Minden

Handball-Box: Viele Abschiede und eine Botschaft aus dem Bus

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Abschied von den Lit-Frauen: Vielleicht gelingt (von links) Christin Meier, Eva Meyer, Mareike Wegner und Lisa Stegkämper aber zuvor noch der Aufstieg in die Oberliga. Fotos: Christian Bendig
Abschied von den Lit-Frauen: Vielleicht gelingt (von links) Christin Meier, Eva Meyer, Mareike Wegner und Lisa Stegkämper aber zuvor noch der Aufstieg in die Oberliga. Fotos: Christian Bendig

Minden (mt). Das Sachsenross galoppiert wieder munter drauflos. Welche Bedeutung der Klub und seine traditionsreiche Handballsparte noch besitzen, offenbarte sich nach dem Landesliga-Aufstieg der Männer am vergangenen Samstag. Eine Flut von Gratulationen erreichte Trainer, Spieler und Vereinsverantwortliche.

Glückwünsche vom Rivalen

Die Glückwünsche rissen nicht ab. „Das war unglaublich, wie viele Handballer sich nach dem Aufstieg bei mir gemeldet und sich für uns gefreut haben“, war Henning Bringewatt, Trainer des Bezirksliga-Meisters TV Sachsenross Hille, regelrecht baff. Der berührte Gemütszustand verstärkte sich noch, als ihn eine Videobotschaft des künftigen Landesliga-Rivalen TuS SW Wehe erreichte. Die Weher kamen gerade von ihrem Auswärtsspiel in Detmold und schmetterten als Gruß aus dem Bus den den traditionsreichen Hiller Schlachtruf: „Sachsenross, Sachsenross, Sachsenross.“ (cb)

Mattausch findet's unfair

Ärgert sich: Barkhausens Trainer Stefan Mattausch.
Ärgert sich: Barkhausens Trainer Stefan Mattausch.

Den Abstieg in die Kreisliga habe man schon noch selbst zu verantworten, betonte Stefan Mattausch, Trainer des TuS Barkhausen mehrfach. Doch eine Sache ärgerte den Trainer so richtig: Ausgerechnet am letzten Spieltag musste man gegen den mit allen „Stars“ wie Sebastian Winkler und dem ehemaligen Bundesligaspieler Sebastian Redeker angetretenen TuS Nettelstedt III ran und verlor 30:32. Im Hinspiel hatten die Barkhauser die TuS-Dritte noch 28:27 besiegt. Es war im Januar nach zwölf Niederlagen in Folge der erste Saisonsieg der Mattausch-Teams. „Sie waren das erste Team, dass gegen uns verloren hat. Das wollten sie nicht auf sich sitzen lassen und haben schon nach dem Hinspiel eine Revanche angekündigt.“ An sich ist die Aufrüstung nichts Verwerfliches und nach der „Blamage“ auch verständlich. Doch der Umstand, dass die Nettelstedter zuvor gegen den Barkhauser Abstiegskonkurrenten HSG Hüllhorst II nicht antraten und die Punkte kampflos überließen, fand Mattausch aus Gründen der sportlichen Fairness nicht in Ordnung. „Das habe ich denen auch nach dem letzten Saisonspiel auch sehr deutlich gesagt.“ (cb)

Ein Quartett sagt Servus

Linkshänderin der Extraklasse: Anna-Lena Bergmann geht.
Linkshänderin der Extraklasse: Anna-Lena Bergmann geht.

Der Gegner der Lit-Frauen in der Aufstiegsrelegation steht fest. Drei Teams besaßen in der Verbandsliga-Staffel 2 noch die Chance, auf den zweiten Platz vorzurücken. Am Ende machte im Dreikampf zwischen Vorwärts Wettringen und dem VfL Brambauer die DJK Coesfeld das Rennen. Inzwischen sind auch die Anwurfzeiten fix. In Coesfeld tritt Lit am Sonntag um 16 Uhr an, das Rückspiel findet am Sonntag, 26. Mai, um 15 Uhr in Holzhausen statt. Falls es des Rückspiels noch bedarf. Denn nur wenn der TVE Netphen am Tag zuvor den Klassenerhalt in der 3. Liga schaffen sollte, kann einer der beiden Verbandsligazweiten überhaupt in die Oberliga aufsteigen. Bei Lit drückt man die Daumen. Die Regularien der Relegation interessierten am vergangenen Freitagabend in Holzhausen noch niemanden. Auch das letztlich mit einem 38:27-Sieg eindeutige Ergebnis des letzten regulären Saisonspiels gegen die HSG Petershagen-Lahde war aufgrund der eindeutigen Tabellensituation sekundär. Im Vordergrund stand die Verabschiedung der scheidenden Spielerinnen Christin Meier (Weltreise), Lisa Stegkemper, Eva Meyer und Mareike Wegner. Nach Lage der Dinge wird das Trio in der zweiten Lit-Mannschaft weiterspielen. Bei Eva Meyer wäre es ohnehin undenkbar gewesen, dass sie noch einmal für einen anderen Verein auflaufen würde. Schließlich spielte sie im Frauenbereich 16 Jahre lang nur für den VfB Holzhausen und nach der Fusion mit Lit Handball NSM für die draus entstandene Lit Tribe Germania. (cb)

Freiwilliger Verzicht

Beim Frauen-Verbandsligisten Eintracht Oberlübbe wird es wahrscheinlich zur neuen Saison nur eine einzige Veränderung im Kader geben. Aus den A-Mädchen wird lediglich Kira Höinghaus in den Kader aufrücken. Mit Carla Schramm Stegkemper und Jonna Grabowsky gehörten bereits drei Nachwuchsspielerinnen fest zum Team von Trainer Matthias Husemeier. Der Verzicht auf Kräfte von außen erfolgt aus freien Stücken. „Wir haben ein derart gut funktionierendes Kollektiv. Da brauchen wir keine weiteren Spielerinnen“, betont „Husi“. (cb)

Ziercke macht weiter

Ähnlich wie in Oberlübbe verfährt man auch beim Klassenpartner HSG Petershagen/Lahde. „Zwar wollten einige Spielerinnen kürzer treten“, gab Trainer Heiko Breuer bekannt. Doch die Saison mit dem abschließenden sechsten Platz stellte die Verantwortlichen, wie Abteilungsleiter Bernd Schäkel bestätigte, „absolut zufrieden“. Ein Baustein war sicherlich auch Annika Ziercke. Und die wird auch in der kommenden Spielzeit für die HSG auf Torejagd gehen. „Aufhören werde ich nicht. Vielleicht wird es ein bisschen weniger“, verriet die frühere Nationalspielerin. Dass die 45-Jährige immer noch zu den besten Spielerinnen der Liga zählt, unterstrich sie im Derby gegen Lit: Die Linksaußen erzielte 13 der insgesamt 27 HSG-Treffer. (cb)

HSV sucht Qualität

Beim HSV Minden-Nord bahnt sich auf den ersten Blick eine größere Operation am Kader an. Vor allem der studienbedingte Abgang von Anna-Lena Bergmann wiegt schwer. Rückraum-Linkshänderinnen ihres Formats sind ein Glücksfall für jede Mannschaft und im Falle eines Abgangs nur schwer zu ersetzen. Zudem wird Spielmacherin Sarah Kehde nach nur einem Jahr aus beruflichen Gründen die Grün-Schwarzen verlassen, auch Torhüterin Andrea Brandhorst wird nicht weitermachen. Ersatz wird vor allem aus dem eigenen nachwuchs kommen. HSV-Trainer Olaf Grintz, der sich schon seit einiger Zeit gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Björn Borgmann auf dem leer gefegten „Transfermarkt“ der Suche nach frischem Personal befindet, sagt klipp und klar: „Wir werden keine Spielerin verpflichten, die nur genauso gut ist, wie die, die bereits bei uns spielen.“ (cb)

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MindenHandball-Box: Viele Abschiede und eine Botschaft aus dem BusMinden (mt). Das Sachsenross galoppiert wieder munter drauflos. Welche Bedeutung der Klub und seine traditionsreiche Handballsparte noch besitzen, offenbarte sich nach dem Landesliga-Aufstieg der Männer am vergangenen Samstag. Eine Flut von Gratulationen erreichte Trainer, Spieler und Vereinsverantwortliche. Glückwünsche vom Rivalen Die Glückwünsche rissen nicht ab. „Das war unglaublich, wie viele Handballer sich nach dem Aufstieg bei mir gemeldet und sich für uns gefreut haben“, war Henning Bringewatt, Trainer des Bezirksliga-Meisters TV Sachsenross Hille, regelrecht baff. Der berührte Gemütszustand verstärkte sich noch, als ihn eine Videobotschaft des künftigen Landesliga-Rivalen TuS SW Wehe erreichte. Die Weher kamen gerade von ihrem Auswärtsspiel in Detmold und schmetterten als Gruß aus dem Bus den den traditionsreichen Hiller Schlachtruf: „Sachsenross, Sachsenross, Sachsenross.“ (cb) Mattausch findet's unfair Den Abstieg in die Kreisliga habe man schon noch selbst zu verantworten, betonte Stefan Mattausch, Trainer des TuS Barkhausen mehrfach. Doch eine Sache ärgerte den Trainer so richtig: Ausgerechnet am letzten Spieltag musste man gegen den mit allen „Stars“ wie Sebastian Winkler und dem ehemaligen Bundesligaspieler Sebastian Redeker angetretenen TuS Nettelstedt III ran und verlor 30:32. Im Hinspiel hatten die Barkhauser die TuS-Dritte noch 28:27 besiegt. Es war im Januar nach zwölf Niederlagen in Folge der erste Saisonsieg der Mattausch-Teams. „Sie waren das erste Team, dass gegen uns verloren hat. Das wollten sie nicht auf sich sitzen lassen und haben schon nach dem Hinspiel eine Revanche angekündigt.“ An sich ist die Aufrüstung nichts Verwerfliches und nach der „Blamage“ auch verständlich. Doch der Umstand, dass die Nettelstedter zuvor gegen den Barkhauser Abstiegskonkurrenten HSG Hüllhorst II nicht antraten und die Punkte kampflos überließen, fand Mattausch aus Gründen der sportlichen Fairness nicht in Ordnung. „Das habe ich denen auch nach dem letzten Saisonspiel auch sehr deutlich gesagt.“ (cb) Ein Quartett sagt Servus Der Gegner der Lit-Frauen in der Aufstiegsrelegation steht fest. Drei Teams besaßen in der Verbandsliga-Staffel 2 noch die Chance, auf den zweiten Platz vorzurücken. Am Ende machte im Dreikampf zwischen Vorwärts Wettringen und dem VfL Brambauer die DJK Coesfeld das Rennen. Inzwischen sind auch die Anwurfzeiten fix. In Coesfeld tritt Lit am Sonntag um 16 Uhr an, das Rückspiel findet am Sonntag, 26. Mai, um 15 Uhr in Holzhausen statt. Falls es des Rückspiels noch bedarf. Denn nur wenn der TVE Netphen am Tag zuvor den Klassenerhalt in der 3. Liga schaffen sollte, kann einer der beiden Verbandsligazweiten überhaupt in die Oberliga aufsteigen. Bei Lit drückt man die Daumen. Die Regularien der Relegation interessierten am vergangenen Freitagabend in Holzhausen noch niemanden. Auch das letztlich mit einem 38:27-Sieg eindeutige Ergebnis des letzten regulären Saisonspiels gegen die HSG Petershagen-Lahde war aufgrund der eindeutigen Tabellensituation sekundär. Im Vordergrund stand die Verabschiedung der scheidenden Spielerinnen Christin Meier (Weltreise), Lisa Stegkemper, Eva Meyer und Mareike Wegner. Nach Lage der Dinge wird das Trio in der zweiten Lit-Mannschaft weiterspielen. Bei Eva Meyer wäre es ohnehin undenkbar gewesen, dass sie noch einmal für einen anderen Verein auflaufen würde. Schließlich spielte sie im Frauenbereich 16 Jahre lang nur für den VfB Holzhausen und nach der Fusion mit Lit Handball NSM für die draus entstandene Lit Tribe Germania. (cb) Freiwilliger Verzicht Beim Frauen-Verbandsligisten Eintracht Oberlübbe wird es wahrscheinlich zur neuen Saison nur eine einzige Veränderung im Kader geben. Aus den A-Mädchen wird lediglich Kira Höinghaus in den Kader aufrücken. Mit Carla Schramm Stegkemper und Jonna Grabowsky gehörten bereits drei Nachwuchsspielerinnen fest zum Team von Trainer Matthias Husemeier. Der Verzicht auf Kräfte von außen erfolgt aus freien Stücken. „Wir haben ein derart gut funktionierendes Kollektiv. Da brauchen wir keine weiteren Spielerinnen“, betont „Husi“. (cb) Ziercke macht weiter Ähnlich wie in Oberlübbe verfährt man auch beim Klassenpartner HSG Petershagen/Lahde. „Zwar wollten einige Spielerinnen kürzer treten“, gab Trainer Heiko Breuer bekannt. Doch die Saison mit dem abschließenden sechsten Platz stellte die Verantwortlichen, wie Abteilungsleiter Bernd Schäkel bestätigte, „absolut zufrieden“. Ein Baustein war sicherlich auch Annika Ziercke. Und die wird auch in der kommenden Spielzeit für die HSG auf Torejagd gehen. „Aufhören werde ich nicht. Vielleicht wird es ein bisschen weniger“, verriet die frühere Nationalspielerin. Dass die 45-Jährige immer noch zu den besten Spielerinnen der Liga zählt, unterstrich sie im Derby gegen Lit: Die Linksaußen erzielte 13 der insgesamt 27 HSG-Treffer. (cb) HSV sucht Qualität Beim HSV Minden-Nord bahnt sich auf den ersten Blick eine größere Operation am Kader an. Vor allem der studienbedingte Abgang von Anna-Lena Bergmann wiegt schwer. Rückraum-Linkshänderinnen ihres Formats sind ein Glücksfall für jede Mannschaft und im Falle eines Abgangs nur schwer zu ersetzen. Zudem wird Spielmacherin Sarah Kehde nach nur einem Jahr aus beruflichen Gründen die Grün-Schwarzen verlassen, auch Torhüterin Andrea Brandhorst wird nicht weitermachen. Ersatz wird vor allem aus dem eigenen nachwuchs kommen. HSV-Trainer Olaf Grintz, der sich schon seit einiger Zeit gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Björn Borgmann auf dem leer gefegten „Transfermarkt“ der Suche nach frischem Personal befindet, sagt klipp und klar: „Wir werden keine Spielerin verpflichten, die nur genauso gut ist, wie die, die bereits bei uns spielen.“ (cb)