Minden

Eine illustre Liste - GWD Mindens Länderspiel-Debütanten seit 1995

Michael Lorenz

Rekordmann: Frank von Behren war DHB-Kapitän. - © Foto: Schubert
Rekordmann: Frank von Behren war DHB-Kapitän. (© Foto: Schubert)

Minden. Das Länderspiel-Debüt von Juri Knorr gegen die Niederlande wurde, wie so vieles andere derzeit auch, von der Corona-Krise verhindert. Der Shootingstar des Handball-Bundesligisten GWD Minden war für seinen verletzen Kapitän Marian Michalczik nachgerückt und nahm am Lehrgang des Teams von Bundestrainer Alfred Gislason in Aschersleben teil.

Der letzte Spieler, der als Akteur von GWD Minden erstmals im Kader der A-Nationalmannschaft stand, war der bereits erwähnte Michalczik, der sein ersten Spiel im DHB-Dress im Juni 2017 gegen die Schweiz bestritt. Die Liste der Profis, die es bei GWD seit dem Aufstieg aus der 2. Liga 1995 in die Nationalmannschaft geschafft haben, ist gar nicht mal so lang.

Yves Kunkel kommt auf drei Länderspiele. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Yves Kunkel kommt auf drei Länderspiele. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

In seiner Goldenen Ära der Sechziger und Siebziger Jahre brachte GW Dankersen etliche Nationalspieler und mit Jimmy Waltke sowie Rainer Niemeyer sogar zwei Weltmeister hervor. Danach dauerte es bis 1998, ehe Frank von Behren, heute Geschäftsführer Sport bei GWD, gegen Schweden debütierte. „Franz“ brachte es auf 167 Spiele, viele davon als Kapitän, und ist damit der Rekord-Nationalspieler des Vereins.

Marian Michalczik ist aktueller Nationalspieler. MT- - © Foto: Külbel
Marian Michalczik ist aktueller Nationalspieler. MT- (© Foto: Külbel)

Arne Niemeyer bestritt sein erstes von 13 Länderspielen am 4. Januar 2002 in Balingen gegen die Schweiz. Zwei Monate später debütierte sein bester Freund und Pendant im GWD-Rückraum, Jan-Fiete Buschmann, im DHB-Dress. Gegner in Dessau war erneut die Schweiz. Es folgte Moritz Schäpsmeier, der heute die zweite Mannschaft von GWD trainiert. Im nordspanischen Huesca traf er am 8. Juni 2007 auf den Gastgeber, es folgte eine weiteres Partie.

Arne Niemeyer gab 2002 sein Länderspiel-Debüt. - © Foto: MT-Archiv
Arne Niemeyer gab 2002 sein Länderspiel-Debüt. (© Foto: MT-Archiv)

Yves Kunkel bestritt zwar sein erstes Länderspiel am 14. Juni 2015 gegen Österreich und war da offiziell noch GWD-Profi, aber sein Vertrag in Balingen begann bereits am 1. Juli. Umgekehrt war es bei Nikolas Katsigiannis: Er spielte erstmals am 21. Juni 2009 gegen Israel für Deutschland, sein Arbeitsvertrag in Minden begann aber erst am 1. Juli.

Moritz Schäpsmeier (links) und Jan-Fiete Buschmann spielten sechs Jahre gemeinsam für GWD Minden. MT-Archivfoto: Jürgen Knicker
Moritz Schäpsmeier (links) und Jan-Fiete Buschmann spielten sechs Jahre gemeinsam für GWD Minden. MT-Archivfoto: Jürgen Knicker

Wieland Schmidt, Wolfgang Böhme, Rüdiger Borchardt und Rüdiger Traub waren bereits DDR-Nationalspieler, sie kamen kurz vor oder nach der Deutschen Einheit zu GWD Minden. Henning Wiechers, Aaron Ziercke, Jörg-Uwe Lütt, Henrik Ochel, Mike Bezdicek, Stephan Just und Frank Löhr kamen hatten A-Länderspiele für die Bundesrepublik bestritten, ehe sie an der Weser anheuerten.

Drei Akteure, die als Nationalspieler nach Minden kamen, sind noch im Profibereich unterwegs, zumindest theoretisch. Michael Hegemann wurde 2004 Nationalspieler. In der Saison 2008/2009 war er bei GWD unter Vertrag. Mittlerweile hat er seine Karriere bei Tusem Essen ausklingen lassen und fungiert als Co-Trainer des Tabellenzweiten der 2. Liga.

Michael Haaß kam als Nationalspieler von den Rhein-Neckar Löwen, bei denen er einen Stammplatz auf der Tribüne hatte, im Winter 2007 nach Minden. Wie erhofft wurde er hier Stammspieler, schaffte auch wieder den Sprung ins DHB-Team von Trainer Heiner Brandt und wirkte bei den Olympischen Spielen in Peking mit. 2009 verließ er Minden wieder, aktuell ist er Spielertrainer beim HC Erlangen. Jens Vortmann gab sein Debüt im DHB-Dress 2010, ein Jahr später wurde er Mindener und blieb bis 2015. Aktuell steht er beim SC DHfK Leipzig unter Vertrag, wechselt aber zum Wilhelmshavener HV.

Mit dem Spiel gegen die Niederlande wäre Juri Knorr übrigens auf den Spuren seines Vaters gewandelt. Thomas Knorr, der nie für GWD spielte, absolvierte 83 Länderspiele für Deutschland, in denen er 199 Tore erzielte. Bei der EM 1996 in Spanien wurde er sogar Torschützenkönig, diese Ehre wurde vor und nach ihm keinem anderen deutschen Spieler zuteil. Rückraumspieler Thomas Knorr bestritt sein Nationalmannschafts-Debüt am 22. März 1990 gegen die Niederlande – es wäre eine nette Parallele zu seinem Sohn gewesen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenEine illustre Liste - GWD Mindens Länderspiel-Debütanten seit 1995Michael LorenzMinden. Das Länderspiel-Debüt von Juri Knorr gegen die Niederlande wurde, wie so vieles andere derzeit auch, von der Corona-Krise verhindert. Der Shootingstar des Handball-Bundesligisten GWD Minden war für seinen verletzen Kapitän Marian Michalczik nachgerückt und nahm am Lehrgang des Teams von Bundestrainer Alfred Gislason in Aschersleben teil. Der letzte Spieler, der als Akteur von GWD Minden erstmals im Kader der A-Nationalmannschaft stand, war der bereits erwähnte Michalczik, der sein ersten Spiel im DHB-Dress im Juni 2017 gegen die Schweiz bestritt. Die Liste der Profis, die es bei GWD seit dem Aufstieg aus der 2. Liga 1995 in die Nationalmannschaft geschafft haben, ist gar nicht mal so lang. In seiner Goldenen Ära der Sechziger und Siebziger Jahre brachte GW Dankersen etliche Nationalspieler und mit Jimmy Waltke sowie Rainer Niemeyer sogar zwei Weltmeister hervor. Danach dauerte es bis 1998, ehe Frank von Behren, heute Geschäftsführer Sport bei GWD, gegen Schweden debütierte. „Franz“ brachte es auf 167 Spiele, viele davon als Kapitän, und ist damit der Rekord-Nationalspieler des Vereins. Arne Niemeyer bestritt sein erstes von 13 Länderspielen am 4. Januar 2002 in Balingen gegen die Schweiz. Zwei Monate später debütierte sein bester Freund und Pendant im GWD-Rückraum, Jan-Fiete Buschmann, im DHB-Dress. Gegner in Dessau war erneut die Schweiz. Es folgte Moritz Schäpsmeier, der heute die zweite Mannschaft von GWD trainiert. Im nordspanischen Huesca traf er am 8. Juni 2007 auf den Gastgeber, es folgte eine weiteres Partie. Yves Kunkel bestritt zwar sein erstes Länderspiel am 14. Juni 2015 gegen Österreich und war da offiziell noch GWD-Profi, aber sein Vertrag in Balingen begann bereits am 1. Juli. Umgekehrt war es bei Nikolas Katsigiannis: Er spielte erstmals am 21. Juni 2009 gegen Israel für Deutschland, sein Arbeitsvertrag in Minden begann aber erst am 1. Juli. Wieland Schmidt, Wolfgang Böhme, Rüdiger Borchardt und Rüdiger Traub waren bereits DDR-Nationalspieler, sie kamen kurz vor oder nach der Deutschen Einheit zu GWD Minden. Henning Wiechers, Aaron Ziercke, Jörg-Uwe Lütt, Henrik Ochel, Mike Bezdicek, Stephan Just und Frank Löhr kamen hatten A-Länderspiele für die Bundesrepublik bestritten, ehe sie an der Weser anheuerten. Drei Akteure, die als Nationalspieler nach Minden kamen, sind noch im Profibereich unterwegs, zumindest theoretisch. Michael Hegemann wurde 2004 Nationalspieler. In der Saison 2008/2009 war er bei GWD unter Vertrag. Mittlerweile hat er seine Karriere bei Tusem Essen ausklingen lassen und fungiert als Co-Trainer des Tabellenzweiten der 2. Liga. Michael Haaß kam als Nationalspieler von den Rhein-Neckar Löwen, bei denen er einen Stammplatz auf der Tribüne hatte, im Winter 2007 nach Minden. Wie erhofft wurde er hier Stammspieler, schaffte auch wieder den Sprung ins DHB-Team von Trainer Heiner Brandt und wirkte bei den Olympischen Spielen in Peking mit. 2009 verließ er Minden wieder, aktuell ist er Spielertrainer beim HC Erlangen. Jens Vortmann gab sein Debüt im DHB-Dress 2010, ein Jahr später wurde er Mindener und blieb bis 2015. Aktuell steht er beim SC DHfK Leipzig unter Vertrag, wechselt aber zum Wilhelmshavener HV. Mit dem Spiel gegen die Niederlande wäre Juri Knorr übrigens auf den Spuren seines Vaters gewandelt. Thomas Knorr, der nie für GWD spielte, absolvierte 83 Länderspiele für Deutschland, in denen er 199 Tore erzielte. Bei der EM 1996 in Spanien wurde er sogar Torschützenkönig, diese Ehre wurde vor und nach ihm keinem anderen deutschen Spieler zuteil. Rückraumspieler Thomas Knorr bestritt sein Nationalmannschafts-Debüt am 22. März 1990 gegen die Niederlande – es wäre eine nette Parallele zu seinem Sohn gewesen.