Minden

GWD verpflichtet Carsten Lichtlein: Frank von Behren begründet den Wechsel des 39-jährigen Rekordspielers

Marcus Riechmann

Energiebündel: Beim letzten Gastspiel des HCE Erlangen in Minden kam Carsten Lichtlein kurz vor Weihnachten nur bei Strafwürfen zum Einsatz. Er feuerte sein Team von der Bank aus an und sah von dort den Erlanger Auswärtssieg.Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Energiebündel: Beim letzten Gastspiel des HCE Erlangen in Minden kam Carsten Lichtlein kurz vor Weihnachten nur bei Strafwürfen zum Einsatz. Er feuerte sein Team von der Bank aus an und sah von dort den Erlanger Auswärtssieg.Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden. GWD Minden setzt zwischen den Pfosten auf Routine: Der Handball-Bundesligist hat den 39 Jahre alten Carsten Lichtlein als neuen Torhüter verpflichtet. Lichtlein wechselt im Sommer vom Liga-Konkurrenten HC Erlangen an die Weser. Bei GWD erhält der 220-malige Nationalspieler einen zwei Jahres-Vertrag. Das gab der Bundesligist heute bekannt.

Damit hat man in Minden einen Nachfolger für Torhüter Espen Christensen gefunden. Der 34-jährige norwegische Nationalkeeper, derzeit bei der EM im Einsatz, verlässt Minden nach drei Jahren im Sommer und wechselt zum schwedischen Klub IFK Kristianstad. Für ihn kommt der Würzburger Lichtlein, der gemeinsam mit Malte Semisch das neue Torwartgespann bei GWD bilden wird.

„Dass wir Carsten verpflichten konnten, freut mich sehr. Mit seiner nationalen als auch internationalen Erfahrung wird er für die Mannschaft eine wichtige Stütze sein", sagt Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren, der Carsten Lichtlein noch aus seiner aktiven Karriere kennt. Für von Behren ist die Personalie von großer Bedeutung. „Der Torhüter ist extrem wichtig für uns. Das ist die wichtigste Position im Handball", erläutert der GWD-Sportchef und stellte rückblickend fest: „Da hatten wir in den vergangenen Jahren nicht immer kontinuierlich die Leistung, die wir uns gewünscht haben."

Mit Lichtlein habe man die perfekte Ergänzung zu Semisch gefunden, glaubt von Behren. Die auf Ballgewinne ausgerichtete GWD-Abwehr sei anfällig für Durchbrüche und Aktionen von Außen. In dieser Nahwurfzone besitze Lichtlein top Werte. „Er ist einer der besten Siebenmeterkiller der Liga", sagt von Behren über Lichtlein, der mit einer Quote von 30 Prozent abgewehrter Strafwürfe zu den Top-Ten-Torhütern zählt.

Neben der Leistung passte Lichtlein aber auch mit seiner Persönlichkeit perfekt ins GWD-Profil: Mit Marian Michalczik oder Magnus Gullerud verlassen im Sommer zwei Führungsspieler das Team. „Hier wird Carsten sicher seine Rolle übernehmen", glaubt von Behren. Zudem soll Lichtlein die Funktion des Mentors übernehmen: Zum einen in der Kooperation mit Semisch, zum anderen bei der Ausbildung der GWD-Talente. „Lucas Grabitz und Leon Grabenstein besitzen enormes Potenzial. Die beiden wie auch Malte werden enorm von der Zusammenarbeit mit Carsten profitieren", sagt von Behren und nennt in der Team- und Kooperationsfähigkeit des Routiniers einen wichtigen Grund, warum man sich für Lichtlein und gegen andere Kandidaten entschieden habe.

Am Ende des zweijährigen Vertrags wird Lichtlein 41 Jahre alt sein. Doch ein Altersproblem sieht der GWD-Manager nicht. „Carsten ist ein Musterprofi, er ist topfit und top motiviert."

Eigentlich hätte Lichtlein, der im Sommer 2019 nach dem Abstieg des VfL Gummersbach vom Altmeister zum HC Erlangen wechselte, dort noch ein zweites Jahr spielen können. Doch Klub und Spieler einigten sich auf eine Trennung. „Es gab wohl eine Ausstiegsoption", vermutet von Behren, „für uns wird jedenfalls keine Ablösesumme fällig."

„Ich freue mich auf meine neue Aufgabe in Minden und besonders auf die Zusammenarbeit mit der jungen Mannschaft", wird Lichtlein in einer Verlautbarung des Vereins zitiert. Ostwestfalen ist für den Bundesligarekordspieler eine bekannte Gegend. „Es ist sehr schön, dass ich zum Ende meiner Karriere noch einmal in diese handballbegeisterte Region zurückkehren kann. Ich hatte in Lemgo meine schönste Zeit und ich mag die Menschen in Ostwestfalen. Dass mir GWD dieses Vertrauen für zwei weitere Jahre geschenkt hat, ist eine große Ehre und eine besondere Anerkennung für mich."

Von 2005 bis 2013 stand Lichtlein beim TBV Lemgo unter Vertrag. Mit dem damaligen Team gewann er zweimal den EHF Pokal (2006, 2010). Nach seiner Zeit in Lemgo zog es den Unterfranken zu einem weiteren Traditionsklub. Er schloss sich für sechs Jahre dem VfL Gummersbach an, von wo es ihn nach dem Abstieg im Sommer 2019 zum HC Erlangen verschlug. Lichtlein spielte über einen Zeitraum von rund 17 Jahren erfolgreich mit der Nationalmannschaft. Mit der DHB-Auswahl wurde er zweimal Europameister (2004, 2016) und einmal Weltmeister (2007).

In Erlangen teilt er sich die Arbeit im Tor mit Nikolas Katsigiannis. Auch der 37-jährige ehemalige GWD-Keeper wird die Franken am Ende der Saison verlassen. Beim HCE stellt man sich neu auf. Der Bundesligist sicherte sich für die nächste Saison die Dienste des 30-jährigen slowenischen Nationalspielers Klemen Ferlin vom Champions League Club RK Celje Pivovarna Lasko.

Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882 159 oder Marcus.Riechmann@MT.de

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MindenGWD verpflichtet Carsten Lichtlein: Frank von Behren begründet den Wechsel des 39-jährigen RekordspielersMarcus RiechmannMinden. GWD Minden setzt zwischen den Pfosten auf Routine: Der Handball-Bundesligist hat den 39 Jahre alten Carsten Lichtlein als neuen Torhüter verpflichtet. Lichtlein wechselt im Sommer vom Liga-Konkurrenten HC Erlangen an die Weser. Bei GWD erhält der 220-malige Nationalspieler einen zwei Jahres-Vertrag. Das gab der Bundesligist heute bekannt. Damit hat man in Minden einen Nachfolger für Torhüter Espen Christensen gefunden. Der 34-jährige norwegische Nationalkeeper, derzeit bei der EM im Einsatz, verlässt Minden nach drei Jahren im Sommer und wechselt zum schwedischen Klub IFK Kristianstad. Für ihn kommt der Würzburger Lichtlein, der gemeinsam mit Malte Semisch das neue Torwartgespann bei GWD bilden wird. „Dass wir Carsten verpflichten konnten, freut mich sehr. Mit seiner nationalen als auch internationalen Erfahrung wird er für die Mannschaft eine wichtige Stütze sein", sagt Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren, der Carsten Lichtlein noch aus seiner aktiven Karriere kennt. Für von Behren ist die Personalie von großer Bedeutung. „Der Torhüter ist extrem wichtig für uns. Das ist die wichtigste Position im Handball", erläutert der GWD-Sportchef und stellte rückblickend fest: „Da hatten wir in den vergangenen Jahren nicht immer kontinuierlich die Leistung, die wir uns gewünscht haben." Mit Lichtlein habe man die perfekte Ergänzung zu Semisch gefunden, glaubt von Behren. Die auf Ballgewinne ausgerichtete GWD-Abwehr sei anfällig für Durchbrüche und Aktionen von Außen. In dieser Nahwurfzone besitze Lichtlein top Werte. „Er ist einer der besten Siebenmeterkiller der Liga", sagt von Behren über Lichtlein, der mit einer Quote von 30 Prozent abgewehrter Strafwürfe zu den Top-Ten-Torhütern zählt. Neben der Leistung passte Lichtlein aber auch mit seiner Persönlichkeit perfekt ins GWD-Profil: Mit Marian Michalczik oder Magnus Gullerud verlassen im Sommer zwei Führungsspieler das Team. „Hier wird Carsten sicher seine Rolle übernehmen", glaubt von Behren. Zudem soll Lichtlein die Funktion des Mentors übernehmen: Zum einen in der Kooperation mit Semisch, zum anderen bei der Ausbildung der GWD-Talente. „Lucas Grabitz und Leon Grabenstein besitzen enormes Potenzial. Die beiden wie auch Malte werden enorm von der Zusammenarbeit mit Carsten profitieren", sagt von Behren und nennt in der Team- und Kooperationsfähigkeit des Routiniers einen wichtigen Grund, warum man sich für Lichtlein und gegen andere Kandidaten entschieden habe. Am Ende des zweijährigen Vertrags wird Lichtlein 41 Jahre alt sein. Doch ein Altersproblem sieht der GWD-Manager nicht. „Carsten ist ein Musterprofi, er ist topfit und top motiviert." Eigentlich hätte Lichtlein, der im Sommer 2019 nach dem Abstieg des VfL Gummersbach vom Altmeister zum HC Erlangen wechselte, dort noch ein zweites Jahr spielen können. Doch Klub und Spieler einigten sich auf eine Trennung. „Es gab wohl eine Ausstiegsoption", vermutet von Behren, „für uns wird jedenfalls keine Ablösesumme fällig." „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe in Minden und besonders auf die Zusammenarbeit mit der jungen Mannschaft", wird Lichtlein in einer Verlautbarung des Vereins zitiert. Ostwestfalen ist für den Bundesligarekordspieler eine bekannte Gegend. „Es ist sehr schön, dass ich zum Ende meiner Karriere noch einmal in diese handballbegeisterte Region zurückkehren kann. Ich hatte in Lemgo meine schönste Zeit und ich mag die Menschen in Ostwestfalen. Dass mir GWD dieses Vertrauen für zwei weitere Jahre geschenkt hat, ist eine große Ehre und eine besondere Anerkennung für mich." Von 2005 bis 2013 stand Lichtlein beim TBV Lemgo unter Vertrag. Mit dem damaligen Team gewann er zweimal den EHF Pokal (2006, 2010). Nach seiner Zeit in Lemgo zog es den Unterfranken zu einem weiteren Traditionsklub. Er schloss sich für sechs Jahre dem VfL Gummersbach an, von wo es ihn nach dem Abstieg im Sommer 2019 zum HC Erlangen verschlug. Lichtlein spielte über einen Zeitraum von rund 17 Jahren erfolgreich mit der Nationalmannschaft. Mit der DHB-Auswahl wurde er zweimal Europameister (2004, 2016) und einmal Weltmeister (2007). In Erlangen teilt er sich die Arbeit im Tor mit Nikolas Katsigiannis. Auch der 37-jährige ehemalige GWD-Keeper wird die Franken am Ende der Saison verlassen. Beim HCE stellt man sich neu auf. Der Bundesligist sicherte sich für die nächste Saison die Dienste des 30-jährigen slowenischen Nationalspielers Klemen Ferlin vom Champions League Club RK Celje Pivovarna Lasko. Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882 159 oder Marcus.Riechmann@MT.de