Minden

Handball-Saison in der 1. und 2. Liga wird abgebrochen und gewertet

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Ohne Zuschauer macht Handball für die Profivereine keinen Sinn. Auch deshalb wurde die Saison aufgrund der Corona-Krise abgebrochen. - © Noah Wedel
Ohne Zuschauer macht Handball für die Profivereine keinen Sinn. Auch deshalb wurde die Saison aufgrund der Corona-Krise abgebrochen. (© Noah Wedel)

Minden (mt/kül). Die Saison 2019/2020 der 1. und 2. Handball-Bundesliga wird mit sofortiger Wirkung beendet. Das teilt GWD Minden auf seiner Homepage mit. Die Entscheidung für den Abbruch trafen die 36 Profiklubs im Umlaufverfahren mit sehr deutlicher Mehrheit. Mit dem Abbruch der 54. Saison reagiert der deutsche Profihandball auf die massiven Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

"Aus meiner Sicht war das zum Wohl und Gesundheit von allen Beteiligten die einzig richtige Entscheidung", sagte GWD Mindens kaufmännischer Geschäftsführer Markus Kalusche. Der begrüßte zudem, dass der Abbruch Planungssicherheit bringt: "Jetzt können wir die Saison abrechnen und für die neue Spielzeit planen." Diese soll im Idealfall am 1. September beginnen. "Dem blicken wir positiv entgegen", sagt Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren und betont: "Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass wir wieder an den Start kommen."

Das Mitgliedervotum für den Abbruch der 54. Saison macht den Weg frei für deren Wertung. Die hierfür herangezogene Abbruchtabelle wurde wie bereits beim Amateurhandball auf Basis der Quotientenregel erstellt. Daraus ergeben sich folgende Entscheidungen:

THW Kiel ist als Tabellenerster Deutscher Meister der Saison 2019/20.

SG Flensburg-Handewitt ist Tabellenzweiter und dadurch ebenfalls für die Champions League 2020/21 qualifiziert.

Die Tabellenplätze drei bis fünf berechtigen zur Teilnahme an der Euro League (vorher EHF Cup) 2020/21. Qualifiziert sind SC Magdeburg, TSV Hannover-Burgdorf, Rhein-Neckar Löwen.

HSC 2000 Coburg ist Meister der 2. Liga, als Tabellenzweiter steigt Tusem Essen in die Bundesliga auf.

Es gibt keine sportlichen Absteiger aus der 1. und 2. Handball-Bundesliga.

Nach Abstimmung mit dem Deutschen Handballbund steigen, in der kommenden Saison vier statt drei Klubs aus den vier 3. Ligen in die 2. Liga.

Diese Saisonbewertung würde eine Aufstockung der HBL von 18 auf 20 Klubs sowie in der 2. Handball-Bundesliga von 18 auf 19 Klubs ergeben (HSG Krefeld hatte keine Lizenz erhalten und steht als Absteiger fest).

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann: „Nach sechs Wochen Corona-Krise bleibt unsere Situation sehr ernst. Dank eines sehr
guten Krisenmanagements werden wir auch die kommenden Wochen meistern. Der Abbruch der Saison unterstreicht aber die große Bedrohung, in der wir uns mehr denn je befinden. Existentiell entscheidend wird es nun sein, wann wir wieder in unseren Arenen vor Zuschauern spielen können. Wir tun daher alles uns Mögliche, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, damit die Politik möglichst zeitnah eine auch für uns praktikable Neubewertung vornimmt.“

Zweitligist TuS N-Lübbecke hat dem Vorschlag des Präsidiums des Ligaverbands zugestimmt. Dazu sagte Geschäftsführer Torsten Appel laut einer Mitteilung: „Aktuell sehe ich keine Chance auf einen fairen Wettbewerb in der 2. Handball-Bundesliga. Auch ist unsere Merkur Arena gesperrt und wir haben derzeit nicht die Möglichkeit, uns vernünftig auf potenzielle Spiele vorzubereiten. Geisterspiele, wie sie derzeit im Fußball favorisiert und vorangetrieben werden, stellen für uns keine Option dar. Viel zu wichtig sind beim Handball die generierten Einnahmen durch die Zuschauer vor Ort in der Halle.“

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