Aurich/Minden

Lit Tribe Germania verliert knapp in Aurich und wahrt die Aufstiegschance

Christian Bendig

Mit vollem Körpereinsatz stemmen sich die Lit-Spieler Piotr Grabarczyk (links) und Lucas Rüter gegen die Angriffsbemühungen des OHV Aurich. Foto: Klaus Ortgies - © ORTGIES
Mit vollem Körpereinsatz stemmen sich die Lit-Spieler Piotr Grabarczyk (links) und Lucas Rüter gegen die Angriffsbemühungen des OHV Aurich. Foto: Klaus Ortgies (© ORTGIES)

Aurich/Minden (cb). Ob sich das 24:25 (12:11) beim OHV Aurich als ein gutes Ergebnis herausstellt, wird sich erst nach dem Rückspiel der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga der Männer zeigen. Fakt ist, dass Handball-Westfalenmeister Lit Tribe Tribe Germania dem großen Druck vor mehr als 2.000 Zuschauern in Aurich standgehalten hat und eine gute Chance besitzt, am kommenden Samstag in eigener Halle mit einem Zwei-Tore-Sieg den Aufstieg perfekt zu machen.

Die Oberliga-Meisterschaft hatten die Männer von Trainer Daniel Gerling schon vor vielen Wochen eingetütet, die Zeit des Hinfieberns auf den vermeintlichen Saisonhöhepunkt war dementsprechend quälend lang. Doch rechtzeitig zum ersten Aufeinandertreffen waren die Lit-Handballer auf den Punkt voll da und legten gleich zu Spielbeginn einen 2:0-Vorsprung vor. Die Kulisse schien die Akteure der Hiller Spielgemeinschaft eher zu beflügeln denn einzuschüchtern.

„Das war schon ein ordentlicher Adrenalinspiegel“, schilderte Gerling die „beeindruckende Kulisse“, zu der auch die rund 150 mitgereisten Lit-Anhänger ihren Teil beitrugen. „Das war ein besonderes Ambiente. So etwas erlebt man vielleicht nur noch beim Final Four des DHB-Pokals oder der Champions Legaue“, schwärmte Gerling weiter.

Die Leistung seiner Mannschaft bewertete der A-Lizenz-Inhaber derweil nicht so überschwänglich, auch wenn sie die erste Halbzeit über weite Strecken dominierte und nach dem 5:5-Ausgleich wieder zum 8:6 vorlegte. „In den Unterzahlen werfen wir dem Gegner den Ball den Ball mehr oder weniger vier Mal in die Hände. Daraus sind dann auch direkte Gegentreffer entstanden“, berichtete der Germanen-Trainer und stellte fest: „Da waren wir manchmal zu langsam im Kopf.“ Außer beim Gleichstand von 8:8 änderte das aber wenig daran, dass die Gäste das Team waren, das den Ton angab und das auch mit der 11:9-Führung (25.) in Zahlen untermauerte, weil auch Linus Happel im Tor eine überzeugende Vorstellung ablieferte. Mit in die Kabine nahmen die Rot-Weißen aber nur eine knappe 12:11-Führung. „Wir haben es in einigen Phasen verpasst, uns deutlicher abzusetzen“, bilanzierte Gerling und schloss in seine Analyse auch den zweiten Durchgang mit ein.

In dem erarbeitete sich sein Team eine 16:14-Führung. Doch anstatt aus zwei Überzahlsituationen Kapital zu schlagen und davon zu ziehen, kamen die Hausherren zum 15:16-Anschlusstreffer. Lit schüttelte den Dämpfer rasch ab, führte nach einer Drangphase durch Jannik Borcherding 19:16 und behaupteten den Drei-Tore-Vorsprung bis zum 22:19.

OHV-Trainer Arek Blache reagierte und änderte auf ein offensives Abwehrsystem. „Mit dem sind wir dann überhaupt nicht zurecht bekommen, haben schlechte Entscheidungen getroffen, uns zu wenig bewegt und uns in schlechte Passsituationen gebracht“, bemängelte Gerling. Das 23:21 von Jannik Oevermann von der Strafwurflinie sollte für einige Minuten der letzte Lit-Treffer bleiben.

Die nie aufsteckenden Ostfriesen kamen durch einen von Oliver Staszweski abgeschlossenen Kempa-Trick zum 23:23. Vier Minuten waren noch zu zu spielen. Die Auricher 24:23-Führung glich Stefan Möhle zum 24:24 rund eineinhalb Minuten vor dem Ende aus. Auf das 25:24 in der Schlussminute hatte der Westfalenmeister dann keine Antwort mehr. „Es ist eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel“, urteilte Gerling und hob die Leistung von Kim-Patrick Kliver hervor.

Lit Tribe Germania: Happel, Finke - Oevermann 6/4, Kliver 5, Borcherding 4, Möhle 3, Mundus 2/1, Klesniks 2, Riechmann 2, Rüter, Schulz, Gartmann, Grabarczyk.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Aurich/MindenLit Tribe Germania verliert knapp in Aurich und wahrt die AufstiegschanceChristian BendigAurich/Minden (cb). Ob sich das 24:25 (12:11) beim OHV Aurich als ein gutes Ergebnis herausstellt, wird sich erst nach dem Rückspiel der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga der Männer zeigen. Fakt ist, dass Handball-Westfalenmeister Lit Tribe Tribe Germania dem großen Druck vor mehr als 2.000 Zuschauern in Aurich standgehalten hat und eine gute Chance besitzt, am kommenden Samstag in eigener Halle mit einem Zwei-Tore-Sieg den Aufstieg perfekt zu machen. Die Oberliga-Meisterschaft hatten die Männer von Trainer Daniel Gerling schon vor vielen Wochen eingetütet, die Zeit des Hinfieberns auf den vermeintlichen Saisonhöhepunkt war dementsprechend quälend lang. Doch rechtzeitig zum ersten Aufeinandertreffen waren die Lit-Handballer auf den Punkt voll da und legten gleich zu Spielbeginn einen 2:0-Vorsprung vor. Die Kulisse schien die Akteure der Hiller Spielgemeinschaft eher zu beflügeln denn einzuschüchtern. „Das war schon ein ordentlicher Adrenalinspiegel“, schilderte Gerling die „beeindruckende Kulisse“, zu der auch die rund 150 mitgereisten Lit-Anhänger ihren Teil beitrugen. „Das war ein besonderes Ambiente. So etwas erlebt man vielleicht nur noch beim Final Four des DHB-Pokals oder der Champions Legaue“, schwärmte Gerling weiter. Die Leistung seiner Mannschaft bewertete der A-Lizenz-Inhaber derweil nicht so überschwänglich, auch wenn sie die erste Halbzeit über weite Strecken dominierte und nach dem 5:5-Ausgleich wieder zum 8:6 vorlegte. „In den Unterzahlen werfen wir dem Gegner den Ball den Ball mehr oder weniger vier Mal in die Hände. Daraus sind dann auch direkte Gegentreffer entstanden“, berichtete der Germanen-Trainer und stellte fest: „Da waren wir manchmal zu langsam im Kopf.“ Außer beim Gleichstand von 8:8 änderte das aber wenig daran, dass die Gäste das Team waren, das den Ton angab und das auch mit der 11:9-Führung (25.) in Zahlen untermauerte, weil auch Linus Happel im Tor eine überzeugende Vorstellung ablieferte. Mit in die Kabine nahmen die Rot-Weißen aber nur eine knappe 12:11-Führung. „Wir haben es in einigen Phasen verpasst, uns deutlicher abzusetzen“, bilanzierte Gerling und schloss in seine Analyse auch den zweiten Durchgang mit ein. In dem erarbeitete sich sein Team eine 16:14-Führung. Doch anstatt aus zwei Überzahlsituationen Kapital zu schlagen und davon zu ziehen, kamen die Hausherren zum 15:16-Anschlusstreffer. Lit schüttelte den Dämpfer rasch ab, führte nach einer Drangphase durch Jannik Borcherding 19:16 und behaupteten den Drei-Tore-Vorsprung bis zum 22:19. OHV-Trainer Arek Blache reagierte und änderte auf ein offensives Abwehrsystem. „Mit dem sind wir dann überhaupt nicht zurecht bekommen, haben schlechte Entscheidungen getroffen, uns zu wenig bewegt und uns in schlechte Passsituationen gebracht“, bemängelte Gerling. Das 23:21 von Jannik Oevermann von der Strafwurflinie sollte für einige Minuten der letzte Lit-Treffer bleiben. Die nie aufsteckenden Ostfriesen kamen durch einen von Oliver Staszweski abgeschlossenen Kempa-Trick zum 23:23. Vier Minuten waren noch zu zu spielen. Die Auricher 24:23-Führung glich Stefan Möhle zum 24:24 rund eineinhalb Minuten vor dem Ende aus. Auf das 25:24 in der Schlussminute hatte der Westfalenmeister dann keine Antwort mehr. „Es ist eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel“, urteilte Gerling und hob die Leistung von Kim-Patrick Kliver hervor. Lit Tribe Germania: Happel, Finke - Oevermann 6/4, Kliver 5, Borcherding 4, Möhle 3, Mundus 2/1, Klesniks 2, Riechmann 2, Rüter, Schulz, Gartmann, Grabarczyk.