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Handball-Box: Die Hiller Oldies können es noch

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Zwei Teams und ein Verein gemeinsam für die gute Sache: Die Spieler des TV Hille II und TV Hille III nach dem Spiel für den guten Zweck. - © Foto: pr
Zwei Teams und ein Verein gemeinsam für die gute Sache: Die Spieler des TV Hille II und TV Hille III nach dem Spiel für den guten Zweck. (© Foto: pr)

Minden (mt). Emotional ging es in den heimischen Sporthallen zu. Eine ganz besondere Partie sahen 150 Zuschauer in Hille, wo die zweite Mannschaft auf die eigene Drittvertretung traf. Neben zwei Punkten für den Sieger gab es auch eine Spende für den guten Zweck.

Fan-Wunsch erfüllt sich

Jan Wesemann reckte die Faust, schrie die Freude über den Treffer zum 9:3 durch Rechtsaußen Phil Schrage für den ASV Hamm-Westfalen II heraus. Es schien über weite Strecken so, als würde der frühere Keeper der JSG NSM-Nettelstedt, der sich vergangenen Sommer dem Zweitligaverein anschloss, zu einem der entscheidenden Faktoren im Oberliga-Spitzenspiel bei Lit Tribe Germania werden. Tatsächlich wartete Wesemann an alter Wirkungsstätte mit einer starken Leistung auf. So stark, dass alte Weggefährten in der Halbzeit von der Tribüne frotzelten: „Mensch, Wesemann, lass‘ mal ein paar Dinger rein.“ Der Wunsch der Lit-Anhänger erfüllte sich. Wesemann agierte fortan nicht mehr so dominant und wurde ausgewechselt. Und Torwart Nummer zwei konnte den 28:26-Sieg der gastgebenden Germanen nicht mehr verhindern. (cb)

Positiv gestimmt

Zu früh gefreut: Torwart Jan Wesemann zeigte starke Paraden in der erste Halbzeit. Am Ende durfte aber Lit jubeln. - © Foto: Bendig
Zu früh gefreut: Torwart Jan Wesemann zeigte starke Paraden in der erste Halbzeit. Am Ende durfte aber Lit jubeln. (© Foto: Bendig)

Es war ein Spieltag wie gemalt für die Landesliga-Frauen des TV Hille. Die legten nach dem Auswärtssieg beim TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck II nun noch ein Unentschieden gegen den Tabellenvierten SG Detmold nach. Sehr zur Freude ihres Trainers Thomas Schlensker, der nach dem überraschend zu Stande gekommenen dritten Saisonpunkt nun positiver nach vorne blickt. Und es stehen noch wichtige Partien gegen die direkten Abstiegskonkurrenten an. „Das Vertrauen ist zurück und wir können unseren Teamgeist wieder besser aufs Feld bringen. Wir müssen diese Leistungen nun auch in den nächsten Spielen abrufen“, fordert Schlensker. Bei optimalem Verlauf würde der TVH mit neun Zählern in die Winterpause gehen. In der Vorsaison reichten 15 Punkte zum Ligaverbleib. (cb)

Kopfdoktor

Trainer Olaf Grintz nach eigener Aussage als „Kopfdoktor“ gefordert. Denn der HSV Minden-Nord läuft in der Frauen-Oberliga seiner Bestform weit hinterher. Die Erinnerungen an Punktgewinne gegen starke Teams wie den ASC Dortmund sind verblasst. „Man muss sagen, dass das eine Entwicklung war. Die setzte schleichend mit der Niederlage gegen die HSG EURo ein“, beantwortet Grintz die Frage nach dem Knackpunkt. Und er ist sich bewusst, das Ruder wieder herumreißen zu müssen. Nur mit Zuckerbrot geht es nicht, das weiß der erfahrene Trainer. Nur mit der Peitsche aber eben auch nicht. „Paradoxe Intervention“ nennt Grintz das Zauberwort. Kurz gesagt, werden die HSV-Spielerinnen sich nun in handballerischen Situation beweisen müssen, die sie eigentlich vermeiden wollen. Werden diese Situation erfolgreich gemeistert, wächst das Selbstvertrauen wieder an. „Das geht aber nicht von heute auf morgen“, bremst Grintz die Erwartungen. (cb)

EURo hat bereits Plan B

Nach der Niederlage gegen den TuS Gehlenbeck finden sich die Landesliga-Handballer der HSG EURo mit nun mehr 0:20 Punkten abgeschlagen am Ende der Tabelle wieder. Eigentlich war der Plan von Trainer Julian Siebeking, bis Weihnachten vier bis sechs Punkte zu holen. Angesichts der kommenden schweren Aufgaben scheint dies aber fast utopisch: Am kommenden Samstag reist die HSG zum Wiehenderby nach Oberlübbe. Anschließend empfangen die Rot-Schwarzen den Tabellenzweiten TuS Spenge II in Unterlübbe. Nicht nur deswegen, stellen die Verantwortlichen sich auf ein anderes Szenario ein. „Es wäre unvernünftig, keinen Plan B zu haben“, so Siebeking. (kwo)

Hille spielt für guten Zweck

Sportliches Können für eine karitative Sache einsetzen: Das geht nicht nur mit heimischen Bundesligisten, sondern auch mit zwei Kreisligisten. In diesem Fall trafen in der 1. Kreisliga der TV Hille II auf die eigene Drittvertretung. Weil Vereinsduelle in einer Liga eher ungewöhnlich sind, kamen die TVH-Verantwortlichen auf die Idee, dem Spiel einen Eventcharakter zu verleihen: Den Spaß in den Vordergrund stellen und die Einnahmen spenden. „Es war ein rundum gelungener Abend und ein sehr faires Spiel“, berichtet Vorstandsmitglied Sebastian Mülken. 150 Zuschauer sorgten für gute Stimmung, beide Mannschaften wurden mit Einspielmusik vom Hallensprecher begrüßt. Rund 1500 Euro kamen zusammen, die für die Aktion „Lichtblicke“ gespendet wurden. „Das handballerisches Können blitzte stellenweise wieder auf, nur in der Geschwindigkeit war es etwas langsamer als vor 20 Jahren“, sagt Mülken. Übrigens: Die Zweitvertretung wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann mit 22:19. (jöw)

Coole Schiedsrichter

Das Oberliga-Duell zwischen dem TuS 09 Möllbergen und dem TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck war von Emotionen geprägt. Beide Teams hatten zuvor lange Niederlagenserien, beide brauchten dringend Punkte. Als die Partie in die heiße Phase ging, ließen die Bielefelder ihre Emotionen am jungen Schiedsrichtergespann aus. Jeder Pfiff wurde kritisiert. Beim Stand von 21:21 drei Sekunden vor dem Ende unterbrachen die Schiedsrichter einen möglichen Konter der Gäste, da Möllbergens Leon Richter verletzt am Boden lag. Die gesamte Gästebank stürmte auf das Spielfeld. Besonders Lucas Heins konnte seine Wut kaum zügeln und stürmte auf einen Unparteiischen zu. Der behielt die Ruhe und bestrafte Heins mit einer Zeitstrafe. „Das war eine schwer zu leitende Partie. Sie sind ein junges Gespann und haben ihre Aufgabe gut gelöst“, sagte TuS-Trainer André Torge. (kwo)

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MindenHandball-Box: Die Hiller Oldies können es nochMinden (mt). Emotional ging es in den heimischen Sporthallen zu. Eine ganz besondere Partie sahen 150 Zuschauer in Hille, wo die zweite Mannschaft auf die eigene Drittvertretung traf. Neben zwei Punkten für den Sieger gab es auch eine Spende für den guten Zweck. Fan-Wunsch erfüllt sich Jan Wesemann reckte die Faust, schrie die Freude über den Treffer zum 9:3 durch Rechtsaußen Phil Schrage für den ASV Hamm-Westfalen II heraus. Es schien über weite Strecken so, als würde der frühere Keeper der JSG NSM-Nettelstedt, der sich vergangenen Sommer dem Zweitligaverein anschloss, zu einem der entscheidenden Faktoren im Oberliga-Spitzenspiel bei Lit Tribe Germania werden. Tatsächlich wartete Wesemann an alter Wirkungsstätte mit einer starken Leistung auf. So stark, dass alte Weggefährten in der Halbzeit von der Tribüne frotzelten: „Mensch, Wesemann, lass‘ mal ein paar Dinger rein.“ Der Wunsch der Lit-Anhänger erfüllte sich. Wesemann agierte fortan nicht mehr so dominant und wurde ausgewechselt. Und Torwart Nummer zwei konnte den 28:26-Sieg der gastgebenden Germanen nicht mehr verhindern. (cb) Positiv gestimmt Es war ein Spieltag wie gemalt für die Landesliga-Frauen des TV Hille. Die legten nach dem Auswärtssieg beim TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck II nun noch ein Unentschieden gegen den Tabellenvierten SG Detmold nach. Sehr zur Freude ihres Trainers Thomas Schlensker, der nach dem überraschend zu Stande gekommenen dritten Saisonpunkt nun positiver nach vorne blickt. Und es stehen noch wichtige Partien gegen die direkten Abstiegskonkurrenten an. „Das Vertrauen ist zurück und wir können unseren Teamgeist wieder besser aufs Feld bringen. Wir müssen diese Leistungen nun auch in den nächsten Spielen abrufen“, fordert Schlensker. Bei optimalem Verlauf würde der TVH mit neun Zählern in die Winterpause gehen. In der Vorsaison reichten 15 Punkte zum Ligaverbleib. (cb) Kopfdoktor Trainer Olaf Grintz nach eigener Aussage als „Kopfdoktor“ gefordert. Denn der HSV Minden-Nord läuft in der Frauen-Oberliga seiner Bestform weit hinterher. Die Erinnerungen an Punktgewinne gegen starke Teams wie den ASC Dortmund sind verblasst. „Man muss sagen, dass das eine Entwicklung war. Die setzte schleichend mit der Niederlage gegen die HSG EURo ein“, beantwortet Grintz die Frage nach dem Knackpunkt. Und er ist sich bewusst, das Ruder wieder herumreißen zu müssen. Nur mit Zuckerbrot geht es nicht, das weiß der erfahrene Trainer. Nur mit der Peitsche aber eben auch nicht. „Paradoxe Intervention“ nennt Grintz das Zauberwort. Kurz gesagt, werden die HSV-Spielerinnen sich nun in handballerischen Situation beweisen müssen, die sie eigentlich vermeiden wollen. Werden diese Situation erfolgreich gemeistert, wächst das Selbstvertrauen wieder an. „Das geht aber nicht von heute auf morgen“, bremst Grintz die Erwartungen. (cb) EURo hat bereits Plan B Nach der Niederlage gegen den TuS Gehlenbeck finden sich die Landesliga-Handballer der HSG EURo mit nun mehr 0:20 Punkten abgeschlagen am Ende der Tabelle wieder. Eigentlich war der Plan von Trainer Julian Siebeking, bis Weihnachten vier bis sechs Punkte zu holen. Angesichts der kommenden schweren Aufgaben scheint dies aber fast utopisch: Am kommenden Samstag reist die HSG zum Wiehenderby nach Oberlübbe. Anschließend empfangen die Rot-Schwarzen den Tabellenzweiten TuS Spenge II in Unterlübbe. Nicht nur deswegen, stellen die Verantwortlichen sich auf ein anderes Szenario ein. „Es wäre unvernünftig, keinen Plan B zu haben“, so Siebeking. (kwo) Hille spielt für guten Zweck Sportliches Können für eine karitative Sache einsetzen: Das geht nicht nur mit heimischen Bundesligisten, sondern auch mit zwei Kreisligisten. In diesem Fall trafen in der 1. Kreisliga der TV Hille II auf die eigene Drittvertretung. Weil Vereinsduelle in einer Liga eher ungewöhnlich sind, kamen die TVH-Verantwortlichen auf die Idee, dem Spiel einen Eventcharakter zu verleihen: Den Spaß in den Vordergrund stellen und die Einnahmen spenden. „Es war ein rundum gelungener Abend und ein sehr faires Spiel“, berichtet Vorstandsmitglied Sebastian Mülken. 150 Zuschauer sorgten für gute Stimmung, beide Mannschaften wurden mit Einspielmusik vom Hallensprecher begrüßt. Rund 1500 Euro kamen zusammen, die für die Aktion „Lichtblicke“ gespendet wurden. „Das handballerisches Können blitzte stellenweise wieder auf, nur in der Geschwindigkeit war es etwas langsamer als vor 20 Jahren“, sagt Mülken. Übrigens: Die Zweitvertretung wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann mit 22:19. (jöw) Coole Schiedsrichter Das Oberliga-Duell zwischen dem TuS 09 Möllbergen und dem TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck war von Emotionen geprägt. Beide Teams hatten zuvor lange Niederlagenserien, beide brauchten dringend Punkte. Als die Partie in die heiße Phase ging, ließen die Bielefelder ihre Emotionen am jungen Schiedsrichtergespann aus. Jeder Pfiff wurde kritisiert. Beim Stand von 21:21 drei Sekunden vor dem Ende unterbrachen die Schiedsrichter einen möglichen Konter der Gäste, da Möllbergens Leon Richter verletzt am Boden lag. Die gesamte Gästebank stürmte auf das Spielfeld. Besonders Lucas Heins konnte seine Wut kaum zügeln und stürmte auf einen Unparteiischen zu. Der behielt die Ruhe und bestrafte Heins mit einer Zeitstrafe. „Das war eine schwer zu leitende Partie. Sie sind ein junges Gespann und haben ihre Aufgabe gut gelöst“, sagte TuS-Trainer André Torge. (kwo)