Köln

Stichtag 16. Mai - HBL setzt sich eine letzte Frist

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Lucas Meister (links) hofft, mit GWD Minden in dieser Saison noch einmal spielen zu können. Die Zeit läuft den Bundesliga-Handballern aber langsam davon. MT- - © Foto: Külbel
Lucas Meister (links) hofft, mit GWD Minden in dieser Saison noch einmal spielen zu können. Die Zeit läuft den Bundesliga-Handballern aber langsam davon. MT- (© Foto: Külbel)

Köln (sid/kül). Die Uhr tickt unerbittlich, die prominenten Zweifler werden immer lauter. Doch noch ist Aufgeben keine Option für die Handball-Bundesliga. Das Präsidium setzte nun eine letzte Frist. „Wir fangen spätestens am 16. Mai wieder an“, sagte Liga-Boss Frank Bohmann.

Über den 30. Juni hinaus könne die Saison „auf keinen Fall“ fortgesetzt werden. In einer Videokonferenz am Freitag hatten zuvor Klubs und Ligaverband das Vorgehen in der Corona-Krise diskutiert. Nach den nächsten Entscheidungen der Bundesregierung, die bislang ein Kontaktverbot bis zum 20. April beschlossen hatte, werde die HBL „kurzfristig“ beschließen, wie es weitergeht, sagte Bohmann. Bislang hatte die Liga das mögliche Ende der Zwangspause auf den 23. April gelegt, nun wurde die Aussetzung erst einmal ohne konkretes Datum verlängert. Klar ist: Es wird sehr, sehr eng.

Ein Funke Hoffnung besteht noch, doch Teile der Handball-Szene hegen immer größere Zweifel an einer Fortsetzung der Saison. „So wie es momentan der Fall ist, sieht es eher nicht danach aus“, sagte Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer am Freitag. Wenn, wären wohl nur Geisterspiele eine Option – „und da hat keiner Lust drauf“, sagte Gensheimer. Damit spricht er dem Vernehmen nach mehreren Klubs aus der Seele.

Die Skepsis mit Blick auf die Vollendung der Saison wächst von Tag zu Tag. „Die Hoffnung ist nach wie vor da. Wie hoch sie ist, können wir alle an einer Hand abzählen, sie ist relativ gering“, sagte Sportvorstand Stefan Kretzschmar von den Füchsen Berlin. Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt vom TVB Stuttgart äußerte sich ähnlich.

Balingens Coach Jens Bürkle betonte, dass er aus sportlicher Sicht für einen Abbruch plädieren würde. Doch in die Entscheidung spielt mit großer Priorität auch die wirtschaftliche Betrachtung mit hinein. Bohmann hatte den Schaden durch die Corona-Krise für die 1. und 2. Liga zuletzt auf rund 25 Millionen Euro beziffert.

Am Donnerstag hatte die HBL bekannt gegeben, dass alle Profiklubs die Spielerlaubnis für die kommende Saison erhalten. Die beiden Vereine aus dem Mühlenkreis hat es gefreut. „Wir begrüßen die Entscheidung und halten die außerordentliche Nachlizenzierung bis Ende August für einen sinnvollen Weg und ein sehr gutes Instrument. Wir werden alles daran setzen, bis dahin gemeinsam mit unseren Partnern eine tragbare Lösung für GWD Minden zu entwickeln“, sagte Mindens kaufmännischer Geschäftsführer Markus Kalusche. „In Anbetracht der schweren Situation und der momentanen Unsicherheit hinsichtlich der Einnahmen aus Sponsorenverträgen, Mediengeldern und Ticketing-Erlösen ist dies eine gute Entscheidung“, kommentierte TuS N-Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel.

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KölnStichtag 16. Mai - HBL setzt sich eine letzte FristKöln (sid/kül). Die Uhr tickt unerbittlich, die prominenten Zweifler werden immer lauter. Doch noch ist Aufgeben keine Option für die Handball-Bundesliga. Das Präsidium setzte nun eine letzte Frist. „Wir fangen spätestens am 16. Mai wieder an“, sagte Liga-Boss Frank Bohmann. Über den 30. Juni hinaus könne die Saison „auf keinen Fall“ fortgesetzt werden. In einer Videokonferenz am Freitag hatten zuvor Klubs und Ligaverband das Vorgehen in der Corona-Krise diskutiert. Nach den nächsten Entscheidungen der Bundesregierung, die bislang ein Kontaktverbot bis zum 20. April beschlossen hatte, werde die HBL „kurzfristig“ beschließen, wie es weitergeht, sagte Bohmann. Bislang hatte die Liga das mögliche Ende der Zwangspause auf den 23. April gelegt, nun wurde die Aussetzung erst einmal ohne konkretes Datum verlängert. Klar ist: Es wird sehr, sehr eng. Ein Funke Hoffnung besteht noch, doch Teile der Handball-Szene hegen immer größere Zweifel an einer Fortsetzung der Saison. „So wie es momentan der Fall ist, sieht es eher nicht danach aus“, sagte Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer am Freitag. Wenn, wären wohl nur Geisterspiele eine Option – „und da hat keiner Lust drauf“, sagte Gensheimer. Damit spricht er dem Vernehmen nach mehreren Klubs aus der Seele. Die Skepsis mit Blick auf die Vollendung der Saison wächst von Tag zu Tag. „Die Hoffnung ist nach wie vor da. Wie hoch sie ist, können wir alle an einer Hand abzählen, sie ist relativ gering“, sagte Sportvorstand Stefan Kretzschmar von den Füchsen Berlin. Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt vom TVB Stuttgart äußerte sich ähnlich. Balingens Coach Jens Bürkle betonte, dass er aus sportlicher Sicht für einen Abbruch plädieren würde. Doch in die Entscheidung spielt mit großer Priorität auch die wirtschaftliche Betrachtung mit hinein. Bohmann hatte den Schaden durch die Corona-Krise für die 1. und 2. Liga zuletzt auf rund 25 Millionen Euro beziffert. Am Donnerstag hatte die HBL bekannt gegeben, dass alle Profiklubs die Spielerlaubnis für die kommende Saison erhalten. Die beiden Vereine aus dem Mühlenkreis hat es gefreut. „Wir begrüßen die Entscheidung und halten die außerordentliche Nachlizenzierung bis Ende August für einen sinnvollen Weg und ein sehr gutes Instrument. Wir werden alles daran setzen, bis dahin gemeinsam mit unseren Partnern eine tragbare Lösung für GWD Minden zu entwickeln“, sagte Mindens kaufmännischer Geschäftsführer Markus Kalusche. „In Anbetracht der schweren Situation und der momentanen Unsicherheit hinsichtlich der Einnahmen aus Sponsorenverträgen, Mediengeldern und Ticketing-Erlösen ist dies eine gute Entscheidung“, kommentierte TuS N-Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel.