Minden

Für immer Frisch Auf

Stefan Rüter

Tim Kneule (links) im Duell mit Christopher Rambo. MT- - © Foto: Astrid Plaßhenrich
Tim Kneule (links) im Duell mit Christopher Rambo. MT- (© Foto: Astrid Plaßhenrich)

Minden (sru). „Ich habe hier extrem viel Vertrauen und ein familiäres Umfeld. Was will man mehr?“, sagt Kneule. Das sind die Gründe, warum der Mittelmann bereits seine 14. Saison für Frisch Auf Göppingen spielt. Eine gesamte Profi-Karriere bei einem Verein – das ist mittlerweile eine Seltenheit. Aber der 33-Jährige macht klar: „Hier zu spielen, war und ist für mich immer ein großes Privileg. Ich hatte nie einen Grund zu wechseln.“

Das große Vertrauen der FA-Verantwortlichen hat Kneule in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgezahlt. Vier Mal hat er mit dem Verein den EHF-Pokal geholt, 2017 beim Final Four in eigener Halle. „Das waren immer überragende Erlebnisse, aber der Heimsieg war sicher der schönste Moment meiner Karriere.“

Der FAG-Kapitän mag die Verantwortung, er wird von seinen Kollegen extrem geschätzt. In knapp eineinhalb Jahrzehnten Profi-Handball hat Kneule natürlich einige Veränderungen festgestellt. „Früher war die Hierarchie klarer. Die jungen Spieler sind heute anders und geben viel schneller Contra.“

Auch auf dem Platz hat sich viel getan. Der Sport sei deutlich schneller und athletischer geworden. Dafür macht der Göppinger Spielmacher auch den technischen Fortschritt verantwortlich: die besseren Trainingsmethoden, die ausgetüftelten Leistungstest. „Wir werden immer mehr zum gläsernen Athleten“, sagt er.

Zum Handball kam er in der D-Jugend und bis er sich auf die Mittelposition vorgearbeitet hatte, dauerte es Jahre: „Ich habe überall gespielt, nur nicht im Tor“, sagt er. Aber die Mitte gefällt ihm, weil man das Sagen hat, einen Plan ausarbeiten und umsetzen kann.

Noch bis 2022 wird Kneule der Spielmacher in Göppingen sein: „Mit knapp 36 Jahren stellt sich dann die Fitness-Frage. Mal sehen, was der Körper und der Verein dann sagen. Aber ich bereite mich langsam auf das Karriereende vor“, gibt er zu. Er bastelt an seinem Master im Gesundheitswesen, um sich für das Karriereende zu rüsten.

Die Zeit, die neben Handball und Studium noch bleibt, ist für die Familie reserviert. Kneule hat zwei Kinder und genießt das Leben als Familienvater. Kommt er doch mal raus, probiert er mit seinen Kumpels gerne etwas ungewöhnliche Sportarten aus wie Wakeboard oder Frisbee-Golf.

Doch aktuell ist keine Zeit für Freizeit nebenbei, weil Göppingen eine recht enttäuschende Hinrunde gespielt hat, mit 15 Zählern wie GWD unerwartet im Abstiegskampf steckt.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenFür immer Frisch AufStefan RüterMinden (sru). „Ich habe hier extrem viel Vertrauen und ein familiäres Umfeld. Was will man mehr?“, sagt Kneule. Das sind die Gründe, warum der Mittelmann bereits seine 14. Saison für Frisch Auf Göppingen spielt. Eine gesamte Profi-Karriere bei einem Verein – das ist mittlerweile eine Seltenheit. Aber der 33-Jährige macht klar: „Hier zu spielen, war und ist für mich immer ein großes Privileg. Ich hatte nie einen Grund zu wechseln.“ Das große Vertrauen der FA-Verantwortlichen hat Kneule in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgezahlt. Vier Mal hat er mit dem Verein den EHF-Pokal geholt, 2017 beim Final Four in eigener Halle. „Das waren immer überragende Erlebnisse, aber der Heimsieg war sicher der schönste Moment meiner Karriere.“ Der FAG-Kapitän mag die Verantwortung, er wird von seinen Kollegen extrem geschätzt. In knapp eineinhalb Jahrzehnten Profi-Handball hat Kneule natürlich einige Veränderungen festgestellt. „Früher war die Hierarchie klarer. Die jungen Spieler sind heute anders und geben viel schneller Contra.“ Auch auf dem Platz hat sich viel getan. Der Sport sei deutlich schneller und athletischer geworden. Dafür macht der Göppinger Spielmacher auch den technischen Fortschritt verantwortlich: die besseren Trainingsmethoden, die ausgetüftelten Leistungstest. „Wir werden immer mehr zum gläsernen Athleten“, sagt er. Zum Handball kam er in der D-Jugend und bis er sich auf die Mittelposition vorgearbeitet hatte, dauerte es Jahre: „Ich habe überall gespielt, nur nicht im Tor“, sagt er. Aber die Mitte gefällt ihm, weil man das Sagen hat, einen Plan ausarbeiten und umsetzen kann. Noch bis 2022 wird Kneule der Spielmacher in Göppingen sein: „Mit knapp 36 Jahren stellt sich dann die Fitness-Frage. Mal sehen, was der Körper und der Verein dann sagen. Aber ich bereite mich langsam auf das Karriereende vor“, gibt er zu. Er bastelt an seinem Master im Gesundheitswesen, um sich für das Karriereende zu rüsten. Die Zeit, die neben Handball und Studium noch bleibt, ist für die Familie reserviert. Kneule hat zwei Kinder und genießt das Leben als Familienvater. Kommt er doch mal raus, probiert er mit seinen Kumpels gerne etwas ungewöhnliche Sportarten aus wie Wakeboard oder Frisbee-Golf. Doch aktuell ist keine Zeit für Freizeit nebenbei, weil Göppingen eine recht enttäuschende Hinrunde gespielt hat, mit 15 Zählern wie GWD unerwartet im Abstiegskampf steckt.