Kiel/Minden

Kiels Steffen Weinhold hat Respekt vor GWD: Für uns ist das ein Schlüsselspiel

Stefan Rüter

Unaufgeregter Torjäger: Steffen Weinhold. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Unaufgeregter Torjäger: Steffen Weinhold. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Kiel/Minden. Steffen Weinhold ist kein Mann der großen Worte. Obwohl er schon seit mehr als zehn Jahren Nationalspieler ist und große Titel gesammelt hat, fliegt der 33-Jährige immer etwas unter dem Radar. Und doch ist er beim THW Kiel nicht wegzudenken. Nach vier Jahren ohne Meistertitel wollen Weinhold und die Zebras endlich wieder zuschlagen.

„Für uns ist das Duell bei GWD Minden dabei ein Schlüsselspiel. Wir wissen, dass uns eine sehr schwere Aufgabe erwartet und richten unseren vollen Fokus nur auf diese Begegnung“, sagt der Linkshänder. Nach dem Göppinger Sieg gegen Flensburg (28:26), will Kiel nachlegen und den Vier-Punkte-Vorsprung bestätigen.

Doch Weinhold weiß, wie schwer das wird. Auch weil sich GWD gut an seine neue Spielstätte gewöhnt hat: „Minden fühlt sich nach dem unfreiwilligen Umzug nach Lübbecke offensichtlich sehr wohl, hat dort noch kein Spiel verloren. GWD ist vor eigenem Publikum noch heißer als auswärts. Sie werden äußerst aggressiv verteidigen. Auch aufgrund der Ergebnisse sind wir gewarnt und müssen voll konzentriert in die Partie gehen.“

Steffen Weinhold spielt mittlerweile seine sechste Saison für die Zebras. Dabei wollte der gebürtige Fürther als Kind unbedingt Fußball spielen – wie wohl 99 Prozent der Jungen in Bayern. Dann fiel einmal das Training aus und er ging mit seiner Schwester mit zum Handball. Der Funke war gezündet. Weinhold fuhr zwar noch einige Jahre zweigleisig, aber das Handball-Talent des Linkshänders war nicht zu übersehen.

Über die Stationen Erlangen, Nordhorn und Großwallstadt empfahl er sich mit seinem starken Zweikampf-Verhalten und dem ansatzlosen Schlagwurf für die Top-Vereine der Liga. 2012 wechselte er zur SG Flensburg-Handewitt, wurde mit den Nordlichtern Champions-League-Sieger. Zwei Jahre später ging es weiter zum Rekordmeister: „Der THW Kiel ist für jeden Spieler der Welt eine spannende Aufgabe“, sagte Weinhold damals.

Mittlerweile hat er seinen Vertrag mal wieder verlängert – bis 2022. Die Entscheidung fiel ihm leicht: „Ich habe mit unserer tollen Mannschaft und den THW-Fans noch eine Menge vor. Meine Familie und ich fühlen uns zudem in Kiel richtig gut aufgehoben, wir mögen den Norden“, sagt der der zweifache Vater.

Weinhold ist ein Naturmensch. Er klettert gerne auf Berge, auch Skifahren und Surfen gehören zu seinen Hobbys. Neben dem Handball hat er einen Master in Sportmanagement gemacht und ist auch für die Zeit nach der Karriere gut aufgestellt.

Doch ein paar Jahre Handball sind ja noch geplant, um die Titelsammlung noch ein bisschen auszubauen. Obwohl Weinhold unbestritten zu den Stars der Handball-Szene zählt, sieht er das selbst ganz gelassen. In den sozialen Medien findet man kaum was über ihn. Kein Twitter, kein Facebook nur ein Instagram-Account mit ein paar wenigen Fotos. Der Grund dafür klingt einfach: „Für mich ist es unvorstellbar, dass es jemanden interessiert“, sagt er ganz unaufgeregt. Typisch Weinhold eben.

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Kiel/MindenKiels Steffen Weinhold hat Respekt vor GWD: Für uns ist das ein SchlüsselspielStefan RüterKiel/Minden. Steffen Weinhold ist kein Mann der großen Worte. Obwohl er schon seit mehr als zehn Jahren Nationalspieler ist und große Titel gesammelt hat, fliegt der 33-Jährige immer etwas unter dem Radar. Und doch ist er beim THW Kiel nicht wegzudenken. Nach vier Jahren ohne Meistertitel wollen Weinhold und die Zebras endlich wieder zuschlagen. „Für uns ist das Duell bei GWD Minden dabei ein Schlüsselspiel. Wir wissen, dass uns eine sehr schwere Aufgabe erwartet und richten unseren vollen Fokus nur auf diese Begegnung“, sagt der Linkshänder. Nach dem Göppinger Sieg gegen Flensburg (28:26), will Kiel nachlegen und den Vier-Punkte-Vorsprung bestätigen. Doch Weinhold weiß, wie schwer das wird. Auch weil sich GWD gut an seine neue Spielstätte gewöhnt hat: „Minden fühlt sich nach dem unfreiwilligen Umzug nach Lübbecke offensichtlich sehr wohl, hat dort noch kein Spiel verloren. GWD ist vor eigenem Publikum noch heißer als auswärts. Sie werden äußerst aggressiv verteidigen. Auch aufgrund der Ergebnisse sind wir gewarnt und müssen voll konzentriert in die Partie gehen.“ Steffen Weinhold spielt mittlerweile seine sechste Saison für die Zebras. Dabei wollte der gebürtige Fürther als Kind unbedingt Fußball spielen – wie wohl 99 Prozent der Jungen in Bayern. Dann fiel einmal das Training aus und er ging mit seiner Schwester mit zum Handball. Der Funke war gezündet. Weinhold fuhr zwar noch einige Jahre zweigleisig, aber das Handball-Talent des Linkshänders war nicht zu übersehen. Über die Stationen Erlangen, Nordhorn und Großwallstadt empfahl er sich mit seinem starken Zweikampf-Verhalten und dem ansatzlosen Schlagwurf für die Top-Vereine der Liga. 2012 wechselte er zur SG Flensburg-Handewitt, wurde mit den Nordlichtern Champions-League-Sieger. Zwei Jahre später ging es weiter zum Rekordmeister: „Der THW Kiel ist für jeden Spieler der Welt eine spannende Aufgabe“, sagte Weinhold damals. Mittlerweile hat er seinen Vertrag mal wieder verlängert – bis 2022. Die Entscheidung fiel ihm leicht: „Ich habe mit unserer tollen Mannschaft und den THW-Fans noch eine Menge vor. Meine Familie und ich fühlen uns zudem in Kiel richtig gut aufgehoben, wir mögen den Norden“, sagt der der zweifache Vater. Weinhold ist ein Naturmensch. Er klettert gerne auf Berge, auch Skifahren und Surfen gehören zu seinen Hobbys. Neben dem Handball hat er einen Master in Sportmanagement gemacht und ist auch für die Zeit nach der Karriere gut aufgestellt. Doch ein paar Jahre Handball sind ja noch geplant, um die Titelsammlung noch ein bisschen auszubauen. Obwohl Weinhold unbestritten zu den Stars der Handball-Szene zählt, sieht er das selbst ganz gelassen. In den sozialen Medien findet man kaum was über ihn. Kein Twitter, kein Facebook nur ein Instagram-Account mit ein paar wenigen Fotos. Der Grund dafür klingt einfach: „Für mich ist es unvorstellbar, dass es jemanden interessiert“, sagt er ganz unaufgeregt. Typisch Weinhold eben.