Lübbecke/Minden

Heimnimbus dahin: GWD verliert gegen coole Kieler

Astrid Plaßhenrich

Mit Domagoj Duvnjak (Mitte) kam der Erfolg: Der Kieler hatte großen Anteil daran, dass THW doch noch als Sieger vom Feld ging. Hier können Christoffer Rambo (rechts) und Magnus Gullerud Duvnjak nicht aufhalten. Fotos: Noah Wedel - © Noah Wedel
Mit Domagoj Duvnjak (Mitte) kam der Erfolg: Der Kieler hatte großen Anteil daran, dass THW doch noch als Sieger vom Feld ging. Hier können Christoffer Rambo (rechts) und Magnus Gullerud Duvnjak nicht aufhalten. Fotos: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Lübbecke/Minden. Die Sensation blieb aus. Das Spiel kippte Anfang der zweiten Halbzeit. Bis dahin hatte Handball-Bundesligist GWD Minden gegen den Tabellenführer THW Kiel phasenweise genial gespielt. Doch die Grün-Weißen konnten das Tempo, die Konzentration und Effizienz über die 60 Minuten nicht hochhalten. Nach der 17:16-Pausenführung hieß es mit dem Ertönen der Schlusssirene 26:29 aus Mindener Sicht. Damit ist auch der Heimnimbus nach zwei Siegen in der Lübbecker Kreissporthalle dahin.

Meisterschaftsfavorit gegen Abstiegskandidat? Das war in der ersten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt zu erkennen. Im Gegenteil: GWD brannte von der ersten Sekunde an - das spürten die 2.657 Zuschauer bis unters Dach. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff zeigten die Mindener eine extrem starke Leistung.

Die Kieler fanden in den ersten 30 Minuten gegen das grün-weiße Defensivbollwerk kaum Lösungen. Nur ein Beispiel für die gute Abwehrleistung: Kiels nomineller Linksaußen Rune Dahmke war mit fünf Treffern zwar in der ersten Halbzeit bester Torschütze, aber kein einziges seiner Tore erzielte er von seiner Stammposition. Auf der anderen Seite spielten die Mindener im Angriff mutig, mit Spielwitz und waren sehr variabel im Abschluss.

Trotzdem verpasste es GWD in dem offenen Schlagabtausch, mit einem größeren Vorsprung in die Kabine zu gehen. Beim Stand von 9:6 für Minden sah Hendrik Pekeler wegen seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte (15.). Zunächst hatte der Kieler Magnus Gullerud gefoult, dann sich mit dem Schiedsrichtergespann Ramesh und Suresh Thiyagarajah noch ein Wortgefecht geliefert. Doch die vierminütige Überzahl konnte GWD nicht nutzen und erzielte kein einziges Tor. Stattdessen glich THW zum 9:9 aus (18.).

Und auch in der letzten Minute der ersten Halbzeit hatten die Grün-Weißen bereits mit 17:14 geführt, als der Spitzenreiter noch zwei Tore zum 17:16 erzielte. Davor hatte Minden mit 4:2 (7.), 9:6 (13.), 15:13 (27.) in Front gelegen.

Nervosität kam bei THW trotz des forschen Auftretens der Grün-Weißen nicht auf. Im Stile einer Spitzenmannschaft schlugen die Zebras zurück - allerdings auch begünstigt durch sechs aufeinander folgende Angriffsfehler von GWD Anfang der zweiten Halbzeit. Kiel ging nach einem Siebenmeter von Niclas Ekberg erstmals mit 19:18 in Führung (38.). Und plötzlich lagen die Grün-Weißen mit 18:23 im Rückstand (46.).

Es war noch nicht einmal so, dass die Nordlichter eine große Leistungssteigerung brauchten, um die Mindener auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Die Kieler wurden einfach von Minute zu Minute sicherer in ihren Aktionen. Dagegen blieb GWD 17 lange Minuten ohne Torerfolg. Joscha Ritterbach traf zum 19:24 erst in der 49. Minute. Die coolen Kieler hielten konstant ihren Fünf-Tore-Vorsprung. Erst in den Schlussminuten gelang es den Mindenern, sich noch auf 26:29 heranzukämpfen und verabschiedete sich somit zumindest mit einem achtbaren Ergebnis von dem Spitzenreiter.

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Lübbecke/MindenHeimnimbus dahin: GWD verliert gegen coole KielerAstrid PlaßhenrichLübbecke/Minden. Die Sensation blieb aus. Das Spiel kippte Anfang der zweiten Halbzeit. Bis dahin hatte Handball-Bundesligist GWD Minden gegen den Tabellenführer THW Kiel phasenweise genial gespielt. Doch die Grün-Weißen konnten das Tempo, die Konzentration und Effizienz über die 60 Minuten nicht hochhalten. Nach der 17:16-Pausenführung hieß es mit dem Ertönen der Schlusssirene 26:29 aus Mindener Sicht. Damit ist auch der Heimnimbus nach zwei Siegen in der Lübbecker Kreissporthalle dahin. Meisterschaftsfavorit gegen Abstiegskandidat? Das war in der ersten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt zu erkennen. Im Gegenteil: GWD brannte von der ersten Sekunde an - das spürten die 2.657 Zuschauer bis unters Dach. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff zeigten die Mindener eine extrem starke Leistung. Die Kieler fanden in den ersten 30 Minuten gegen das grün-weiße Defensivbollwerk kaum Lösungen. Nur ein Beispiel für die gute Abwehrleistung: Kiels nomineller Linksaußen Rune Dahmke war mit fünf Treffern zwar in der ersten Halbzeit bester Torschütze, aber kein einziges seiner Tore erzielte er von seiner Stammposition. Auf der anderen Seite spielten die Mindener im Angriff mutig, mit Spielwitz und waren sehr variabel im Abschluss. Trotzdem verpasste es GWD in dem offenen Schlagabtausch, mit einem größeren Vorsprung in die Kabine zu gehen. Beim Stand von 9:6 für Minden sah Hendrik Pekeler wegen seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte (15.). Zunächst hatte der Kieler Magnus Gullerud gefoult, dann sich mit dem Schiedsrichtergespann Ramesh und Suresh Thiyagarajah noch ein Wortgefecht geliefert. Doch die vierminütige Überzahl konnte GWD nicht nutzen und erzielte kein einziges Tor. Stattdessen glich THW zum 9:9 aus (18.). Und auch in der letzten Minute der ersten Halbzeit hatten die Grün-Weißen bereits mit 17:14 geführt, als der Spitzenreiter noch zwei Tore zum 17:16 erzielte. Davor hatte Minden mit 4:2 (7.), 9:6 (13.), 15:13 (27.) in Front gelegen. Nervosität kam bei THW trotz des forschen Auftretens der Grün-Weißen nicht auf. Im Stile einer Spitzenmannschaft schlugen die Zebras zurück - allerdings auch begünstigt durch sechs aufeinander folgende Angriffsfehler von GWD Anfang der zweiten Halbzeit. Kiel ging nach einem Siebenmeter von Niclas Ekberg erstmals mit 19:18 in Führung (38.). Und plötzlich lagen die Grün-Weißen mit 18:23 im Rückstand (46.). Es war noch nicht einmal so, dass die Nordlichter eine große Leistungssteigerung brauchten, um die Mindener auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Die Kieler wurden einfach von Minute zu Minute sicherer in ihren Aktionen. Dagegen blieb GWD 17 lange Minuten ohne Torerfolg. Joscha Ritterbach traf zum 19:24 erst in der 49. Minute. Die coolen Kieler hielten konstant ihren Fünf-Tore-Vorsprung. Erst in den Schlussminuten gelang es den Mindenern, sich noch auf 26:29 heranzukämpfen und verabschiedete sich somit zumindest mit einem achtbaren Ergebnis von dem Spitzenreiter.