Aue/Lübbecke

TuS N-Lübbecke schließt die Saison mit einer weiteren Niederlage ab: „Es ist endlich vorbei“

Volker Krusche

Torhüter Joel Birlehm quittiert in seinem letzten Spiel für Lübbecke die Zeitstrafe gegen Teamkollegen Marko Bagaric (hinten) mit einem zynischen Lächeln. Foto: Frank Kruczynski - © Frank Kruczynski, Steubenstr. 3A, 08058 Zwickau, Telefon: 0375/56583, Kto.: Commerzbank Zwickau, IBAN: DE40 8704 0000 0702 5919
Torhüter Joel Birlehm quittiert in seinem letzten Spiel für Lübbecke die Zeitstrafe gegen Teamkollegen Marko Bagaric (hinten) mit einem zynischen Lächeln. Foto: Frank Kruczynski (© Frank Kruczynski, Steubenstr. 3A, 08058 Zwickau, Telefon: 0375/56583, Kto.: Commerzbank Zwickau, IBAN: DE40 8704 0000 0702 5919)

Aue/Lübbecke (wb). Warum sollte es ausgerechnet am letzten Spieltag anders sein? Nein, die Handballer von Zweitligist TuS N-Lübbecke blieben ihrer Linie treu und überließen dem lange Zeit abstiegsbedrohten Gastgeber EHV Aue bei der keinesfalls mehr unerwarteten, aber einmal mehr überflüssigen 27:28 (16:13)-Pleite wie gewohnt beide Punkte.

Nichts wurde es mit einem versöhnlichen Saisonausklang, nichts mit dem Abschiedsgeschenk für den scheidenden Interimstrainer Heidmar Felixson. Dabei hatte sich der Isländer zum Abschluss seines Kurz-Intermezzos am Wiehen doch explizit diesen Sieg gewünscht. Für eine normale Mannschaft mit diesen Qualitäten wäre das in Aue wohl auch kein Problem gewesen, für die Lübbecker aber schon. Was auch Geschäftsführer Torsten Appel konstatierte. „Wenn man nach einer ersten Hälfte, die man eigentlich klar dominiert hat, meint, den Sieg nach der Pause mit weniger als hundert Prozent Einsatz ins Ziel bringen zu können, dann darf man sich nicht wundern, wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht. Das Spiel war ein Spiegelbild vieler vorangegangener Partien. Wir können von Glück sagen, dass diese Saison endlich vorbei ist.“

Auch Heidmar Felixson, der die ersten 30 Minuten „als recht ordentlich“ bezeichnete, ging mit seinen Mannen hart ins Gericht. „In der zweiten Hälfte passiert das, was so oft in dieser Saison geschehen ist. Die Jungs denken, sie hätten schon weiß ich was erreicht, geben zehn Prozent weniger – und so nimmt alles seinen Lauf Leidenschaft und Emotionen gehören zum Handball, das hat aber in der zweiten Halbzeit bei uns zu oft gefehlt.“

Die Entscheidungen der Schiedsrichter in der Schlussphase hätten ihm zwar nicht gefallen („Ich habe nach dem Spiel mit ihnen darüber gesprochen“), doch die Niederlage machte er daran nicht fest.:„Das war unsere fehlende Einstellung.“

5:0 hieß es nach sechs Minuten für den TuS. Endlich schien mal alles gut zu laufen. Selbst der 12:13-Anschluss der Hausherren ließ die Gäste kalt, die schnell wieder drei Tore zum 16:12 drauflegten.

Doch nach dem Wechsel konnte auch der starke Jo Gerrit Genz (7) nicht verhindern, dass der EHV die Lübbecker Einladung zum Mitspielen annahm und den Spieß beim 19:17 und 21:18 umdrehte. Ein kurzes Aufflackern bescherte dem TuS beim 24:23 und 25:24 wieder die Führung, die man erneut aus der Hand gab. Als Eric Meinhardt, der zum besten Spieler der 2. Liga gewählt worden war, mit dem Schlusspfiff zum Siebenmeter antrat und ihn verwandelte, war der größere Wille verdientermaßen belohnt worden.

Nach einer 2:8-Serie aus den letzten fünf Partien bleibt dem TuS mit bescheidenen 43:33 Punkten nur ein frustrierender siebter Tabellenplatz.

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Aue/LübbeckeTuS N-Lübbecke schließt die Saison mit einer weiteren Niederlage ab: „Es ist endlich vorbei“Volker KruscheAue/Lübbecke (wb). Warum sollte es ausgerechnet am letzten Spieltag anders sein? Nein, die Handballer von Zweitligist TuS N-Lübbecke blieben ihrer Linie treu und überließen dem lange Zeit abstiegsbedrohten Gastgeber EHV Aue bei der keinesfalls mehr unerwarteten, aber einmal mehr überflüssigen 27:28 (16:13)-Pleite wie gewohnt beide Punkte. Nichts wurde es mit einem versöhnlichen Saisonausklang, nichts mit dem Abschiedsgeschenk für den scheidenden Interimstrainer Heidmar Felixson. Dabei hatte sich der Isländer zum Abschluss seines Kurz-Intermezzos am Wiehen doch explizit diesen Sieg gewünscht. Für eine normale Mannschaft mit diesen Qualitäten wäre das in Aue wohl auch kein Problem gewesen, für die Lübbecker aber schon. Was auch Geschäftsführer Torsten Appel konstatierte. „Wenn man nach einer ersten Hälfte, die man eigentlich klar dominiert hat, meint, den Sieg nach der Pause mit weniger als hundert Prozent Einsatz ins Ziel bringen zu können, dann darf man sich nicht wundern, wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht. Das Spiel war ein Spiegelbild vieler vorangegangener Partien. Wir können von Glück sagen, dass diese Saison endlich vorbei ist.“ Auch Heidmar Felixson, der die ersten 30 Minuten „als recht ordentlich“ bezeichnete, ging mit seinen Mannen hart ins Gericht. „In der zweiten Hälfte passiert das, was so oft in dieser Saison geschehen ist. Die Jungs denken, sie hätten schon weiß ich was erreicht, geben zehn Prozent weniger – und so nimmt alles seinen Lauf Leidenschaft und Emotionen gehören zum Handball, das hat aber in der zweiten Halbzeit bei uns zu oft gefehlt.“ Die Entscheidungen der Schiedsrichter in der Schlussphase hätten ihm zwar nicht gefallen („Ich habe nach dem Spiel mit ihnen darüber gesprochen“), doch die Niederlage machte er daran nicht fest.:„Das war unsere fehlende Einstellung.“ 5:0 hieß es nach sechs Minuten für den TuS. Endlich schien mal alles gut zu laufen. Selbst der 12:13-Anschluss der Hausherren ließ die Gäste kalt, die schnell wieder drei Tore zum 16:12 drauflegten. Doch nach dem Wechsel konnte auch der starke Jo Gerrit Genz (7) nicht verhindern, dass der EHV die Lübbecker Einladung zum Mitspielen annahm und den Spieß beim 19:17 und 21:18 umdrehte. Ein kurzes Aufflackern bescherte dem TuS beim 24:23 und 25:24 wieder die Führung, die man erneut aus der Hand gab. Als Eric Meinhardt, der zum besten Spieler der 2. Liga gewählt worden war, mit dem Schlusspfiff zum Siebenmeter antrat und ihn verwandelte, war der größere Wille verdientermaßen belohnt worden. Nach einer 2:8-Serie aus den letzten fünf Partien bleibt dem TuS mit bescheidenen 43:33 Punkten nur ein frustrierender siebter Tabellenplatz.