Minden

Harter Herbst für GWD - sechs von neun Spielen gegen die Top-Teams

Sebastian Külbel

„Inhaltliche Kritik gehört dazu“: Frank Carstens war im Spiel gegen Melsungen nicht zufrieden mit der Leistung von Aliaksandr Padshyvalau (links) und äußerte das hinterher auch klar. Nach einem offenen Gespräch sieht der Trainer Fortschritte. MT- - © Foto: Sebastian Külbel
„Inhaltliche Kritik gehört dazu“: Frank Carstens war im Spiel gegen Melsungen nicht zufrieden mit der Leistung von Aliaksandr Padshyvalau (links) und äußerte das hinterher auch klar. Nach einem offenen Gespräch sieht der Trainer Fortschritte. MT- (© Foto: Sebastian Külbel)

Minden (mt). Der Spielplan der Handball-Bundesliga hält im Herbst harte Wochen für GWD Minden bereit. Binnen 28 Tagen trifft der Tabellen-14. auf vier der sechs Top-Teams – nach den knappen Niederlagen in Magdeburg und gegen Melsungen geht es bis zum 8. Dezember noch gegen die Rhein-Neckar Löwen und nach Kiel. Inmitten dieser Prüfungen bietet die Auswärtspartie am Samstag um 20.45 Uhr bei der HSG Wetzlar noch die realistischste Möglichkeit auf Punkte.

„Die besondere Bedeutung des Spiels ist allen bewusst“, sagt auch Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Schließlich birgt jede weitere Niederlage die Gefahr, in der Tabelle weiter abzurutschen und plötzlich wieder Kontakt zu den Abstiegsrängen zu bekommen. So weit ist es aber noch nicht, und auch von Behren betont: „Wir sollten auch die anderen Spiele nicht abschreiben. Man sieht ja jede Woche, was in dieser Liga los ist. Und an guten Tagen können wir jeden Gegner schlagen.“

Das gelang zuletzt auch fast gegen den Tabellensechsten Melsungen, bis sich am Ende beim 27:29 doch dessen größere individuelle Klasse durchsetzte. Besonders Aliaksandr Padshyvalau und Savvas Savvas standen danach im Brennpunkt, als Carstens sie deutlich für ihre schwache Leistung kritisierte. „Aber das ist erledigt“, sagte der Coach gestern: „Da gibt es auch keine atmosphärischen Probleme. Ich habe inhaltliche Kritik geäußert, das gehört dazu. Wir haben am Dienstag offen darüber geredet und klare Fortschritte gemacht. Ich bin guten Mutes.“

Leistungsausfälle können sich die Mindener auch kaum erlauben, denn immer noch fehlen wichtige Spieler. Juri Knorr (Handbruch), Miljan Pusica (Meniskus-Operation) und Joscha Ritterbach (Sprunggelenk) sind weiter verletzt, für Letzteren rückt wie schon gegen Melsungen Florian Kranzmann aus der A-Jugend in den Profi-Kader.

Dennoch ist es für Carstens „das große Ziel, in Wetzlar zu punkten“. Denn der Spielplan bleibt auch im Dezember hammerhart: Nach Heimspielen gegen Erlangen und den Bergischen HC, in denen sich GWD etwas ausrechnen darf, kommen noch die Reise nach Flensburg sowie der finale Auftritt in der danach schließenden Kampa-Halle gegen Hannover-Burgdorf. Somit hätten die Mindener sechs der letzten neun Begegnungen im Jahr 2019 gegen die Top-Sechs der aktuellen Tabelle bestritten.

Das Spiel in Wetzlar ist daher fast so etwas wie die Chance zum Luftholen in rauer See, doch davor warnt Frank Carstens: „Wetzlar hat bisher eine Riesen-Heimserie gespielt und auch gegen gute Teams immer wieder gepunktet.“ Die Hessen gewannen etwa zu Hause gegen Magdeburg und holten gegen Flensburg sowie Hannover jeweils einen Punkt.

„Sie gehen extrem diszipliniert mit dem Ball um, spielen lange Angriffe und warten auf Fehler“, sagt Carstens. Auch deshalb lag sein Schwerpunkt in der Trainingswoche auf der Abwehr, vor allem im Innenblock erkannte er gegen Melsungen Steigerungsbedarf. Vor der Trainingsarbeit stand aber auch etwas Zeit zum Durchschnaufen. „Die Pause hat allen gut getan, das hat man deutlich gemerkt“, sagt der Trainer, der seinen Wochenplan aufgrund des Samstagsspiels ein wenig geändert hat. Kaum ins Gewicht fällt für die GWD-Profis dagegen die späte Anwurfzeit um 20.45 Uhr. „Viel schwieriger fand ich 12.30 Uhr mittags wie vor zwei Jahren“, meint Carstens.

Von Behren bastelt am neuen Kader

GWD Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren plant derzeit intensiv den Kader für die neue Saison. Eine Priorität hat dabei die Nachfolge von Marian Michalczik im linken Rückraum, der seinen Vertrag ebenso wenig verlängert wie Kreisläufer Magnus Gullerud. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, bestätigt von Behren. Dass Michalczik bereits in der WM-Pause zu den Füchsen Berlin wechselt, ist für von Behren allerdings kein Thema: „Wir können nicht auf ihn verzichten.“

Miljan Pusica könnte GWD derweil länger erhalten bleiben. „Ihm liegt ein Angebot vor, ich erwarte zeitnah eine Entscheidung“, sagt der Manager. Auch die Gespräche mit Trainer Frank Carstens laufen. „Wir sind in einem guten Prozess“, meint von Behren.

Weniger gut sieht es offenbar bei Torwart Espen Christensen aus. „Die Zeichen deuten auf Abschied“, teilt der Geschäftsführer auf MT-Anfrage mit. Weiter wollten sich aber weder der Verein noch der Keeper äußern. (kül)

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MindenHarter Herbst für GWD - sechs von neun Spielen gegen die Top-TeamsSebastian KülbelMinden (mt). Der Spielplan der Handball-Bundesliga hält im Herbst harte Wochen für GWD Minden bereit. Binnen 28 Tagen trifft der Tabellen-14. auf vier der sechs Top-Teams – nach den knappen Niederlagen in Magdeburg und gegen Melsungen geht es bis zum 8. Dezember noch gegen die Rhein-Neckar Löwen und nach Kiel. Inmitten dieser Prüfungen bietet die Auswärtspartie am Samstag um 20.45 Uhr bei der HSG Wetzlar noch die realistischste Möglichkeit auf Punkte. „Die besondere Bedeutung des Spiels ist allen bewusst“, sagt auch Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Schließlich birgt jede weitere Niederlage die Gefahr, in der Tabelle weiter abzurutschen und plötzlich wieder Kontakt zu den Abstiegsrängen zu bekommen. So weit ist es aber noch nicht, und auch von Behren betont: „Wir sollten auch die anderen Spiele nicht abschreiben. Man sieht ja jede Woche, was in dieser Liga los ist. Und an guten Tagen können wir jeden Gegner schlagen.“ Das gelang zuletzt auch fast gegen den Tabellensechsten Melsungen, bis sich am Ende beim 27:29 doch dessen größere individuelle Klasse durchsetzte. Besonders Aliaksandr Padshyvalau und Savvas Savvas standen danach im Brennpunkt, als Carstens sie deutlich für ihre schwache Leistung kritisierte. „Aber das ist erledigt“, sagte der Coach gestern: „Da gibt es auch keine atmosphärischen Probleme. Ich habe inhaltliche Kritik geäußert, das gehört dazu. Wir haben am Dienstag offen darüber geredet und klare Fortschritte gemacht. Ich bin guten Mutes.“ Leistungsausfälle können sich die Mindener auch kaum erlauben, denn immer noch fehlen wichtige Spieler. Juri Knorr (Handbruch), Miljan Pusica (Meniskus-Operation) und Joscha Ritterbach (Sprunggelenk) sind weiter verletzt, für Letzteren rückt wie schon gegen Melsungen Florian Kranzmann aus der A-Jugend in den Profi-Kader. Dennoch ist es für Carstens „das große Ziel, in Wetzlar zu punkten“. Denn der Spielplan bleibt auch im Dezember hammerhart: Nach Heimspielen gegen Erlangen und den Bergischen HC, in denen sich GWD etwas ausrechnen darf, kommen noch die Reise nach Flensburg sowie der finale Auftritt in der danach schließenden Kampa-Halle gegen Hannover-Burgdorf. Somit hätten die Mindener sechs der letzten neun Begegnungen im Jahr 2019 gegen die Top-Sechs der aktuellen Tabelle bestritten. Das Spiel in Wetzlar ist daher fast so etwas wie die Chance zum Luftholen in rauer See, doch davor warnt Frank Carstens: „Wetzlar hat bisher eine Riesen-Heimserie gespielt und auch gegen gute Teams immer wieder gepunktet.“ Die Hessen gewannen etwa zu Hause gegen Magdeburg und holten gegen Flensburg sowie Hannover jeweils einen Punkt. „Sie gehen extrem diszipliniert mit dem Ball um, spielen lange Angriffe und warten auf Fehler“, sagt Carstens. Auch deshalb lag sein Schwerpunkt in der Trainingswoche auf der Abwehr, vor allem im Innenblock erkannte er gegen Melsungen Steigerungsbedarf. Vor der Trainingsarbeit stand aber auch etwas Zeit zum Durchschnaufen. „Die Pause hat allen gut getan, das hat man deutlich gemerkt“, sagt der Trainer, der seinen Wochenplan aufgrund des Samstagsspiels ein wenig geändert hat. Kaum ins Gewicht fällt für die GWD-Profis dagegen die späte Anwurfzeit um 20.45 Uhr. „Viel schwieriger fand ich 12.30 Uhr mittags wie vor zwei Jahren“, meint Carstens. Von Behren bastelt am neuen Kader GWD Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren plant derzeit intensiv den Kader für die neue Saison. Eine Priorität hat dabei die Nachfolge von Marian Michalczik im linken Rückraum, der seinen Vertrag ebenso wenig verlängert wie Kreisläufer Magnus Gullerud. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, bestätigt von Behren. Dass Michalczik bereits in der WM-Pause zu den Füchsen Berlin wechselt, ist für von Behren allerdings kein Thema: „Wir können nicht auf ihn verzichten.“ Miljan Pusica könnte GWD derweil länger erhalten bleiben. „Ihm liegt ein Angebot vor, ich erwarte zeitnah eine Entscheidung“, sagt der Manager. Auch die Gespräche mit Trainer Frank Carstens laufen. „Wir sind in einem guten Prozess“, meint von Behren. Weniger gut sieht es offenbar bei Torwart Espen Christensen aus. „Die Zeichen deuten auf Abschied“, teilt der Geschäftsführer auf MT-Anfrage mit. Weiter wollten sich aber weder der Verein noch der Keeper äußern. (kül)