Minden

Tolle Leistung, aber keine Punkte: GWD unterliegt den Rhein-Neckar Löwen 24:28

Michael Lorenz

Kapitän Marian Michalczik war Minden war mit sieben Treffer, davon vier Siebenmeter, bester Werfer seines Teams. - © Foto: Noah Wedel
Kapitän Marian Michalczik war Minden war mit sieben Treffer, davon vier Siebenmeter, bester Werfer seines Teams. (© Foto: Noah Wedel)

Minden (much). Tolle Leistung, aber keine Punkte: Handball-Bundesligist GWD Minden unterlag am Samstagabend in der mit 3439 Zuschauern gefüllten Kampa-Halle den hoch favorisierten Rhein-Neckar Löwen mit 24:28 (12:13) Toren. Dabei führten die Mindener 20:17 und zuletzt 21:20. Dann aber war es, als hätte jemand den Stecker bei den Grün-Weißen gezogen und die Gäste aus Mannheim stellten mit fünf Treffern in Folge die Weichen auf Sieg.

Doch der Reihe nach. Die erste Hiobsbotschaft erhielten die GWD-Fans bereits vor dem Anpfiff: Torjäger Christoffer Rambo wirkte aufgrund von anhaltenden Rückenproblemen nicht mit. Die Mindener begannen mit einer recht offensiven Deckung, in der die Halbspieler Marian Michalczik und Christoph Reißky immer wieder offensiv vorstießen. Auf diese Weise schafften es die Mindener überraschenderweise, dass das gefürchtete Zusammenspiel zwischen Löwen-Regisseur Andy Schmid und Kreisläufer Jannik Kohlbacher zunächst überhaupt nicht stattfand.

Die Anfangsphase gehörte dennoch den Löwen - auch, weil es GWD an etwas Elementarem fehlte: Der Qualität im Abschluss. Reihenweise scheiterten die Schützen an Löwen-Keeper Mikael Appelgren. Das erste Feldtor fiel erst in der 11. Minute durch Marian Michalczik, aber es war erst das 3:4. Nach dem 5:7 (16.) brachte GWD-Coach Frank Carstens Malte Semisch im Tor für den glücklosen Espen Christensen und der machte seine Sache besser. Unter anderem kaufte er dem Weltklasse-Linksaußen Uwe Gensheimer einen Siebenmeter ab.

Die Löwen luden die Mindener in der Folge geradezu zu Treffern ein, aber die Mannschaft von Trainer Frank Carstens nahm die Einladungen nicht an. Michalczik, Meister, Reißky oder Savvas ließen mit technischen Fehlern gute Anschlusschancen liegen. Doch in der 27. Minute schaffte Aliaksandar Padshyvalau unter großem Jubel den Ausgleich. Nach einem Mißverständnis in der GWD-Deckung erzielte Gensheimer mit einem feinen Dreher das 12:13, den Pausenstand.

Nach der Pause war Max Staar mit zwei sehenswerten Treffern erfolgreich, es stand plötzlich 14:14. Gestützt auf den starken Auftritt von Keeper Malte Semisch hatte GWD dann die erste Chance zur Führung, doch dem Treffer von Padshyvalau blieb die Anerkennung versagt. Minden ließ allerdings nicht locker und der erste Führungstreffer von Mats Korte (40.) brachte die Halle zum Kochen.

GWD setzte sich in der Folge auf 19:16 und 20:17 ab, die Stimmung in der Halle wurde immer ausgelassener, eine Sensation im Bereich des Möglichen. Gästetrainer Kristjan Arnesson setzte dann jedoch alles auf eine Karte, brachte den siebten Feldspieler, und darauf hatten die immer ausgelaugter wirkenden Gastgeber keine Anwort mehr. Michalczik erzielte mit einem Rückraumtor zwar noch den Führungstreffer zum 21:20, dann aber kam der ebenso fatale wie entscheidende 0:5-Lauf.

Mit jeweils sieben Toren waren die Nationalspieler Gensheimer für die Löwen und Michalczik für GWD die besten Werfer ihrer Teams.

Stimme

Marian Michalczik (Kapitän GWD Minden): "Die gute Leistung tut uns gut, wir müssen das Positive mitnehmen. Wir haben alles gegeben, was wir im Tank hatten und hatten die Löwen mit unseren tollen Fans im Rücken am Rande einer Niederlage. Am Ende spricht es aber für deren Qualität, dass sie noch recht souverän gewonnen haben."

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