Minden

Berühmte Eierbrötchen, ein vererbter Spitzname und ein goldener Kontakt: GWD zeichnet Wilfried Naue aus

Marcus Riechmann

Im Rasthaus Wietersheim verliehen der GWD-Vorsitzende Horst Bredemeier (links) und Schriftführer Gerhard Hallmann (rechts) nach dem Gänseschmaus die Goldene Ehrennadel an Wilfried Naue. MT- - © Foto: Riechmann
Im Rasthaus Wietersheim verliehen der GWD-Vorsitzende Horst Bredemeier (links) und Schriftführer Gerhard Hallmann (rechts) nach dem Gänseschmaus die Goldene Ehrennadel an Wilfried Naue. MT- (© Foto: Riechmann)

Minden (mt). Wilfried Naue ist ein Dankerser Jung. Nicht weit von Sportplatz und Kirche aufgewachsen, war der Weg zum TSV Grün-Weiß vorgezeichnet. „Mit zehn Jahren bin ich eingetreten“, erzählt Naue, den alle Welt nur Schimmel nennt, und rechnet: „Heute bin ich 61, das ist nun 51 Jahre her.“ Eine Zeit, die Spuren hinterlassen hat. „Bei uns gibt es nur GWD“, sagt der 2. Vorsitzende über die sportliche Ausrichtung der Familie, die sich nicht nur in den Tischgesprächen mit den beiden Töchtern Merle und Nele niederschlägt. Ehefrau Susanne betreibt als Eigentümerin die Dankerser Sportzentrale neben der Halle: Sie führt das Traditionsgeschäft „Sport-Meisolle“. Naue sagt: „Da geht man zum Einkaufen hin, oder um über Handball zu reden.“

Der sportliche Weg Naues war überschaubar: Nach der Jugend spielte er in der 2., 3. und vor allem in der 4. Mannschaft. 1997 wurde er Schiedsrichter, pfiff mit dem Holzhauser Achim „Palli“ Holland bis zur Oberliga. Heute ist er als Einzel-Schiedsrichter auf Kreisebene unterwegs.

Seit 2002 bekleidet Naue den Posten als 2. Vorsitzender. Das bedeutet klassische Vorstandsarbeit wie auch Dienst überall dort, wo Arbeit anfällt. Zum Beispiel als Servicekraft hinter der Theke bei den Heimspielen der GWD-Teams in der Dankerser Sporthalle. „Schimmels Eierbrötchen sind berühmt. Die Hälfte der Zuschauer kommt für den Handball in die Halle, die andere Hälfte für die Eierbrötchen und Abrahams Frikadellen“, rühmt GWD-Chef Horst Bredemeier eine kulinarische Qualität seines Stellvertreters.

Eine ungewohnte Rolle Naues, nämlich die des Vermittlers, ergab sich zufällig: Naue, der als Unternehmensberater bei der niedersächsischen Landwirtschaftskammer tätig ist, war auf einer Besichtigung eines Anwesens in Espelkamp. Diese „Feldrundfahrt“ brachte ihn mit dem Eigentümer des landwirtschaftlichen Betriebs in Kontakt: dem Unternehmer Dietmar Harting. Naue knüpfte die ersten Bande, die in eine enge Partnerschaft zwischen Unternehmer und Verein mündete. „Irgendwann hieß es damals, wir sollten uns mal melden“, erinnert sich Naue, „das hat dann Horst Bredemeier übernommen.“ Das für GWD segensreiche Ergebnis ist bekannt.

Sein Einsatz ist keine Einbahnstraße. Im Jahr 2013 organisierte GWD einen Spendenlauf und ermöglichte Naues auf den Rollstuhl angewiesenen Tochter Merle den Erwerb eines Assistenzhundes. „Das hat ihr sehr geholfen“, ist der Vater noch heute dankbar.

Seit 17 Jahren wirkt Naue im Vorstand. Wie lange noch? „So lange, bis Hotti mich aus der Nummer rauslässt“, scherzt Naue, „aber wir kommen ja alle nicht raus.“ Er mache die Arbeit gern: „Wir haben immer wieder neue Ziele. Aktuell die reformierte A-Jungen-Bundesliga oder das Internat am Besselgymnasium. Uns gehen die Themen und Aufgaben nicht aus.“

Für sein Engagement wurde der nur auf Fotos selten freundlich schauende Naue auf dem traditionellen Gänseessen des Vereins mit Freunden und Förderern im Rasthaus Wietersheim mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. „Du hast viel für GWD geleistet“, meinte Bredemeier in seiner Laudatio, in der er den Spitznamen zur Hälfte erläuterte: „Der Vater hieß schon Schimmel und der Opa auch. Das wird vererbt.“ Die andere Hälfte erklärte Naue selbst. „Eigentlich kommt es vom Urgroßvater, der hatte damals Schimmel als Reitpferde. Und weil es in Dankersen mehrere Naues gab war er dann der Schimmel-Naue.“

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MindenBerühmte Eierbrötchen, ein vererbter Spitzname und ein goldener Kontakt: GWD zeichnet Wilfried Naue ausMarcus RiechmannMinden (mt). Wilfried Naue ist ein Dankerser Jung. Nicht weit von Sportplatz und Kirche aufgewachsen, war der Weg zum TSV Grün-Weiß vorgezeichnet. „Mit zehn Jahren bin ich eingetreten“, erzählt Naue, den alle Welt nur Schimmel nennt, und rechnet: „Heute bin ich 61, das ist nun 51 Jahre her.“ Eine Zeit, die Spuren hinterlassen hat. „Bei uns gibt es nur GWD“, sagt der 2. Vorsitzende über die sportliche Ausrichtung der Familie, die sich nicht nur in den Tischgesprächen mit den beiden Töchtern Merle und Nele niederschlägt. Ehefrau Susanne betreibt als Eigentümerin die Dankerser Sportzentrale neben der Halle: Sie führt das Traditionsgeschäft „Sport-Meisolle“. Naue sagt: „Da geht man zum Einkaufen hin, oder um über Handball zu reden.“ Der sportliche Weg Naues war überschaubar: Nach der Jugend spielte er in der 2., 3. und vor allem in der 4. Mannschaft. 1997 wurde er Schiedsrichter, pfiff mit dem Holzhauser Achim „Palli“ Holland bis zur Oberliga. Heute ist er als Einzel-Schiedsrichter auf Kreisebene unterwegs. Seit 2002 bekleidet Naue den Posten als 2. Vorsitzender. Das bedeutet klassische Vorstandsarbeit wie auch Dienst überall dort, wo Arbeit anfällt. Zum Beispiel als Servicekraft hinter der Theke bei den Heimspielen der GWD-Teams in der Dankerser Sporthalle. „Schimmels Eierbrötchen sind berühmt. Die Hälfte der Zuschauer kommt für den Handball in die Halle, die andere Hälfte für die Eierbrötchen und Abrahams Frikadellen“, rühmt GWD-Chef Horst Bredemeier eine kulinarische Qualität seines Stellvertreters. Eine ungewohnte Rolle Naues, nämlich die des Vermittlers, ergab sich zufällig: Naue, der als Unternehmensberater bei der niedersächsischen Landwirtschaftskammer tätig ist, war auf einer Besichtigung eines Anwesens in Espelkamp. Diese „Feldrundfahrt“ brachte ihn mit dem Eigentümer des landwirtschaftlichen Betriebs in Kontakt: dem Unternehmer Dietmar Harting. Naue knüpfte die ersten Bande, die in eine enge Partnerschaft zwischen Unternehmer und Verein mündete. „Irgendwann hieß es damals, wir sollten uns mal melden“, erinnert sich Naue, „das hat dann Horst Bredemeier übernommen.“ Das für GWD segensreiche Ergebnis ist bekannt. Sein Einsatz ist keine Einbahnstraße. Im Jahr 2013 organisierte GWD einen Spendenlauf und ermöglichte Naues auf den Rollstuhl angewiesenen Tochter Merle den Erwerb eines Assistenzhundes. „Das hat ihr sehr geholfen“, ist der Vater noch heute dankbar. Seit 17 Jahren wirkt Naue im Vorstand. Wie lange noch? „So lange, bis Hotti mich aus der Nummer rauslässt“, scherzt Naue, „aber wir kommen ja alle nicht raus.“ Er mache die Arbeit gern: „Wir haben immer wieder neue Ziele. Aktuell die reformierte A-Jungen-Bundesliga oder das Internat am Besselgymnasium. Uns gehen die Themen und Aufgaben nicht aus.“ Für sein Engagement wurde der nur auf Fotos selten freundlich schauende Naue auf dem traditionellen Gänseessen des Vereins mit Freunden und Förderern im Rasthaus Wietersheim mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. „Du hast viel für GWD geleistet“, meinte Bredemeier in seiner Laudatio, in der er den Spitznamen zur Hälfte erläuterte: „Der Vater hieß schon Schimmel und der Opa auch. Das wird vererbt.“ Die andere Hälfte erklärte Naue selbst. „Eigentlich kommt es vom Urgroßvater, der hatte damals Schimmel als Reitpferde. Und weil es in Dankersen mehrere Naues gab war er dann der Schimmel-Naue.“