Hille

Ein kleiner Unterschied: Lit Tribe Germania kassiert die erste Drittliga-Niederlage

Marcus Riechmann

Lit-Linkshänder Jannik Gartmann lässt sich beim Gegenstoß nicht aufhalten. MT- - © Foto: Riechmann
Lit-Linkshänder Jannik Gartmann lässt sich beim Gegenstoß nicht aufhalten. MT- (© Foto: Riechmann)

Hille (mt). Daniel Gerling musste kurz nachdenken. „Es ist lange her, dass wir ein Heimspiel verloren haben. In der letzten Saison jedenfalls nicht“, sagte der Trainer. Doch gestern machten die „Dragons“ der SG Schalksmühle/Halver die Handballer von Lit Tribe Germania mit dem verblassten Gefühl wieder frisch vertraut. Der Vize-Meister der Vorsaison gewann in Nordhemmern beim Drittliga-Aufsteiger 34:29 (16:15).

„Das war vielleicht ein, zwei Tore zu hoch, aber verdient“, bewertete Gerling das Ergebnis, „wir sind am Ende für Punkte nicht in Frage gekommen.“ Ähnlich sah es der Coach der Gäste. „Wir wussten, dass uns hier Gegenwehr erwartet“, sagte Stefan Neff. „Wir wussten: wir müssen geduldig sein“, begann er seine kurze Analyse: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten und in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass es einen kleinen Unterschied gibt.“ In seinen Worten klang Anerkennung für den Aufsteiger mit, denn es war tatsächlich kein großer Unterschied zwischen dem Liga-Neuling und dem Titelanwärter zu erkennen.

Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die Gastgeber eine bärenstarke Leistung. Leidenschaftlich und schnellfüßig in der Abwehr, diszipliniert und mit hoher Spielintelligenz im Angriff – so schoben sich die Germanen in Führung. Marvin Mundus, der Jannik Oevermann (Urlaub) auf der rechten Seiten sehr gut vertrat, und Moritz Rodenkirchen sorgten beim 7:4 für die erste Drei-Tore-Führung. Die hatte bis zum 10:7 (16. Minute) durch einen Mundus-Strafwurf Bestand. „Wir haben top mitgehalten und gute Lösungen im Angriff gefunden“, bewertete Kreisläufer Rodenkirchen die Anfangsphase, in der man die Geduld der Gäste mächtig strapazierte. Die Dragons erhöhten den Druck, bis zum 14:14 hielten die Germanen stand. Doch zwei Minuten vor der Pause war es soweit. Der starke SG-Torjäger Christopher Klasmann (12/6 Treffer) brachte Schalksmühle mit 15:14 in Front. Diesen Vorteil nahmen die Gäste mit in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel ging es zu schnell. Von 17:17 geriet Nordhemmern zum 17:21 ins Hintertreffen. Hektisch reagierte das Team auf die Gegentreffer. Bemüht um sofortige Antworten unterliefen Fehler. Diese bestraften die Gäste mit Kontern. Der Lit-Angriff verlor den Schwung und zu oft den Ball. Jannik Borcherding und Co. rannten sich fest, weder über den Kreis noch über den linken Flügel kam Entlastung für das starke Linkshänderduo Jannik Gartmann und Marvin Mundus.

„Wir machen das 20 Minuten richtig gut. Aber in der zweiten Halbzeit zeigen wir nicht mehr die nötige Disziplin“ stellte Gerling fest, „wir wollten geduldig spielen, aber wir werfen zu früh.“ Und so hatten die Gäste leichtes Spiel: „Die haben uns dann im Gegenstoß erledigt“, sagte Gerling und rügte die Ballverluste: „Wir haben das Spiel vorne verloren.“

Doch der Trainer wusste Leistung und Ergebnis durchaus einzuordnen. „Bei uns muss es schon richtig gut laufen, damit wir gegen Schalksmühle eine echte Chance haben“, sagte Gerling. Doch richtig gut lief es eben nur eine Halbzeit. Zwar unterliefen auch den Gästen Fehler, doch die konnten sich die Fehler leisten. Und so gab es zwischen Titelkandidat und Aufsteiger einen kleinen, aber feinen Unterschied.

Lit Tribe Germania: J. Finke 1, Happel - Borcherding 2, D. Finke 1, Gartmann 8, Grabarczyk, Grote, Klesniks, Kliver 1, Knickmeier, Meinking, Mundus 10/3, Riechmann, Rodenkirchen 5, Rüter 1/1.

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HilleEin kleiner Unterschied: Lit Tribe Germania kassiert die erste Drittliga-NiederlageMarcus RiechmannHille (mt). Daniel Gerling musste kurz nachdenken. „Es ist lange her, dass wir ein Heimspiel verloren haben. In der letzten Saison jedenfalls nicht“, sagte der Trainer. Doch gestern machten die „Dragons“ der SG Schalksmühle/Halver die Handballer von Lit Tribe Germania mit dem verblassten Gefühl wieder frisch vertraut. Der Vize-Meister der Vorsaison gewann in Nordhemmern beim Drittliga-Aufsteiger 34:29 (16:15). „Das war vielleicht ein, zwei Tore zu hoch, aber verdient“, bewertete Gerling das Ergebnis, „wir sind am Ende für Punkte nicht in Frage gekommen.“ Ähnlich sah es der Coach der Gäste. „Wir wussten, dass uns hier Gegenwehr erwartet“, sagte Stefan Neff. „Wir wussten: wir müssen geduldig sein“, begann er seine kurze Analyse: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten und in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass es einen kleinen Unterschied gibt.“ In seinen Worten klang Anerkennung für den Aufsteiger mit, denn es war tatsächlich kein großer Unterschied zwischen dem Liga-Neuling und dem Titelanwärter zu erkennen. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die Gastgeber eine bärenstarke Leistung. Leidenschaftlich und schnellfüßig in der Abwehr, diszipliniert und mit hoher Spielintelligenz im Angriff – so schoben sich die Germanen in Führung. Marvin Mundus, der Jannik Oevermann (Urlaub) auf der rechten Seiten sehr gut vertrat, und Moritz Rodenkirchen sorgten beim 7:4 für die erste Drei-Tore-Führung. Die hatte bis zum 10:7 (16. Minute) durch einen Mundus-Strafwurf Bestand. „Wir haben top mitgehalten und gute Lösungen im Angriff gefunden“, bewertete Kreisläufer Rodenkirchen die Anfangsphase, in der man die Geduld der Gäste mächtig strapazierte. Die Dragons erhöhten den Druck, bis zum 14:14 hielten die Germanen stand. Doch zwei Minuten vor der Pause war es soweit. Der starke SG-Torjäger Christopher Klasmann (12/6 Treffer) brachte Schalksmühle mit 15:14 in Front. Diesen Vorteil nahmen die Gäste mit in die Pause. Nach dem Seitenwechsel ging es zu schnell. Von 17:17 geriet Nordhemmern zum 17:21 ins Hintertreffen. Hektisch reagierte das Team auf die Gegentreffer. Bemüht um sofortige Antworten unterliefen Fehler. Diese bestraften die Gäste mit Kontern. Der Lit-Angriff verlor den Schwung und zu oft den Ball. Jannik Borcherding und Co. rannten sich fest, weder über den Kreis noch über den linken Flügel kam Entlastung für das starke Linkshänderduo Jannik Gartmann und Marvin Mundus. „Wir machen das 20 Minuten richtig gut. Aber in der zweiten Halbzeit zeigen wir nicht mehr die nötige Disziplin“ stellte Gerling fest, „wir wollten geduldig spielen, aber wir werfen zu früh.“ Und so hatten die Gäste leichtes Spiel: „Die haben uns dann im Gegenstoß erledigt“, sagte Gerling und rügte die Ballverluste: „Wir haben das Spiel vorne verloren.“ Doch der Trainer wusste Leistung und Ergebnis durchaus einzuordnen. „Bei uns muss es schon richtig gut laufen, damit wir gegen Schalksmühle eine echte Chance haben“, sagte Gerling. Doch richtig gut lief es eben nur eine Halbzeit. Zwar unterliefen auch den Gästen Fehler, doch die konnten sich die Fehler leisten. Und so gab es zwischen Titelkandidat und Aufsteiger einen kleinen, aber feinen Unterschied. Lit Tribe Germania: J. Finke 1, Happel - Borcherding 2, D. Finke 1, Gartmann 8, Grabarczyk, Grote, Klesniks, Kliver 1, Knickmeier, Meinking, Mundus 10/3, Riechmann, Rodenkirchen 5, Rüter 1/1.