Lübbecke

Interview: Emir Kurtagic spricht über die Bedeutungs des Angriffs für die Abwehr

Volker Krusche

Zeichen der Zufriedenheit: Emir Kurtagic steht mit einem Lächeln am Spielfeldrand. - © Foto: cb
Zeichen der Zufriedenheit: Emir Kurtagic steht mit einem Lächeln am Spielfeldrand. (© Foto: cb)

Lübbecke (wb). Spieler und Verantwortliche stehen in den Startlöchern. Am Samstag starten die Zweitliga-Handballer des TuS N-Lübbecke in die Saison 2019/2020. Trainer Emir Kurtagic blickt im Interview blickt er auf seine ersten fünf Wochen am Wiehen zurück, zieht eine Zwischenbilanz und sagt, wo er noch Verbesserungspotenzial sieht.

Der Serienstart steht bevor. Kommt bei Ihnen so etwas wie Unruhe auf?

Nein, Unruhe will ich das nicht nennen. Es ist vielmehr Vorfreude, die geweckt und durch ein Heimspiel noch mal gesteigert wird. Zudem habe ich das Gefühl, dass sich das Umfeld, speziell die Leute hier in Lübbecke, nach guten Spielen sehnen. Und die wollen wir ihnen natürlich bieten. Wir sehen es als unsere vorrangige Aufgabe an, wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen.

Man merkt, Sie sind bereit. Gilt das nach der verkorksten Saison auch für Ihre Spieler?

Natürlich. Die Jungs sind ja auch nicht unerfahren und wissen alle genau, warum sie beim TuS sind. Sie wollen Erfolg. Und sie wollen Spaß haben.

Die Vorbereitung dürfte Sie zufriedengestellt haben.

Klar bin ich nicht unzufrieden. Wir haben einiges geschafft. Vor allen Dingen haben wir klare Strukturen und Hierarchien in allen Bereichen aufgebaut – auf und neben dem Parkett. Wir haben die Grundlagen für unser Spiel geschaffen. Die gilt es jetzt aber noch endgültig zu etablieren.

Zu Beginn Ihrer Tätigkeit haben Sie davon gesprochen, dass die Defensive für Sie im Mittelpunkt stehen wird. Sind Sie mit der bisherigen Entwicklung zufrieden?

Wir sind auf einem guten Weg. Als Trainer freut man sich darüber, wenn man das Gefühl hat, dass Abwehr den Jungs Spaß macht. Das war jedenfalls bislang der Fall. Ich wusste vorher schon, dass wir genug individuelle Qualität besitzen, um eine körperlich robuste Deckung zu stellen, die entsprechenden Druck auf den Gegner ausüben kann. Das hat die Mannschaft in der Vorbereitung unter Beweis gestellt. Schließlich wird es für uns eine extreme Notwendigkeit sein, dass wir in jedem Spiel viel in unsere Abwehrarbeit investieren. Wir wollen schließlich nicht davon abhängig sein, im Angriff unbedingt immer erfolgreich sein zu müssen.

Sie fordern einfache Tore nach Ballgewinnen über die erste und zweite Welle.

Das ist korrekt. Aber unser Gegenstoßverhalten ist aktuell noch nicht das Gelbe vom Ei. Daran werden wir noch zu arbeiten haben.

Sie monierten in den ersten Tests, dass die Spieler noch zu sehr auf ihre individuellen Fähigkeiten setzen, anstatt auf das Teamspiel. Hat sich hier Besserung eingestellt?

Kurtagic: Da befinden wir uns in einem laufenden Prozess. Ich glaube aber, wir sind auf einem guten Weg. Die Spieler haben verinnerlicht, dass der Angriff für mich der Anfang der Abwehr ist. Die Entwicklung ist gut, wir agieren vorne viel disziplinierter, haben die Zahl der übermütigen Würfe deutlich reduziert. Der Fokus der Vorbereitung lag aber nicht auf dem Angriff, sondern auf der Abwehr. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir aber intensiver auch an unserem Spiel vorne arbeiten.

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LübbeckeInterview: Emir Kurtagic spricht über die Bedeutungs des Angriffs für die AbwehrVolker KruscheLübbecke (wb). Spieler und Verantwortliche stehen in den Startlöchern. Am Samstag starten die Zweitliga-Handballer des TuS N-Lübbecke in die Saison 2019/2020. Trainer Emir Kurtagic blickt im Interview blickt er auf seine ersten fünf Wochen am Wiehen zurück, zieht eine Zwischenbilanz und sagt, wo er noch Verbesserungspotenzial sieht. Der Serienstart steht bevor. Kommt bei Ihnen so etwas wie Unruhe auf? Nein, Unruhe will ich das nicht nennen. Es ist vielmehr Vorfreude, die geweckt und durch ein Heimspiel noch mal gesteigert wird. Zudem habe ich das Gefühl, dass sich das Umfeld, speziell die Leute hier in Lübbecke, nach guten Spielen sehnen. Und die wollen wir ihnen natürlich bieten. Wir sehen es als unsere vorrangige Aufgabe an, wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen. Man merkt, Sie sind bereit. Gilt das nach der verkorksten Saison auch für Ihre Spieler? Natürlich. Die Jungs sind ja auch nicht unerfahren und wissen alle genau, warum sie beim TuS sind. Sie wollen Erfolg. Und sie wollen Spaß haben. Die Vorbereitung dürfte Sie zufriedengestellt haben. Klar bin ich nicht unzufrieden. Wir haben einiges geschafft. Vor allen Dingen haben wir klare Strukturen und Hierarchien in allen Bereichen aufgebaut – auf und neben dem Parkett. Wir haben die Grundlagen für unser Spiel geschaffen. Die gilt es jetzt aber noch endgültig zu etablieren. Zu Beginn Ihrer Tätigkeit haben Sie davon gesprochen, dass die Defensive für Sie im Mittelpunkt stehen wird. Sind Sie mit der bisherigen Entwicklung zufrieden? Wir sind auf einem guten Weg. Als Trainer freut man sich darüber, wenn man das Gefühl hat, dass Abwehr den Jungs Spaß macht. Das war jedenfalls bislang der Fall. Ich wusste vorher schon, dass wir genug individuelle Qualität besitzen, um eine körperlich robuste Deckung zu stellen, die entsprechenden Druck auf den Gegner ausüben kann. Das hat die Mannschaft in der Vorbereitung unter Beweis gestellt. Schließlich wird es für uns eine extreme Notwendigkeit sein, dass wir in jedem Spiel viel in unsere Abwehrarbeit investieren. Wir wollen schließlich nicht davon abhängig sein, im Angriff unbedingt immer erfolgreich sein zu müssen. Sie fordern einfache Tore nach Ballgewinnen über die erste und zweite Welle. Das ist korrekt. Aber unser Gegenstoßverhalten ist aktuell noch nicht das Gelbe vom Ei. Daran werden wir noch zu arbeiten haben. Sie monierten in den ersten Tests, dass die Spieler noch zu sehr auf ihre individuellen Fähigkeiten setzen, anstatt auf das Teamspiel. Hat sich hier Besserung eingestellt? Kurtagic: Da befinden wir uns in einem laufenden Prozess. Ich glaube aber, wir sind auf einem guten Weg. Die Spieler haben verinnerlicht, dass der Angriff für mich der Anfang der Abwehr ist. Die Entwicklung ist gut, wir agieren vorne viel disziplinierter, haben die Zahl der übermütigen Würfe deutlich reduziert. Der Fokus der Vorbereitung lag aber nicht auf dem Angriff, sondern auf der Abwehr. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir aber intensiver auch an unserem Spiel vorne arbeiten.