Berlin/Minden

Der Glaube fehlt: B-Jungen von GWD Minden stehen nach Bauchlandung in Berlin vor dem DM-Aus

Christian Bendig

Nils Lichtlein, Neffe des Bundesliga-Torhüters Carsten Lichtlein, setzt sich mühelos durch. Auch, wenn es so aussieht, als stünden die Mindener Spalier, zeigte sich GWD-Trainer Marius Traue mit der Abwehr zufrieden. - © Foto: Heiko Voigt
Nils Lichtlein, Neffe des Bundesliga-Torhüters Carsten Lichtlein, setzt sich mühelos durch. Auch, wenn es so aussieht, als stünden die Mindener Spalier, zeigte sich GWD-Trainer Marius Traue mit der Abwehr zufrieden. (© Foto: Heiko Voigt)

Berlin/Minden (cb). Die Füchse Berlin erwiesen sich für die B-Jungen-Handballer GWD Mindens im Achtelfinal-Hinspiel der Deutschen Meisterschaft als eine Nummer zu groß. In der Hauptstadt unterlag der Westfalenmeister am Sonntagnachmittag mit 18:30 (10:16) und steht damit bereits in der ersten K.o.-Runde der Titelkämpfe vor dem Aus. Im Rückspiel am Samstag, 27. April, in Dankersen benötigen die Mindener ein Handball-Wunder, um noch den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen.

Marius Traue versuchte mehrfach, die hängenden Köpfe seiner Spieler wieder aufzurichten. Fotos (2): Heiko Voigt
Marius Traue versuchte mehrfach, die hängenden Köpfe seiner Spieler wieder aufzurichten. Fotos (2): Heiko Voigt

Bereits während der Rückreise kreisten die Gedanken des GWD-Trainers Marius Traue um das zweite Aufeinandertreffen in zwei Wochen. „Die Hauptsache ist, dass wir das Spiel, das für viele das letzte in der B-Jugend ist, gewinnen.“ Der Glaube an den Viertelfinal-Einzug ist ohnehin gering: „Wenn Berlin ausschließlich mit seiner zweiten Sieben spielen sollte, möchten wir alles möglich machen“, sagte Traue weiter. In dem Begriff „zweite Sieben“ schälte sich auch ein entscheidender Vorteil der Berliner heraus. „Die hatten einfach viel mehr Wechselmöglichkeiten als wir“, hatte der B-Lizenzinhaber seine gestern dünne Personaldecke im Blick. Paul Wilhelm (Kreuzbandriss), Florian Kranzmann (Leiste), Manuel Rathey (Knöchelverletzung) fielen aus, Mittelmann Jonah Jungmann war wegen Rückenbeschwerden nur phasenweise einsetzbar.

Dem personellen Aderlass trotzend, fanden die Gäste im Leistungszentrum der Füchse gut ins Spiel und führten in der siebten Minute sogar mit 4:3. Die in der gesamten Oberliga-Saison verlustpunktfreien Mindener hielten bis zum 6:6 (13.) ein Remis und lagen auch beim 7:8 durch GWD-Kreisläufer Fabio Fenske gut im Rennen. Doch drei Berliner Treffer von Rückraumspieler Moritz Sauter und Linksaußen Tim Freihöfer (2), der im ersten Durchgang sechsmal traf, bescherten den Hausherren eine 11:7-Führung. Die bauten die vom DHB-Vizepräsidenten Leistungssport Bob Hanning trainierten Füchse-Youngsters bis zur Pause noch deutlich aus.

„Bis zur 20. Minute spielten wir auf Augenhöhe“, stellte Traue fest, machte für den deutlichen Pausenrückstand „zwei, drei Schiedsrichterentscheidungen und Pech im Abschluss“ verantwortlich und zeigte sich mit der Abwehrleistung über die gesamte Spieldauer „eigentlich zufrieden“. Trotz alledem kristallisierte sich ein Klassenunterschied heraus. Traue bestritt den nicht, stufte das Endergebnis freilich als zu hoch ein. „Wir waren nicht die zwölf Tore schlechter.“

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig an den Kräfteverhältnissen. Die Mindener Offensivbemühungen verpufften gegen die Füchse-Abwehr. Und auf der anderen Seite setzten sich die besseren individuellen Fähigkeiten der Berliner, die zum engsten Favoritenkreis auf den Titel zählen, durch. Über die Stationen 21:13 (34.), 23:13 (41.) und 27:17 (47.) wuchs der im Rückspiel aufzuholende Rückstand stetig an.

GWD Minden: Schmäing, Rehberg – Kirchhoff, Holzhacker 4, Steppeler 3, Käber, Gernus 1, Hermeling 3, Jungmann, Orlov 6/1, Boddin, Fenske 1.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Berlin/MindenDer Glaube fehlt: B-Jungen von GWD Minden stehen nach Bauchlandung in Berlin vor dem DM-AusChristian BendigBerlin/Minden (cb). Die Füchse Berlin erwiesen sich für die B-Jungen-Handballer GWD Mindens im Achtelfinal-Hinspiel der Deutschen Meisterschaft als eine Nummer zu groß. In der Hauptstadt unterlag der Westfalenmeister am Sonntagnachmittag mit 18:30 (10:16) und steht damit bereits in der ersten K.o.-Runde der Titelkämpfe vor dem Aus. Im Rückspiel am Samstag, 27. April, in Dankersen benötigen die Mindener ein Handball-Wunder, um noch den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen. Bereits während der Rückreise kreisten die Gedanken des GWD-Trainers Marius Traue um das zweite Aufeinandertreffen in zwei Wochen. „Die Hauptsache ist, dass wir das Spiel, das für viele das letzte in der B-Jugend ist, gewinnen.“ Der Glaube an den Viertelfinal-Einzug ist ohnehin gering: „Wenn Berlin ausschließlich mit seiner zweiten Sieben spielen sollte, möchten wir alles möglich machen“, sagte Traue weiter. In dem Begriff „zweite Sieben“ schälte sich auch ein entscheidender Vorteil der Berliner heraus. „Die hatten einfach viel mehr Wechselmöglichkeiten als wir“, hatte der B-Lizenzinhaber seine gestern dünne Personaldecke im Blick. Paul Wilhelm (Kreuzbandriss), Florian Kranzmann (Leiste), Manuel Rathey (Knöchelverletzung) fielen aus, Mittelmann Jonah Jungmann war wegen Rückenbeschwerden nur phasenweise einsetzbar. Dem personellen Aderlass trotzend, fanden die Gäste im Leistungszentrum der Füchse gut ins Spiel und führten in der siebten Minute sogar mit 4:3. Die in der gesamten Oberliga-Saison verlustpunktfreien Mindener hielten bis zum 6:6 (13.) ein Remis und lagen auch beim 7:8 durch GWD-Kreisläufer Fabio Fenske gut im Rennen. Doch drei Berliner Treffer von Rückraumspieler Moritz Sauter und Linksaußen Tim Freihöfer (2), der im ersten Durchgang sechsmal traf, bescherten den Hausherren eine 11:7-Führung. Die bauten die vom DHB-Vizepräsidenten Leistungssport Bob Hanning trainierten Füchse-Youngsters bis zur Pause noch deutlich aus. „Bis zur 20. Minute spielten wir auf Augenhöhe“, stellte Traue fest, machte für den deutlichen Pausenrückstand „zwei, drei Schiedsrichterentscheidungen und Pech im Abschluss“ verantwortlich und zeigte sich mit der Abwehrleistung über die gesamte Spieldauer „eigentlich zufrieden“. Trotz alledem kristallisierte sich ein Klassenunterschied heraus. Traue bestritt den nicht, stufte das Endergebnis freilich als zu hoch ein. „Wir waren nicht die zwölf Tore schlechter.“ In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig an den Kräfteverhältnissen. Die Mindener Offensivbemühungen verpufften gegen die Füchse-Abwehr. Und auf der anderen Seite setzten sich die besseren individuellen Fähigkeiten der Berliner, die zum engsten Favoritenkreis auf den Titel zählen, durch. Über die Stationen 21:13 (34.), 23:13 (41.) und 27:17 (47.) wuchs der im Rückspiel aufzuholende Rückstand stetig an. GWD Minden: Schmäing, Rehberg – Kirchhoff, Holzhacker 4, Steppeler 3, Käber, Gernus 1, Hermeling 3, Jungmann, Orlov 6/1, Boddin, Fenske 1.