Kommentar zur GWD-Trennung von Landwehr: Bogen bewusst überspannt

Marcus Riechmann

Seitdem Sebastian Landwehr 2013 der AfD beigetreten ist, wird sein Engagement als Hallensprecher bei GWD Minden öffentlich kritisch hinterfragt. Jahrelang hat ihn der Verein gestützt, Toleranz gelebt und ihn allen Widerständen zum Trotz am Mikrofon wirken lassen.

Doch den GWD-Verantwortlichen war bewusst: Auch wenn Landwehr Partei und Verein zu trennen meinte und sich als Ansager stets tadellos verhalten hat – je exponierter er in der Partei wirkt, umso mehr muss Landwehr sich die radikalen, fremdenfeindlichen Positionen der AfD-Rechtsaußen zurechnen lassen. Hetze und Rassismus so mancher blauen Populisten stehen aber in krassem Widerspruch zu den Werten des Sportvereins, der für Offenheit und Integration steht. Von einem Verantwortungsträger dieser AfD wollte sich GWD nicht länger öffentlich vertreten lassen. Politisches Amt und Vereinsfunktion lassen sich eben nicht trennen. Das eine färbt auf das andere ab.

Grenzen hat der Klub bereits vor Jahren gezogen. Landwehr hat die Grenzen getestet und nun als AfD-Kreischef den Bogen bewusst überspannt. Er hätte mit einem Rücktritt den TSV GWD Minden, den er seinen Herzensverein nennt, von einer Belastung befreien können. Dazu war der AfD-Mann offenbar nicht bereit. Nun hat der Verein den Schlussstrich gezogen. Das war folgerichtig – und vor allem richtig und überfällig.

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Kommentar zur GWD-Trennung von Landwehr: Bogen bewusst überspanntMarcus RiechmannSeitdem Sebastian Landwehr 2013 der AfD beigetreten ist, wird sein Engagement als Hallensprecher bei GWD Minden öffentlich kritisch hinterfragt. Jahrelang hat ihn der Verein gestützt, Toleranz gelebt und ihn allen Widerständen zum Trotz am Mikrofon wirken lassen. Doch den GWD-Verantwortlichen war bewusst: Auch wenn Landwehr Partei und Verein zu trennen meinte und sich als Ansager stets tadellos verhalten hat – je exponierter er in der Partei wirkt, umso mehr muss Landwehr sich die radikalen, fremdenfeindlichen Positionen der AfD-Rechtsaußen zurechnen lassen. Hetze und Rassismus so mancher blauen Populisten stehen aber in krassem Widerspruch zu den Werten des Sportvereins, der für Offenheit und Integration steht. Von einem Verantwortungsträger dieser AfD wollte sich GWD nicht länger öffentlich vertreten lassen. Politisches Amt und Vereinsfunktion lassen sich eben nicht trennen. Das eine färbt auf das andere ab. Grenzen hat der Klub bereits vor Jahren gezogen. Landwehr hat die Grenzen getestet und nun als AfD-Kreischef den Bogen bewusst überspannt. Er hätte mit einem Rücktritt den TSV GWD Minden, den er seinen Herzensverein nennt, von einer Belastung befreien können. Dazu war der AfD-Mann offenbar nicht bereit. Nun hat der Verein den Schlussstrich gezogen. Das war folgerichtig – und vor allem richtig und überfällig.