Erlangen

625 Spiele in der Bundesliga: Carsten Lichtlein erreicht in Minden eine Rekordmarke

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Bälle halten ist sein Job: Torhüter Carsten Lichtlein steht vor der Karl-Heinz-Hiersemann Halle in Erlangen. Foto: N. Armer/dpa - © Nicolas Armer
Bälle halten ist sein Job: Torhüter Carsten Lichtlein steht vor der Karl-Heinz-Hiersemann Halle in Erlangen. Foto: N. Armer/dpa (© Nicolas Armer)

Erlangen (dpa/mt). Am morgigen Sonntag in der Kampa-Halle ist es soweit: Dann wird mit dem Anpfiff der Partie gegen GWD Minden der Erlanger Torhüter Carsten Lichtlein die Rekordmarke als Profi mit den meisten Bundesliga-Spielen erreichen. 625 Erstligaspiele werden es dann sein. So viele hat erst ein einziger Spieler in der Bundesliga erreicht: Jan Holpert, ebenfalls ein Torhüter.

Dass er mit dem einstigen Flensburger Keeper gleichzieht und ihn demnächst überflügeln wird, will Lichtlein nicht zu hoch hängen. „Klar ist es eine Ehre, wenn man den Rekord wirklich bricht. Ich würde aber sagen, dass es nicht das Wichtigste im Leben ist, dass man Rekorde hat. Es ist ja immer auch noch ein Spiel an dem Tag“, sagte der 39-Jährige.

Lichtlein, 2,02 Meter groß und 100 Kilogramm schwer, absolviert beim HC Erlangen derzeit seine 20. Spielzeit, Krankheiten oder Verletzungen scheint es bei ihm nicht zu geben. „Ich war immer da, habe alles mitgemacht und durchgezogen. Dass der Körper das mitmacht, davor muss man den Hut ziehen“, sagte er.

Seinen Wechsel nach Erlangen, wo er einen Vertrag bis 2021 besitzt, erklärt der Weltmeister von 2007 und zweimalige Europameister mit sportlichen und familiären Motiven. Der gebürtige Würzburger lebt nun näher bei seiner Frau und den beiden Söhnen. Lichtlein war alleine im Lemgo (2005-2013) und alleine in Gummersbach (2013-2019). Von Würzburg, wo auch seine Handball-begeisterten Eltern wohnen, ist er nun nur noch eine Autostunde entfernt.

Mit 39 zählt sich Lichtlein noch lange nicht zum alten Eisen. Im Gegenteil: „Solange man brennt, möchte ich auf jeden Fall spielen. Dieser unbedingte Wille treibt mich immer wieder an“, sagte er. Gedanken an einen Rücktritt verschwende er erst, wenn die Leistung nicht mehr stimmen sollte. Dieser Moment kann noch einige Jahre in der Zukunft liegen.

Für die Rekordleistung wird GWD Minden den Gästetorhüter Carsten Lichtlein am Sonntag vor dem Spiel beglückwünschen. „Er ist ein tadelloser Sportsmann“, sagt GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren über Lichtlein und hebt dessen positive Grundhaltung hervor: „Er ist immer gut gelaunt, voll bei der Sache und er gibt nie auf. Carsten geht und schaut immer nach vorne.“

Im Verein haben von Behren und der vier Jahre jüngere Torwart nie zusammengespielt, doch in der Nationalmannschaft hatten der Mindener Rückraumschütze (167 Länderspiele) und Lichtlein (220) gemeinsame Zeiten. Damit verbindet von Behren eine besondere Erinnerung: „Er war immer der erste beim Frühstück. Die meisten kamen kurz vor acht, Carstens war schon um sieben Uhr da.“ (rich)

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Erlangen625 Spiele in der Bundesliga: Carsten Lichtlein erreicht in Minden eine RekordmarkeErlangen (dpa/mt). Am morgigen Sonntag in der Kampa-Halle ist es soweit: Dann wird mit dem Anpfiff der Partie gegen GWD Minden der Erlanger Torhüter Carsten Lichtlein die Rekordmarke als Profi mit den meisten Bundesliga-Spielen erreichen. 625 Erstligaspiele werden es dann sein. So viele hat erst ein einziger Spieler in der Bundesliga erreicht: Jan Holpert, ebenfalls ein Torhüter. Dass er mit dem einstigen Flensburger Keeper gleichzieht und ihn demnächst überflügeln wird, will Lichtlein nicht zu hoch hängen. „Klar ist es eine Ehre, wenn man den Rekord wirklich bricht. Ich würde aber sagen, dass es nicht das Wichtigste im Leben ist, dass man Rekorde hat. Es ist ja immer auch noch ein Spiel an dem Tag“, sagte der 39-Jährige. Lichtlein, 2,02 Meter groß und 100 Kilogramm schwer, absolviert beim HC Erlangen derzeit seine 20. Spielzeit, Krankheiten oder Verletzungen scheint es bei ihm nicht zu geben. „Ich war immer da, habe alles mitgemacht und durchgezogen. Dass der Körper das mitmacht, davor muss man den Hut ziehen“, sagte er. Seinen Wechsel nach Erlangen, wo er einen Vertrag bis 2021 besitzt, erklärt der Weltmeister von 2007 und zweimalige Europameister mit sportlichen und familiären Motiven. Der gebürtige Würzburger lebt nun näher bei seiner Frau und den beiden Söhnen. Lichtlein war alleine im Lemgo (2005-2013) und alleine in Gummersbach (2013-2019). Von Würzburg, wo auch seine Handball-begeisterten Eltern wohnen, ist er nun nur noch eine Autostunde entfernt. Mit 39 zählt sich Lichtlein noch lange nicht zum alten Eisen. Im Gegenteil: „Solange man brennt, möchte ich auf jeden Fall spielen. Dieser unbedingte Wille treibt mich immer wieder an“, sagte er. Gedanken an einen Rücktritt verschwende er erst, wenn die Leistung nicht mehr stimmen sollte. Dieser Moment kann noch einige Jahre in der Zukunft liegen. Für die Rekordleistung wird GWD Minden den Gästetorhüter Carsten Lichtlein am Sonntag vor dem Spiel beglückwünschen. „Er ist ein tadelloser Sportsmann“, sagt GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren über Lichtlein und hebt dessen positive Grundhaltung hervor: „Er ist immer gut gelaunt, voll bei der Sache und er gibt nie auf. Carsten geht und schaut immer nach vorne.“ Im Verein haben von Behren und der vier Jahre jüngere Torwart nie zusammengespielt, doch in der Nationalmannschaft hatten der Mindener Rückraumschütze (167 Länderspiele) und Lichtlein (220) gemeinsame Zeiten. Damit verbindet von Behren eine besondere Erinnerung: „Er war immer der erste beim Frühstück. Die meisten kamen kurz vor acht, Carstens war schon um sieben Uhr da.“ (rich)