Minden

Die Kampa-Halle bebt zum letzten Mal: GWD spielt unentschieden gegen Hannover

Astrid Plaßhenrich

Mindens Kevin Gulliksen traf gegen die TSV Hannover-Burgdorf immer wieder nach Gegenstößen. Fotos: Noah Wedel - © Noah Wedel
Mindens Kevin Gulliksen traf gegen die TSV Hannover-Burgdorf immer wieder nach Gegenstößen. Fotos: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Bereits vor Spielbeginn dröhnte es bis unters Dach. Das letzte Spiel des Handball-Bundesligisten GWD Minden in seiner Kampa-Halle sollte ein besonderes werden. Sowohl atmosphärisch als auch sportlich - und das wurde es auch. Die Grün-Weißen und die TSV Hannover-Burgdorf trennten sich nach einem enorm spannenden Spiel mit 32:32 (15:16). Immerhin: Ein Punktgewinn gegen ein Spitzenteam, weil alle GWD-Spieler Verantwortung übernahmen, niemand sich versteckte oder sich auf seinen Nebenmann verließ.

Es war von Beginn an ein enges Spiel. Sehr eng sogar. Die Anspannung war den Mindenern in den ersten Minuten deutlich anzumerken. Nach Toren von Hannovers Weltmeister Morten Olsen, Evgeni Pevnov und Torjäger Timo Kastening lag GWD nach fünf Minuten mit 1:3 zurück. Doch von den 3.900 Zuschauer angefeuert, kämpften die Grün-Weißen um jeden Ball. Christoffer Rambo und Magnus Gullerud glichen für GWD aus (7.). Die Mindener konnten allerdings in der ersten Halbzeit nicht in Führung gehen. Aber: Sie ließen den Tabellenzweiten aus Hannover nicht davonziehen, auch wenn Tore aus dem Rückraum fehlten. Die Zuspiele an den Kreis gelangen, zudem die Gegenstöße. Marian Michalczik war als Sieben-Meter-Schütze eine Bank. So ging es mit einem Tor Rückstand in die Kabine (15:16).

Das letzte Spiel in der Kampa-Halle: GWD Minden gegen TSV Hannover-Burgdorf (Plus-Inhalt)

In der Halbzeitpause interviewte Hallensprecher Klaus Smolarek GWD-Legende Fritz Spannuth, der an die Zuschauer appellierte: "Wir müssen noch eine Schippe drauflegen. Die Jungs brauchen uns." Gesagt, getan.

Die erste Führung gelang den Grün-Weißen in der 34. Minute. Der starke Kevin Gulliksen, der bereits im ersten Durchgang fünf Mal getroffen hatte, traf mit seinem sechsten Tor zum 18:17, Rambo Sekunden später zum 19:18 und 20:19 (37.). Der Rückraum-Rechte sollte auch in den darauffolgenden Minuten der Hauptdarsteller sein: Innerhalb von neun Minuten traf der Norweger fünfmal - und brachte die Grün-Weißen auf Siegkurs.

Und fortan agierte der 30-Jährige mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen: Der Norweger spielte einen Zauberpass hinter seinen Rücken auf Gulliksen, der leitete den Ball weiter auf Mats Korte - Kempa-Trick: 24:22. Minden lag zum ersten Mal mit zwei Toren in Front (38.). Spästestens als Gulliksen zum 25:22 getroffen hatte, bebte die Kampa-Halle (42.) und GWD spielte sich in einen Rausch. Aliaksandr Padshyvalau traf zum 28:24 (46.).

In der Schlussphase ging den Mindenern allerdings die Kraft aus. Hannover glich im Stile einer Spitzenmannschaft zum 31:31 (58.) aus und ging anschließend in Führung, auch weil TSV-Torwart Urban Lesjak immer wieder zur Stelle war. Aber der unbändige Wille und die Zuschauer trug GWD immerhin zum verdienten Unentschieden.

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MindenDie Kampa-Halle bebt zum letzten Mal: GWD spielt unentschieden gegen HannoverAstrid PlaßhenrichMinden (mt). Bereits vor Spielbeginn dröhnte es bis unters Dach. Das letzte Spiel des Handball-Bundesligisten GWD Minden in seiner Kampa-Halle sollte ein besonderes werden. Sowohl atmosphärisch als auch sportlich - und das wurde es auch. Die Grün-Weißen und die TSV Hannover-Burgdorf trennten sich nach einem enorm spannenden Spiel mit 32:32 (15:16). Immerhin: Ein Punktgewinn gegen ein Spitzenteam, weil alle GWD-Spieler Verantwortung übernahmen, niemand sich versteckte oder sich auf seinen Nebenmann verließ. Es war von Beginn an ein enges Spiel. Sehr eng sogar. Die Anspannung war den Mindenern in den ersten Minuten deutlich anzumerken. Nach Toren von Hannovers Weltmeister Morten Olsen, Evgeni Pevnov und Torjäger Timo Kastening lag GWD nach fünf Minuten mit 1:3 zurück. Doch von den 3.900 Zuschauer angefeuert, kämpften die Grün-Weißen um jeden Ball. Christoffer Rambo und Magnus Gullerud glichen für GWD aus (7.). Die Mindener konnten allerdings in der ersten Halbzeit nicht in Führung gehen. Aber: Sie ließen den Tabellenzweiten aus Hannover nicht davonziehen, auch wenn Tore aus dem Rückraum fehlten. Die Zuspiele an den Kreis gelangen, zudem die Gegenstöße. Marian Michalczik war als Sieben-Meter-Schütze eine Bank. So ging es mit einem Tor Rückstand in die Kabine (15:16). In der Halbzeitpause interviewte Hallensprecher Klaus Smolarek GWD-Legende Fritz Spannuth, der an die Zuschauer appellierte: "Wir müssen noch eine Schippe drauflegen. Die Jungs brauchen uns." Gesagt, getan. Die erste Führung gelang den Grün-Weißen in der 34. Minute. Der starke Kevin Gulliksen, der bereits im ersten Durchgang fünf Mal getroffen hatte, traf mit seinem sechsten Tor zum 18:17, Rambo Sekunden später zum 19:18 und 20:19 (37.). Der Rückraum-Rechte sollte auch in den darauffolgenden Minuten der Hauptdarsteller sein: Innerhalb von neun Minuten traf der Norweger fünfmal - und brachte die Grün-Weißen auf Siegkurs. Und fortan agierte der 30-Jährige mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen: Der Norweger spielte einen Zauberpass hinter seinen Rücken auf Gulliksen, der leitete den Ball weiter auf Mats Korte - Kempa-Trick: 24:22. Minden lag zum ersten Mal mit zwei Toren in Front (38.). Spästestens als Gulliksen zum 25:22 getroffen hatte, bebte die Kampa-Halle (42.) und GWD spielte sich in einen Rausch. Aliaksandr Padshyvalau traf zum 28:24 (46.). In der Schlussphase ging den Mindenern allerdings die Kraft aus. Hannover glich im Stile einer Spitzenmannschaft zum 31:31 (58.) aus und ging anschließend in Führung, auch weil TSV-Torwart Urban Lesjak immer wieder zur Stelle war. Aber der unbändige Wille und die Zuschauer trug GWD immerhin zum verdienten Unentschieden.