Minden

GWD Minden muss griffiger werden - viele Aufgaben für das nächste Heimspiel

Sebastian Külbel

Durch den Ausfall von Spezialist Miljan Pusica sind vor allem Lucas Meister (links) und Magnus Gullerud in der Mindener Abwehrmitte gefordert. Foto: Noah Wedel - © Noah Wedel
Durch den Ausfall von Spezialist Miljan Pusica sind vor allem Lucas Meister (links) und Magnus Gullerud in der Mindener Abwehrmitte gefordert. Foto: Noah Wedel (© Noah Wedel)

Minden (mt). Die kleine Krise seiner Mannschaft verleugnet Frank Carstens nicht. „Das finden wir nicht gut“, sagt GWD Mindens Trainer beim Blick auf die Tabelle der Handball-Bundesliga. Nach drei Niederlagen hat der 14. nur noch vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Nicht besorgniserregend, aber eben auch kein Ruhepolster. Denn der nächste Heimspiel-Gegner ist mit den Rhein-Neckar Löwen am Samstag ab 20.30 Uhr ein dicker Brocken. Und danach wird es beim Rekordmeister THW Kiel nicht leichter.

„Das ist eine Phase, durch die wir durchmüssen“, sagt Carstens und zieht Vergleiche mit der Situation am Saisonstart. Damals fehlte in Magnus Gullerud ein zentraler Akteur, es gab ein peinliches Pokal-Aus gegen Zweitligist Hamm und düstere Prognosen für die ersten Liga-Spiele. „Ab Hannover wurde es dann aber immer besser“, erinnert der Coach an die Auftakt-Niederlage und die folgenden Spiele, als unter anderem ein Sieg in Berlin gelang.

Die Verletzungsprobleme sind geblieben, aktuell sind drei Spieler nicht einsatzfähig: Juri Knorr ist nach seinem Handbruch erst wieder ein Thema fürs nächste Jahr, Miljan Pusica und Joscha Ritterbach absolvieren zumindest schon wieder Handballübungen. „Für Samstag kommen sie aber noch nicht in Frage, allenfalls für kleinere Aufgaben“, sagt Carstens.

Das schmerzt vor allem bei Pusica. Der Serbe ist der zentrale Baustein der Mindener Deckung, und sein Trainer erklärt, warum: „Der Kreis hat eine Länge von 17,86 Metern, davon verteidigt Miljan fünf und die anderen jeweils zwei. Er ist mit Abstand unser bester Verteidiger und Zweikämpfer.“ Wenn der Serbe also ausfällt, müssen die anderen Spieler mehr bringen, in diesem Fall ihren Defensiv-Radius vergrößern. „Es ist nicht so, dass wir es nicht ohne ihn können“, sagt Carstens: „Aber es ist leichter mit ihm.“

Das gilt auch für weitere Leistungsträger im Kader. Marian Michalczik und Christoffer Rambo standen zwar beim jüngsten 23:26 in Wetzlar beide auf dem Feld, waren aber im Angriff kein Faktor – ein Grund für den lange schwachen Auftritt der Gäste. „Mit so einer Leistung im Rückraum geht es eben nicht“, meint der Coach, nennt aber einen anderen Hauptaspekt für die Niederlage: „Wetzlar war nicht spielerisch besser, sondern griffiger als wir. Sie haben mehr Zweikämpfe angenommen und gewonnen.“

Ein Punkt, an dem die Mindener in der Trainingswoche genauso gearbeitet haben wie an ihren Defiziten im Angriff: „Da brauchen wir generell mehr Sicherheit, da machen wir zu viele technische Fehler.“ Die Löwen werden am Samstag prüfen, wie weit GWD in diesen Punkten gekommen ist. Hinten spielt der Zweikampf eine große Rolle, denn für Carstens stellen die Mannheimer „die beste Spielmacher-Kreis-Achse der Welt oder zumindest der Liga“. Und hinten hat der Deutsche Meister von 2016 und 2017 eine bemerkenswerte Garde von Abwehrspezialisten im Kader versammelt, gekrönt vom starken Torwart-Duo mit Mikael Appelgren und Andreas Palicka.

Nicht nur dieser Überblick zeigt, dass die Gastgeber am Samstag als Außenseiter ins siebte Heimspiel dieser Saison gehen. „Wir wollen das aber nicht schon im Vorhinein abschenken“, sagte Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren vor einigen Tagen, und auch Coach Carstens betont beim Blick auf den anstehenden Doppelschlag gegen zwei Top-Teams: „Es ist nicht gesagt, dass wir in diesen Spielen keine Punkte machen.“

Dafür muss bei GWD aber alles passen. „Es gibt eben immer Phasen, in denen Spieler fehlen. Wir sind gerade relativ eingedampft und müssen das kompensieren“, betont der Trainer, der auch über das nackte Ergebnis hinaus blickt: „Für mich ist auch wichtig, mit welcher Leistung wir das Spiel gestalten.“ Wenn die passt, ist auch der Druck auszuhalten, der mit jeder Niederlage steigt. Im Dezember 2018 führten etwa vier Pleiten zu einem Knacks, den GWD im Prinzip bis zum Saisonende mit sich herumschleppte. Gedanken an eine Wiederholung wischt Carstens jedoch schnell vom Tisch: „Solche Themen haben wir nicht.“

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MindenGWD Minden muss griffiger werden - viele Aufgaben für das nächste HeimspielSebastian KülbelMinden (mt). Die kleine Krise seiner Mannschaft verleugnet Frank Carstens nicht. „Das finden wir nicht gut“, sagt GWD Mindens Trainer beim Blick auf die Tabelle der Handball-Bundesliga. Nach drei Niederlagen hat der 14. nur noch vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Nicht besorgniserregend, aber eben auch kein Ruhepolster. Denn der nächste Heimspiel-Gegner ist mit den Rhein-Neckar Löwen am Samstag ab 20.30 Uhr ein dicker Brocken. Und danach wird es beim Rekordmeister THW Kiel nicht leichter. „Das ist eine Phase, durch die wir durchmüssen“, sagt Carstens und zieht Vergleiche mit der Situation am Saisonstart. Damals fehlte in Magnus Gullerud ein zentraler Akteur, es gab ein peinliches Pokal-Aus gegen Zweitligist Hamm und düstere Prognosen für die ersten Liga-Spiele. „Ab Hannover wurde es dann aber immer besser“, erinnert der Coach an die Auftakt-Niederlage und die folgenden Spiele, als unter anderem ein Sieg in Berlin gelang. Die Verletzungsprobleme sind geblieben, aktuell sind drei Spieler nicht einsatzfähig: Juri Knorr ist nach seinem Handbruch erst wieder ein Thema fürs nächste Jahr, Miljan Pusica und Joscha Ritterbach absolvieren zumindest schon wieder Handballübungen. „Für Samstag kommen sie aber noch nicht in Frage, allenfalls für kleinere Aufgaben“, sagt Carstens. Das schmerzt vor allem bei Pusica. Der Serbe ist der zentrale Baustein der Mindener Deckung, und sein Trainer erklärt, warum: „Der Kreis hat eine Länge von 17,86 Metern, davon verteidigt Miljan fünf und die anderen jeweils zwei. Er ist mit Abstand unser bester Verteidiger und Zweikämpfer.“ Wenn der Serbe also ausfällt, müssen die anderen Spieler mehr bringen, in diesem Fall ihren Defensiv-Radius vergrößern. „Es ist nicht so, dass wir es nicht ohne ihn können“, sagt Carstens: „Aber es ist leichter mit ihm.“ Das gilt auch für weitere Leistungsträger im Kader. Marian Michalczik und Christoffer Rambo standen zwar beim jüngsten 23:26 in Wetzlar beide auf dem Feld, waren aber im Angriff kein Faktor – ein Grund für den lange schwachen Auftritt der Gäste. „Mit so einer Leistung im Rückraum geht es eben nicht“, meint der Coach, nennt aber einen anderen Hauptaspekt für die Niederlage: „Wetzlar war nicht spielerisch besser, sondern griffiger als wir. Sie haben mehr Zweikämpfe angenommen und gewonnen.“ Ein Punkt, an dem die Mindener in der Trainingswoche genauso gearbeitet haben wie an ihren Defiziten im Angriff: „Da brauchen wir generell mehr Sicherheit, da machen wir zu viele technische Fehler.“ Die Löwen werden am Samstag prüfen, wie weit GWD in diesen Punkten gekommen ist. Hinten spielt der Zweikampf eine große Rolle, denn für Carstens stellen die Mannheimer „die beste Spielmacher-Kreis-Achse der Welt oder zumindest der Liga“. Und hinten hat der Deutsche Meister von 2016 und 2017 eine bemerkenswerte Garde von Abwehrspezialisten im Kader versammelt, gekrönt vom starken Torwart-Duo mit Mikael Appelgren und Andreas Palicka. Nicht nur dieser Überblick zeigt, dass die Gastgeber am Samstag als Außenseiter ins siebte Heimspiel dieser Saison gehen. „Wir wollen das aber nicht schon im Vorhinein abschenken“, sagte Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren vor einigen Tagen, und auch Coach Carstens betont beim Blick auf den anstehenden Doppelschlag gegen zwei Top-Teams: „Es ist nicht gesagt, dass wir in diesen Spielen keine Punkte machen.“ Dafür muss bei GWD aber alles passen. „Es gibt eben immer Phasen, in denen Spieler fehlen. Wir sind gerade relativ eingedampft und müssen das kompensieren“, betont der Trainer, der auch über das nackte Ergebnis hinaus blickt: „Für mich ist auch wichtig, mit welcher Leistung wir das Spiel gestalten.“ Wenn die passt, ist auch der Druck auszuhalten, der mit jeder Niederlage steigt. Im Dezember 2018 führten etwa vier Pleiten zu einem Knacks, den GWD im Prinzip bis zum Saisonende mit sich herumschleppte. Gedanken an eine Wiederholung wischt Carstens jedoch schnell vom Tisch: „Solche Themen haben wir nicht.“