Minden

Frauen-Verbandsliga: Die junge Garde drängt nach

Christian Bendig

Jung und schnell: HSV Minden-Nord baut auf die läuferischen Vorteile und will die Liga halten. - © Foto: Dera/pr
Jung und schnell: HSV Minden-Nord baut auf die läuferischen Vorteile und will die Liga halten. (© Foto: Dera/pr)

Minden (cb). Auf den ersten Blick hat sich bei den heimischen Frauenhandball-Verbandsligisten wenig getan. Auf den zweiten Blick ist diese Spielklasse trotzdem aufgrund der insgesamt zwölf Derbys eine interessante Liga. Und auch wegen der sich innerhalb der Derbys stellenden Frage: Setzt sich Jugend oder Erfahrung durch? Denn der Kader des HSV Minden-Nord II besteht fast ausnahmslos aus Spielerinnen, die die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben. Bei den drei weiteren heimischen Vertretern herrscht eine gesunde Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Vorwärtsdrang. Schafft es die nachwachsende Generation, sich in den Vordergrund zu spielen?

TuS 09 Möllbergen hat eine Prüfung schon bestanden

Zwei Aufstiege in zwei Jahren und nur eine einzige Niederlage. So liest sich die Erfolgsbilanz des Neulings. Auch wegen dieser ließ Trainer Patrick Richter seine Mannschaft in der Vorbereitung oft gegen Oberligisten antreten – in Kauf nehmend, dass „es auch mal richtig einen vor den Bug gibt“. Die paradox erscheinende Hoffnung erfüllte sich. „Es war für mich spannend, zu sehen, wie die Mannschaft darauf reagiert“, erläutert der Trainer. Und kommt zu folgendem Ergebnis: „Die Stimmung ist unverändert gut geblieben.“ Diese Prüfung hat der TuS bereits bestanden. Die erste sportliche wartet am kommenden Samstag bei der stark einzuschätzenden HSG Hüllhorst auf den Aufsteiger, der sich sinnvoll in der Breite verstärkt hat. „Jetzt habe ich im Training viel mehr Möglichkeiten“, erklärt Richter, in dessen Team weiterhin die beiden früheren Zweit- und Drittligaspielerinnen Jessica Pfannenschmidt (37) und Stefanie Themann (34) oder auch Denise Schwier (33) den Ton angeben werden.

Es herrscht gute Chemie bei Eintracht Oberlübbe

Ein neues Teamfoto wäre nicht nötig gewesen: Oberlübbe verzichtete auf externe Neue. - © Foto: Oestreich/pr
Ein neues Teamfoto wäre nicht nötig gewesen: Oberlübbe verzichtete auf externe Neue. (© Foto: Oestreich/pr)

Als vor zwei Jahren Matthias Husemeier Trainer bei Eintracht Oberlübbe wurde, übernahm dieser eine weithin als „Abstiegskandidat Nummer eins“ betitelte Mannschaft. Der Klassenerhalt wurde geschafft, die vergangenen Saison verbrachte das Husemeier-Team in ruhigem Fahrwasser. Nebenbei schaffte es Husemeier, die Mannschaft derart breit aufzustellen, dass auch in der kommenden Saison keine Probleme zu erwarten sind. Außerdem konnten bereits Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs integriert werden. Bewusst verzichtete Husemeier auf externe Zugänge: „Wir haben eine tolle Chemie in der Mannschaft. Kommt jemand von außen, kann die Chemie auch schnell kippen.“ Aufgrund der Tatsache, dass der sanfte Generationswechsel frühzeitig eingeleitet wurde, ist die Eintracht nicht mehr von Sabrina Kelles Klasse abhängig. „Sie steht im Kader“, ist für „Husi“ das Thema Kelle nur eines von außen zu einem gemachten. Vielmehr blickt der Trainer auf das Verbesserungspotenzial des eingespielten Teams. „Wir wollen unser Tempospiel verbessern.“

HSG Petershagen/Lahde ist sehr solide aufgestellt

Die beiden Trainer Heiko Breuer (links) und Christoph Schäkel (rechts) haben einen breit aufgestellten und einen eingespielten Kader zur Verfügung. - © Foto: Gerrit Marsch/pr
Die beiden Trainer Heiko Breuer (links) und Christoph Schäkel (rechts) haben einen breit aufgestellten und einen eingespielten Kader zur Verfügung. (© Foto: Gerrit Marsch/pr)

Verzichtete die Eintracht gänzlich auf externe Zugänge, gab es bei der HSG mit Annika Scholten lediglich einen. Und der Scholten-Wechsel ergab sich nicht aus einer langwierigen Suche, sondern einzig aus der Tatsache, dass die frühere Spielerin des HSV Minden-Nord von Bremen in die Heimat zurückkehrt. Scholten wird dem Angriffsspiel auf der Rückraummitte weiteren Schwung verleihen, von Halblinks sorgt Luisa Dollereder für einfache Tore aus der zweiten Reihe, auf Halbrechts spielt die zweikampfstarke Michelle Ahnefeld. In der Hinterhand hat Trainer Heiko Breuer zudem noch Karina Lampe, die bei Bedarf aus dem Stand-by-Modus heraus jederzeit aktiv werden kann. Sollte es einmal in einem Spiel wirklich klemmen, weiß Breuer auf Linksaußen in Anika Ziercke (45) die trotz ihres Alters wahrscheinlich immer noch beste Spielerin der Liga in seinen Reihen. Das Ziel, einen Mittelfeldplatz zu erreichen, sollte problemlos erreicht werden.

HSV Minden-Nord II mit Tempo, Tempo, Tempo

Trainer Patrick Richter (hinten Mitte) baut auf eine gesunde Mischung zwischen höherklassig erfahrenen und einigen ganz jungen Spielerinnen. - © Foto: Marcel Richter/pr
Trainer Patrick Richter (hinten Mitte) baut auf eine gesunde Mischung zwischen höherklassig erfahrenen und einigen ganz jungen Spielerinnen. (© Foto: Marcel Richter/pr)

Bei der Oberliga-Reserve gibt es nur eine Geschwindigkeit: Tempo. „Etwas anderes bleibt uns nicht übrig“, betont Trainer Olaf Wittemeier, der mehr oder weniger mit einer A-Mädchen-Mannschaft antritt. Viele Spielerinnen sind gerade erst aus den B-Mädchen in die höchste Nachwuchs-Altersklasse aufgerückt. „Deswegen müssen Laura Wittemeier und Kathi Adler die Führung übernehmen“, fordert der HSV-II-Trainer, der einzig und allein den Klassenerhalt schaffen möchte und hofft, den so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu haben. „Nervös werden die Mädels sowieso genug sein.“

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MindenFrauen-Verbandsliga: Die junge Garde drängt nachChristian BendigMinden (cb). Auf den ersten Blick hat sich bei den heimischen Frauenhandball-Verbandsligisten wenig getan. Auf den zweiten Blick ist diese Spielklasse trotzdem aufgrund der insgesamt zwölf Derbys eine interessante Liga. Und auch wegen der sich innerhalb der Derbys stellenden Frage: Setzt sich Jugend oder Erfahrung durch? Denn der Kader des HSV Minden-Nord II besteht fast ausnahmslos aus Spielerinnen, die die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben. Bei den drei weiteren heimischen Vertretern herrscht eine gesunde Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Vorwärtsdrang. Schafft es die nachwachsende Generation, sich in den Vordergrund zu spielen? TuS 09 Möllbergen hat eine Prüfung schon bestanden Zwei Aufstiege in zwei Jahren und nur eine einzige Niederlage. So liest sich die Erfolgsbilanz des Neulings. Auch wegen dieser ließ Trainer Patrick Richter seine Mannschaft in der Vorbereitung oft gegen Oberligisten antreten – in Kauf nehmend, dass „es auch mal richtig einen vor den Bug gibt“. Die paradox erscheinende Hoffnung erfüllte sich. „Es war für mich spannend, zu sehen, wie die Mannschaft darauf reagiert“, erläutert der Trainer. Und kommt zu folgendem Ergebnis: „Die Stimmung ist unverändert gut geblieben.“ Diese Prüfung hat der TuS bereits bestanden. Die erste sportliche wartet am kommenden Samstag bei der stark einzuschätzenden HSG Hüllhorst auf den Aufsteiger, der sich sinnvoll in der Breite verstärkt hat. „Jetzt habe ich im Training viel mehr Möglichkeiten“, erklärt Richter, in dessen Team weiterhin die beiden früheren Zweit- und Drittligaspielerinnen Jessica Pfannenschmidt (37) und Stefanie Themann (34) oder auch Denise Schwier (33) den Ton angeben werden. Es herrscht gute Chemie bei Eintracht Oberlübbe Als vor zwei Jahren Matthias Husemeier Trainer bei Eintracht Oberlübbe wurde, übernahm dieser eine weithin als „Abstiegskandidat Nummer eins“ betitelte Mannschaft. Der Klassenerhalt wurde geschafft, die vergangenen Saison verbrachte das Husemeier-Team in ruhigem Fahrwasser. Nebenbei schaffte es Husemeier, die Mannschaft derart breit aufzustellen, dass auch in der kommenden Saison keine Probleme zu erwarten sind. Außerdem konnten bereits Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs integriert werden. Bewusst verzichtete Husemeier auf externe Zugänge: „Wir haben eine tolle Chemie in der Mannschaft. Kommt jemand von außen, kann die Chemie auch schnell kippen.“ Aufgrund der Tatsache, dass der sanfte Generationswechsel frühzeitig eingeleitet wurde, ist die Eintracht nicht mehr von Sabrina Kelles Klasse abhängig. „Sie steht im Kader“, ist für „Husi“ das Thema Kelle nur eines von außen zu einem gemachten. Vielmehr blickt der Trainer auf das Verbesserungspotenzial des eingespielten Teams. „Wir wollen unser Tempospiel verbessern.“ HSG Petershagen/Lahde ist sehr solide aufgestellt Verzichtete die Eintracht gänzlich auf externe Zugänge, gab es bei der HSG mit Annika Scholten lediglich einen. Und der Scholten-Wechsel ergab sich nicht aus einer langwierigen Suche, sondern einzig aus der Tatsache, dass die frühere Spielerin des HSV Minden-Nord von Bremen in die Heimat zurückkehrt. Scholten wird dem Angriffsspiel auf der Rückraummitte weiteren Schwung verleihen, von Halblinks sorgt Luisa Dollereder für einfache Tore aus der zweiten Reihe, auf Halbrechts spielt die zweikampfstarke Michelle Ahnefeld. In der Hinterhand hat Trainer Heiko Breuer zudem noch Karina Lampe, die bei Bedarf aus dem Stand-by-Modus heraus jederzeit aktiv werden kann. Sollte es einmal in einem Spiel wirklich klemmen, weiß Breuer auf Linksaußen in Anika Ziercke (45) die trotz ihres Alters wahrscheinlich immer noch beste Spielerin der Liga in seinen Reihen. Das Ziel, einen Mittelfeldplatz zu erreichen, sollte problemlos erreicht werden. HSV Minden-Nord II mit Tempo, Tempo, Tempo Bei der Oberliga-Reserve gibt es nur eine Geschwindigkeit: Tempo. „Etwas anderes bleibt uns nicht übrig“, betont Trainer Olaf Wittemeier, der mehr oder weniger mit einer A-Mädchen-Mannschaft antritt. Viele Spielerinnen sind gerade erst aus den B-Mädchen in die höchste Nachwuchs-Altersklasse aufgerückt. „Deswegen müssen Laura Wittemeier und Kathi Adler die Führung übernehmen“, fordert der HSV-II-Trainer, der einzig und allein den Klassenerhalt schaffen möchte und hofft, den so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu haben. „Nervös werden die Mädels sowieso genug sein.“