Minden

Kühler Kopf, heißes Herz - Kellerduell in Balingen wird für GWD Minden zum Wegweiser

Sebastian Külbel

Vladan Lipovina ist der gefährlichste der Balinger Rückraumschütze und wird die Mindener Abwehr wie hier im Hinspiel auch heute Abend intensiv beschäftigen. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Vladan Lipovina ist der gefährlichste der Balinger Rückraumschütze und wird die Mindener Abwehr wie hier im Hinspiel auch heute Abend intensiv beschäftigen. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden. So sehr GWD Mindens Trainer Frank Carstens den Druck gerne an den Gegner weitergeben würde, so offensichtlich ist die immense Bedeutung des nächsten Spiels für seine eigene Mannschaft. Im Kellerduell bei  HBW Balingen-Weilstetten geht es am heutigen Samstagabend ab 20.30 Uhr um weit mehr als nur zwei Punkte. Die Partie wird vor der Länderspielpause zum Wegweiser für den Saisonendspurt in der Handball-Bundesliga.

Denn während ein Sieg den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld und die Distanzierung eines direkten Konkurrenten mit sich brächte, würde eine Niederlage den Abstiegskampf für die Gäste weiter verschärfen. „Es ist ein Vier-Punkte-Spiel", sagt Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Das sieht auch Coach Carstens so, gibt sich aber gelassen: „Balingen hat nach uns noch Heimspiele gegen die Rhein-Neckar Löwen, Göppingen und Flensburg. Wenn die gegen uns nicht gewinnen, wird es schwierig für sie."

Beim Blick auf das Restprogramm seines Teams sieht der GWD-Trainer dagegen noch viel Potenzial: „Es sind noch genug Spiele und genug Gelegenheiten zum Punkten." Die Gefahr einer Negativspirale schwebt dennoch über den Mindenern: Nach den mehr als respektablen, aber eben verlorenen Spielen in Leipzig und gegen Kiel würde ein Sieg in Balingen den positiven Trend bestätigen. Eine Niederlage hingegen würde den Druck für die nächsten Partien erhöhen.

„Wir haben unsere Leistungen bestätigt, spielen konstant und sind auf einem guten Weg", betont Carstens im Rückblick auf „zwei sehr sehr gute Spiele". Und nicht nur das macht ihm Mut: „Die Mannschaft ist voll da, alle arbeiten sehr konzentriert. Die prekäre Lage schärft die Sinne." Bei allem Optimismus ist aber auch ihm klar: „Die Tabelle ist unsere Wahrheit. Ich bin fest überzeugt, dass wir unsere Leistung in Punkte umsetzen werden."

Auf dem Weg dahin gilt für GWD vor allem eines: Ruhig bleiben. „In der Halle wird wie immer eine hitzige Stimmung sein. Da müssen wir kühlen Kopf bewahren, aber mit heißem Herzen den Kampf annehmen." Denn davon erwartet Carstens viel am heutigen Abend: „Balingen ist bekannt dafür, zu Hause sehr intensiv zu Werke zu gehen. Sie suchen ihr Heil in einer körperlichen und kompakten Abwehrarbeit."

Vorne müssen die Mindener vor allem den Rückraum mit Spielmacher Martin Strobel und den wurfstarken Vladan Lipovina und Lukas Saueressig in den Griff bekommen. „Da suchen sie sehr viele Abschlüsse", sagt der GWD-Trainer. Zudem lauern die „Gallier von der Alb" auf Räume für ihre Kreisläufer und Außenspieler. „So haben wir im Hinspiel viele Tore bekommen", erinnert Carstens an das 30:30-Remis Anfang November.

Ein erneutes Unentschieden wäre übrigens rein statistisch gesehen das wahrscheinlichste Ergebnis für heute Abend: In den vier gemeinsamen Saisons seit 2012 endeten drei GWD-Spiele in Balingen ohne Sieger, 2014 verloren die Mindener. Ihr letzter Sieg auf der schwäbischen Alb ist fast elfeinhalb Jahre her.

Zahlenspielereien, die vor dem Kellerduell zwar interessant, aber für die Vorbereitung der Mindener kaum relevant sind: Vor dem dritten Spiel binnen sieben Tagen standen die Regeneration und die lange Anreise im Mittelpunkt. Viel Zeit, um sich auf die eigenen Aufgaben zu konzentrieren: „Wir können nur unsere Leistung beeinflussen. Und wenn die konstant ist, schafft das die Voraussetzung für Erfolg." Am besten schon heute Abend.

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MindenKühler Kopf, heißes Herz - Kellerduell in Balingen wird für GWD Minden zum WegweiserSebastian KülbelMinden. So sehr GWD Mindens Trainer Frank Carstens den Druck gerne an den Gegner weitergeben würde, so offensichtlich ist die immense Bedeutung des nächsten Spiels für seine eigene Mannschaft. Im Kellerduell bei  HBW Balingen-Weilstetten geht es am heutigen Samstagabend ab 20.30 Uhr um weit mehr als nur zwei Punkte. Die Partie wird vor der Länderspielpause zum Wegweiser für den Saisonendspurt in der Handball-Bundesliga. Denn während ein Sieg den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld und die Distanzierung eines direkten Konkurrenten mit sich brächte, würde eine Niederlage den Abstiegskampf für die Gäste weiter verschärfen. „Es ist ein Vier-Punkte-Spiel", sagt Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Das sieht auch Coach Carstens so, gibt sich aber gelassen: „Balingen hat nach uns noch Heimspiele gegen die Rhein-Neckar Löwen, Göppingen und Flensburg. Wenn die gegen uns nicht gewinnen, wird es schwierig für sie." Beim Blick auf das Restprogramm seines Teams sieht der GWD-Trainer dagegen noch viel Potenzial: „Es sind noch genug Spiele und genug Gelegenheiten zum Punkten." Die Gefahr einer Negativspirale schwebt dennoch über den Mindenern: Nach den mehr als respektablen, aber eben verlorenen Spielen in Leipzig und gegen Kiel würde ein Sieg in Balingen den positiven Trend bestätigen. Eine Niederlage hingegen würde den Druck für die nächsten Partien erhöhen. „Wir haben unsere Leistungen bestätigt, spielen konstant und sind auf einem guten Weg", betont Carstens im Rückblick auf „zwei sehr sehr gute Spiele". Und nicht nur das macht ihm Mut: „Die Mannschaft ist voll da, alle arbeiten sehr konzentriert. Die prekäre Lage schärft die Sinne." Bei allem Optimismus ist aber auch ihm klar: „Die Tabelle ist unsere Wahrheit. Ich bin fest überzeugt, dass wir unsere Leistung in Punkte umsetzen werden." Auf dem Weg dahin gilt für GWD vor allem eines: Ruhig bleiben. „In der Halle wird wie immer eine hitzige Stimmung sein. Da müssen wir kühlen Kopf bewahren, aber mit heißem Herzen den Kampf annehmen." Denn davon erwartet Carstens viel am heutigen Abend: „Balingen ist bekannt dafür, zu Hause sehr intensiv zu Werke zu gehen. Sie suchen ihr Heil in einer körperlichen und kompakten Abwehrarbeit." Vorne müssen die Mindener vor allem den Rückraum mit Spielmacher Martin Strobel und den wurfstarken Vladan Lipovina und Lukas Saueressig in den Griff bekommen. „Da suchen sie sehr viele Abschlüsse", sagt der GWD-Trainer. Zudem lauern die „Gallier von der Alb" auf Räume für ihre Kreisläufer und Außenspieler. „So haben wir im Hinspiel viele Tore bekommen", erinnert Carstens an das 30:30-Remis Anfang November. Ein erneutes Unentschieden wäre übrigens rein statistisch gesehen das wahrscheinlichste Ergebnis für heute Abend: In den vier gemeinsamen Saisons seit 2012 endeten drei GWD-Spiele in Balingen ohne Sieger, 2014 verloren die Mindener. Ihr letzter Sieg auf der schwäbischen Alb ist fast elfeinhalb Jahre her. Zahlenspielereien, die vor dem Kellerduell zwar interessant, aber für die Vorbereitung der Mindener kaum relevant sind: Vor dem dritten Spiel binnen sieben Tagen standen die Regeneration und die lange Anreise im Mittelpunkt. Viel Zeit, um sich auf die eigenen Aufgaben zu konzentrieren: „Wir können nur unsere Leistung beeinflussen. Und wenn die konstant ist, schafft das die Voraussetzung für Erfolg." Am besten schon heute Abend.