Minden

GWD will besondere Fans mitnehmen

Marcus Riechmann

Minden. Die Fans mit Behinderungen spielen bei GWD Minden eine große Rolle – auch beim Umzug des Handball-Bundesligisten in eine neue Heimat. Am Sonntag trägt Minden gegen FA Göppingen erstmals ein Liga-Heimspiel in der Lübbecker Kreissporthalle aus. Im Vorfeld hat Anke Brinkmann von der GWD-Geschäftsstelle mit den Kooperationspartnern und Eckhard Rüter, Vorsitzender des Mindener Beirats für Menschen mit Behinderungen, gesprochen, um die Bedürfnisse zu erfragen und möglichst viele Fans in die neue Heimat mitzunehmen.

Einige Meter über dem Spielfeld liegen die markierten Rolli-Plätze in Lübbecke. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Einige Meter über dem Spielfeld liegen die markierten Rolli-Plätze in Lübbecke. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

„Die Situation in Lübbecke ist zunächst mal eine deutliche Verbesserung“, sagt Brinkmann. Denn: „Die Kampa-Halle sieht eigentlich gar keine Plätze für Rollstuhlfahrer vor“, beschreibt sie die bisher am Spielfeldrand vorgehaltenen Zonen als improvisierte Lösungen. Maximal fünf Rollis passten eng gedrängt in die Ecke neben einem Tor, bisweilen fanden noch ein, zwei Rollstuhlfahrer in einer zweiten Reihe dahinter Platz. In Lübbecke sind zehn reservierte Plätze an der Stirnseite der Halle ebenerdig und nahe der Getränketheke gut erreichbar. Die Gefahr, von am Tor vorbeifliegenden Bällen getroffen zu werden, besteht nicht: Die markierten Plätze sind von Glasverkleidung und Fangnetz gut geschützt. Zudem gibt es direkte Fluchtwege. „Das ist ein wichtiges Thema“, sagt Brinkmann. Doch die von der zwischen Glas und Netz liegenden Wulst hervorgerufenen Sichtprobleme sind ein Nachteil: „Für die etwas höher gebauten E-Rollis ist das nicht optimal“, sagt Brinkmann

Abschiedsfoto: GWD-Handballer mit den Fans mit Behinderungen nach dem letzten Spiel in der Kampa-Halle am 29. Dezember. Mit dabei auch Anika Schäffer (2. von links)
Abschiedsfoto: GWD-Handballer mit den Fans mit Behinderungen nach dem letzten Spiel in der Kampa-Halle am 29. Dezember. Mit dabei auch Anika Schäffer (2. von links)

Bis zu 60 Tickets stellt GWD den Partnern wie Wittekindshof, Diakonie und Lebenshilfe für Fans mit Behinderungen oder der Diakonie Freistatt als Einrichtung für wohnungslose Menschen für Heimspiele kostenlos zur Verfügung. „Das wird bei uns gut angenommen, wir haben ein paar große Fans“, berichtet Anika Hoischen, Mitarbeiterin der Mindener Lebenshilfe. Sie beschreibt da Hauptprobleme des Umzugs: „Die neue Umgebung ist ungewohnt, das ist eine Herausforderung. Und die An- und Abreise ist schwierig. Das schreckt einige erst mal ab.“ Das gilt auch für die um rund eineinhalb Stunden längere Fahrt, denn die wird vom Gesamtkontingent an Betreuungszeit und an Betreuungskosten abgebucht.

Für manche Fans ist der Bus-Shuttle, den GWD anbieten wird, eine Option. „Wir versuchen mit unserem Bus-Partner Kelder am Bedarf orientiert Plätze anzubieten“, sagt Brinkmann. Das gilt für Anreise und Platzierung auch im Fall von Anika Schäffer, die sie persönlich kennt: „Wir wissen, wie wichtig GWD für Ani ist, und wir versuchen, für sie eine individuelle Lösung zu finden.“

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MindenGWD will besondere Fans mitnehmenMarcus RiechmannMinden. Die Fans mit Behinderungen spielen bei GWD Minden eine große Rolle – auch beim Umzug des Handball-Bundesligisten in eine neue Heimat. Am Sonntag trägt Minden gegen FA Göppingen erstmals ein Liga-Heimspiel in der Lübbecker Kreissporthalle aus. Im Vorfeld hat Anke Brinkmann von der GWD-Geschäftsstelle mit den Kooperationspartnern und Eckhard Rüter, Vorsitzender des Mindener Beirats für Menschen mit Behinderungen, gesprochen, um die Bedürfnisse zu erfragen und möglichst viele Fans in die neue Heimat mitzunehmen. „Die Situation in Lübbecke ist zunächst mal eine deutliche Verbesserung“, sagt Brinkmann. Denn: „Die Kampa-Halle sieht eigentlich gar keine Plätze für Rollstuhlfahrer vor“, beschreibt sie die bisher am Spielfeldrand vorgehaltenen Zonen als improvisierte Lösungen. Maximal fünf Rollis passten eng gedrängt in die Ecke neben einem Tor, bisweilen fanden noch ein, zwei Rollstuhlfahrer in einer zweiten Reihe dahinter Platz. In Lübbecke sind zehn reservierte Plätze an der Stirnseite der Halle ebenerdig und nahe der Getränketheke gut erreichbar. Die Gefahr, von am Tor vorbeifliegenden Bällen getroffen zu werden, besteht nicht: Die markierten Plätze sind von Glasverkleidung und Fangnetz gut geschützt. Zudem gibt es direkte Fluchtwege. „Das ist ein wichtiges Thema“, sagt Brinkmann. Doch die von der zwischen Glas und Netz liegenden Wulst hervorgerufenen Sichtprobleme sind ein Nachteil: „Für die etwas höher gebauten E-Rollis ist das nicht optimal“, sagt Brinkmann Bis zu 60 Tickets stellt GWD den Partnern wie Wittekindshof, Diakonie und Lebenshilfe für Fans mit Behinderungen oder der Diakonie Freistatt als Einrichtung für wohnungslose Menschen für Heimspiele kostenlos zur Verfügung. „Das wird bei uns gut angenommen, wir haben ein paar große Fans“, berichtet Anika Hoischen, Mitarbeiterin der Mindener Lebenshilfe. Sie beschreibt da Hauptprobleme des Umzugs: „Die neue Umgebung ist ungewohnt, das ist eine Herausforderung. Und die An- und Abreise ist schwierig. Das schreckt einige erst mal ab.“ Das gilt auch für die um rund eineinhalb Stunden längere Fahrt, denn die wird vom Gesamtkontingent an Betreuungszeit und an Betreuungskosten abgebucht. Für manche Fans ist der Bus-Shuttle, den GWD anbieten wird, eine Option. „Wir versuchen mit unserem Bus-Partner Kelder am Bedarf orientiert Plätze anzubieten“, sagt Brinkmann. Das gilt für Anreise und Platzierung auch im Fall von Anika Schäffer, die sie persönlich kennt: „Wir wissen, wie wichtig GWD für Ani ist, und wir versuchen, für sie eine individuelle Lösung zu finden.“