Hille

Relegation: Lit-Trainer Daniel Gerling und die Gier nach Erfolg

Marcus Riechmann

„Ich spüre die Anspannung“: Lit-Trainer Daniel Gerling hing mit nur 28 Jahren seine Schuhe an den Nagel. - © Foto: Bendig
„Ich spüre die Anspannung“: Lit-Trainer Daniel Gerling hing mit nur 28 Jahren seine Schuhe an den Nagel. (© Foto: Bendig)

Hille (mt). 8. - 6. - 5. - 9. - 3. – und nun Westfalenmeister. Seit Daniel Gerling als Trainer die Leitung beim Handball-Oberligisten Lit Tribe Germania im Frühjahr 2014 übernommen hat, geht es – abgesehen von Rang neun in der Saison 2016/2017 – aufwärts. Heute Nachmittag könnte der 33-jährige Vollblut-Handballer diese Erfolgsgeschichte krönen. Um 17 Uhr treffen seine Germanen im Rückspiel der Relegation auf den Nordsee-Champion OHV Aurich. Die schon lange ausverkaufte Sporthalle Nordhemmern wird aus allen Nähten platzen, wenn es darum geht, die 24:25-Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen und den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen.

„In Aurich war es laut, das war eine Lärmhölle“, klingelt es Gerling beim Gedanken an das Hinspiel vor 2000 Fans noch in den Ohren. In Nordhemmern wird das heute alles ein paar Nummern kleiner ausfallen. Doch mindestens genauso heiß: „In Aurich war die Unterstützung unserer mitgereisten Fans schon super. Ich bin mir sicher dass sie im Rückspiel für uns durchs Feuer gehen“, erwartet der Trainer eine krachende Heimspielatmosphäre.

3. Liga – für Gerling wäre der Aufstieg mit ein Rückkehr. Denn mit seinem Heimatklub spielte er bereits in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. 2012 stieg der talentierte Mittelmann mit Nordhemmern ab. Damals verloren die Lit-Männer beide Vergleiche gegen Aurich – 27:38 auswärts und 31:33 zuhause. Ein Jahr später hängte Gerling die Turnschuhe an den Nagel und konzentrierte sich im Alter von 28 Jahren auf die Arbeit als Trainer. Als solcher führt der Weg erneut gegen den erst vor einem Jahr aus der 3. Liga abgestiegen Ostfriesen-Klub, der in Zweitligazeiten von 2003 bis 2007 Heimat des heutigen GWD-Trainers Frank Carstens war – erst als Spieler, dann ein Jahr als Coach.

„Ich spüre die Anspannung. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Gerling vor dem Spiel des Jahres. Der innere Antrieb, die Gier nach Erfolg ist spürbar, wenn der Trainer nach einer langen Saison mit zahlreichen harten Prüfungen deutlich macht: „Wir wollen es über die Ziellinie bringen.“ Auf eine Verlängerung in Form einer weiteren Relegationsrunde hat er wenig Lust. Die große Saisonabschlussparty im Zelt neben der Halle soll zur Meisterfeier werden.

Heute Nachmittag will er zu Ende bringen, was er mit seinem Team am vergangenen Sonntag begonnen hat. Nach teils deutlichen Führungen in Aurich ärgerte ihn zwar die knappe Niederlage. Doch er gewinnt dem 24:25 etwas Positives ab: „Das war ärgerlich, aber vielleicht auch ganz gut für uns. Das schärft die Konzentration.“

Die Taktik des Trainers

„Aurich hat einen starken Abwehrmittelblock. Da sind wir Sonntag einige Male gegen gelaufen. Das wollen wir anders lösen“, sagt Daniel Gerling. Der Coach der Germanen hat auch aus der offensiven Auricher Abwehr, die den Gastgebern noch den Weg zum Sieg ebnete, Lehren gezogen: „Das hat uns etwas überrascht, da sind uns ein paar Fehler unterlaufen.“

Für die eigene Deckung, Prunkstück des Germanen-Spiels mit Evars Klesniks und Kim-Patrick Kliver, gilt: „Wir wollen die Mitte dicht machen.“ Und bei Ballgewinnen konsequent auf Tempo setzen: „Das haben wir in Aurich in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so gut hinbekommen.“ (rich)

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

HilleRelegation: Lit-Trainer Daniel Gerling und die Gier nach ErfolgMarcus RiechmannHille (mt). 8. - 6. - 5. - 9. - 3. – und nun Westfalenmeister. Seit Daniel Gerling als Trainer die Leitung beim Handball-Oberligisten Lit Tribe Germania im Frühjahr 2014 übernommen hat, geht es – abgesehen von Rang neun in der Saison 2016/2017 – aufwärts. Heute Nachmittag könnte der 33-jährige Vollblut-Handballer diese Erfolgsgeschichte krönen. Um 17 Uhr treffen seine Germanen im Rückspiel der Relegation auf den Nordsee-Champion OHV Aurich. Die schon lange ausverkaufte Sporthalle Nordhemmern wird aus allen Nähten platzen, wenn es darum geht, die 24:25-Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen und den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. „In Aurich war es laut, das war eine Lärmhölle“, klingelt es Gerling beim Gedanken an das Hinspiel vor 2000 Fans noch in den Ohren. In Nordhemmern wird das heute alles ein paar Nummern kleiner ausfallen. Doch mindestens genauso heiß: „In Aurich war die Unterstützung unserer mitgereisten Fans schon super. Ich bin mir sicher dass sie im Rückspiel für uns durchs Feuer gehen“, erwartet der Trainer eine krachende Heimspielatmosphäre. 3. Liga – für Gerling wäre der Aufstieg mit ein Rückkehr. Denn mit seinem Heimatklub spielte er bereits in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. 2012 stieg der talentierte Mittelmann mit Nordhemmern ab. Damals verloren die Lit-Männer beide Vergleiche gegen Aurich – 27:38 auswärts und 31:33 zuhause. Ein Jahr später hängte Gerling die Turnschuhe an den Nagel und konzentrierte sich im Alter von 28 Jahren auf die Arbeit als Trainer. Als solcher führt der Weg erneut gegen den erst vor einem Jahr aus der 3. Liga abgestiegen Ostfriesen-Klub, der in Zweitligazeiten von 2003 bis 2007 Heimat des heutigen GWD-Trainers Frank Carstens war – erst als Spieler, dann ein Jahr als Coach. „Ich spüre die Anspannung. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Gerling vor dem Spiel des Jahres. Der innere Antrieb, die Gier nach Erfolg ist spürbar, wenn der Trainer nach einer langen Saison mit zahlreichen harten Prüfungen deutlich macht: „Wir wollen es über die Ziellinie bringen.“ Auf eine Verlängerung in Form einer weiteren Relegationsrunde hat er wenig Lust. Die große Saisonabschlussparty im Zelt neben der Halle soll zur Meisterfeier werden. Heute Nachmittag will er zu Ende bringen, was er mit seinem Team am vergangenen Sonntag begonnen hat. Nach teils deutlichen Führungen in Aurich ärgerte ihn zwar die knappe Niederlage. Doch er gewinnt dem 24:25 etwas Positives ab: „Das war ärgerlich, aber vielleicht auch ganz gut für uns. Das schärft die Konzentration.“ Die Taktik des Trainers „Aurich hat einen starken Abwehrmittelblock. Da sind wir Sonntag einige Male gegen gelaufen. Das wollen wir anders lösen“, sagt Daniel Gerling. Der Coach der Germanen hat auch aus der offensiven Auricher Abwehr, die den Gastgebern noch den Weg zum Sieg ebnete, Lehren gezogen: „Das hat uns etwas überrascht, da sind uns ein paar Fehler unterlaufen.“ Für die eigene Deckung, Prunkstück des Germanen-Spiels mit Evars Klesniks und Kim-Patrick Kliver, gilt: „Wir wollen die Mitte dicht machen.“ Und bei Ballgewinnen konsequent auf Tempo setzen: „Das haben wir in Aurich in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so gut hinbekommen.“ (rich)