Minden

Schach mit Körperkontakt - GWD erwartet in Wetzlar von der Abwehr geprägtes Spiel

Sebastian Külbel

Dass Spiele in Wetzlar unangenehm sein können, erlebte Mats Korte (Mitte) mit GWD Minden beim 27:31 in der Vorsaison. Foto: Jan Huebner - © Jan Huebner/Vogler
Dass Spiele in Wetzlar unangenehm sein können, erlebte Mats Korte (Mitte) mit GWD Minden beim 27:31 in der Vorsaison. Foto: Jan Huebner (© Jan Huebner/Vogler)

Minden (mt). Wenn Frank Carstens auf das Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar blickt, denkt er strategisch: „Das wird ein Schach-Ding“, sagt GWD Mindens Chefcoach vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Trainerkollegen Kai Wandschneider. Denn dessen Plan macht die Mittelhessen zu einem äußerst unangenehmen Gegner.

„Das ist ein Team mit klarem Fokus“, erklärt Carstens. Der liegt vor allem auf Fehlervermeidung: „Wetzlar spielt im Angriff sehr geduldig und wartet mit dem Abschluss oft bis zum letzten Moment. Es ist schwer, einen Ball von ihnen zu bekommen.“ Genau darauf müssen die Mindener aber spekulieren, um mit ihrem Tempospiel die zuletzt gezeigten Probleme im Angriff zu kompensieren.

„Deshalb stand die Abwehr in den letzten Tagen im Mittelpunkt“, sagt Carstens. Besonderes Augenmerk lag auf dem Innenblock, wo Magnus Gullerud die Position des verletzten Miljan Pusica übernommen hat. „Da sind wir gegen Melsungen an Grenzen gestoßen, da wollten wir an den Automatismen arbeiten“, schildert der GWD-Trainer und urteilt: „Das hat gut geklappt, wir haben einen Schritt nach vorn gemacht.“ Das ist auch nötig, denn die Mindener erwarten am Samstag ab 20.45 Uhr in der Rittal-Arena einen von der Abwehr geprägten Abend. Bei aller Strategie erwartet Carstens auch viel Kampf: „In Wetzlar gibt es kein Spiel ohne intensiven Körperkontakt.“

Allerdings wird die Auswärtspartie auch zu einer großen Chance für GWD. Nach zuletzt zwei Niederlagen ist Wetzlar ein Gegner auf Augenhöhe, es folgen schwere Spiele gegen die Top-Teams Rhein-Neckar Löwen und THW Kiel. Läuft es ganz schlecht, könnten die Mindener also wieder in einen Negativsog geraten, der ihnen schon vor einem Jahr den Dezember verdorben hat.

Ein Erfolgserlebnis würde ein wichtiges Zeichen gegen diesen Trend setzen. Und Anlass zu Optimismus gibt es weiterhin genug. Trotz der Ausfälle von Juri Knorr, Miljan Pusica und Joscha Ritterbach war GWD auch gegen die Top-Teams Magdeburg und Melsungen konkurrenzfähig. Fast hätte das Team im jüngsten Heimspiel sogar die schwache Leistung von Aliaksandr Padshyvalau und Savvas Savvas aufgefangen. Die beiden sind besonders gefordert, sich heute zu steigern.

Im Zentrum steht für Coach Carstens dennoch die Abwehr. Er verweist auf das starke Zusammenspiel mit Kreisläufer Anton Lindskog beim Gegner, überdies verfüge Wetzlar in Stefan Cavor, Olle Forsell Schefvert und Lenny Rubin über gute Rückraum-Werfer. Zudem verweist er auf „die tolle Entwicklung“ von Till Klimpke im Tor und die Qualitäten seines Trainerkollegen Kai Wandschneider: „Er ist ein Taktik-Fuchs und geht sehr analytisch vor.“

Ähnliches gilt auch für Carstens, der vor dem Duell sagt: „Wir müssen es hinten gut hinkriegen und dann vorne erkennen, welche Schwachstellen wir angreifen. Aber das gilt für Wetzlar auch.“ Handball-Schach eben.

Knorr im Elitekader

GWD Mindens Juri Knorr und Torwart Johannes Jepsen vom TuS N-Lübbecke gehören in der Saison 2019/2020 zum Elitekader des Deutschen Handballbundes . Das gaben die DHB-Verantwortlichen in dieser Woche bei einem Medientermin bekannt.

Das Aufgebot besteht geschlechtsübergreifend aus 15 Top-Talenten der Jahrgänge 1998 bis 2003. Diese werden zum Beispiel mit gemeinsamen Lehrgängen besonders und betreut. (mt/kül)

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MindenSchach mit Körperkontakt - GWD erwartet in Wetzlar von der Abwehr geprägtes SpielSebastian KülbelMinden (mt). Wenn Frank Carstens auf das Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar blickt, denkt er strategisch: „Das wird ein Schach-Ding“, sagt GWD Mindens Chefcoach vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Trainerkollegen Kai Wandschneider. Denn dessen Plan macht die Mittelhessen zu einem äußerst unangenehmen Gegner. „Das ist ein Team mit klarem Fokus“, erklärt Carstens. Der liegt vor allem auf Fehlervermeidung: „Wetzlar spielt im Angriff sehr geduldig und wartet mit dem Abschluss oft bis zum letzten Moment. Es ist schwer, einen Ball von ihnen zu bekommen.“ Genau darauf müssen die Mindener aber spekulieren, um mit ihrem Tempospiel die zuletzt gezeigten Probleme im Angriff zu kompensieren. „Deshalb stand die Abwehr in den letzten Tagen im Mittelpunkt“, sagt Carstens. Besonderes Augenmerk lag auf dem Innenblock, wo Magnus Gullerud die Position des verletzten Miljan Pusica übernommen hat. „Da sind wir gegen Melsungen an Grenzen gestoßen, da wollten wir an den Automatismen arbeiten“, schildert der GWD-Trainer und urteilt: „Das hat gut geklappt, wir haben einen Schritt nach vorn gemacht.“ Das ist auch nötig, denn die Mindener erwarten am Samstag ab 20.45 Uhr in der Rittal-Arena einen von der Abwehr geprägten Abend. Bei aller Strategie erwartet Carstens auch viel Kampf: „In Wetzlar gibt es kein Spiel ohne intensiven Körperkontakt.“ Allerdings wird die Auswärtspartie auch zu einer großen Chance für GWD. Nach zuletzt zwei Niederlagen ist Wetzlar ein Gegner auf Augenhöhe, es folgen schwere Spiele gegen die Top-Teams Rhein-Neckar Löwen und THW Kiel. Läuft es ganz schlecht, könnten die Mindener also wieder in einen Negativsog geraten, der ihnen schon vor einem Jahr den Dezember verdorben hat. Ein Erfolgserlebnis würde ein wichtiges Zeichen gegen diesen Trend setzen. Und Anlass zu Optimismus gibt es weiterhin genug. Trotz der Ausfälle von Juri Knorr, Miljan Pusica und Joscha Ritterbach war GWD auch gegen die Top-Teams Magdeburg und Melsungen konkurrenzfähig. Fast hätte das Team im jüngsten Heimspiel sogar die schwache Leistung von Aliaksandr Padshyvalau und Savvas Savvas aufgefangen. Die beiden sind besonders gefordert, sich heute zu steigern. Im Zentrum steht für Coach Carstens dennoch die Abwehr. Er verweist auf das starke Zusammenspiel mit Kreisläufer Anton Lindskog beim Gegner, überdies verfüge Wetzlar in Stefan Cavor, Olle Forsell Schefvert und Lenny Rubin über gute Rückraum-Werfer. Zudem verweist er auf „die tolle Entwicklung“ von Till Klimpke im Tor und die Qualitäten seines Trainerkollegen Kai Wandschneider: „Er ist ein Taktik-Fuchs und geht sehr analytisch vor.“ Ähnliches gilt auch für Carstens, der vor dem Duell sagt: „Wir müssen es hinten gut hinkriegen und dann vorne erkennen, welche Schwachstellen wir angreifen. Aber das gilt für Wetzlar auch.“ Handball-Schach eben. Knorr im Elitekader GWD Mindens Juri Knorr und Torwart Johannes Jepsen vom TuS N-Lübbecke gehören in der Saison 2019/2020 zum Elitekader des Deutschen Handballbundes . Das gaben die DHB-Verantwortlichen in dieser Woche bei einem Medientermin bekannt. Das Aufgebot besteht geschlechtsübergreifend aus 15 Top-Talenten der Jahrgänge 1998 bis 2003. Diese werden zum Beispiel mit gemeinsamen Lehrgängen besonders und betreut. (mt/kül)