abzusehen sein. Am Sonntag wird zwischen Lit Tribe Germania und der HSG Spradow nicht nur um zwei Punkte, sondern auch ein Bruderduell gefochten. Feiko Hampel trainiert das gastgebende Team Lit Tribe Germania II, sein Bruder Hauke wechselte nach der vergangenen Saison vom Landesligisten HSV Minden-Nord nach Spradow. Anwurf ist um 17.30 Uhr in Nordhemmern. Zwei Spielzeiten lang mussten die Hiller Handballfans auf das Derby zwischen dem TV Sachsenross und Eintracht Oberlübbe warten. Und die Saison in der Landesliga startet gleich mit diesem Paukenschlag. „Wir sind Außenseiter“, sagt Trainer Henning Di Meo vom gastgebenden TVH. Eintracht-Coach Björn Petereit möchte „direkt klar machen, dass wir uns in dieser Spielzeit weiter nach oben orientieren wollen.“ Ein Selbstläufer wird das Derby am heutigen Samstag ab 19.30 Uhr für Oberlübbe nicht, denn Di Meo unterstreicht: „Wir werden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, sprich einer knackigen Abwehr, dagegenhalten.“ Der HSV Minden-Nord empfängt am Sonntag um 16.30 Uhr TuS Bielefeld/Jöllenbeck II, die HSG Petershagen/Lahde startet auswärts bei TSG Altenhagen-Heepen II. Frauen: Alle auswärts Ein Kuriosum bietet der erste Spieltag im Frauenhandball: Keines der sieben im Einsatz befindlichen heimischen Teams tritt in eigener Halle an. Den Anfang des Quartetts in der Oberliga macht die HSG EURo bei der in der vergangenen Rückrunde bärenstarken Tura Bergkamen. „Wir fahren da als Außenseiter hin“, schätzt HSG-Trainer Matthias Bredemeier ein. Aufsteiger Lit Tribe Germania wird bei der Ibbenbürener Spvg sogleich von einem Spitzenteam auf Herz und Nieren geprüft. Gleiches gilt für den TSV Hahlen beim TV Arnsberg und den HSV Minden-Nord bei der DJK Everswinkel. In der Verbandsliga beginnt Aufsteiger TuS 09 Möllbergen die Reise durch die noch unbekannte Liga mit dem Derby bei der HSG Hüllhorst. „Für die ersten Gegner habe ich schon einen Plan. Ob der funktioniert, sieht man aber erst an der Seitenlinie“, kommentiert TuS-09-Trainer Patrick Richter. HSV Minden-Nord gastiert beim HT SF Senne, Eintracht Oberlübbe reist zur Spvg Versmold.